Doctor Who: TARDIS

FILM

Doctor Who – Ein Abenteuer durch Raum und Zeit (Teil 2)


»Doctor Who« ist die am längsten laufende Science-Fiction-Fernsehserie der Welt. Doch wer kam auf die Idee, einen Mann in eine Polizeinotrufzelle zu packen? Warum reist er durch Raum und Zeit? Wer sind die Leute an seiner Seite?

In dieser dreiteiligen Reihe beantwortet Grit Richter euch diese Fragen und noch viele mehr.

Höhen und Tiefen einer Zeitreise

In Teil 1 hab ich euch geschildert, wie »Doctor Who« entstanden ist, welche Hürden schon der Anfang bereitstellt und wie sie mit viel Kreativität überwunden wurden. Nun geht es weiter.

Für Jon Pertwees 3. Doctor hat man sich etwas Neues einfallen lassen. Er wird von seinem eigenen Volk ins Exil auf die Erde geschickt. Dort verliert er eine Zeitlang sein Gedächtnis, genauso wie den Schlüssel zur TARDIS. Er unterstützt die Organisation UNIT, die sich mit außerirdischem Leben auf der Erde beschäftigt.

Pertwee verkörpert die Rolle des Doctors vier Jahre lang, bevor er sie an Tom Baker weitergibt. Ab dann geht die Reise in ganz neue Gefilde.

Referenzen

Dieser Planet namens Amerika

Tom Baker bringt »Doctor Who« nach Amerika. Mit wuscheligen Haaren, Schlapphut und einem 4 Meter langem Schal erobert der Zeitreisende die Herzen der amerikanischen SF-Fans. Bis heute weisen zahlreiche Referenzen auf ihn als Doctor hin. So erscheint er mehrmals als Hintergrundfigur bei »Die Simpsons«, springt bei »Futurama« von einem Bus in seine TARDIS oder wird in »The Big Bang Theory« von Sheldon gecosplayed.

Kein Wunder, dass er so im Gedächtnis der Amerikaner blieb, schließlich hat er die Rolle des Doctors fast doppelt so lange gespielt wie die meisten seiner Vorgänger und Nachfolger. Sieben Jahre lang sah man ihn als Doctor über die Leinwand springen, und damit hat er die Rolle bis heute am längsten innegehabt.

Zu seinem ikonischen Schal gibt es außerdem eine großartige Geschichte, denn dieser entstand durch ein Missverständnis. Als man der Kostümbildnerin einen Korb mit Wolle gab und sagte »Mach daraus einen Schal« war eigentlich gemeint: Mach aus jedem Knäuel EINEN Schal. Sie verstand jedoch, mach aus allen Knäuelen zusammen einen langen Schal. Tom Baker war von diesem Versehen jedoch so begeistert, dass er den Schal behalten hat, auch wenn er im Laufe seiner Zeit ständig darüber stolpert.

Zum weiteren Erfolg der Serie trug wohl auch die Beteiligung des Autoren Douglas Adams bei. Er schrieb ein paar Folgen und war als eine Art Showrunner tätig. Nicht verarbeitete Stoffe wurden später zu Büchern umgeschrieben oder fanden den weg in seine »Dirk Gentley«-Reihe.

Die dunkle Seite des Universums

In der Welt von »Doctor Who« geht es jedoch nicht immer lustig und farbenfroh zu. Obwohl als Kinder- und Jugendserie konzipiert nimmt die Serie oft düstere Züge an. Das zeigt sich besonders beim 5. Doctor, Peter Davison, der zwar sehr sanftmütig ist, dessen erster Begleiter Adric jedoch vor seinen Augen stirbt.

Auch hinter den Kulissen geht es rauer zu. So bleibt der 6. Doctor, Colin Baker, nur kapp zwei Jahre bevor er wegen kreativen Differenzen mit der BBC die Serie verlässt. Nicht einmal seine Regenerationsszene wollte er drehen, da musste sein Nachfolger, der 7. Doctor Sylvester McCoy, ein bisschen tricksen.

McCoy ist der erste Schotte, der in die Rolle des Doctors schlüpft, alle seine Vorgänger waren Engländer und auch nach ihm gab es nur noch zwei weitere Schotten, die diese Rolle spielten.

Im Laufe der vergangenen Jahre wurde damit begonnen, immer mehr Informationen über den Doctor in die Serie einzubauen. So ist er nun nicht einfach nur ein Alien, sondern stammt von Planeten Gallifrey in der Konstellation Kasterborous. Auch andere Time Lords begegnen uns im Laufe der Serie, der Master oder die Rani, die beide als Gegenspieler des Doctors auftreten. Mit dem 7. Doctor wird Gallifrey und seinen Bewohnern mehr Hintergrund und Geschichte gegeben. Doch der Plan sieht noch weitere Änderungen vor, die Vergangenheit des Doctors soll ebenfalls stärker beleuchtet werden. Leider wird die Serie 1989 wegen geringer Einschaltquoten abgesetzt und diese Pläne können nicht umgesetzt werden.

Die 26. Staffel von »Doctor Who« hat einen normalen Abschluss, ganz so, als sollte es danach weitergehen. 1993 fanden sich einige der Doctor-Darsteller noch einmal zusammen, um für ein »Children in Need«-Special die Doppelfolge »Dimensions in Time« zu drehen. Doch ansonsten wurde es ruhig um den Zeitreisenden.

Romana + K9

Die Begleiter*innen des Doctors

Auf seinen Reisen trifft der Doctor nicht nur verschiedene Aliens und historische Persönlichkeiten, oft begegnen ihm Wesen, die er in die TARDIS einlädt und die ihn ein Stück seines Weges begleiten. Männer und Frauen, Roboter-Hunde und Androiden, Menschen aus der Vergangenheit und der Zukunft. Besonders die weiblichen Begleiter fungieren zumeist nur als Stichwortgeber und Plot Device, was von vielen Schauspielerinnen auch bemängelt wurde. Doch einige stechen aus der Masse hervor.

Über die Familie des Doctors erfahren wir schon sehr früh etwas, denn seine erste Begleiterin ist auch seine Enkelin. Susan Forman ist ihr Alias auf der Erde, sie möchte die Menschen kennenlernen und gibt sich als eine von ihnen aus.

In Teil 1 erzählte ich schon von Jamie McCrimmon, der den 2. Doctor über 113 Folgen lang begleitete und damit rekordhaltender Begleiter ist. Er gehört auch zur männlichen Minderheit unter den Mitreisenden in der TARDIS.

Sarah-Jane Smith begleitet nicht nur einen Doctor. Sie begegnet dem 3. Doctor und bleibt bei ihm, als er regeneriert. Die Wege trennen sich, doch viele Jahre später wird sie auf den 10. und 11. Doctor treffen.

Brigadier Lethbridge-Stewart wird nicht immer als wichtiger Begleiter aufgelistet, da er nur kurz mit dem Doctor reist. Der UNIT-Offizier bleibt dem Doctor jedoch lange im Gedächtnis und wird später besonders vom 11. Doctor oft erwähnt. Dieser trifft auch auf dessen Tochter Kate, die ebenfalls für UNIT arbeitet.

Romana ist eine Time Lady und wird dem 4. Doctor zur Seite gestellt, um den »Key to Time« zu finden. Nach diesem Abenteuer bleibt sie bei ihm, um das Universum zu entdecken. Während ihrer Reise regeneriert sie und die Schauspielerin Mary Tamm gibt die Rolle an Lalla Ward weiter, die bis heute in den Audio Dramas als Romana zu hören ist.

K-9 ist ein Roboterhund. Da er keine Gefühle kennt, kommt es zwischen ihm und den anderen Figuren oft zu witzigen Dialogen. K-9 wird Sarah-Jane als Weihnachtsgeschenk vom 4. Doctor übergeben, später geht er kaputt und kann erst vom 10. Doctor wieder repariert werden.

Ace ist die letzte Begleiterin des Doctors, bevor die Serie 1989 abgesetzt wird. Sie ist ein Punk und damit eine Referenz an die Punk-Bewegung der 80er Jahre. Ace ist außerdem die erste und bisher einzige Person, die einen Dalek mit einem Baseballschläger zerstört. Sie ist laut und unangepasst, experimentiert mit Sprengstoff und nennt den Doctor immer »Professor«.

Doctor Who: The Movie - Trailer

BONUS – Doctor Who Der Film

Sieben Jahre nach der Absetzung von »Doctor Who« tat sich die BBC mit Fox Network zusammen um die Serie weiterzuführen. Ergebnis des Experiments war der Fernsehfilm »Doctor Who: The Movie«, der mehr oder minder an das Finale der 26. Staffel anschließt. Am Anfang begegnen wir noch einmal dem 7. Doctor, der jedoch in den Straßen von San Francisco erschossen wird und anschließend in einer Leichenhalle regeneriert. Auf der Suche nach sich selbst und seiner TARDIS trifft er nicht nur auf den Master, sondern auch auf Doktor Grace Holloway, die ihn begleitet.

Zwischen den beiden passiert etwas, dass es bisher in der Geschichte der Serie noch nicht gab: Eine Liebesbeziehung. Denn die BBC hatte immer strikte Regeln. Der Doctor ist eine Autoritätsperson und die Begleiter*innen so etwas wie seine Schüler*innen. Ein Verhältnis war undenkbar.

Im Erfolgsfall sollte die Serie ebenfalls wieder neu aufgelegt werden und die Abenteuer des 8. Doctors Paul McGann erzählen. Doch leider floppte der Film, und eine Weiterführung der Serie wurde abgeblasen.

Doch das Fandom hielt sich in den nächsten Jahren selbst am Leben. Durch Magazine, FanFilme, Audio Dramas und vieles mehr wuchs die Fangemeinschaft und hörte nie auf daran zu glauben, dass es irgendwann weitergehen würde.

Fortsetzung folgt

In Teil 3 erzähle ich euch, wie die Rufe der Fans gehört wurden und wie sich die Serie selbst regeneriert hat.

Über die Autorin

Grit Richter ist Verlegerin und staatlich geprüfte Grafik-Designerin. 2012 gründete sie den Art Skript Phantastik Verlag der mittlerweile auf Dark Fantasy, Steampunk und Space Opera spezialisiert ist. Drei Genre, die sie selbst mit viel Passion im Bereich Buch und Film verfolgt. Wenn sie nicht gerade ihre Bücher auf Messen anpreist, entdeckt Grit die neusten Serien auf Netflix und Co.

Grit Richter

© Privat

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