Die Weisheit der Nerds: Was wir von Karate Kid lernen können

© Mario Zucca

KOLUMNE

Die Weisheit der Nerds: Karate Kid


„Auftragen ... polieren.“

Mr. Miyagi, Karate Kid

 

Niemand büffelt gerne. Das Auswendiglernen von Zahlen und Fakten hilft vielleicht beim Bestehen einer Prüfung. Wir wissen zwar Bücher und ein gutes Allgemeinwissen zu schätzen, bilden uns aber nichts auf geistige Plackerei ein – wir sind einfach nur froh, eine Prüfung bestanden zu haben. Und überhaupt: Lernt man nicht eigentlich nur richtig was, wenn man sich die Hände schmutzig macht? Wenn man stundenlang mit Lego baut und dabei etwas über Statik erfährt; wenn man beim Sommerjob an der Kasse lernt, wie einander fremde Erwachsene wirklich miteinander umgehen; wenn man beim Praktikum im Büro den Berufsalltag kennenlernt? Es ist die harte Schule des Lebens, die uns sehr konkretes und nützliches Wissen vermittelt. Nur im echten Leben lernen wir, wie wir die Dinge wirklich geregelt kriegen oder wie man sie sogar besser macht; wie wir Mauern einreißen und die Welt verändern. Wir werden dabei nicht nur klüger – dafür können wir uns schließlich nichts kaufen –, sondern auch kompetenter als viele andere Menschen. Und wenn es etwas gibt, nach dem Geeks streben, dann, sich über den Durchschnitt zu erheben. Also tragen wir Wachs auf ... und polieren.

 

Mr. Miyagi, der Guru in Karate Kid (1984), wurde von Pat Morita gespielt. Sehr zur Freude vieler Geeks veralberte er die Rolle später im Animationsfilm Robot Chicken.

 

 

 

Aus dem Amerikanischen von Achim Fehrenbach

 

Copyright © 2011 by Quirk Productions, Inc.
All rights reserved.
First published in English by Quirk Books, Philadelphia, Pennsylvania.
Für den deutschen Text: © 2016 S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main

 

 

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