Drei Künstler - eine Raumschlacht: Die Hintergrundgeschichte des Armada-Motivs

© Sven Sauer / Philipp Scherer / Christoph Pieper

PORTRÄT

Drei Künstler - eine Raumschlacht: Die Hintergrundgeschichte des Armada-Motivs


Armada von Ernest Cline ist einer dieser Romane, die man sich sofort auf der großen Leinwand vorstellen kann: bildgewaltig, actionreich und, na ja, einfach irgendwie hollywoodesk. Kein Wunder also, dass die Filmrechte schon im Exposé-Stadium verkauft wurden. Und natürlich wollten auch wir von FISCHER Tor die deutsche Ausgabe von Armada mit einem Motiv begleiten, das knallt!

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Im Roman entdeckt Zack Lightman plötzlich, wie er nichts Böses ahnend im Klassenzimmer sitzt, eine fliegende Untertasse. Die ihm noch dazu äußerst bekannt vorkommt. Sie stammt aus seinem absoluten Lieblingsgame "Armada", das er in jeder freien Minute zockt. Kurze Zeit später wird ihm klar, dass das Szenario, dass er aus "Armada" nur zu kennt, plötzlich zur Realität geworden ist. Die Außerirdischen gibt es wirklich, und es sind allein die Gamer, die die Menschheit vor der Invasion schützen können.

Das klingt nach "The Last Starfighter" und "Ender's Game" (Zwei Filme/Bücher, die Ernest Cline kennt und liebt) und ist auch sonst ganz großes Kino. Um genau das rüberzubringen, sollte sollte der Roman auch optisch besonders begleitet werden. Und was gibt es da Besseres, als gleich die Experten ins Boot zu holen, die sonst für Game of Thrones oder Call of Duty arbeiten? Also haben wir Christoph Pieper, Philipp Scherer und Sven Sauer gebeten, uns etwas ganz Großes für Armada zu entwerfen:

© Sven Sauer / Philipp Scherer / Christoph Pieper

Wenn man mal tiefer in das Bild hineinzoomt, erkennt man die Detailgenauigkeit, mit der die drei Künstler gearbeitet haben. Fangen wir doch mal mit dem "Hintergrund", der Erde an:

Die Erdkugel wurde extra in 3D entwickelt, um die Lichteinwirkungen besser kontrollieren zu können. Sie besteht insgesamt aus 8 Teilen, die im 3D-Raum zu einer Simulation zusammengesetzt wurde. Dabei wurden Satellitenbilder der Erde mit einer Auflösung von 86.000 Pixel verwendet – was ungefähr 22 Kinoleinwänden entspricht. Ganz schön beeindruckend also. Die Wolken und verschiedenen Schichten für die Atmosphäre wurden nach und nach dazugesetzt, genauso wie die weiteren Texturen der Flüsse & Gewässer, Land & Berge.  

© Sven Sauer / Philipp Scherer / Christoph Pieper

© Sven Sauer / Philipp Scherer / Christoph Pieper

Zoomt man langsam heraus aus dem Bild, fliegen förmlich die Raumschiffe der Aliens, die die Erde in Armada angreifen, hinein. Hier haben die Künstler mit besonders viel Liebe zum Detail gearbeitet, auch wenn das nicht sofort zu erkennen ist: 

Im Profil sieht so eine Gleve aus wie eine fliegende Untertasse aus alten Science-Fiction-Filmen, von oben betrachtet, erinnert die Form allerdings an eine Doppelaxt. Am Rumpf der Gleve befinden sich zwei Plasmakanonen, die aussehen wie Fangzähne, und an den beiden Flügelspitzen sind Blastergeschütze montiert, die sich in alle Richtungen drehen können. Der aggressive und einschüchternde Charakter der Alien-Raumschiffe wird durch die dunkle Farbe und die im Licht aufblitzende Oberfläche verstärkt und lässt sie richtig gefährlich wirken.

  • Gleve aus Armada von Ernest Cline (1)

    © Sven Sauer / Philipp Scherer / Christoph Pieper

  • Gleve aus Armada von Ernest Cline (2)

    © Sven Sauer / Philipp Scherer / Christoph Pieper

  • © Sven Sauer / Philipp Scherer / Christoph Pieper

Daraus ist ein Motiv entstanden, dass die Stimmung aus Armada enorm gut transportiert. Man wird direkt hineingezogen in den Angriff der Aliens und kann sich viel besser vorstellen, gegen welche Gefahr Zack Lightman und die anderen Profi-Gamer antreten müssen.

Über die Künstler:


Sven Sauer
ist bekannt für seine Arbeiten an internationalen Film-Produktionen wie Lars von Triers Melancholie, J. J. Abrahams Super8 oder Joseph Kosinskis Oblivion. Für seine Arbeiten an Martin Scorseses Film Hugo erhielt er einen Oscar. Gemeinsam mit Philipp Scherer wirkte er an den Visual Effects in Game of Thrones mit, die dann 3-fach mit dem EMMY Award ausgezeichnet wurden.
www.mattepainting-studio.com

Philipp Scherer zog es nach dem Studium in Game Design nach Berlin. Seit 2015 arbeitet er für Produktionen wie Game of Thrones, Call of Duty oder Horizon Zero Dawn und unterrichtet an School4Games und Hochschule für Technik in Berlin.
www.philippscherer.artstation.com

Christoph Pieper ist ein 3D-Artist und Gründer von 3Dportfolio.de. Er visualisierte für diverse Fernsehsender 3D-Teaser und Cut-Ins und ist international für seine volldigitalen Planetenentwicklungen gefragt.
www.3Dportfolio.de

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