Kurzgeschichte - Letztkontakt von Stephen Baxter

FICTION

Letztkontakt (Stephen Baxter)


Meist ist ein Weltuntergang eine verdammt laute Angelegenheit – Kometen krachen auf die Erde, Häuser stürzen ein, überall herrscht großes Geschrei. Dass es auch anders geht, zeigt diese hinreißende Geschichte des mehrfach preisgekrönten britischen Autors Stephen Baxter.

 

15. März

Caitlin trat durch die kleine Pforte von der Einfahrt in den Garten. Maureen war gerade mit dem Rasen beschäftigt.

Im selben Augenblick machte Maureens Telefon »pling«. Sie streifte ihre Gartenhandschuhe ab, zog das Handy aus der tiefen Tasche ihres alten Steppmantels und schaute auf das Display. »Schon wieder ein Signal«, rief sie ihrer Tochter zu.

Caitlin schien in ihrer dünnen Jacke zu frieren; sie hatte die Arme um den Körper geschlungen. »Noch eine Super-Zivilisation da draußen im All. Wir leben in merkwürdigen Zeiten, Mum.«

»Das ist schon die fünfzehnte dieses Jahr. Und an ihrer Entdeckung war ich nicht ganz unbeteiligt. Immerhin«, meinte Maureen und lächelte. »Hallo, meine Liebe.« Sie beugte sich vor und gab ihr einen Kuss auf die Wange.

Sie wusste natürlich, weshalb ihre Tochter gekommen war. Caitlin hatte immer durchblicken lassen, dass sie die Neuigkeiten über den »Großen Riss« persönlich überbringen würde, wie immer sie auch ausfallen mochten. Angesichts des starren, gestressten Blicks ihrer Tochter konnte Maureen sich schon denken, wie die Neuigkeiten ausfielen. Doch Caitlin schaute sich im Garten um, und Maureen beschloss, ihr die Zeit zu geben, die sie brauchte, bis sie alles von alleine erzählte.

»Wie geht‘s den Kindern?«, fragte sie.

»Gut. Sie sind in der Schule. Bill ist zu Hause und backt Brot.« Caitlin lächelte. »Warum backen Hausmänner nur immer Brot? Immerhin, nächsten Monat fängt er bei Webster‘s an.«

»Sind das die Ingenieure in Oxford?«

»Ja. Nicht, dass das jetzt noch von besonderer Bedeutung wäre. Unser Geld wird reichen, bis, na ja, bis es sowieso bedeutungslos ist.« Caitlins Blick glitt über den Garten. Eigentlich bestand er aus kaum mehr als einem kleinen Rasenstück mit einer schönen üppigen Randbepflanzung, gelegen hinter einem gut hundert Jahre alten Landhaus, in diesem Dorf am Rand von Oxford. »Ich nehme diesen Garten zum ersten Mal wirklich wahr.«

»Tja, heute ist der erste sonnige Tag. Mein erster Frühling hier.« Sie liefen um das Rasenstück herum. »Der Garten ist nicht übel. Mrs Murdoch hat ihn ein wenig verwildern lassen. Auch so eine einsame alte Witwe«, sagte Maureen.

»So darfst du nicht denken.«

»Aber es stimmt doch. Das kleine Haus hier passt bestens zu einer Alleinstehenden wie mir oder ihr. Ich glaube, wenn es mit mir zu Ende geht, werde ich es an jemanden verkaufen, der in derselben Situation ist.«

Caitlin schwieg und sagte nichts dazu, dass Maureen von der Zukunft sprach.

Maureen zeigte ihr die Stellen, wo im letzten Sommer das Gras verdorrt war und neu ausgesät werden musste. Und am Haus war eine kleine Messingtafel angebracht, die den Pegelstand der Themseflut vor zwei Jahren markierte. »Der Rasen ist ganz akzeptabel. Ich mag diese Jahreszeit, wo man ihn sozusagen aus dem Winterschlaf holt. Der Boden muss natürlich aufgelockert und belüftet werden. Ich werde an ein paar Stellen neu aussäen und schauen, ob sich das Gras über den Sommer erholt. Vielleicht lasse ich auch stellenweise etwas Fertigrasen verlegen. Das Wetter hat sich so verändert - kann sein, dass die Entwässerung nicht mehr notwendig ist.«

»Du genießt es, wieder zupacken zu können, nicht wahr, Mum?«

Maureen zuckte mit den Schultern. »Hm, ja, die letzten paar Jahre waren nicht gerade einfach. Dein Vater musste gepflegt werden, und dann der Verkauf des Hauses … Es ist schön, dass dieses alte Stück wieder zum Einsatz kommt.« Sie hob die Arme und schaute an ihrem gesteppten Gartenmantel hinunter.

Caitlin zog die Nase kraus. »Diesen doofen alten Mantel habe ich schon immer gehasst. Du solltest dir wirklich mal etwas Besseres anschaffen, Mum. Die neuen Materialien sind auch gar nicht so schlecht.«

»Der hier wird mich bis zum Schluss begleiten«, entgegnete Maureen bestimmt.

Sie gingen am Rand des Rasens entlang und schauten sich die Pflanzen an, das Unkraut und das Laub vom Herbst, das nicht zusammengerecht worden war und nun an Ort und Stelle verrottete.

Caitlin sagte: »Ich bin nachher im Radio. Auf BBC Radio 4. Es wird eine Regierungserklärung zum Riss geben, und ich nehme an der anschließenden Diskussionsrunde teil. Um neun fängt es an, und ich bin wahrscheinlich um halb zehn dran.

»Das höre ich mir an. Soll ich es für dich aufnehmen?«

»Nicht nötig. Bill macht das. Außerdem kann man sich das heutzutage alles auf den Webseiten anhören.«

Maureen sagte vorsichtig: »Ich nehme an, die Neuigkeiten entsprechen dem, was du erwartet hast.«

»So ziemlich. Die Hawaii-Observatorien haben es bestätigt. Ich habe die neuen Hubble-Bilder gesehen, Deep-Field-Aufnahmen. Leer, bis auf die Objekte im Vordergrund. Bis auf die Lokale Gruppe sind alle Galaxien verschwunden. Wirklich unheimlich mitanzusehen, wie die eigenen Vorhersagen sich bestätigen. Das ist Quecke, stimmt‘s?«

»Ja. Ich habe die Erde mit der Forke aufgelockert. Alles voller Wurzeln. Wird eine Heidenarbeit machen, die herauszubekommen. Ich werde es mal versuchen und dann ein paar Wochen lang Müllsäcke darauf legen. Mal sehen, ob ich ihr damit den Garaus machen kann. Und dann sind da noch die Rosen, die ich eigentlich schon hätte beschneiden müssen. Ich glaube, in die Ecke hier werde ich ein paar Gladiolen pflanzen …«

»Im Oktober ist es so weit, Mum«, platzte es aus Caitlin heraus. Sie wirkte dünn, blass und angespannt, eine richtige Schreibtischarbeiterin, aber Maureen war schon immer der Meinung gewesen, dass ihre Tochter zu viel arbeitete. Jetzt war sie fünfunddreißig, und in ihrem recht hübschen Gesicht zeigten sich um die Augen und den Mund herum Falten, die ersten Zeichen des Alters. »Am 14. Oktober, etwa gegen vier Uhr nachmittags. Ich sage ›etwa‹. Ich könnte dir den Moment auf die Attosekunde genau sagen, wenn du willst.«

Maureen legte die Hände ineinander. »Schon gut, meine Liebe. Das ist der Zeitpunkt, von dem du ausgegangen bist, richtig?«

»Nicht dass es für uns irgendeinen Nutzen hätte, ihn zu kennen. Wir können sowieso nichts daran ändern.«

Sie schlenderten weiter und gelangten zu einer Ecke am südlichen Ende des kleinen Gartens. »Hier kommt die Sonne gut hin«, meinte Maureen. »Ich überlege, ob ich hier eine Bank aufstellen soll. Vielleicht mit einer Pergola. Ein Ort zum Ausruhen. Ich will mal sehen, wie die Sonne im Lauf des Jahres wandert.«

»Eine Pergola hätte Dad wohl gefallen«, sagte Caitlin. »Er hat immer gesagt, ein Garten ist ein Ort zum Sitzen, nicht zum Arbeiten.«

»Ja. Es ist seltsam, dass dein Vater gestorben ist, so kurz vor alldem. Ich wünschte, er hätte alles bis zum Schluss miterleben können. Irgendwie ist das furchtbar schade.«

Caitlin blickte zum Himmel. »Schon komisch, Mum. Mit dem bloßen Auge ist noch nichts zu erkennen. Man kann die Andromedagalaxie sehen, gerade so, aber sie ist durch Gravitation an die Milchstraße gebunden. Die Expansion ist also noch nicht so weit fortgeschritten, dass sie sichtbar wäre, noch nicht. Bis jetzt geht das nur mit technischen Instrumenten, mit Teleskopen. Aber es ist Wirklichkeit.«

»Ich nehme an, du wirst das alles auf Radio 4 erklären müssen.«

»Deshalb bin ich ja dort. Wahrscheinlich müssen wir es immer und immer wieder sagen und versuchen, einen Weg zu finden, wie man es den Leuten begreiflich machen kann. Du verstehst es doch, nicht wahr, Mum? Es hat alles mit der Dunklen Energie zu tun. Es ist wie ein Antigravitationsfeld, das sich durch das Universum zieht. So wie die Gravitation alles zueinander hinzieht, drängt Dunkle Energie das Universum auseinander, und immer mehr seiner Teile sind dann so weit voneinander entfernt, dass ihr Licht uns nicht mehr erreichen kann. Begonnen hat es mit den größten Strukturen im Universum, mit Superhaufen von Galaxien. Aber zum Schluss wird es auch die kleinsten Maßstäbe erreichen. Alle gebundenen Strukturen werden auseinandergerissen. Sogar Atome, sogar subatomare Partikel. Der Große Riss.

Wir wissen das schon seit Jahren. Aber niemand hat damit gerechnet, dass sich die Expansion derart beschleunigen würde. Wir dachten, uns blieben Billionen von Jahren. Dann lautete die Prognose Milliarden. Und jetzt …«

»Ja.«

»Es kommt mir so seltsam vor, dass ich mit all dem zu tun habe, Mum. Dass ich im Radio sein werde. Ich hatte es nie besonders mit Menschen. Du liebe Güte, ich bin Astrophysikerin geworden. Ich habe immer gedacht, was ich studiert habe, würde nicht die geringste Auswirkung auf irgendjemanden haben. Was für ein Irrtum! Es gab übrigens auch lange Diskussionen, ob man es bekanntgeben soll oder nicht.«

»Ich glaube, die Leute werden sich vernünftig verhalten«, meinte Maureen. »So wie sonst auch. Zum Ende hin könnte es schwieriger werden, glaube ich. Aber die Bevölkerung hat ein Recht darauf, es zu erfahren, findest du nicht?«

»Sie senden es nach einundzwanzig Uhr, damit die Leute entscheiden können, was sie ihren Kindern erzählen.«

»Nach dem Zapfenstreich! Na ja, da hat sich jemand Gedanken gemacht. Wirst du es den beiden Kleinen sagen?«

»Ich glaube, das geht gar nicht anders. Alle in der Schule werden Bescheid wissen. Wahrscheinlich würden die beiden von den anderen gemobbt werden, wenn sie keine Ahnung haben. Stell dir das vor. Außerdem werden die kleinen Racker es vermutlich sowieso eine Minute nach neun auf ihren Handys ergoogelt haben.«

Maureen lachte. »Ja, das stimmt.«

»Es wird so sein wie damals, als ich ihnen gesagt habe, dass Dad gestorben ist«, meinte Caitlin. »Oder so wie früher, als Billy angefangen hat, uns schwierige Fragen über den Weihnachtsmann zu stellen.«

»Kein Weihnachten mehr«, bemerkte Maureen plötzlich. »Wenn alles im Oktober vorbei ist.«

»Und für die beiden Kleinen auch keine Geburtstage mehr«, sagte Caitlin.

»November und Januar.«

»Ja. Komisch, als ich im Labor war und das Datum zur Sprache kam, war das mein erster Gedanke.«

Maureens Telefon machte wieder »pling«. »Schon wieder ein Signal. Ziemlich anders beschaffen als das davor, heißt es hier.«

»Ich frage mich, ob wir auch nur eines von diesen Signalen rechtzeitig entschlüsseln werden.«

Maureen schwenkte ihr Handy. »Es wird zumindest nicht an Versuchen mangeln, von meiner Seite und von einer Million anderer Enthusiasten, die von zu Hause aus nach außerirdischem Leben suchen. Möchtest du vielleicht eine Tasse Tee, meine Liebe?«

»Nein, danke. Ich halte dich nicht länger auf. Ich habe Bill gesagt, ich erledige noch den Einkauf, bevor ich heute Abend wieder nach Oxford ins Studio muss.«

Sie schlenderten zum Hintereingang des Hauses, und dabei betrachteten sie die Pflanzen und den ramponierten Rasen.

 

5. Juni 

Gegen Mittag kam Caitlin mit den Bauteilen für die Pergola vom Garten-Center. Maureen half ihr dabei, sie aus dem weißen Transporter auszuladen und durch die Pforte an der Einfahrt in den Garten zu tragen. Es waren hauptsächlich vorgefertigte Holzpaneele und Balken, die zu zweit einfach zu tragen waren. Nur die großen Eisenhülsen, die in den Boden getrieben werden mussten, um die Pfosten aufzunehmen, waren schwerer. Bald hatten sie alle Teile auf dem Rasen aufgestapelt.

»Ich denke, ich schaffe es, das alleine aufzubauen«, meinte Maureen. »Joe von nebenan hat gesagt, er würde mir die Bodenplatte aus Beton gießen und mir beim Aufsetzen des Dachs helfen. Dann sind ein paar Nägel einzuschlagen, und das Holz braucht einen Schutzanstrich mit Kreosot, aber das kriege ich alles selbst hin.«

»Ah, Joe?«, meinte Caitlin mit einem Grinsen.

»Ach, sei still, er ist einfach nur ein Nachbar. Woher hast du den Lieferwagen? Musstest du ihn mieten?«

»Nein, das Garten-Center hat ihn mir geliehen. Sie können keine Lieferungen mehr ausfahren. Ihr Lager wird zwar immer noch mit neuer Ware beliefert, aber auf die Angestellten ist kein Verlass. Die kommen einfach nicht mehr zur Arbeit und geben nicht einmal vorher Bescheid. Ich denke, am Ende hat man wohl irgendwie nicht mehr den Nerv dafür.«

»Aber du kannst den Leuten auch keinen Vorwurf machen, dass sie zu Hause sein möchten.«

»Nein. Übrigens hat Bill seinen Job geschmissen. Ich wollte es dir erzählen. Er hat bei Webster‘s noch nicht mal die Einarbeitungszeit zu Ende gebracht. Aber das Projekt, um das er sich gekümmert hat, wäre sowieso nie fertig geworden.«

»Die Kinder sind sicher froh, dass er zu Hause ist.«

»Na ja, sie machen das Schuljahr zu Ende. Zumindest nehme ich das an. Die Lehrer scheinen unbedingt weitermachen zu wollen.«

»Das ist für sie wahrscheinlich das Beste.«

»Ja. Falls die Schule nach dem Sommer wieder geöffnet wird, können wir immer noch entscheiden, was wir machen.«

Maureen hatte ein paar Sandwiches vorbereitet und eisgekühlten, verdünnten Holunderblütensirup. Sie saßen im Schatten des Hauses, genossen ihre Mahlzeit und schauten in den Garten.

»Dein Rasen sieht toll aus«, sagte Caitlin.

»Ja, er hat sich ganz gut erholt. Ich bin immer noch am Überlegen, ob ich auf diesem Stück da drüben Fertigrasen verlege.«

»Und eine Menge Gemüse hast du angepflanzt«, ergänzte Caitlin.

»Ich hab mir gedacht, das kann nicht schaden. Ich habe Zucchini und grüne Bohnen und Mohrrüben, und außerdem ein paar Freilandtomaten. Ein Gewächshaus wäre nicht schlecht, aber ich habe nicht so richtig Platz dafür. Mir schien das für dieses Jahr eine gute Idee, besser als Blumen.«

»Ja. Auf die Geschäfte ist kein Verlass.«

Die meisten Dinge funktionierten noch, da die Leute an ihrer Arbeit festhielten. Aber in den Supermarktregalen gab es immer wieder Lücken, weil Versorgungsketten zusammengebrochen waren. Es gab Überlegungen, ein paar der wichtigsten Waren zu rationieren, und für Benzin wurden schon Marken ausgegeben.

»Es gefällt mir gar nicht, wie schlimm die Straßen in der Stadt jetzt aussehen«, meinte Maureen ernst.

Caitlin seufzte. »Ich denke, man kann den Leuten wohl keinen Vorwurf machen, einen Job wie die Straßenreinigung hinzuschmeißen. Aber es ist wirklich nicht leicht, durch die Stadt zu kommen. Bei uns muss das Dach repariert werden, ein paar Ziegel fehlen. Bloß gut, dass wir nicht noch einen Winter damit durchstehen müssen«, sagte sie mit finsterer Miene. »Aber man bekommt einfach keinen Handwerker, da kann man sich auf den Kopf stellen.«

»Ach, das war doch schon immer so.«

Beide lachten.

Maureen meinte: »Ich habe dir gesagt, die Leute werden damit zurechtkommen. Sie machen einfach weiter.«

»Wir sind noch nicht in der Endphase«, entgegnete Caitlin. »Gestern bin ich nach London reingefahren. Es ist nicht gerade angenehm dort, Mum. So wie hier ist es nicht überall.«

Maureens Handy machte »pling«, und sie schaute auf das Display. »Inzwischen vier oder fünf an einem Tag«, sagte sie. »Neue Signale, überall am Himmel.«

»Aber es waren auch schon mal mehr, oder?«

»Ach, einmal hatten wir sogar ein Dutzend an einem Tag. Aber mittlerweile haben wir schon die Hälfte der Sterne verloren.«

»Ja, das stimmt, jetzt, wo der Riss die Galaxis erreicht hat. Ich habe es nicht wirklich mitverfolgt, Mum. Bis jetzt hat es wohl noch keiner geschafft, eines der Signale zu entschlüsseln, oder?«

»Nein, aber manche dieser Signale sind ohnehin nicht von der Sorte, die man entschlüsseln kann. In einem Fall hat jemand ein künstliches Element im Spektrum eines Sterns gemessen. Etwas, das hergestellt und dann einfach reingeworfen wurde, um zu verbrennen, wie ein Leuchtsignal.«

Caitlin überlegte. »Ich vermute mal, das heißt: ›Hier sind wir‹.«

»Vielleicht ist das schon genug.«

»Ja.«

Eigentlich war es Harry gewesen, der sich für die wilden Spekulationen über außerirdisches Leben und dergleichen interessiert hatte. Bei dem Telefon-Netzwerk von Hobby-Forschern zu extraterrestrischer Intelligenz mitzumachen und zusammen mit Millionen anderer Leute dabei zu helfen, mögliche Signale aus dem All zu analysieren, das war sein Steckenpferd gewesen, nicht das von Maureen. Es gehörte zu den Dingen, die sie nach Harrys Tod fortgeführt hatte, wie seine Wetterbeobachtungen und seine Fußballwetten. Es wäre seltsam gewesen, wenn das alles aufgehört hätte.

Aber sie verstand sehr wohl, wie ungewöhnlich es war, dass der Himmel plötzlich voller Nachrichten war, nachdem die Menschheit ein halbes Jahrhundert verbissen, erfolglos und ernüchtert gelauscht hatte. Harry hätte das alles nur zu gerne miterlebt.

»Caitlin, ich verstehe nicht, warum diese ganzen Signale gerade jetzt eintreffen. Ich meine, es dauert doch Jahre, bis das Licht einen anderen Stern erreicht, hab ich recht? Wir wissen doch erst seit ein paar Monaten von der Phantom-Energie.«

»Es könnte aber sein, dass andere sie schon viel früher entdeckt haben, mit besseren Technologien, als sie uns zur Verfügung stehen. Also hätten sie Zeit gehabt, etwas zu senden. Vielleicht wurden die Signale absichtlich so abgeschickt, dass sie jetzt hier ankommen, kurz vor dem Ende, nur an uns gerichtet.«

»Das ist ein schöner Gedanke.«

»Manche von uns haben gehofft, dass in diesen ganzen Nachrichten ein Hinweis steckt, wie wir der Dunklen Energie begegnen können.«

»Und wie könnte der aussehen?«

Caitlin zuckte mit den Schultern. »Wenn wir die Nachrichten nicht entschlüsseln können, werden wir es nie erfahren. Und ich nehme an, wenn man etwas gegen die Dunkle Energie tun könnte, hätte man es schon längst in die Wege geleitet.«

»Ich glaube nicht, dass die Nachrichten entschlüsselt werden müssen«, meinte Maureen.

Caitlin blickte sie verwundert an, ging aber nicht weiter darauf ein. »Mum, hör zu. Ein paar von uns werden versuchen, etwas dagegen zu tun. Du weißt, dass der Riss mit der Zeit auf immer kleinere Maßstäbe wirkt, also dass zuerst die großen Strukturen auseinanderbrechen. Erst die Milchstraße, dann das Sonnensystem, dann Planeten wie die Erde. Und dann der menschliche Körper.«

Maureen überlegte. »Dann werden die Menschen also die Erde überleben.«

»Na ja, möglich wäre das. Für ungefähr eine halbe Stunde, bis die Atome auseinandergerissen werden. In Oxford wollen sie eine Art Schutzraum bauen, der das Ende der Erde überdauern könnte. Vergleichbar mit einem U-Boot, nehme ich an. Und wenn man einen Druckanzug tragen würde, könnte man sogar noch ein bisschen länger existieren als dieser Schutzraum. Das Ziel ist es, bis zur letzten Mikrosekunde zu überleben. So könnte man noch dreißig Minuten lang Daten sammeln. Man hat mich gebeten, mit dabei zu sein.«

»Und, wirst du zusagen?«

»Ich habe mich noch nicht entschieden. Es hängt davon ab, wie wir das mit den Kindern machen wollen, und … du weißt schon.«

Maureen überlegte einen Moment und sagte dann: »Ich denke mal, du musst tun, was dich glücklich macht.«

»Ja. Aber es ist schwer herauszufinden, was das ist, findest du nicht auch?« Caitlin schaute zum Himmel. »Das wird ein heißer Tag heute.«

»Ja. Und ein langer. Irgendwie bin ich froh darüber. Jetzt, wo die Milchstraße verschwunden ist, sieht der Nachthimmel seltsam aus.«

»Und die Sterne fliegen davon, einer nach dem anderen«, murmelte Caitlin. »Im Herbst werden die Sternbilder sicher merkwürdig aussehen.«

»Möchtest du noch ein Sandwich?«

»Ich nehme noch ein bisschen von diesem Sirup. Der ist richtig gut, Mum.«

»Das ist Holunder. Ich pflücke die Blüten von dem Strauch hier an der Straße. Ich kann dir das Rezept geben, wenn du magst.«

»Wollen wir mal schauen, ob dein Joe Lust hat, heute Nachmittag ein wenig Beton zu gießen? Ich würde deinen neuen Verehrer gern mal kennenlernen.«

»Ach, sei still«, meinte Maureen und ging ins Haus, um eine weitere Kanne der Sirupmischung zuzubereiten.

  

14. Oktober

An diesem Morgen stand Maureen früh auf. Sie freute sich darüber, dass es ein sonniger Morgen war, nachdem es in den letzten paar Tagen immer geregnet hatte. Es war ein wunderbarer Herbsttag. Beim Frühstück hörte sie die allerletzte Folge von The Archers, aber bevor sie zu Ende war, gaben die Radiobatterien den Geist auf.

Sie ging in den Garten, um dort zu arbeiten, und hoffte, noch alles zu schaffen, bevor das Licht verschwinden würde. Es gab viel zu tun, Blätter waren zusammenzurechen, und die Rosen und die Clematis mussten beschnitten werden. Sie hatte beschlossen, rund um den Betonboden der neuen Pergola Narzissenzwiebeln zu setzen.

Ihr fielen einige Goldzeisige auf, die sich auf eine Bergastern-Staude gestürzt hatten, um an die Samen zu kommen. Maureen kniete auf die Erde und sah ihnen zu. Diese kleinen, farbenprächtigen Tiere waren immer ihre Lieblingsvögel gewesen.

Dann verschwand das Licht, einfach so, als hätte jemand den Schalter eines Dimmers betätigt. Maureen blickte nach oben. Die Sonne raste davon, und mit ihr wurde alles Licht vom Himmel gesogen. Es war ein außergewöhnliches Schauspiel, und Maureen wünschte, sie hätte eine Kamera zur Hand gehabt. Als das Licht gräulich wurde und kurz darauf in graphitfarbene Dunkelheit und dann tiefstes Schwarz überging, hörte sie, wie die Goldzeisige verwirrt und mit viel Gezwitscher davonflogen. Das Ganze hatte nur ein paar Augenblicke gedauert.

Maureen war vorbereitet. Sie zog eine kleine Taschenlampe aus der Tasche ihres alten Steppmantels. Die Batterien hatte sie gehortet, schon seit Wochen hatte es keine mehr zu kaufen gegeben. Mit der Taschenlampe fand sie zur Pergola, wo sie ein paar Binsenfackeln entzündete, die sie an Stöcken befestigt hatte.

Dann setzte sie sich unter die Pergola, im Dunkeln, und wartete in ihrem vom Fackelschein erhellten Garten. Sie wünschte, sie hätte daran gedacht, ihr Buch mit nach draußen zu nehmen. Sie hatte nicht damit gerechnet, dass Zeit genug sein würde, es zu Ende zu lesen. Aber egal, im flackernden Feuerschein würde sie sich nur die Augen verderben.

»Mum?«

Beim Klang der sanften Stimme zuckte Maureen zusammen. Es war Caitlin, die, ebenfalls mit einer Taschenlampe, ihren Weg durch den Garten suchte.

»Ich bin hier, meine Liebe.«

Caitlin kam zu ihrer Mutter unter die Pergola, und sie saßen auf den Holzbänken, auf den dünnen Sitzkissen, die Maureen noch hatte kaufen können. Caitlin schaltete ihre Taschenlampe aus, um die Batterien zu schonen.

Maureen sagte: »Die Sonne ist weggerissen worden, wie auf Kommando.«

»Ja, es läuft alles wie vorausgesagt.«

Von irgendwoher ertönten Schreie und das Klirren von berstendem Glas.

»Da amüsiert sich jemand«, meinte Maureen.

»Es ist ein wenig wie bei einer Sonnenfinsternis«, sagte Caitlin. »Wie damals in Cornwall, erinnerst du dich? Es war bewölkt, und wir haben kein bisschen von der Sonnenfinsternis gesehen. Aber als der Himmel sich verdüsterte, waren alle ganz aufgeregt. Irgendein Urinstinkt, nehme ich an.«

»Möchtest du was zu trinken? Ich habe eine Thermosflasche Tee da. Die Milch ist leider schon ein wenig gekippt.«

»Danke, ich brauche nichts.«

»Heute früh bin ich zeitig aufgestanden und habe meine Zwiebeln gepflanzt. Die Clematis zu stutzen habe ich nicht mehr geschafft. Aber ich glaube, ich habe alles winterfertig bekommen.«

»Schön.«

»Mir ist es lieber, hier draußen zu sitzen als im Haus, findest du nicht auch?«

»O ja.«

»Ich hatte überlegt, Decken mit nach draußen zu nehmen. Ich wusste nicht, ob es kalt wird.«

»Nicht sehr. Die Luft hält die Wärme eine Zeitlang. Und die Zeit ist zu kurz, als dass es sich stark abkühlen könnte.«

»Eigentlich wollte ich hier ein paar Lampen anbringen. Aber wir haben schon seit Tagen keinen Strom mehr.«

»Die Binsenfackeln sind sowieso besser. Ich wäre früher gekommen, aber bei der Kirche war ein Stau. Die Kirchen sind bestimmt alle brechend voll. Und ein paar Meilen von hier ist mir dann das Benzin ausgegangen. Wir haben den Tank seit Wochen nicht mehr auffüllen können.«

»Ist schon in Ordnung. Ich bin froh, dass du hier bist. Ich hatte gar nicht mit dir gerechnet. Anrufen konnte ich nicht.« Auch das Telefonnetz funktionierte bereits seit Tagen nicht mehr. Zum Ende hin war alles langsam weggebrochen, die Menschen hörten einfach auf zu arbeiten und gingen nach Hause. »Wie geht es Bill und den Kindern?«, fragte Maureen vorsichtig.

»Wir hatten vorgezogene Weihnachten«, meinte Caitlin. »Die Kinder müssen auf ihren Geburtstag verzichten, aber wir fanden, Weihnachten sollte nicht auch noch ausfallen. Heute früh haben wir gefeiert. Mit Weihnachtsstrümpfen, einem Baum, dem Schmuck und der Lichterkette vom Dachboden und mit Geschenken. Das komplette Programm. Und dann haben wir ausgedehnt zu Mittag gegessen. Einen Truthahn konnte ich nicht auftreiben, aber ich hatte ein Hähnchen dafür zurückgelegt. Nach dem Mittagessen haben die Kinder sich zum Mittagsschlaf hingelegt. Bill hat ihnen die Tabletten in die Limonade getan.«

Maureen wusste, dass die kleinen blauen Pillen gemeint waren, die der staatliche Gesundheitsdienst an alle Haushalte ausgegeben hatte.

»Bill hat sich zu ihnen gelegt. Er hat gesagt, er bleibt bei ihnen, bis er sicher ist, dass … du weißt schon. Dass sie nicht aufwachen und Angst bekommen. Dann wollte er seine Tablette nehmen.«

Maureen griff nach Caitlins Hand. »Du bist nicht bei ihnen geblieben?«

»Ich wollte die Tablette nicht schlucken.« In Caitlins Stimme schwang Bitterkeit mit. »Ich wollte es immer bis zum Ende miterleben. Wahrscheinlich liegt das daran, dass ich Wissenschaftlerin bin. Wir haben uns deswegen gestritten. Heftig sogar. Schließlich haben wir beschlossen, dass es so am besten ist.«

Maureen dachte, dass Caitlin wohl irgendwie nicht wirklich begriffen hatte, dass ihre Kinder nun tot waren, sonst hätte sie nicht einfach so weitermachen können wie jetzt. »Auf jeden Fall bin ich froh, dass du bei mir bist. Und diese Tabletten fand ich auch nie besonders toll. Obwohl … wird es wehtun?«

»Nur ganz kurz. Wenn die Erdkruste nachgibt. Das wird so sein, als säße man auf einem ausbrechenden Vulkan.«

»Ihr hattet vorgezogene Weihnachten. Nun haben wir eine vorgezogene Bonfire Night.«

»Sieht fast so aus. Ich wollte es bis zum Ende miterleben«, wiederholte Caitlin. »Denn ich war ja auch von Anfang an dabei – bei der Supernova-Forschung.«

»Du darfst nicht denken, dass du irgendwie daran schuld bist.«

»Ein paar Vorwürfe mache ich mir schon«, gab Caitlin zu. »Dumm, nicht wahr?«

»Aber du hast beschlossen, nicht mit den anderen nach Oxford in den Schutzraum zu gehen?«

»Ich bin lieber hier. Bei dir. Ach, ich hab dir das hier mitgebracht.« Sie zog aus ihrer Manteltasche eine Kugel, die etwa so groß war wie ein Tennisball.

Maureen griff danach. Sie war schwer, und ihre Oberfläche war schwarz und glatt.

»Das ist das gleiche Material, aus dem auch die Hitzeschutzkacheln für die Space Shuttles hergestellt werden. Es kann eine Menge Wärme absorbieren«, sagte Caitlin.

»Das heißt, die Kugel wird den Zerfall der Erde überdauern.«

»Genau das ist die Überlegung dahinter.«

»Sind da Messinstrumente drin?«

»Ja. Sie sollten auch danach noch funktionieren und Daten aufzeichnen, bis die Expansion auf Zentimeter-Ebene ankommt und der Riss die Kugel aufbrechen lässt. Dann gibt sie eine Menge von noch feineren Sensoreinheiten frei, wir nennen sie Staubkörner. Nanotechnologie, Mum, Instrumente, so klein wie Moleküle. Sie werden Daten sammeln, bis die Expansion molekulare Maßstäbe erreicht.«

»Wann nach dem Aufbrechen der Kugel wird das passieren?«

»Ach, eine Mikrosekunde danach oder so. Einen Weg, Daten zu einem noch späterem Zeitpunkt zu sammeln, haben wir nicht gefunden.«

Maureen wog das kleine Gerät in der Hand. »Was für ein Wunderwerk der Technik. Wie schade, dass niemand in der Lage sein wird, die Daten zu nutzen.«

»Na ja, man kann nie wissen«, meinte Caitlin. »Manche Kosmologen sagen, es ist nur ein Übergang, kein Ende. Das Universum hat solche Übergange schon früher durchlaufen, zum Beispiel von einer Ära, in der Strahlung dominierte, zu einer, in der Materie vorherrschte – zu unserer Zeit. Vielleicht wird es in einem neuen Zeitalter der Dunklen Energie eine Form von Leben geben.«

»Aber keine, die mit uns vergleichbar wäre.«

»Leider nicht.«

Maureen stand auf und legte die Kugel mitten auf den Rasen. Das Gras war ein klein wenig feucht vom Tau, der sich durch die Abkühlung der Luft gebildet hatte. »Kann sie hier liegen bleiben?«

»Ich denke, ja.«

Die Erde erzitterte, und sie hörten ein Geräusch, als würde tief unter ihren Füßen eine Tür zugeschlagen. Alarmanlagen von Autos und Häusern sprangen an, aus der Ferne hörte man ihr Geheul. Maureen lief zurück zur Pergola.  Sie setzte sich neben Caitlin, und die beiden Frauen schlangen die Arme umeinander.

Caitlin wollte auf ihre Armbanduhr schauen, ließ es dann aber bleiben. »Ich glaube, einen Countdown brauchen wir nicht.«

Immer heftiger bebte der Boden, und ein seltsames Geräusch war zu hören, so als würden die Wellen am Strand über Steine rollen. Maureen blickte zu ihrem Haus. Eine Wand hatte nachgegeben, einfach so, und an ihrer Stelle lag nun ein Haufen Ziegelsteine.

»Einen Maurer wird man jetzt wohl nicht mehr bekommen«, sagte Caitlin, aber ihre Stimme klang nervös.

»Wir gehen hier besser weg.«

»In Ordnung.«

Sie verließen die Pergola und blieben nebeneinander auf dem Rasen stehen, bei der kleinen Kugel mit den Messinstrumenten, und hielten einander fest. Und wieder bebte die Erde, und die Ziegel von Maureens Dach fielen zu Boden, wo sie krachend zerbarsten.

»Mum, da ist noch eine Sache.«

»Ja, meine Liebe.«

»Du hast gesagt, du glaubst, die Signale der Außerirdischen müssten gar nicht entschlüsselt werden.«

»Ja, wieso? Ich habe immer gedacht, es ist klar, was uns die ganzen Signale sagen wollen.«

»Und, was soll das sein?«

Maureen wollte gerade antworten.

Da klaffte die Erde auf. Ein Stück des taufeuchten Rasens wölbte sich unvermittelt nach oben, und Maureen wurde zu Boden gerissen, lag mit dem Gesicht im Gras. Sie sah Häuser und Bäume und Menschen durch die Luft fliegen, und unter allem ein Glühen wie in einem Schmelzofen.

Aber sie hatte die Arme immer noch um Caitlin geschlungen. Sie kniff die Augen fest zusammen. »›Lebt wohl!‹«, schrie Maureen. »Sie haben einfach nur ›Lebt wohl‹ gesagt.« Aber sie war sich nicht sicher, ob Caitlin sie hören konnte.

 

 

 

Aus dem Englischen von Anne-Marie Wachs

 

© 2007 by Stephen Baxter
Deutsche Erstveröffentlichung
Mit freundlicher Genehmigung des Autors,
vermittelt durch die Paul & Peter Fritz AG, Zürich

Erstveröffentlichung unter dem Titel ›Last Contact‹ in
George Mann (Hrsg.), The Solaris Book of New Science Fiction [Nottingham: Solaris, 2007]
Für die deutschsprachige Ausgabe:
© 2016 by S. Fischer Verlag GmbH, Hedderichstr. 114, D-60596 Frankfurt am Main


Alle Rechte vorbehalten

 

Stephen Baxter, 1957 in Liverpool geboren, hat seine erste SF-Story 1987 in der Zeitschrift Interzone publiziert und gilt als einer fleißigsten und besten Autoren wissenschaftlich seriöser Science Fiction. Als sein Hauptwerk kann der Xeelee-Zyklus angesehen werden, darüber hinaus sind seine Raumfahrt-Romane im irdischen Sonnensystem (›Mission Ares‹ [1996] und nachfolgende) sowie seine Fortsetzung des Klassikers ›Die Zeitmaschine‹ von H. G. Wells, ›Zeitschiffe‹ (1995), von Bedeutung. Er wurde unter anderem mit dem Philip K. Dick Award, dem John W. Campbell Memorial Award, dem British Science Fiction Association Award, dem Kurd-Laßwitz-Preis und dem Seiun Award ausgezeichnet.

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