Die Weisheit der Nerds: Was können wir von der Komikergruppe Monty Python lernen?

KOLUMNE

Die Weisheit der Nerds: Monty Python


„Niemand erwartet die spanische Inquisition!“

Monty Python’s Flying Circus

 

„Welches ist die Höchstgeschwindigkeit einer unbeladenen Schwalbe?“

Die Ritter der Kokosnuß

 

 

In der Albernheit liegt viel Trost: Über diese einfache Formel stolperten Monty Pythons verrückte Genies, während sie sich auf unverwechselbar britische Weise – gut, es waren fünf Briten und ein Ami – allerlei absurde Sketche ausdachten. Spanische Inquisitoren, die ganz plötzlich und völlig anachronistisch an einem Ort auftauchen und dabei die Gesetze von Raum und Zeit aufheben. Oder der Zoofachhändler, der darauf besteht, dass ein steifer, bewegungsloser Papagei in seinem Laden ganz gewiss nicht tot ist. Oder auch der Schwarze Ritter, der im Kampf beide Arme und Beine verloren hat, aber trotzig verkündet, es handele sich „nur um eine Fleischwunde“. Die Spaßmacher von Monty Python prägten den Humor vor der Jahrtausendwende so nachhaltig, dass der Begriff „pythonesk“ sogar in die Wörterbücher gelangte – und dort einen surrealen und absurden Humor bezeichnet. Wenn man um sechs Uhr aufsteht, sich Stoßstange an Stoßstange durch den Berufsverkehr schiebt, nur um unter einem Chef knechten zu dürfen, den man hasst und verachtet, ist einem natürlich nicht nach Lachen zumute. Trotzdem: Wenn einem das Leben wieder mal alle möglichen Hindernisse in den Weg legt, hilft oft nur eines: Man tritt einen Schritt zurück und lacht einfach hemmungslos über diesen unglaublich schlechten Witz namens „Leben“ oder „Universum“ – ganz egal, ob irgendjemand den Witz auch nur ansatzweise nachvollziehbar findet. Das ist er nämlich nicht. Und genau deshalb ist er auch so lustig.

 

Die BBC strahlte Monty Python’s Flying Circus erstmals zwischen Ende 1969 und 1974 aus. Hintergrundinfo für Geeks: Das war die Jon-Pertwee-Ära in Doctor Who.

 

 

 

Aus dem Amerikanischen von Achim Fehrenbach

 

Copyright © 2011 by Quirk Productions, Inc.
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First published in English by Quirk Books, Philadelphia, Pennsylvania.
Für den deutschen Text: © 2016 S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main

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