Der Einstieg ins Pen&Paper-Rollenspiel Teil 2

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Der Einstieg ins Pen&Paper-Rollenspiel (Teil 2)


Das Pen&Paper-Rollenspiel erlebt in den letzten Jahren eine Renaissance: Durch Serien wie „Stranger Things“ auch eine breiteren Öffentlichkeit ins Bewusstsein gerückt, gibt es wieder eine große Auswahl an Starterboxen, die neue Spieler*innen behutsam in das Hobby einführen. Nachdem wir im ersten Teil unseres Überblicks u.a. auf die Platzhirsche „Dungeons&Dragons“ und „Das Schwarze Auge“ geschaut haben, stellen wir euch heute weitere interessante Systeme vor, die sich mitunter auch für den Nachwuchs eignen.

Zu Teil 1 des Artikels geht es hier.

Splittermond

Seit 2014 bereichert das Fantasy-Rollenspiel „Splittermond“ die deutsche Rollenspiellandschaft. Das System des Uhrwerk Verlags, das maßgeblich von ehemaligen „Schwarze Auge“-Autor*innen entwickelt wurde, etablierte sich schnell in der Szene und wird auch nach Insolvenz und Neuaufstellung des Verlags weitergeführt.

Der Name des Spiels ist dabei Programm: Vor einem knappen Jahrtausend zerbarst einer der drei Monde über der Welt Lorakis, das Reich der Drachlinge ging in der Katastrophe unter. Erst seitdem können sich andere Völker frei entfalten und ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen.

Nach dem Erfolg der ersten Starterbox und deren Erweiterung erscheint nun im März die neue, grundlegend überarbeitete Einstiegsbox: „Splittermond – Aufbruch ins Abenteuer“ richtet sich – wenig überraschend – vor allem an Neulinge. Sie beinhaltet demzufolge vor allem grundlegende Informationen zu den Regeln, der Charaktererschaffung, der Fantasy-Welt Lorakis, einen Kampagnenband mit drei Kurzabenteuern in der Region der Arwinger Mark, fünf vorgefertigte Archetypen mit jeweils eigenen Soloabenteuern sowie Würfel und weiteres Spielmaterial.

Die Spieler*innen schlüpfen in „Splittermond“ in die Rollen so genannter „Splitterträger“. Diese Auserwählten tragen einen Teil der mythischen Macht des Splittermonds in sich und verfügen somit über besondere Fähigkeiten, Heldentaten auf Lorakis zu begehen und Geschichten voller Magie, Tragik und Gefahr zu erleben. Ihnen steht dabei ein großes Portfolio an Völkern der High Fantasy zur Verfügung: Als Menschen, Alben Zwerge Gnome oder Varge stürzen sie sich ins Abenteuer, um Rätsel zu lösen, unbekannte Regionen des Kontinents zu erforschen oder grausame Wesen zum Kampf zu stellen.

Die neue Einstiegsbox wird von Uhrwerk in Kooperation mit Pegasus Spiele angeboten und sollte somit nicht nur im Spezialhandel, sondern auch im allgemeinen Spielwarenhandel zu finden sein. Tatsächlich ein ziemliches Novum, denn seit den Zeiten der dritten Edition von „Das Schwarze Auge“ bei Schmidt Spiele in den 1990ern gab es in Deutschland keine Pen&Paper-Boxen mehr im „normalen“ Spieleeinzelhandel zu kaufen. Damit sollen möglichst viele neue und auch jüngere Spieler/innen für das spannende und kreative Hobby des Pen&Paper-Rollenspiels begeistert werden.

  • Splittermond - Aufbruch ins Abenteuer
  • Splittermond - Aufbruch ins Abenteuer (Rückseite)
  • Drachenpakt

Rollenspiel (nicht nur) für Kinder

„Tails of Equestria“, das Rollenspiel zu „My Little Pony“, erfreut sich nicht nur beim Nachwuchs ab sechs Jahren wachsender Beliebtheit, auch für Erwachsene Pony-Fans bietet sich das Starterset als Einstieg in die vielleicht auf den ersten Blick etwas abstrakte Welt des Pen&Paper-Rollenspiels an.

Allein oder mit bis zu drei Spieler*innen lässt sich darin das Abenteuer „Der Schatz des Drachen“ im Stil eines Abenteuerspielbuchs bzw. Soloabenteuers absolvieren. Dazu liegen drei Pony-Archetypen bei, die die spielbaren Ponyarten Erdpony, Pegasus sowie Einhorn abbilden und mit je drei Charaktereigenschaften und einer besonderen Begabung aufwarten.

Das 58-seitige Regel- und Abenteuerheft bietet eine kurze Einführung zu den Charakterwerten und Regeln, um die Ponys dann in eine spannende Geschichte um das Erwachen eines Roten Drachen nahe der Stadt Vanhoover zu stürzen. Eine schöne Farbkarte von Equestria liefert dabei einen Überblick über viele aus der Zeichentrickserie bekannte und beliebte Orte. Ebenso trifft man im Abenteuer kurz auf „Promis“ wie Prinzessin Twilight oder den kleinen Drachen Spike – für Kinder ein besonderes Erlebnis. Im weiteren Verlauf müssen die Höhlen des Drachen erkundet werden, was mit aufstellbaren Pappfiguren visualisiert wird – das Labyrinth in einem der Räume ist allerdings ziemlich verwirrend geraten ...

Insgesamt ist die Box optisch sehr schön gestaltet, das Abenteuer erweist sich allerdings teilweise als recht textlastig. Wollen Kinder dieses alleine spielen, sollten sie bereits sehr gut lesen können. Liest man sich die Texte hingegen in einer Spielrunde gegenseitig vor, kann das bald ermüdend werden. Ein freies Spiel außerhalb der vorgegebenen Optionen ist zudem selten möglich. Auch eigene Ponys kann man sich erst im Grundbuch von „Tails of Equestria“ erstellen, das separat erworben werden muss.

Als Einstieg und zum Hineinschnuppern ist die liebevoll ausgestattete Starterbox von „Tails of Equestria“ aber auf jeden Fall geeignet. „Richtiges“ Rollenspiel kann man dann mit dem „Equestria“-Grundbuch in Kombination mit dem Abenetuerset „Der Fluch der Statuetten“ betreiben.

  • My little Pony - Tails of Equestria
  • My little Pony - Tails of Equestria
  • My little Pony - ToE: Der Fluch der Statuetten

So nicht, Schurke!

Genau genommen ist die neue „Splittermond“-Box die zweite, die es in den Spielwareneinzelhandel geschafft hat: „So nicht, Schurke!“, war früher dran. Ebenfalls aus einer Kooperation von Uhrwerk und Pegasus entstanden, bietet es einen bunten Strauß an Abenteuern für Kinder in einer Welt, in der alles möglich ist.

Dabei schlüpfen die Spieler*innen in die Rolle einer heldenhaften Figur, mit der sie in der Gruppe auf ein Abenteuer ausziehen. „So nicht, Schurke!“ richtet sich speziell an Kinder ab etwa fünf Jahren und deren Familien. Charaktere und Abenteuer bedienen dennoch klassische Muster und sind in einer Fantasywelt namens Fabula angesiedelt, die das volle Programm an genreüblichen Kreaturen bietet: Elfen, Feen, Drachen und andere Monster warten dort ebenso wie magische Gegenstände aller Art. In Fabula finden aber auch Roboter, Raketen und Rennautos ihren Platz – schließlich kann man hier weniger dogmatisch an den Weltentwurf herangehen als bei einem Rollenspiel für Erwachsene, bei dem für viele die innerweltliche Konsistenz das höchste Gut darstellt. Die Welt Fabula erscheint also durch die Augen der Kinder, und die Charaktere sind ebenfalls Kinder, die in ihren Rollen dafür sorgen sollen, das Böse zu besiegen.

Um verschiedene Altersstufen auf einfache Art und Weise an das Spiel heranzuführen, gibt es ein mehrstufiges System zur Charaktererschaffung: Während eine Fünfjährige zunächst vielleicht mit einer profanen „Prinzessin“ einsteigt, kann eine Achtjährige sich schon der „superschlauen Prinzessin“ widmen und eine Zehnjährige der „superschlauen Prinzessin, die mit Wissenschaften experimentiert“ – jede Stufe umfasst einen unterschiedlichen Komplexitätsgrad, sodass die Kinder (und vielleicht auch erwachsene Neulinge ...) nach und nach in die Mechaniken des Pen&Paper-Rollenspiels eingeführt werden.

Neben der Grundspielbox von „So nicht, Schurke!“ sind noch die beiden Erweiterungsboxen „Auweia, Monster!“ und „Ich bin Erzähler“ erhältlich.

  • Pegasus Spiele 49000G - So nicht, Schurke!
  • So nicht, Schurke! - Ich bin Erzähler!
  • So nicht, Schurke! - Auweia, Monster!

Viele, viele bunte Welten

Falls euch die von uns genauer vorgestellten Titel nicht ansprechen oder ihr diese schon kennt: Natürlich sind das nicht alle derzeit erhältlichen Rollenspiel-Starterboxen. Es gibt eine ganze Menge Möglichkeiten, sich in weitere Welten und Universen zu wagen, wenn man noch keine Erfahrung im Pen&Paper-Rollenspiel besitzt.

In Restbeständen verfügbar sind beispielsweise noch die verschiedenen empfehlenswerten Starter-Sets des „Star Wars Rollenspiels“ von Fantasy-Flight Games (dt. bei Ulisses Spiele). Auch die aktuellen Umsetzungen des „Warhammer Fantasy“-Rollenspiels sowie dessen „Warhammer 40.000“- Entsprechung bieten Starterboxen an. Die neue „Pathfinder“-Einführungsbox zur zweiten Edition und dessen Weltraum-Pendant „Starfinder“ stehen der hervorragenden ursprünglichen „Pathfinder“-Einführungsbox in nichts nach, und das seit Jahren erfolgreiche „Aborea – Aufbruch ins Abenteuer“ bietet sich als erste Orientierung in die Abstraktion des Pen&Paper-Rollenspiels an.

  • Star Wars: Zeitalter der Rebellion
  • Starfinder Einsteigerbox
  • ABOREA - Tischrollenspiel

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