Ein Gespräch mit Buchautor Adrian Walker

© Rama Knight

INTERVIEW

»Laufen ist viel mehr als nur ein Hobby.« Im Gespräch mit Buchautor Adrian J Walker


Buchautor Adrian J Walker ist nicht nur passionierter Schriftsteller, sondern auch geübter Marathonläufer. Wie er das Laufen und Schreiben in seinem Roman ›Am Ende aller Zeiten‹ verband, erzählt uns Adrian hier im Interview.

 

Wenn du ›Am Ende aller Zeiten‹ mit einem Satz beschreiben müsstest, wie würde er lauten?

Übergewichtiger und seiner Vaterrolle nicht gewachsener Kerl muss quer durch das postapokalyptische Großbritannien laufen, um seine Familie wiederzufinden!

 

Wie bist du auf die Idee gekommen, genau diesen Roman zu schreiben, über Edgar, das Laufen und den Asteroidenschauer?

Das Ende der Welt hat mich schon als Teenager in den Bann gezogen. Als junger Erwachsener entwickelte ich eine starke Leidenschaft fürs Laufen, und in meinen Dreißigern wurde ich Vater. Da war es ganz logisch, dass ich irgendwann versuchen würde, alles drei in eine Geschichte zu packen. Zu laufen ist ein sehr persönliches und auch einsames Vergnügen, und ich dachte mir, dass es genau deswegen in das Szenario einer Postapokalypse passt.

 

Der Protagonist Edgar Hill wirkt wie der nette Typ von nebenan – allerdings ist er bisweilen auch einfach unausstehlich. Woher stammt die Inspiration für seinen Charakter?

Wie viele von uns ist Edgar von seinem Leben überfordert und stößt immer wieder an seine Grenzen. Vor ein paar Jahren ging es mir als junger Vater ganz genauso. Und nachdem ich ›Am Ende aller Zeiten‹ geschrieben habe, haben sich viele meiner Leser in Edgar wiedererkannt. Woher die Inspiration stammt? Wohl aus dem Leben …

 

Edgar bekämpft seine inneren Dämonen, indem er zum Läufer wird. Was sind deine persönlichen Lauferfahrungen?

Das Laufen stellt einen immens wichtigen Teil meines Lebens dar. Es ist viel mehr als nur ein Hobby, und ich denke, die meisten Läufer stimmen mit mir überein, wenn ich sage, dass es dabei nicht nur um sportliche Ausdauer oder irgendwelche Höchstleistungen geht, sondern mindestens genauso sehr um einen meditativen State-of-Mind. Ich bin zwei Marathons mitgelaufen, mehrere Halbmarathons und diverse 10-km-Läufe, und dabei ist der Ablauf immer der gleiche: Man startet den Lauf unter Schmerzen, und man beendet ihn unter Schmerzen. Aber dazwischen passiert etwas, man verändert die Beziehung zu seinem Schmerz. Ultramarathons und der psychologische Aspekt des Extrem-Ausdauerlaufs faszinieren mich – ich würde gerne herausfinden, ob ich einen durchziehen könnte und was mit mir auf der Strecke passieren würde.

 

Was ist dir beim Schreiben von ›Am Ende aller Zeiten‹ am schwersten gefallen?

Besonders gegen Ende gibt es viele sehr persönliche Momente in Bezug auf Edgar und seine Familie, die nicht ganz einfach in Worte zu fassen waren. Die meiste Zeit habe ich aber damit gekämpft zu beschreiben, wie es sich anfühlt, ständig unterwegs zu sein, sich zu bewegen – also eben den Laufprozess –, ohne dass es langweilig wird.

 

Und welches Kapitel, welche Szene oder welche Figur hat dir am meisten Spaß gemacht zu schreiben?

Harvey. Er ist Eds Mentor und weiß eine Menge über das Leben und das Laufen. Meine Lieblingsszene ist die, als Ed in einer Schlucht, die einmal Birmingham war, zu halluzinieren beginnt – die Person, die er »trifft« und die Unterhaltung mit ihr haben mir großen Spaß gemacht zu schreiben.

Videobotschaft von Adrian Walker

Adrian Walker grüßt alle Leser von "Am Ende aller Zeiten".

Der Trailer zum Buch "Am Ende aller Zeiten"

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