Die besten dystopischen Filme: Waterworld

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FILM

Die besten dystopischen Filme: Waterworld (1995)


»Mad Max im Wasser«, meinten einige Kritiker nach Erscheinen des Films abschätzig. Im Grunde genommen haben sie damit recht. Sogar Drehbuchautor David Twohy, der auch für Regiearbeiten von Science-Fiction-Streifen wie »The Arrival« oder der »Riddick«-Trilogie bekannt ist, gab freimütig zu, sich am zweiten Teil der australischen Endzeit-Saga orientiert zu haben.

Ein Mann, den alle nur »Mariner« (Costner) nennen, gerät als einsamer Mutant mit Kiemen in einer vom Wasser überfluteten Welt auf einer Insel in Gefangenschaft. Er kann sich von dem kleinen Atoll retten, als es von einer Bande marodierender Piraten, den sogenannten »Smokern« um ihren Chef Deacon (Hopper), überfallen wird. Der Mariner rettet dabei Helen (Tripplehorn) und die kleine Enola (Majorino), die eine seltsame Karte auf dem Rücken eintätowiert hat. Von nun an werden die drei von den Smokern verfolgt, denn die Karte soll den Weg nach »Dryland«, einer mythischen Landmasse, weisen.

Waterworld Trailer

Alle Zutaten von »Mad Max« findet man hier wieder: eine auf den ersten Blick harte und brutale Hauptfigur, durchgeknallte Banden als Gegenspieler, eine trostlose Zukunft und hochgepimpte Wasserfahrzeuge, die die schrillen Karren aus der Wüstenkriegersaga ersetzen.

Sieht man den Film als Actionstreifen und erwartet man nicht den Hauch eines Anspruchs, dann wird man auf keinen Fall enttäuscht. Von Regisseur Reynolds gekonnt inszeniert, hat der Film mit seinen über zwei Stunden Laufzeit trotzdem kaum Längen und begeistert durch schrille Sets und gut choreografierte Actionszenen. Hin und wieder gibt es einige wirklich dämliche Dialoge, aber die kann man noch halbwegs ignorieren.

Mir hat die Darstellung der »Smoker« als durchgeknallte und chaotische Piraten sehr gut gefallen und die schnoddrigen Sprüche von Bandenchef Deacon haben mich mehr als einmal zum Schmunzeln gebracht. Das hilft natürlich, den Film nicht so ernst zu nehmen und als das zu sehen, was er ist: reine Unterhaltung, die manchmal mit den Grenzen des guten Geschmacks spielt und ab und zu ins Satirische abdriftet, wobei man sich darüber streiten darf, ob das gewollt oder unfreiwillig ist.

Waterworld - Dennis Hopper

»Waterworld« war vor seiner Veröffentlichung wegen einiger spektakulärer Kostenüberschreitungen in die Schlagzeilen gekommen. Ein Hurrikan zerstörte die aufwendigen Sets vor der Küste Hawaiis, die man in einem riesigen Seewassertank ähnlich dem von »Titanic« (zwei Jahre später) errichtet hatte, was die Kosten auf damals sagenhafte 175 Millionen Dollar schraubte. Am Ende überwarf sich Hauptdarsteller und Produzent Kevin Costner mit seinem Regisseur und Reynolds wurde gefeuert (oder ging freiwillig), sodass Costner selbst die letzten Szenen in den Kasten brachte. Nach den schlechten Nachrichten sagten Kritiker bereits vorab genüsslich ein Desaster an den Kinokassen voraus und gaben dem Film bestenfalls mittelmäßige Rezensionen. Nichtsdestotrotz war »Waterworld« auf Platz 1 der Charts gestartet und schaffte es am Ende gerade so, seine Kosten wieder einzuspielen. Für Kevin Costner war es jedenfalls ein Wendepunkt, denn er geriet nach seinen Hits »König der Diebe« und »Der mit dem Wolf tanzt« langsam auf den absteigenden Ast seiner Karriere.

Für mich bleibt »Waterworld« ein unterhaltsamer, schrulliger Actionstreifen, den man sich alle paar Jahre mal wieder ansehen kann.

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