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Die Hugo-Awards-Gewinnerinnen 2019


Außerdem in unseren Fantasy- und Science-Fiction-News: Art Spiegelman über Superheldencomics in Zeiten des Faschismus und Science-Fiction-Kurzfilme aus Nigeria.

#1 Hugo Awards 2019: Die GewinnerInnen

Der Hugo Award, der dieses Jahr auf dem 77. Wordcon in Dublin verliehen wurde, ist der wohl bekannteste Phantastikpreis seiner Art. In der Kategorie Bester Roman ging der Preis an Mary Robinette Kowals The Calculating Stars. Als Beste Novelle wurde Artificial Condition von Martha Wells  ausgezeichnet. In der Kategorie Beste Serie ging der Preis an Wayfarers von Becky Chambers, mit den Romanen Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten, Zwischen den Sternen und Unter uns die Nacht.

Der John W. Campbell Award für die beste Newcomerin geht an Jeannette Ng. Hier alle GewinnerInnen der Hauptkategorien im Überblick:

  • BEST NOVEL: The Calculating Stars, by Mary Robinette Kowal (Tor)
  • BEST NOVELLA: Artificial Condition, by Martha Wells (Tor.com Publishing)
  • BEST NOVELETTE: If at First You Don’t Succeed, Try, Try Again,  by Zen Cho (B&N Sci-Fi and Fantasy Blog, 29 November 2018)
  • BEST SHORT STORY: A Witch’s Guide to Escape: A Practical Compendium of Portal Fantasies, by Alix E. Harrow (Apex Magazine, February 2018)
  • BEST SERIES: Wayfarers, by Becky Chambers (Hodder & Stoughton / Harper Voyager)
  • BEST GRAPHIC STORY: Monstress, Volume 3: Haven, written by Marjorie Liu, art by Sana Takeda (Image Comics)
  • BEST DRAMATIC PRESENTATION, LONG FORM: Spider-Man: Into the Spider-Verse
  • JOHN W. CAMPBELL AWARD for BEST NEW WRITER: Jeannette Ng (2nd year of eligibility)

#2 Art Spiegelman über die Entstehung von Superhelden in Zeiten des aufkommenden Faschismus

Comicautor Art Spiegelman hat mit seinem legendären Comic Maus gezeigt, wie wichtig und politisch Comics sein können. Das zeigt auch das jüngste Ereignis rund um das kommende Marvel-Buch, das in Koproduktion mit der Folio Society entstand. Spiegelman sollte für Marvel: The Golden age 1939–1949 eine Einleitung schreiben, in der es darum ging, wie die ersten jungen jüdischen Comicautoren säkulare Superhelden erschufen, um Themen wie die große Depression und den Zweiten Weltkrieg zu adressieren. Als der Künstler jedoch von Marvel gebeten wurde, den Vergleich von Trump ("Orange Skull") mit dem Nazischurken Red Skull (siehe Captain America) zu entfernen, weigerte sich Spiegelmann und zog sein Vorwort zurück. Das von Spiegelman ursprünglich für Marvel verfasste Vorwort kann man jetzt als Essay im Guardian lesen.

Kern des Konflikts: Spiegelman verglich den aufkommenden Faschismus der 1930er mit der aktuellen weltweiten Situation und ist der Meinung, dass alles politisch sei. Marvel dagegen bestand darauf, neutral zu bleiben. Wobei Isaac Perlmutter, Vorstandsvorsitzende von Marvel Entertainment, ein langjähriger Freund Trumps ist und reichlich für dessen Kampagne gespendet hat. 

An dieser Stelle kann ich mir den politischen Kommentar nicht verkneifen: Es ist in der Tat traurig, dass der oberste Chef von Marvel einen faschistischen Hetzer unterstützt, also genau jene Art von Bösewicht, die es in den Anfängen des Mediums Comic zu bekämpfen galt.

 

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#3 Science-Fiction-Kurzfilme von Teenagern aus Nigeria

Am 16. August sorgte ein kurzes Video von Al Jazeera English auf Twitter für Aufsehen. Es geht um eine Gruppe von acht nigerianischen Teenagern, die nur mit Smartphone und Alltagsgegenständen eindrucksvolle Science-Fiction-Kurzfilme mit Spezialeffekten produzieren. Der amerikanische Filmproduzent Franklin Leonard hat das Video retweetet, mit der Bitte, ihm Kontakt zu den Jugendlichen herzustellen. Es hat nicht lang gedauert, bis auch J. J. Abrams mit ihnen Kontakt aufnahm. Die jungen Filmemacher nennen sich Critics Company, haben ihren eigenen Youtube-Kanal und stammen aus Kaduna/Nigeria. Ich bin gespannt, was wir in Zukunft noch von ihnen sehen werden.

Z:THE BEGINNING: Kurzfilm

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