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News: Über das Verschwinden von Mass Market Paperback

Ein junger Mann in einem Dungeons-and-Dragons-T-Shirt sitzt blickt zu uns (also der Kamera) hinter sich ein Bücherregal, vor sich ein Mikrofon, in der linken Hand hält er ein kleines Taschenbuch, die rechte Hand ist davor ausgestreckt.
© Daniel Greene

Markus Mäurer, 03.03.2026

Außerdem in unseren SFF News: V. E. Schwab im Gespräch mit Dungeon-Crawler-Carl-Autor Matt Dinniman und eine traurige Meldung zu Dan Simmons.

#1 Daniel Greene über das Verschwinden von Mass Market Paperbacks

Wer wie ich in den letzten Jahrzehnte auch viel englischsprachige Literatur und vor allem Phantastik gelesen hat, hatte vermutlich bereits ein Mass Market Paperback in der Hand. Das sind kleine Taschenbücher, gedruckt auf groben, grauen und grieseligem Papier. Schwer aufzuklappen und dementsprechend etwas anstrengend zu lesen. Vor allem, wenn die Finger zu lange auf einer Stelle liegen und die Druckerschwärze verschmieren, bei einer Schrift deren Größe nur für Menschen mit Adleraugen geeignet sind. Alles in allem also schlechte Qualität. Aber mit knapp 6 Euro auch überaus günstig. Für mich als Student, der oft knapp bei Kasse war, ein unschlagbarer Preis.

Die Meldung, dass das Mass Market Paperback vom Markt verschwindet, ist schon einige Monate alt, Daniel Green hat uns in einem Video aber noch mal aufbereitet, was für eine Zäsur das bedeutet und schildert die Geschichte, die hinter diesem Format steckt, das (neben Bibliotheken) für eine Demokratisierung des Lesens gesorgt hat. Ich persönlich habe es schon vor Jahren durch E-Books ersetzt, die einfach lesefreundlicher für meine schwindende Sehstärke sind (aber eben auch nur gekaufte Lizenzen zum Lesen). Und Greene erklärt ganz gut, warum sich nicht jeder einen E-Book-Reader leisten kann.

#2 V. E. Schwab und Matt Dinnaman im Gespräch

Im Podcast No Write Way with V. E. Schwab war Matt Dinnaman zu Gast. Der ist aktuell mit seiner Buchreihe um Dungeon Crawler Carl in aller Munde und liefert ein launiges Gesprächt mit der Addie-La-Rue-Autorin V. E. Schwab.

#3 Dan Simmons 1948 – 2026

Der US-amerikanische Schriftsteller Dan Simmons ist im Alter von 77 Jahren verstorben. Er war sowohl im Horror als auch der Science Fiction als Meister seines Fachs bekannt. Hyperion steht in sämtlich SF-Bestenlisten immer ganz oben, und Horrorromane wie Sommer der Nacht und Terror gehören zu den modernen Klassikern des Genres (und meinen Lieblingsbüchern). Er war ein sehr vielseitiger Autor, der in den letzten Jahren leider vor allem durch unsägliche politischen Äußerungen aufgefallen ist, durch sein vielseitiges Werk aber viele Leser*innen wie mich stark beeinflusst hat.

Foto: Markus Mäurer

Markus Mäurer

Der ehemalige Sozialpädagoge und Absolvent der Nord- und Lateinamerikastudien an der FU Berlin, der seit seiner Kindheit zwischen hohen Bücherstapeln vergraben den Kopf in fremde Welten steckt, verfasst seit über zehn Jahren Rezensionen für Fantasyguide.de, ist ebenso lange im Science-Fiction- und Fantasy-Fandom unterwegs (Nickname: Pogopuschel), arbeitet seit einigen Jahren als Übersetzer phantastischer Literatur und ist auf Tor Online für das Content Management und die Redaktion verantwortlich.

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