Die Weisheit der Nerds: Was können wir von Battlestar Galactica lernen?

KOLUMNE

Die Weisheit der Nerds: Battlestar Galactica


„Das hoffen wir alle.“

Bill Adama, Battlestar Galactica

 

„Wir halten diese Wahrheiten für selbstverständlich. Alle Menschen sind gleich.“ Diese Worte aus der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung stehen für ein bewundernswertes Ideal. Amerika brauchte ziemlich lang, bevor es ihm einigermaßen gerecht wurde; viele von uns können von Glück sagen, dass diese Worte irgendwann nicht mehr nur für weiße Männer mit Landbesitz galten. Bill Adama war der Thomas Jefferson von Battlestar Galactica, und BSG war genau genommen die Geschichte einer Nationwerdung. Wie Jefferson war Adama ein Mann mit zahlreichen Widersprüchen: ein vermeintlicher Visionär, dessen Vision – die mythische Existenz der Erde – eine Lüge war; ein autoritärer Anführer, der im Grunde genommen demokratischer war als der demokratisch gewählte Präsident, dem er diente; ein Frömmler, der sich mit denen verbündete, die er eigentlich hasste – und sie sogar lieben lernte. In BSG lief letztlich alles auf die Frage hinaus, ob unterschiedliche Gruppen – Militärs und Zivilisten, Menschen und Zylonen, ja sogar humanoide Zylonen und Zenturios – sich gegenseitig akzeptieren und zusammenleben konnten. Adamas Worte mögen zunächst nur dem Militär gegolten haben, das unter seinem Kommando stand. Doch schließlich galten sie für die gesamte Menschheit und ihre Nachkommen.

 

 

Mit der Figur des Bill Adama bekam Edward James Olmos erneut Gelegenheit, einen gefährlichen, künstlich erschaffenen Menschen zu spielen; das erste Mal tat er das in Blade Runner (1982).

 

 

 

Aus dem Amerikanischen von Achim Fehrenbach

 

Copyright © 2011 by Quirk Productions, Inc.
All rights reserved.
First published in English by Quirk Books, Philadelphia, Pennsylvania.
Für den deutschen Text: © 2016 S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main

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