Black Panther

© Marvel Studios

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Black Panther, Kurd Laßwitz Preis und Adam West


Unsere Science-Fiction- und Fantasy-News sind da. Dieses Mal mit einem ersten Trailer zu Marvels Black Panther, dem Kurd Laßwitz Preis und einem Nachruf zum Tod von Adam West.

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"Black Panther" - erster Trailer

Auf aktuelle Superheldenfilme wird gerne hin und wieder die Faschismustheorie angewendet, nach der es darum geht, dass ein übermenschlicher Held (mit Superkräften) sich aus der Masse der Gesellschaft erhebt, weil er vermeintlich der Einzige ist, der sie retten könne. Eine Thematik, die in den Comics und Filmen selbst auch gerne auf der Metaebene diskutiert wird. Dabei sollte man allerdings nicht vergessen, dass die Wurzeln des modernen Superhelden jüdische sind. Erschaffen wurde der fliegende Übermensch Superman von den beiden schmächtigen New Yorker Juden Jerry Siegel und Joel Schuster, die dem faschistischen Übermenschgehabe der Nazis etwas entgegensetzen wollten (inwieweit sie hier von Nietzsches Übermensch beeinflusst wurden, ist allerdings unklar). Reichspropagandaminister Joseph Goebbels jedenfalls verbot die Veröffentlichung von Superman in Deutschland und bezeichnete ihn als Juden, als wäre das etwas Schlechtes. Nichtsdestotrotz ist das Bild des typischen Superhelden hauptsächlich vom klassischen weißen All American Hero geprägt, der natürlich männlich ist. Auch wenn Wonder Woman ihren ersten Auftritt schon 1941 hatte, wurde sie zunächst gerne als Damsel in Distress, oft gefesselt, dargestellt (bevor die Einführung des Comic Codes den sexuellen Freizügigkeiten ein Ende machte), konnte sich im Laufe der Jahre aber emanzipieren. Noch schwerer hatten es Schwarze in die Rolle des Superhelden zu schlüpfen. Und wie bei so vielen progressiven Schritten im Genre des Superheldencomics waren hier Stan Lee und Jack Kirby die Vorreiter, die mit dem Black Panther 1966, noch mitten in der Zeit der Segregation, einen schwarzen Superhelden erschufen (Luke Cage folgte erst 1972), der dann noch nicht mal Amerikaner war, sondern aus dem fiktiven afrikanischen Land Wakanda stammt, das in diesem Trailer sehr eindrucksvoll in Szene gesetzt wird. Wie auch immer, nachdem Luke Cage bereits 2016 seine eigene Serie bekam, und Wonder Woman gerade die Kinocharts stürmt, kommt Black Panther im Februar 2018 mit seinem eigenen Film in die Kinos und wird für weitere Diversität unter den Superhelden sorgen (wobei er seinen ersten Auftritt ja schon in Captain America: Civil War hatte).

Kurd Laßwitz Preis 2017

Am Sonntag, den 11. Juni, wurden die Preisträger für den Kurd Laßwitz Preis bekanntgegeben, dem wohl renommiertesten deutschsprachigen Science-Fiction-Preis. In der Königskategorie Bester deutschsprachiger SF-Roman konnte Andreas Brandhorst seinen Titel verteidigen und setzte sich mit Omni (nach Das Schiff 2016) durch. Die Beste deutschschsprachige SF-Erzählung geht an Gabriele Behrendt für ihre in Exodus 35 erschienene Story Suicide Rooms. Bestes ausländisches Werk wurde Die drei Sonnen von Cixin Liu, in der Übersetzung von Martina Hasse, die auch den KLP für die Beste Übersetzung erhält. In der Kategorie Beste Graphik konnte sich der Amerikaner Greg Ruth mit seinem Titelbild für Nnedi Okorafors Lagune durchsetzen. Die Hörspieljury zeigt erneut, dass man die Kategorie Bestes Hörspiel nochmal überdenken sollte, da sie wieder einmal keines der nominierten Radiohörspiele (kommerziell veröffentlichte Hörspiele kommen für sie generell nicht infrage, warum auch immer) für preiswürdig erachtet. Der Sonderpreis für einmalige herausragende Leistungen im Bereich der SF geht an Ralf Boldt, Sylvana Freyberg und das Team des MediKonOne für die Durchführung desselbigen. Der Sonderpreis für langjährige herausragende Leistungen im Bereich der Science Fiction geht an den österreichischen SF-Autor und Herausgeber Herbert W. Franke, der erst kürzlich seinen 90. Geburtstags feierte, bzw. diesen am 16. Juni in der Phantastischen Bibliothek von Wetzlar offiziell nachfeiern wird, wo man ihm auch die Urkunde des nicht dotierten KLP überreicht überreichen wird. Alle anderen Urkunden werden am 4. November auf dem Pentacon überreicht.

Lagune - Greg Ruth (Cover)
Omni
Die drei Sonnen

Adam West 1928 - 2017

Lange vor Ben Affleck, Christian Bale, George Clooney oder Michael Keaton gab es einen Schauspieler, den die Rolle als Batman zur Legende machen sollte. 120 Episoden umfasste die Serie aus den 1960er Jahren, in der das dynamische Duo Batman und Robin die Welt in Atem hielt. Die Hauptrolle spielte Adam West. Und diese Rolle sollte ihn bis zu seinem Tod vor wenigen Tagen prägen, selbst im hohen Alter konnte er sich noch damit identifizieren und gab auf Conventions bereitwillig Autogramme. Dabei besaß er auch viel Selbstironie und veralberte sich z. B. selbst mit einem Gastauftritt bei den Simpsons. Seinen letzten Auftritt hatte er 2016 in der neunten Staffel von Big Bang Theory. Am 9. Juni ist er im Alter von 88 Jahren verstorben.

Adam West 2014

© Gage Skidmore, CC BY-SA 3.0


Die nächsten SFF News gibt es am Mittwoch, den 14. Juni!

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