Wenn Buffy mit dem Doctor spielt – 5 Brettspiele zu Kultserien

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Buffy, Doctor Who & Co: 5 Brettspiele zu Kultserien


Fanartikel zu kultigen Fernsehserien können richtig Spaß machen – insbesondere, wenn sie die Essenz der Story weiterspinnen und ihr Zweck über den Status eines reinen Statements hinaus geht. Zum Beispiel: Brettspiele! Autor Bernd Perplies hat fünf Spieletipps.

Genre-Fans – und damit meine ich hier Science-Fiction oder Fantasy – sind dafür bekannt, dass sie stets mehr wollen. Wenn ihnen etwa eine Fernsehserie gefällt, genügt es nicht, dass es nur diese Fernsehserie gibt. Dann sollen Begleitromane her, T-Shirts, mit denen man ein Statement abgeben kann, und schicke Resin-Figuren für die heimische Vitrine.

Verspielte Naturen wünschen sich obendrein etwas, womit sie eine Weile selbst in die Rolle der TV-Heldinnen und Helden schlüpfen können. Vielleicht ein Brettspiel. Aber gibt es sowas? Oh ja! Lasst euch von mir in eine abseitige Ecke des Kultserien-Merchandise entführen …

Battlestar Galactica – Das Brettspiel

Zahllose Genre-Fans hat die Neuinterpretation der klassischen TV-Space-Opera „Kampfstern Galactica“ vor den Fernseher gebannt. Die Geschichte um die koloniale Flotte, die unter dem Kommando von Admiral Adama nach einem Vernichtungsschlag der maschinenhaften Zylonen gegen die Menschheit auf der Suche nach der verlorenen Erde ist, konnte sowohl optisch als auch storytechnisch überzeugen. Das 2008 von Fantasy Flight Games entwickelte und vom Heidelberger Spieleverlag auf Deutsch vertriebene Brettspiel zum Franchise ist ein Kooperationsspiel für drei bis sechs Spieler, deren Ziel es ist, die Galactica und ihre Flotte bis zum Planeten Kobol zu bringen, einer wichtigen Wegmarke auf der Suche nach der verlorenen dreizehnten Kolonie namens Erde.

Allerdings arbeiten nicht alle Spieler zusammen. Einige von ihnen sind vielmehr geheime Zylonenagenten, die nur wie Menschen aussehen (ein Kernthema der Fernsehserie) und die verhindern müssen, dass die Menschen ihr Ziel erreichen, indem sie diese um ihre wertvollen Ressourcen bringen oder die Galactica mit ihren Basissternen oder Bodentruppen zerstören beziehungsweise erobern. Dabei gelingt es dem Spiel perfekt, den Druck aufzubauen, den die Menschen auf ihrer Flucht vor den Zylonen erleiden müssen. Und auch die Paranoia, die in der Flotte um sich greift, wurde gut an den Spieltisch übertragen. Insgesamt ist „Battlestar Galactica“ eine extrem atmosphärische Umsetzung der Fernsehserie und allen Fans des BSG-Reboots uneingeschränkt zu empfehlen.

Auch interessant: Wer Gefallen an dem Spiel gefunden hat, sollte sich die drei Erweiterungsboxen zulegen. Die „Pegasus“-, die „Exodus“- und die „Götterdämmerung“-Erweiterung bringen neue Aspekte der TV-Serie ins Spiel, etwa den Kampfstern Pegasus, den Planeten Caprica, Meuterei und die Verhandlung mit fragwürdigen Zylonenanführern. Man muss heutzutage ein wenig nach diesen Erweiterungen suchen, aber es lohnt sich!

Buffy the Vampire Slayer: The Board Game

Joss Whedon ist ein Name, an dem man um die Jahrtausendwende als Genre-Fan kaum vorbeikam. Mit „Buffy – Im Bann der Dämonen“, „Angel – Jäger der Finsternis“ und „Firefly – Der Aufbruch der Serenity“ war er für gleich drei Kracherserien dieser Zeit verantwortlich. Im Brettspiel zu „Buffy“, 2017 von Lynnvander Studios entwickelt und von Jasco Games veröffentlicht, übernehmen ein bis sechs Spieler Buffy, Willow, Xander und Co und versuchen vollkooperativ den „Big Bad“ der Staffel (bzw. Partie), der die lauschige Stadt Sunnydale heimsucht, zu besiegen. Zur Auswahl stehen hier beispielsweise der Urvampir namens The Master, die Exil-Höllengöttin Glorificus oder der gefallene Priester Caleb.

Um ihre Aufgabe zu bewältigen, bewegen die Spieler ihre Figuren quer über einen Sunnydale-Spielplan und versuchen, drei „Monster der Woche“ zu besiegen, die Hinweise auf den Plan und die Schwächen des „Big Bad“ liefern und den Kampf gegen diesen somit erst ermöglichen. Störend mischen sich dabei immer wieder Vampire und Dämonen ein, die in jeder Gasse von Sunnydale lauern, Stadtbewohner töten oder die Charaktere verletzen. (Beides schlecht, weil es einen „Apocalypse Track“ füllt, der zur Niederlage der Spieler führt, wenn er gänzlich voll ist.) Das Spiel mag nicht so opulent daherkommen wie manches Fantasy-Flight-Games-Schwergewicht, aber es spielt sich dennoch sehr stimmungsvoll und ist für finstere Winterabende perfekt geeignet.

Auch interessant: Erweitern lässt sich das Spiel mit der kleinen Box „Buffy the Vampire Slayer: The Board Game Friends & Frenemies“. Darin finden sich 6 neue Helden – etwa Riley Finn und Tara Summers –, zwei neue Big Bads und ein paar weitere Ergänzungsmaterialien. Leider ist die Erweiterung aktuell nur sehr schwierig zu bekommen.

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Firefly – Das Spiel

Und gleich nochmal Joss Whedon! „Finde eine Crew – finde einen Job – flieg weiter.“ Das war das Motto der TV-Serie „Firefly“ – und so steht es als Slogan auf der schicken Box von „Firefly – Das Spiel“ von Gale Force Nine (auf Deutsch vom Heidelberger Spieleverlag herausgebracht). Damit ist auch bereits ziemlich gut beschrieben, worum es in dem atmosphärisch dichten und mit zahlreichen Filmfotos gespickten Brettspiel von 2014 geht. Bis zu vier Spieler übernehmen darin die Rolle eines freischaffenden Unternehmers, der mit nichts weiter als einem alten Firefly-Schiff, ein bisschen Treibstoff, Ersatzteilen und Credits loszieht, um in dem überschaubaren Mehrsonnensystem, in dem Joss Whedons „Verse“ angesiedelt ist, sein Glück zu machen. Ziel des Spiels ist es, als erster die mehrteiligen Aufgaben zu bewältigen, die das jeweils gewählte Szenario stellt.

Wer „Firefly“ mag, der wird sich bei diesem Spiel sehr zu Hause fühlen. Die Bilder, die Sprache, das Spielkonzept: stimmt alles. Der einzige Haken liegt vielleicht darin, dass das Spiel selbst vergleichsweise wenig Druck auf die Spieler ausübt, gegeneinander vorzugehen. Es gibt von allem reichlich: Crew, Ausrüstung, Jobs. Wenn eine Gruppe also keine Eile an den Tag legt, weil sie sich einfach gern im Verse herumtreibt, kann sich eine Partie ordentlich in die Länge ziehen, und am Ende wird es fast zu leicht, Herausforderungen auf Ereigniskarten zu bestehen und Story-Ziele zu erfüllen. Ob aus einer Partie also ein gemütlicher Nebeineinanderher-Spaziergang durchs All wird oder ein dramatischer Wettlauf um den Sieg, liegt ganz bei den Spielern. Doch so oder so ist „Firefly – Das Spiel“ allen Hobby-Browncoats wärmstens zu empfehlen!

Auch interessant: Auch dieses Spiel hat diverse Erweiterungen nach sich gezogen. Beispielsweise über „Piraten und Kopfgeldjäger“. Oder die Kartenergänzung „Schwerelos“. Auf Englisch gibt es zusätzlich die Spielbrett-Erweiterungen „Blue Sun“ und „Kalidasa“ sowie Schiffs-Erweiterungen namens „Jetwash“ und „Esmeralda“. Mehr als genug, um das Spiel lange Zeit frisch und spannend zu halten. Shiny!

Legendary Encounters: The X-Files Deck Building Game

Die Wahrheit ist irgendwo da drinnen – irgendwo in diesen 500 Karten, aus denen das Spiel „Legendary Encounters: The X-Files Deck Building Game“ von Upper Deck besteht. Falls euch der Name „Legendary Encounters“ bekannt vorkommt, habt ihr möglicherweise meinen Artikel über „Brettspiele zu Kultfilmen“ gelesen und könnt den Rest des Absatzes überspringen. Wenn das nicht getan hat: Deck Building Games sind Kartenspiele, die man mit einem relativ schwachen Set aus Einsteigerkarten beginnt, nur um im Laufe der Partie immer stärkere Karten nach eigener Wahl „dazukaufen“ zu können. So entsteht in jeder Partie ein völlig individuelles Kartendeck, das für ein anderes Spielerleben sorgt. „Encounters“ ist dabei eine Spin-Off-Serie des Superhelden-Kartenspiels „Legendary: A Marvel Deck Building Game“, die sich auf Medienlizenzen konzentriert; wie etwa „The X-Files“ von 2018.

Das Spiel für ein bis fünf Spieler ist laut Karton tatsächlich „ab 17 Jahren“, was weniger der Komplexität als eher den Fotoabbildungen aus der Mystery-Serie geschuldet sein dürfte, die tatsächlich hier und da etwas verstörende Motive aufweisen (wer die Serie kennt, dem muss ich darüber nichts erzählen). Die Spieler übernehmen die Rolle von FBI-Agenten – etwa Mulder, Scully oder Direktor Skinner – und müssen Spuren folgen, um Hinweise zu finden, die ihnen dabei helfen, eine groß angelegte Verschwörung aufzudecken. Diese muss dann im „End Game“ bewältigt werden. Verbündete helfen dabei, gegnerische Kräfte, die fieserweise sogar den „The Bureau“ genannten Kartenkaufbereich infiltriert haben, behindern das Vorankommen. Pro Partie spielt man drei Seasons der Serie durch, wobei die Karten ihr Bildmaterial aus den „klassischen“ neun Staffeln ziehen. Ganz leicht ist das Spiel nicht, und manche kritisieren die fehlende Möglichkeit, schwache Karten loszuwerden, um das eigene Deck wirklich „aufzubauen“. Trotzdem liegt hiermit das derzeit beste „Akte X“-Spiel vor, das eine Menge Mystery-Atmosphäre an den Spieltisch bringt.

Auch interessant: Wer Spaß an Deck Building Games hat, aber „The X-Files“ nicht mag, oder aber das Spiel mochte und nun mehr von der Art haben will, dem kann ich noch ein Geschwisterprodukt empfehlen: „Legendary Encounters: A Firefly Deck Building Game“. Hier übernimmt man Malcolm Reynolds und seine Crew, um Herausforderungen der Fernsehfolgen zur bewältigen.

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Doctor Who: Time of the Daleks

„Their creator had a plan to make the Daleks great again.“ – Wenn die Beschreibung eines Spiels auf der Boxenrückseite schon so beginnt, muss man es doch einfach mögen, oder nicht? In dem Gale-Force-Nine-Spiel „Doctor Who: Time of the Daleks“ von 2017 hat Davros, der Meister der Daleks, den Supercomputer der Time Lords – genannt Matrix – auf deren Heimatwelt Gallifrey infiltriert. Dort hat er die Zeitlinie des Doctors analysiert und einen Plan entwickelt, seinen Erzfeind aus der Geschichte zu tilgen. Nun ist es an zwei bis vier Spielern, in die Rolle einer der Doctor-Inkarnationen zu schlüpfen und durch Raum und Zeit zu reisen, um mithilfe zahlloser Companions das Netz der Zeit zu reparieren. Dabei müssen sie schneller als die Daleks vorgehen, wenn es nicht zur Katastrophe kommen soll.

Das schick aufgemachte Spiel, das wirklich aus jeder Pore „Doctor Who“-Flair verströmt, ist im Kern eine fröhliche Würfelorgie, also durchaus ein Spiel für Gelegenheitsspieler, die sich keine vier Stunden für eine Partie an den Tisch setzen wollen. Ziel des semikooperativen Spiels ist für jeden Doctor, als Erster – also vor seinen Mitstreitern und den Daleks – Gallifrey zu erreichen. Das gelingt, indem man Herausforderungen auf verschiedenen Planeten meistert, die es einem erlauben, seine Tardis auf dem „Web of Time Board“ zu bewegen. Herausforderungen geben zufällig generierte Würfelkombinationen vor, die man mithilfe eines Würfelpools in einem Zug erwürfeln muss. Der eigene Pool setzt sich dabei aus den Würfeln des Doctors und seiner jeweiligen Companion zusammen. Companions und andere Ereigniskarten erlauben zudem etwa ein Neuwürfeln oder den Austausch eines Würfels oder das Drehen auf eine bestimmte Symbolseite. Das ist leicht erlernt und erfordert doch ein gewisses Mitdenken. Nicht nur „Doctor Who“-Fans können daran ihre Freude haben.

Auch interessant: Das Basisspiel kommt mit vier Doctors daher, dem ersten, vierten, elften und zwölften Doctor. Wem das nicht genügt, der greift zu den Erweiterungs-Sets, von denen es vier geben soll (drei habe ich schon in freier Wildbahn gesehen). Jede Erweiterung enthält zwei weitere Doctors, außerdem neue Planeten, Probleme, Companions etc. Das Spiel selbst ändert sich dadurch nicht, es wird aber vielfältiger.

Und sonst so?

Ähnlich wie im Artikel über „Brettspiele zu Kultfilmen“ habe ich hier natürlich erneut nur an der Oberfläche gekratzt. Allein zu den oben genannten Franchises gibt es noch diverse andere Brettspiele. Etwa „Battlestar Galactica: Starship Battles“ (2018), „Firefly Adventures: Brigands and Browncoats“ (2018), „Buffy the Vampire Slayer: The Game“ (2000), „The X-Files“ (2015) und „Doctor Who: Exterminate! The Miniatures Game“ (2017). Von den Brettspielen zum „Star Trek“-Franchise will ich gar nicht erst anfangen (doch, will ich schon, aber das wird ein eigener Artikel). Und wer es richtig trashig liebt, der sucht mal auf dem virtuellen Flohmarkt nach schrägen Spielegurken wie „The A-Team“ (1984), „Hercules: The Legendary Journeys“ (1998) oder „Xena Warrior Princess: The Board Game“ (1998). Aber wenn ihr dafür Geld ausgebt, dann definitiv auf eigene Gefahr!

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