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Einfach top: Die besten Frauen in Fantasy und Science Fiction (laut TOR)


Heute ist Weltfrauentag. Also die perfekte Gelegenheit, ein paar Worte über inspirierende Frauenfiguren aus der Phantastik zu schreiben: Hier die ganz und gar subjektive Liste des Tor-Teams. Wen hättet ihr drauf gesetzt?     

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Buffy Summers (Buffy - Im Bann der Dämonen)

Eine Old-School-Wahl, na klar. Aber Buffy ist und bleibt eine der vielfältigsten und interessantesten Heldinnen der letzten … tausend Jahre Unterhaltungskultur. Seit sie 1997 das erste Mal dem Hellmouth unter der Summerhill-Highschool in den finsteren Rachen geblickt hat, hat sie uns einige wichtige Lektionen erteilt. Vor allem in Sachen Mut, Eloquenz und Mitgefühl. Buffy hat uns gezeigt, dass Außenseiter cooler sind als der Mainstream, dass man im Dunkeln keine Angst haben muss (sondern andersrum: die Geschöpfe der Nacht müssen vor uns Angst haben!), dass man mit einer Gruppe guter Freunde (Willow, Xander, Rupert, Angel …) auch die grausamsten Dämonen besiegt, und dass es okay ist, an der Welt zu leiden, solange man das Leid der anderen nicht aus dem Blick verliert. Wer sich in einer schwierigen Situation die Frage stellt: „What would Buffy do?“ wird nicht auf Irrwege geführt.

Buffy - Im Bann der Dämonen

Cassandra Kresnov ("Die Androidin" von Joel Shepherd)

Selbstbewusst, intelligent und schön -- Cassandra Kresnov ist die coolste Heldin der Science-Fiction-Literatur! Da spielt es auch keine Rolle, dass sie gar kein "natürlicher" Mensch ist, sondern ein künstlicher, und als Androidin allen anderen Frauen in vieler Hinsicht überlegen, von den Männern ganz zu schweigen. Der Australier Joel Shepherd hat eine Figur geschaffen, die ebenso emotional wie souverän, ebenso schlagkräftig wie verletzlich ist. Seine Trilogie bietet viel Stoff zum Nachdenken, aber auch jede Menge Action und wundervolle SF-Ideen. More power to Cassandra!

Esmeralda Weatherwax (Scheibenwelt-Romane von Terry Pratchett)

Esmeralda (Esme, oder später auch Oma) Wetterwachs ist die mächtigste Hexe der Scheibenwelt und eine der faszinierendsten Hexenfiguren der Fantasy, denn sie bricht mit vielen Klischees, die über Hexen im Umlauf sind. Während sie deren magischen Kräfte, für die sie jede Menge Klimbim benötigen, abfällig als Magieh bezeichnet, sorgt sie, obwohl sie alles andere als nett wirkt, immer dafür, dass die richtigen Dinge auf die richtige Art und Weise geschehen, und es den Menschen in Lancre gut geht. Bei allem ist ihr der Respekt am wichtigsten – vor allem, dass sie selbst von allen respektiert wird. Sie weiß, wie sie andere dazu kriegt zu tun, was sie will – ohne dass sie es merken. Sie ist nun mal die am höchsten geschätzte Anführerin der Hexen, die die Hexengemeinschaft der Scheibenwelt eigentlich nicht hat. 

Terry Pratchett: Ruhig Blut

© Paul Kidby

Ginny Weasley (Harry Potter von J. K. Rowling)

Ginny Weasley ist eine großartige Nebenfigur, oder eher halbe Hauptfigur, die neben Hermine oft etwas untergeht.

Dabei hat Ginny einfach alles: Witz, Intelligenz, und vor allem Schlagfertigkeit. Was wichtig ist - schließlich muss man bei sechs Brüdern auch einfach zusehen, wo man bleibt. Und obwohl sie die Jüngste der Familie Weasley ist, ist sie dennoch nicht verzogen; im Gegenteil: Sie wird eine starke und selbstbewusste Frau, die ihren Weg geht, fair zu ihren Mitmenschen ist und einfach ... inspiriert.

Allerdings ist es etwas enttäuschend, wie Ginny in den Verfilmungen dargestellt wurde. So schüchtern und immer etwas geduckt wie ein verschreckter Krummbein. Auch in den Duellen kauft man Bonnie Wright nicht wirklich ab, dass es sich hier um die kesse, furchtlose und unbestechliche Ginny handelt. Aber gut, das ist ein anderes Thema.

Clary Fray ("Die Chroniken der Unterwelt" von Cassandra Clare)

Clary Fray ist eine der Protagonisten in Cassandra Clares Urban-Fantasy-Reihe Die Chroniken der Unterwelt. Als sie unverhofft in die Welt der Magie und dunklen Wesen eintritt, stellt sie sich mutig ihren Ängsten, den Kreaturen der Unterwelt und schließlich ihren eigenen Gefühlen. Auch wenn sie äußerlich mit ihren knappen 1,55 m eher harmlos wirkt, sollten sich Bösewichte vor ihr in Acht nehmen. In ihr fließt das Blut des Engels Ithuriel, das ihr die Macht verleiht, neue Runen zu erschaffen und so jeden Nachteil, den sie normalerweise in körperlichen Auseinandersetzungen hätte, elegant zu umgehen. Und wer jetzt noch nicht überzeugt ist, dass Clary die wohl coolste Urban-Fantasy-Heldin ist, dem hilft vielleicht das: „‚I don't want tea,‘ said Clary, with muffled force. ‚I want to find my mother. And then I want to find out who took her in the first place, and I want to kill them.‘”

Chroniken der Unterwelt - City of Bones - Filmplakat

© Constantin Film

Nyota Uhura (Star Trek)

Gibt es etwas Schöneres, als zu versuchen, ein Zeitalter der Gleichberechtigung und der Vorurteilslosigkeit mit einem Kuss einzuleiten? Genau das hat Nyota Uhura (gespielt von Nichelle Nichols) 1968 in der Folge „Platos Stepchildren“ mit Captain Kirk getan. Es war zwar nicht, wie oft kolportiert, der erste Kuss zwischen einer schwarzen Frau und einem weißen Mann im amerikanischen Fernsehen, aber vielleicht der wichtigste. Eine andere Geschichte ist mindestens genauso schön: Als Nichols nach anfänglichen Protesten aus der Serie aussteigen wollte, wurde sie von Martin Luther King Jr. höchstselbst dazu überredet, dabeizubleiben, weil er ihre TV-Präsenz als Vorbild für die schwarze (und weibliche) US-Bevölkerung für wichtig hielt.

Wie jeder aufmerksame Zeitungsleser weiß, ist Uhuras Mission noch lange nicht beendet, schon deshalb sollten wir uns immer mal wieder an sie erinnern: als kompetente Kommunikationsoffizierin und einzige Frau auf der Brücke der U.S.S. Enterprise und als Heldin der Diversity in der Science Fiction.

Nichelle Nichols

© NASA

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