„Valve hat meine Telefonnummer“ – John Scalzi über seine Erfahrungen als Games-Autor und das Zocken im Allgemeinen

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„Valve hat meine Telefonnummer“ – John Scalzi über seine Erfahrungen als Games-Autor


John Scalzi schreibt nicht nur rasante, politische und humorvolle Science-Fiction, sondern auch die Storys zu erfolgreichen RPGs und Videospielen. Unser Games-Redakteur Achim Fehrenbach hat Scalzi über seine Tätigkeit als Autor für Computerspiele befragt.

Mr. Scalzi, Ihr Roman "Kollaps - Imperium der Ströme" ist gerade in Deutschland erschienen. Wie könnte das Computerspiel dazu aussehen?

Ich vermute, es wäre eine rundenbasierte Handelssimulation. Mit der Herausforderung, dass die verschiedenen Raumschiffe erfolgreich Handel treiben müssen, obwohl die Zahl der verfügbaren Ziele abnimmt.


Welche anderen Romane – von Ihnen oder Ihren Schriftstellerkollegen – könnten als Vorlage für ein gutes Videospiel dienen?

Es gibt so viele Science-Fiction-Romane, aus denen man Videospiele machen könnte, dass es kaum möglich ist, sie alle aufzulisten. Ich nehme an, dass von meinen eigenen Romanen die Krieg-der-Klone-Reihe am einfachsten umzusetzen wäre. Daraus könnte man sicher einen sehr lustigen First-Person-Shooter machen.

Wie unterscheidet sich – in Sachen Storytelling – das Schreiben für Videospiele von dem an einem Roman?

Es sind mehr Leute daran beteiligt. Wenn ich einen Roman schreibe, konstruiere nur ich selbst diese Welt. Wenn ich für ein Game schreibe, muss ich darauf achten, was alle anderen Beteiligten machen - und muss meine Arbeit entsprechend anpassen.

Was waren die größten Herausforderungen bei Ihrem Game-Projekt "Midnight Star"?

Die gleichen wie beim Schreiben eines Romans: Deadlines einzuhalten – und den eigenen Beitrag rechtzeitig an die Leute weiterzugeben, die damit arbeiten müssen.

Wie unterscheidet sich das Sequel "Midnight Star: Renegade" vom ursprünglichen Game?

Es ist etwas schneller und actionreicher und eher eine Erweiterung des Originals als ein kompletter Neuentwurf. Die größten Unterschiede sind technischer Natur, nämlich wie die Spieler sich bewegen, wie sie schießen und sich hochleveln.

Sie arbeiten auch an einem RPG namens "Exiles of Embermark". Was können Sie uns über dieses Projekt erzählen?

Das ist ein Adventure auf einem verlorenen Kontinent. Das Spiel ist auf mobile Plattformen ausgerichtet, mit zügigen Runden und schnellem Gameplay. Ich habe an der Spielwelt und an weiten Teilen der ursprünglichen Handlung mitgearbeitet.

Was sind Ihre Lieblings-Games, und warum?

Ich liebe Half-Life, Portal und die Left-4-Dead-Reihe. Sagen wir's mal so: Valve hat meine Telefonnummer! Mir gefallen einfach Spielprinzip, Figuren und Geschichten dieser Games.

Auf welche Spiele, die demnächst erscheinen, freuen Sie sich besonders?

Ich freue ich mich besonders auf das neue Wolfenstein-Game. Außerdem habe ich eine Nintendo Switch und bin schon gespannt, die Spiele für diese Konsole zu erkunden.

Angenommen, Sie könnten sich eine Spielfigur als Protagonisten Ihres neuesten Romans aussuchen: Welche wäre das?

GLaDOS wäre sicher witzig. Über das "Wie" müsste ich mir noch Gedanken machen. Aber ein Versuch könnte zweifellos Spaß machen.

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