Die Weisheit der Nerds: Was können wir von Arthur C. Clarke lernen?

© Mario Zucca

KOLUMNE

Die Weisheit der Nerds: Arthur C. Clarke


„All diese Welten sind euer – außer Europa. Versucht nicht, dort zu landen.“

Arthur C. Clarke, Odyssee 2010 – Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen

 

„Es ist der feierlichste Eid eines Raumschiffcaptains, eher sein Leben oder sogar seine gesamte Crew aufzugeben, als die Erste Direktive zu verletzen.“

James T. Kirk, Star Trek, „Das Jahr des roten Vogels“

 

Unsere Erde wird nicht für immer die kollektive Heimat der Menschheit bleiben. Falls wir uns nicht vorher selbst zerstören, werden wir eines Tages sehr viel tiefer ins All vordringen – und Orte erreichen, von denen vorher nur die Geeks zu träumen wagten. Wenn man bedenkt, wie gut wir den Blauen Planeten in den rund 5.000 Jahren seit Beginn der Geschichtsschreibung gemanagt haben, erscheint Arthur C. Clarkes Warnung – er lässt sie von den Wesen übermitteln, die seine mysteriösen Monolithen kontrollieren – gut begründet. Sie lautet: Betretet keine Orte, an denen es bereits fremdes Leben gibt! Von allen Himmelskörpern in unserem Sonnensystem bietet der eisbedeckte Jupitermond Europa die besten Chancen für die Entstehung von Leben. Scharfsinn, Intelligenz und Einfallsreichtum haben es uns ermöglicht, fremde Himmelskörper zu erreichen ... aber haben wir damit auch das Recht, in die Evolution außerirdischen Lebens einzugreifen? Betrachtet man die Geschichte der Menschheit, lässt sich die Frage wohl kaum mit „Ja“ beantworten. Gene Roddenberry jedenfalls griff Clarkes Idee auf und dehnte sie weit über Europa aus, nämlich auf die gesamte Galaxie. Die Erste Direktive der Föderation lautet, dass Offiziere der Sternenflotte die natürliche Entwicklung von technologisch weniger entwickelten Außerirdischen nicht stören dürfen. Captain Kirk legt diese Direktive gelegentlich etwas weit aus (wenn er sie überhaupt befolgt). Dass er damit durchkommt, ist offenbar die Ausnahme, die die Regel bestätigt.

 

Europa ist der sechste Jupitermond, entdeckt hat ihn Galilei. Er besitzt eine sauerstoffhaltige Atmosphäre; die NASA und die ESA hoffen, bis etwa 2020 eine gemeinsame, unbemannte Mission dorthin zu schicken.

 

 

Aus dem Amerikanischen von Achim Fehrenbach

 

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First published in English by Quirk Books, Philadelphia, Pennsylvania.
Für den deutschen Text: © 2016 S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main

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