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Zur Ukraine, Ablenkung in schwierigen Zeiten und optimistischer Science Fiction


In der aktuellen Ausgabe der SFF News geht unser Redakteur Markus Mäurer auf die aktuelle Lage in der Ukraine ein, erklärt aber auch, warum es in solch schlimmen Zeiten wichtig ist, sich abzulenken, wie man mit einer Prise Eskapismus Kraft in phantastischen Welten tanken kann und wie uns die Science Fiction helfen kann, den Optimismus für die Gestaltung einer besseren Zukunft zu bewahren.

Ich habe überlegt, ob ich die aktuelle News-Ausgabe ausfallen lassen soll, angesichts der schrecklichen Lage nur zwei Flugstunden von Deutschland entfernt, wo ein Aggressor völlig unbegründet ein demokratisches europäisches Land überfallen hat und jetzt mit einem blutigen Krieg überzieht. Die Bilder und Nachrichten davon sind überall. Ich schaue selbst regelmäßig bei CNN rein, das viele Reporter vor Ort hat und eine ganz gute Übersicht über die Lage zu geben scheint. Auf Twitter folge ich The Kyiv Independent, ein ukrainisches Format, das aus erster Hand seriös berichtet.

Doch den ganzen Tag mit Doomscrolling zu verbringen und sich pausenlos von jeder neuen Entwicklung weiter deprimieren und ängstigen zu lassen, während wir hier hilflos zuschauen müssen, bringt niemandem etwas. Als sich der amerikanische Science-Fiction-Autor Kurt Vonnegut 1945 als GI in Kriegsgefangenschaft befand und die Bombardierung Dresdens live miterlebte, flüchtete er sich in Gedanken in eine phantastische Welt, was ihm die Kraft gab, diese schlimme Zeit durchzustehen. Später verarbeitete er dieses Erlebnis zu seinem Meisterwerk Schlachthof 5.

Und auch wenn meine Gedanken zum Teil immer bei den Menschen in der Ukraine sind, kann ein bisschen Ablenkung zwischendurch nicht schaden. Eine kleine Dosis Eskapismus in phantastische Welten tut mir ganz gut. Deswegen gibt es auch die aktuelle Ausgabe der SFF News, die sich auf einen positiven Blick in die Zukunft konzentriert. Denn so düster die Aussichten nach dieser Zeitenwende, die uns noch auf Jahrzehnte beeinflussen wird, auch aussehen mögen, so lange wir uns eine bessere Zukunft vorstellen können, können wir sie auch noch erschaffen. Also, schaltet ruhig mal ab, taucht in phantastische Welten ein, tankt dort Kraft, und wenn ihr wieder in die Realität zurückkehrt, werdet (wenn es euch möglich ist) laut, mischt euch ein, geht auf Demos und engagiert euch, um unsere Regierung und den Politikern Druck zu machen, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Spendenaktionen gibt es viele, auf der Seite des ZDF finden sich einige sehr seriöse und vermutlich wirksame.

#1 Essay: Wie sich Science Fiction auf unseren Fortschritt auswirkt

In ihrem Roman Pantopia zeigt uns Theresa Hannig einen möglichen Weg in eine bessere Zukunft, der mittels einer künstlichen Intelligenz realisiert wird. Für das Handelsblatt erklärt sie in ihrem Essay Wie sich Science Fiction auf unseren Fortschritt auswirkt, wie die Science Fiction unsere Zukunft beeinflussen wird. Dazu geht sie auch auf schon bestehende Entwicklungen ein, die von Science-Fiction-Werken aus der Vergangenheit inspiriert wurden. Da ist es natürlich hilfreich, wenn die Science Fiction optimistische, nützliche Visionen liefert.

Wer Theresas szenische Lesung letzten Mittwoch verpasst hat, kann sie unten im Video nachholen. Und dazu gibt es noch ein Gespräch zur Buchpremiere mit Manuel Schmitt.

PANTOPIA | szenische Lesung

PANTOPIA Buchpremiere | Gespräch mit der Autorin

#2 Essay: Wie uns Science-Fiction hilft, die Welt besser zu verstehen

Für den Standard hat Stefen May den Beitrag Wie uns Science-Fiction hilft, die Welt besser zu verstehen geschrieben. Das erklärt er vor allem am Beispiel aktueller Verfilmungen wie Dune und Foundation. Dabei ist der Artikel vor allem als Einstieg für Leute geeignet, die sich mit Science Fiction noch nicht so gut auskennen. Unter anderem werden Grundlagen wie der Unterschied zwischen Hard-SF und Soft-SF erklärt.

#3 Die aktuellen Bestseller der Science Fiction

SF-Lit.de hat sich wieder angeschaut, welche Science-Fiction-Bücher oder Bücher mit SF-Elementen sich zurzeit am besten verkaufen. So ganz belastbar sind die Zahlen nicht, vermitteln aber trotzdem einen ganz guten Eindruck vom aktuellen Buchmarkt. Auf Platz 1 findet sich mit Hanya Yanagihara Zum Paradies ein Roman, den wohl die wenigsten auf dieser Liste erwartet hätten, sorgt er doch, wie schon der Vorgänger Ein wenig Leben vor allem im Feuilleton für Aufsehen. Die Liste zeigt auch, dass optimistische Zukunftsvisionen es immer noch schwer haben, ist sie doch vor allem von dystopischen Romanen bevölkert, und von vielen Büchern, die schon relativ alt sind.

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