KOLUMNE

Die Weisheit der Nerds: Das letzte Einhorn


„Das ist für einen Magier das Wichtigste: Hören und Sehen. Der Rest ist Handwerk.“

Schmendrick der Zauberer, Das letzte Einhorn

 

Auch eine kaputte Uhr geht zweimal am Tag richtig. Im Letzten Einhorn liegt der Zauberer Schmendrick – obwohl ständig von Misstrauen und Selbstzweifeln geplagt – mehr als einmal völlig richtig. Der rote Faden des Romans sind die Probleme, die Schmendrick mit dem Zaubern hat. An einer Stelle sagt er – und spricht damit vielen von uns aus der Seele –, dass man erst lernen muss zuzuhören, bevor man sich selbst irgendwann Gehör verschaffen kann. Beobachten und Zuhören sind zwei Talente, die man gar nicht genug loben kann. (Schaut euch nur mal irgendeine Kommentarspalte auf YouTube an. Dann versteht ihr, wie wertvoll Zurückhaltung ist.) Eine gute Beobachtungsgabe ist beim Erlernen neuer Fähigkeiten nützlicher als jedes Training. Es ist eine hohe Kunst, Informationen richtig zu verarbeiten, bevor man handelt. Beherrscht man diese Kunst erst einmal, dann ist der Rest nur noch ein Klacks – da hat Schmendrick vollkommen recht.

 

 

Das letzte Einhorn von Peter S. Beagle ist nicht nur als Fantasy-Roman ein Klassiker, sondern auch als Pferdebuch. Im Bücherregal steht es genauso oft neben Black Beauty und Misty, das Pony von der Insel wie neben Der Hobbit oder Die Zeitfalte.

 

 

 

Aus dem Amerikanischen von Achim Fehrenbach

 

Copyright © 2011 by Quirk Productions, Inc.
All rights reserved.
First published in English by Quirk Books, Philadelphia, Pennsylvania.
Für den deutschen Text: © 2016 S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main

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