Die Weisheit der Nerds: Was können wir von den Super Mario Bros., Mario und Luigi, lernen?

© Mario Zucca

KOLUMNE

Die Weisheit der Nerds: Super Mario Bros.


„Danke, Mario! Aber unsere Prinzessin ist in einer anderen Burg!“

Super Mario Bros.


Wenn der winzige Klempner Mario irgendetwas ist, dann beharrlich. Ein ums andere Mal quält er sich durch fremde Welten voller Monster, die ihm ans Leder wollen; ein ums andere Mal scheint er sein Ziel erreicht zu haben – doch dann rückt es erneut in weite Ferne. Mario könnte genauso gut ein Fabrikarbeiter sein, der wieder und wieder seine anstrengende Arbeitswoche überstehen muss. Das Ende ist für Mario niemals wirklich das Ende, sondern nur eine kurze Verschnaufpause, bevor er zur nächsten Burg aufbricht; er jagt einer Prinzessin hinterher, die er niemals retten wird, weil das Spiel sie immer außerhalb seiner Reichweite hält. Mario allerdings stört das überhaupt nicht, er scheint es nicht einmal zu merken – genauso wenig wie die Marios der echten Welt. Und seien wir ehrlich: Jagen wir nicht alle unserer Prinzessin hinterher, kriechen durch Röhren, umgehen Fallen und Monster, nur um dann festzustellen, dass sie schon in der nächsten Burg ist? Der Kreislauf kann nicht durchbrochen werden, und das wirft natürlich Fragen auf: Sind Mario seine Lebensumstände egal – was einigermaßen deprimierend wäre –, oder verkörpert er einfach die bewundernswerte Ausdauer der Arbeiterklasse? Und vor allem: Besteht zwischen beidem überhaupt ein Unterschied?

 

Mario debütierte 1981 als Held von Donkey Kong. Damals hieß er noch „Jumpman“. Seinen heutigen Namen erhielt Mario erst ein Jahr später in Donkey Kong Junior, dem einzigen Spiel, in dem er die Schurkenrolle hatte.

 

 

 

Aus dem Amerikanischen von Achim Fehrenbach

 

Copyright © 2011 by Quirk Productions, Inc.
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First published in English by Quirk Books, Philadelphia, Pennsylvania.
Für den deutschen Text: © 2016 S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main

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