Die Weisheit der Nerds: Was können wir von Frodo und seinen Gefährten aus Herr der Ringe lernen?

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KOLUMNE

Die Weisheit der Nerds: Der Herr der Ringe


„Misch dich nicht in die Angelegenheiten von Zauberern ein, denn sie sind empfindlich und leicht zu verärgern.“

Gildor, Der Herr der Ringe


Betrachtet man sie oberflächlich, scheint diese Warnung an die Hobbits in Der Herr der Ringe vor allem eines zu sein: ein weiterer Ausdruck von Tolkiens Sicht auf Sozial- und Klassenstrukturen (die am deutlichsten in Sams Unterwürfigkeit gegenüber Frodo zum Ausdruck kommt). Gildor scheint damit sagen zu wollen, dass das gemeine Volk die Großen und Weisen nicht verstehen kann – und dass man am besten auch nicht „ihre Kreise“ stört. Schauen wir jedoch mal etwas genauer hin: Am Ende haben Gildor und die Elfen Mittelerde verlassen, doch hätten sich die Hobbits nicht eingemischt, wäre alles viel schlimmer ausgegangen. Die Warnung zielt also nicht darauf ab, den Mächtigen aus dem Weg zu gehen. Gildor mag es vielleicht so gemeint haben, Tolkien aber keineswegs. Was der Autor sagen will, ist eher dies: Mischst du dich in die Probleme von Entscheidungsträgern ein, dann übernimmst du selbst einen Teil ihrer Verantwortung. Misch dich also nur dann in die Angelegenheiten der Zauberer ein, wenn du eine ähnliche Last tragen willst wie sie.

 

Zu Gildors Spruch ist eine beliebte Geek-Parodie entstanden: „Misch dich nicht in die Angelegenheiten von Drachen ein, denn du bist knusprig und schmeckst mit Ketchup besonders gut.“

 

 

 

Aus dem Amerikanischen von Achim Fehrenbach

 

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First published in English by Quirk Books, Philadelphia, Pennsylvania.
Für den deutschen Text: © 2016 S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main

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