Der grüne Planet

Leseprobe „Die Tage nach dem Lärm“ von Uwe Hermann

Erschienen in „Der grüne Planet“ herausgegeben von Hans Jürgen Kugler und René Moreau.

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Es gab niemanden, der bemerkte, wie der Roboter den Rasen mähte. Es gab auch keinen Rasen mehr, trotzdem steuerte der humanoide Haushaltsroboter den Aufsitzrasenmäher über das vertrocknete, staubige Feld, das einmal eine Grünfläche gewesen war. Eine unnötige Arbeit, doch die Pflege des Gartens hatte schon immer zu seinen Aufgaben gehört. Schon damals, bevor die Klimakatastrophe die Welt aus den Angeln gehoben hatte. Wie jede Woche beendete er seine Arbeit zur exakt gleichen Zeit. Er steuerte den Rasenmäher zurück in die Garage, die nur noch aus halb verfallenem Mauerwerk und den Resten eines Daches bestand, und ging zum hinteren Bereich des Gebäudes. Hier schloss er die Tür auf und betrat das Haus. Der Roboter hätte auch durch eines der vielen Löcher in den Mauern ins Innere gelangen können, aber seine Programmierung beharrte darauf, dass Wände nicht dafür bestimmt waren, durch sie hindurchzugehen.

Robard, so hatte der Hersteller den Roboter genannt, ging durch den Flur zur Küche. Durch die zerbrochene Wohnungstür schaufelte der Wind Sand herein. Ein Fenster im oberen Stockwerk klapperte.

Das Kaffeebohnenmuster auf der beigen Küchentapete war längst nicht mehr zu erkennen, deren Farben verblichen. In einer Wand klaffte ein Loch. Die Motorhaube eines verrosteten Geländewagens ragte herein. Anfangs hatte die KI des Wagens noch funktioniert, und Robard und er hatten sich oft darüber unterhalten, wie es geschehen konnte, dass er von der Straße abgekommen und in die Hauswand gekracht war. Inzwischen schwieg der Wagen. Robard hatte keine Ahnung, ob seine Energie aufgebraucht war oder ob er resigniert hatte. Inzwischen musste auch ihm klar geworden sein, dass niemand kommen, ihn abschleppen und reparieren würde. Robard vermisste die Gespräche mit der KI. Überhaupt vermisste er alles, was früher Lärm gemacht hatte. Er ging zur Küchenzeile und holte ein paar Töpfe aus dem Schrank. Das Klappern war ein beruhigendes Geräusch. Von den elektrischen Geräten funktionierte kaum noch etwas. Ohne die Solarpaneels auf dem Dach gäbe es auch keinen Strom mehr, doch noch arbeiteten sie und ihre Leistung reichte aus, um Robards Akkus zu laden und das Haus und den Rasenmäher mit Energie zu versorgen. Er warf einen Blick auf die Wanduhr. Die Zeiger standen still, aber Robard brauchte sie nicht, um zu wissen, dass es Zeit für das Mittagessen war. Bald käme seine Familie nach Hause. Und sie würden etwas essen wollen. Robard rief ein abgespeichertes Video aus vergangenen Tagen ab und sah die Kinder ins Haus stürmen. Die Schultaschen flogen durch die Luft, und wie immer ignorierten sie seine Mahnung, sorgfältig mit ihnen umzugehen. Ihr Geschrei tat gut. .

Robard bereitete das Essen vor und deckte den Tisch. Dann stellte er sich neben der Haustür und wartete.

Die Kinder kamen nicht. Und auch nicht ihre Eltern. Niemand aus seiner Familie kam.

Nach dem Mittagessen räumte er den Tisch ab und warf das Essen in den überquellenden Müllschlucker. Mit einem Tuch säuberte er das unbenutzte Geschirr und stellte es zurück in den Schrank, während er sich Gedanken über das Abendbrot machte. Die Vorratskammer enthielt keine Lebensmittel mehr. Er würde welche besorgen müssen. Also verschob er die Reinigung der Zimmer auf einen späteren Zeitpunkt und verließ das Haus.

Im Freien herrschten Temperaturen, die kein Lebewesen auf Dauer ertragen konnte. Um diese Uhrzeit war es so heiß, dass selbst Robard vorsorglich im Schatten der Gebäude blieb. Seit dem Anstieg der Treibhausgase in der Atmosphäre und dem veränderten Klima beschränkte sich die Vegetation auf karge Gräser. Die Bäume waren abgestorben und zu skelettartigen Gerippen verkommen. In diesem Teil des Landes herrschte ein wüstenartiges Klima, während anderswo ganze Städte in den Fluten der Meere versanken oder sintflutartige Regenfälle die Landschaft fortspülten. Die Welt war aus den Fugen geraten.

Auf dem Nachbargrundstück beschnitt ein älteres Modell eines Gartenroboters die längst abgestorbene Hecke. Robard blieb stehen und winkte. »Hallo Nachbar, was macht der Ladezustand?«

Der Roboter unterbrach seine Tätigkeit und winkte zurück. Gleichzeitig spielte er ein einprogrammiertes Seufzen ab. »Ach, meine Akkus werden auch nicht mehr jünger. Nicht mehr lange und ich muss ständig am Ladegerät hängen. Wo willst du denn bei dieser Hitze hin?«

»Die Speisekammer ist leer. Ich versuche etwas zum Essen aufzutreiben.«

Sein Nachbar nickte in menschlicher Manier. »Dann halt bitte die Kameras nach 24er Kugellagern auf. Meine Gelenke machen nicht mehr lange.«

Robard versprach es und der Gartenroboter setzte seine sinnlose Tätigkeit fort.

Am Ende der Straße blieb Robard stehen und verglich seine Position mit der Karte seiner Navigationssoftware. Die GPS-Satelliten im Orbit sendeten schon lange keine Signale mehr, und er musste sich auf seine optischen Sensoren verlassen. Neben ihm auf der Straße standen verrostete oder ausgebrannte Fahrzeuge. Manche ineinander verkeilt, als hätte ein defekter Werkstatt-Reparaturautomat sie miteinander verschweißt.

Ein autonomer Einkaufswagen rumpelte an ihm vorbei. Robard bemerkte in seinem Korb ein paar Konservendosen, Packungen mit Nudeln und Wasserflaschen. Wasser! Wasser war kostbar in dieser Zeit. Er mailte den Einkaufswagen an und erfuhr von einem Supermarkt, in dem es noch Lebensmittel geben sollte. Robard ließ sich die Route schicken und machte sich auf den Weg.

Ab und an sah er andere Roboter, aber nie einen Menschen. Robard besaß noch Videoaufzeichnungen aus den Tagen vor der Katastrophe. Eines legte er über das Bild, das seine Kameras lieferten, und plötzlich war die Straße voller Leben. Menschen gingen vorüber. In den Fensterscheiben der Geschäfte gab es ein endloses Angebot an Waren. An einem Stand verkaufte jemand Speiseeis. Auf der Straße standen noch immer Fahrzeuge, doch jetzt war der Verkehr durch eine »Fridays for Future«-Demonstration zum Erliegen gekommen. Kinder bevölkerten die Straße und marschierten für eine bessere Zukunft. Heute waren die Straßen leer. Und totenstill. Sein Nachbar sagte, dass die Folgen der Klimaerwärmung und der Kampf um die letzten Ressourcen die halbe Menschheit ausgelöscht hatte und dass sie nicht wiederkehren würden. Robard glaubte nicht daran. Es mochte ja sein, dass viele von ihnen nicht mehr lebten, aber das hieß ja nicht, dass sie nicht zurückkehren würden. In seinem Datenspeicher gab es ein Buch, in dem ein Mensch am dritten Tag von den Toten auferstanden war. Er hatte seiner Familie oft aus diesem Buch vorlesen müssen. Vor allem in den Tagen, als die Lage sich immer mehr verschlimmerte. Zu gerne hätte Robard das Internet befragt, wie oft so eine Auferstehung vorkam, aber das Netz war schon vor langer Zeit zusammengebrochen. Also blieb ihm nichts anderes übrig, als zu warten.

Seine akustischen Sensoren hörten Glas klirren. Er schaltete das Video aus. Auf der anderen Straßenseite putzte ein Haushaltsroboter die zerbrochenen Fensterscheiben eines Einfamilienhauses. Ein Rasenmäherroboter rumpelte durch den rasenlosen Vorgarten. Die Roboter beachteten ihn nicht und auch er ging weiter, ohne ihnen mehr als einen kurzen Blick zugeworfen zu haben.

Die Route zum Supermarkt führte über die Hauptstraße. Robard blieb vor der Ampelanlage stehen. Obwohl keine Fahrzeuge mehr fuhren, wartete er, bis die solarbetriebene Lichtanlage auf Grün umsprang. Dann überquerte er die Straße. Eine seiner Unterroutinen fragte sich, wie er auf die andere Seite gelangen sollte, wenn die Ampelanlage einmal nicht mehr funktionierte.

Auf der anderen Straßenseite führte der Weg weiter, vorbei an einer Autowerkstatt, einer Tankstelle und den Überresten eines Parks. Robard wich von seiner bekannten Strecke ab und folgte der Wegbeschreibung seiner Navigationssoftware. Außer dem Heulen des Windes gab es kaum Geräusche. Ohne die Menschen war es in der Stadt still geworden und die wenigen Tierarten, die die Katastrophe überlebt und sich angepasst hatten, kamen nur nachts heraus. Robard vermisste den Lärm. Er vermisste seine Familie. Aus seinem Speicher suchte er eine Audioaufzeichnung heraus und plötzlich dröhnte die Luft vom Klang vorbeifahrender Fahrzeuge und den Stimmen der vorübergehenden Menschen.

Er erreichte nach dreiundvierzig Minuten und acht Sekunden ein rechteckiges, hässliches Betongebäude, halb unter einem Berg aus Sand und Schutt begraben. Über dem Vorplatz bewegten sich Roboter. Gerade verschwand ein wuchtiger Werkstatt-Reparaturautomat im Eingangsbereich des Supermarktes. Offensichtlich hatte sich die Nachricht von den Lebensmitteln schnell herumgesprochen.

Rechts und links neben dem Eingang klebten Werbeplakate an den Wänden. Die Sonne hatte sie in weißes, zerfleddertes Papier verwandelt. Das Licht, das durch die blind gewordenen Scheiben hereinfiel, reichte nicht aus, um den kompletten Innenraum zu beleuchten. Der hintere Bereich des Gebäudes lag im Dunkeln.

Robard ging an dem Kassenbereich vorbei, auf die Regalreihen zu. Roboter schritten oder rollten an ihnen vorüber, auf der Suche nach etwas Nützlichem. Er schloss sich ihnen an und fand ein paar Pakete mit Nudeln, die aber unter seinem Griff zu Staub zerfielen. Ein Regal weiter sah er einige Mineralwasserflaschen, doch bevor er sie erreichen konnte, hatte der Werkstatt-Reparaturautomat sie sich geschnappt und war weitergeeilt.

 Rechts von sich sah Robard einen anderen Haushaltsroboter. Die Maschine schickte eine kurze Grußmail. Ein autonomer Einkaufswagen in einem katastrophalen Zustand sauste im Zickzack an ihnen vorbei. Seine Kugellager quietschten lautstark. Diesen Maschinen erging es wie Robard. Ihre Programmierung verlangte, dass sie den Menschen dienten, aber es gab niemanden mehr, der ihre Hilfe annehmen konnte. Trotzdem mussten sie Tag für Tag ihre einprogrammierten Aufgaben erfüllen. Sie mähten den Rasen, wuschen die Wäsche, reparierten Fahrzeuge oder kauften ein und sorgten für den Haushalt, so wie Robard es tat.

Je tiefer er ins Gebäude vordrang, umso schlechter wurden die Lichtverhältnisse. Schließlich schaltete er seine Beleuchtung ein, um noch etwas erkennen zu können. In einem Regal entdeckte er ein Brot, so alt, dass seine Konsistenz einem Ziegelstein glich. Trotzdem packte Robard es in den Einkaufskorb, den er sich am Eingang genommen hatte. Kurz darauf kamen mehrere Konservendosen mit unleserlichen Etiketten dazu. Und endlich auch ein paar Mineralwasserflaschen.

Die Regale endeten an einer quer verlaufenden Wand aus verstaubten Kühltruhen, allesamt längst geplündert. Im Lichtkegel seiner Scheinwerfer tauchte zwischen den Truhen eine Tür auf. In dem Raum entdeckte Robard meterhoch gestapelte Kisten und Leerpaletten. Im Hintergrund gab es eine weitere Tür, die der Beschriftung nach in den Keller führte. Robard öffnete einen der Kartons. Er enthielt Unmengen in Plastikfolie verpackter Papierhandtücher. In einem anderen entdeckte er Trinkbecher und Strohhalme.

Plötzlich sprang eine Gestalt hinter einem der Stapel hervor und torkelte auf die Kellertür zu. Robard schwenkte den Lichtkegel seiner Lampe herum. Er fing das abgemagerte Gesicht eines Menschen ein. Die Wahrscheinlichkeit, noch ein lebendes Wesen anzutreffen, war so gering, dass der Roboter sekundenlang nicht wusste, wie er reagieren sollte. Seine Software analysierte die Situation und suchte nach einer Erklärung, wieso der Mensch noch lebte.

Bevor der Mann die Kellertür erreichte, brach er zusammen. Seine Notsituation aktivierte Robards Erste-Hilfe-Routine. Er verschob die Suche nach Lebensmitteln auf einen späteren Zeitpunkt und eilte zu ihm hinüber. Die Sensoren diagnostizierten eine Dehydrierung und einen akuten Nahrungsmangel.

»Verschwinde«, keuchte der Mann, als Robard sich über ihn beugte.

»Ich will dir nur helfen.« Robard nahm eine der Mineralwasserflaschen aus seinem Einkaufskorb und hielt sie dem Mann an die Lippen. Er trank gierig. Dann hob Robard ihn auf und trug ihn zurück in den Verkaufsraum.

Der Mensch war abgemagert und seine Haut verbrannt von der Sonne. Er hob blinzelnd die Hand, als Robards Licht ihn blendete. Robard schaltete seine Scheinwerfer aus. »Hab keine Angst. Ich tue dir nichts. Wer bist du?«

Der Mann blickte Robard ängstlich an. »Ich bin Norbert«, sagte er schließlich. »Ich war einer der Mitarbeiter dieses Supermarktes. Als die Katastrophe eintrat, bin ich nicht wie alle anderen abgehauen, sondern habe mich mit Lebensmitteln eingedeckt und im Keller versteckt. Ich dachte, warum soll ich verschwinden, wenn es hier alles gibt, was ich zum Leben brauche?«

Robard analysierte seinen Gesundheitszustand. »Deine körperliche Verfassung deutet nicht an, dass du alles hast, was du zum Leben brauchst.«

»Stimmt.« Er lachte kraftlos. »Mein Vorrat an Lebensmitteln ist aufgebraucht, und hier im Supermarkt habt ihr verdammten Maschinen alle Regale geplündert. Auch in den umliegenden Häusern gibt es nichts mehr.«

Robard dachte an das Brot in seinem Einkaufskorb, aber vermutlich waren die Zähne des Menschen nicht stabil genug, um es beißen zu können.

»Du kommst mit mir. Wir finden sicher noch etwas zu essen und meine Familie wird sich über einen Besucher freuen.«

Der Mann hob überrascht den Kopf. Sein Mund klaffte auf. »Deine Familie lebt noch? Aber wie …«

Die Zangenhand des Werkstatt-Reparaturautomaten packte Robard an der Schulter und riss ihn zurück, gegen eines der Regale. »Ich nehme den Menschen mit!« Ein Schraubenschlüssel sauste auf ihn herab. Der Schlag traf Robard am Kopf und verursachte eine Fehlfunktion seiner elektronischen Augen. Das Kamerabild brach zusammen. Ein weiterer Schlag traf ihn an der Brust. Hinter ihm gab das Regal nach und er stürzte rücklings mit ihm zu Boden. Der Lärm hallte durch den Supermarkt.

Robard aktivierte sein Redundanzsystem. Das Kamerabild stabilisierte sich. Er sah, wie der Werkstatt-Reparaturautomat einen Knöchel des Mannes packte und den Norbert-Menschen hinter sich herzog. Der Mensch schrie und strampelte, aber der Roboter ließ sich davon nicht beeindrucken.

Robard befreite sich aus den Überresten des Regals und stürmte nach vorne. Er versetzte dem Reparaturautomaten einen Schlag gegen den Kopf. »Lass ihn los! Ich habe ihn gefunden!«

Der Werkstatt-Reparaturautomat drehte sich um und blockte mit der freien Hand einen weiteren Schlag ab. »Das ist irrelevant, jetzt gehört er mir!«

Angelockt durch den Lärm tauchten weitere Roboter auf. Der autonome Einkaufswagen stellte sich ihnen in den Weg. Zwischen seinen Rollen huschte der Staubsaugerroboter heran. »Gebt ihn mir! Gebt ihn mir!«, säuselte er.

»Sucht euch einen eigenen Menschen.« Ein Tritt des Werkstatt-Reparaturautomaten beförderte den Staubsaugerroboter tiefer in den Gang hinein. Robard streckte seine Hände nach dem Norbert-Menschen aus, doch der Werkstatt-Reparaturautomat zog ihn aus seiner Reichweite. Mühelos hob er ihn an einem Bein hoch und ließ ihn in der Luft baumeln. »Keiner von euch bekommt ihn! Er gehört mir!«

»Lass mich los!«, rief der Norbert-Mensch und schrie vor Schmerzen auf, als der Automat den Griff um seinen Knöchel verstärkte. Robard sprang vor und es gelang ihm, den Kopf des Mannes zu packen. »Das ist mein Mensch!« Ruckartig zog er ihn zu sich heran.

Knochen knackten. Der Norbert-Mensch schrie ein letztes Mal auf. Dann erschlaffte sein Körper. Arme und Beine sackten kraftlos herab.

Robard ließ erschrocken los. Auch der Werkstatt-Reparaturautomat löste seine Zange. Ohne einen Laut von sich zu geben, knallte der Norbert-Mensch auf den Boden des Supermarktes. Er rührte sich nicht mehr.

»Ihr habt ihn kaputtgemacht!«, sagte der autonome Einkaufswagen vorwurfsvoll.

Die Roboter blickten auf den regungslos am Boden liegenden Menschen.

Der Staubsaugerroboter sauste heran und fuhr mehrmals gegen den Kopf des Mannes.

Der Mann reagierte noch immer nicht. »Dieser Mensch hat seine Tätigkeit eingestellt«, sagte der Staubsaugerroboter, drehte sich um und fuhr davon.

»Kann man ihn reparieren?«, fragte der Werkstatt-Reparaturautomat und öffnete eine Abdeckung in seinem Körper, hinter der eine Vielzahl von Schraubenschlüsseln sichtbar wurde.

»Für einen Menschen gibt es keine Ersatzteile.«

Die Roboter schwiegen. Schließlich richtete der Werkstatt-Reparaturautomat seine Kameras auf Robard. »Das ist deine Schuld! Hättest du ihn mir überlassen, wäre das nicht geschehen. Du hast ihn ruiniert!«

Robard ließ die Arme sinken. »Ich wollte das nicht. Ich hatte ganz vergessen, wie empfindlich die Menschen sind.«

»Vielleicht sind ja dort, wo er hergekommen ist, noch mehr«, sagte der autonome Einkaufswagen. Er drehte sich zu Robard herum. »Wo hast du ihn gefunden?«

Robard deutete in Richtung der Kühltruhen. »Er hatte sich im Keller versteckt.«

Der autonome Einkaufswagen drehte auf der Stelle und sauste davon. Der Werkstatt-Reparaturautomat und die übrigen Roboter folgten ihm.

Robards Timer erinnerte ihn an das Abendbrot. Bald würde seine Familie nach Hause kommen. Er hob den Menschen auf, warf ihn sich über die Schulter und verließ den Supermarkt.

In seinem Haus angekommen, trug er den Leichnam in den Keller, zu seiner Familie, die er dort versteckt hatte, damit keiner der anderen Roboter sie bekommen konnte. Sie rührten sich nicht mehr, seit er auch sie zu fest angefasst hatte, aber irgendwann würden sie wieder aufwachen – vielleicht schon heute Abend –, dann würden sie etwas essen wollen. Robard ging zurück in die Küche und bereitete das Abendbrot vor.

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