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FILM

Historische und pseudo-historische Serien für Fans von Game of Thrones


Ja! Wir vermissen Game of Thrones! (Staffel 8 ist hier exkludiert.) Welche Serien könnten in die GoT-Fußstapfen treten? Unser Autor Markus Mäurer hat da eine Menge Vorschläge ...

 

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Ein Nachfolger für Game of Thrones wird momentan heiß erwartet. Und es befinden sich einige vielversprechende Fantasyserien in der Mache, von denen The Witcher bereits gestartet ist, während wir uns auf Das Rad der Zeit, die Herr-der-Ringe-Serie und natürlich das GoT-Spin-Off noch etwas länger gedulden müssen.

Doch wem GoT gefallen hat, sollte es vielleicht mal mit einer historischen Serie versuchen. Immerhin ließ sich George R. R. Martin stark von den britischen Rosenkriegen inspirieren. Inzwischen gibt es für so ziemlich jedes Zeitalter der Menschheit historische Serien, die von der Erzählstruktur durchaus Game of Thrones ähneln. Aber zunächst ein paar Serien, die noch dieses Jahr anlaufen werden:

Cursed (ca. 500 n. Chr.)

Eine der bekanntesten historischen Sagen mit Fantasyelementen ist die Artus-Saga. In der Netlixserie Cursed, basierend auf dem Buch von Tom Wheeler und Frank Miller, wird die Geschichte der Dame vom See erzählt, die Artus in vielen Verfilmungen das Schwert Excalibur mit einer aus dem See ragenden Hand reicht. In Cursed lernen wir die junge Nimue kennen, und wie sie in die ganze Geschichte verwickelt wurde. Hier gibt es weitere Infos zur Serie.

Netflix, Starttermin nicht bekannt

Die Barbaren (9 n. Chr.)

Erzählt von der Schlacht zwischen den Germanen und dem Römischen Reich im Teutoburger Wald, der sogenannten Varusschlacht im Jahre 9 n. Chr. Viel mehr ist noch nicht bekannt, aber hoffentlich sehen die Kämpfe besser aus, als die nachgestellten Szenen in ZDF History und Co.

Verfügbar auf Netflix, Starttermin bisher nicht bekannt.

Spartacus: Blood and Sand (73 bis 71 v. Chr)

Erzählt die Geschichte des Gladiators Spartacus (bekannt durch den Film mit dem kürzlich verstorbenen Kirk Douglas) angelehnt an den Stil der Comicverfilmung 300. Es gibt viel Sex, Gewalt und nackte Leiber in Blut und Schweiß getränkt. Hauptdarsteller Andy Whitfield verstarb leider nach der ersten Staffel an den Folgen einer Krebserkrankung. Seine Rolle übernahm dann Liam McIntyre.

Verfügbar auf Netflix, 4 Staffeln

Rom (52 bis 44 v. Chr)

Historische Serien gibt es schon so lange, wie es das Fernsehen gibt, doch die sahen dann meist eher wie Herkules mit Kevin Sorbo aus. Erst mit Beginn des Golden Age of Television nahmen die Sender richtig viel Geld in die Hand, um aufwendige Sets und Schlachten zu inszenieren. Und den Auftakt in Sachen historischen Serien machte die HBO-Serie Rom, in der wir den beiden Soldaten Lucius Vorenus und Titus Pullo folgen, die in die Intrigen rund um die Herrschaft Caesars verwickelt werden. Durchaus komplex angelegt, kommt aber im Stile einer actionreichen Buddy-Komödie daher.

Verfügbar auf Sky Go, 2. Staffeln

Vikings (ca. 9. Jahrhundert)

Erzählt die Geschichte Ragnar Lodbroks und der Schildmaid Lagertha. Produziert vom History Channel überraschte die Serie 2013 mit einer gut geschriebenen Produktion über den Visionär Ragnar Lodbrok und seinen Drang nach Westen, der ihn bis nach Britannien führte. Intrigen, Schlachten, mystische Motive, wunderschöne Naturaufnahmen, aber auch einiges an Substanz. Leider fallen die Ausstattung der Darsteller (Kostüm, Waffen, Frisuren) und das Set-Design aufgrund der fehlenden historischen Korrektheit größtenteils durch (siehe hier ein fachkundiger Beitrag zum Histo-Fail bei Vikings von Kaptorga), Vikings sei aber dennoch hier als "pseudohistorische" Serie mit aufgenommen.

Verfügbar auf Amazon Prime, 5 Staffeln

The Last Kingdom (Uthred Saga)

Spielt in der Zeitrechnung einige Jahrzehnte nach Vikings, die Dänen haben sich in North Thumbrian (England) festgesetzt und erobern eine Stadt nach der anderen. Uthred, der Sohn des gleichnamigen Königs, landet nach dem Tod seines Vaters bei den Wikingern, wo er aufwächst, bis er alt genug ist, sein Geburtsrecht einzufordern. Etwas geradliniger und konservativer inszeniert als Vikings, basierend auf den Romanen von Bernard Cornwell. Warnung: die Serie ist ziemlich brutal, und schon in der ersten Folge gibt es explizite Gewalt gegen Frauen und Kinder.

Verfügbar auf Netflix, 3 Staffeln

Knightfall (1306)

Erzählt von den Tempelrittern, ihren Misserfolgen während der Kreuzzüge im Heiligen Land und wie sie später erbarmungslos verfolgt und getötet wurden. Geradlinig inszeniert, mit teils sehr mäßigen Spezialeffekten, vor allem am Anfang bei der Belagerung von Acre (Akkon). Kommt auch, trotz blutiger Kämpfe, etwas blutleer daher, da es vor allem um religiöse Fanatiker geht, die ihren Glauben mit Gewalt verbreiten. Allerdings werden auch Themen angesprochen - wie der Antisemitismus, der zur Verbannung der Juden aus Paris führte -, die leider auch heute noch hochaktuell sind. Und am Ende geht es natürlich vor allem ums Geld.

Verfügbar auf Netflix, 1 Staffel

Knightfall: Trailer

Da Vinci’s Demons (1477)

Wer mit den Drehbüchern von David S. Goyer vertraut ist, dürfte wissen, wie wenig einen hier historische Korrektheit erwartet. Erfreulicherweise fällt die Serie aber unter die unterhaltsameren Werke Goyers, mit einem schwertschwingenden Leonardo da Vinci, den seine Verwicklungen in die Intrigen der Medicis, Borgias und des Vatikans sogar bis nach Südamerika und ihn mystische Gefilde führen. Spielt zwar eher in der phantastischen Herkules/Xena-Liga, aber kommt durchaus charmant und mit guter Ausstattung daher. Flotte Popcorn-Action für zwischendurch. Mehr über die Borgias erfährt man auch in den Serien Borgia und Die Borgias, die praktisch zeitgleich mit fast identischem Titel liefen.

Zurzeit nur käuflich im Stream erhältlich, 3 Staffeln

Die Tudors (1518)

Die Tudors war die nächste aufwendige Historienserie nach Rom, die sich großer Beliebtheit erfreute und aufgrund ihrer Hochglanzinszenierung und den attraktiven Darstellern auch bei einem jungen Publikum Interesse an historischen Stoffen weckte. Hier geht es um die Geschichte von Henry VIII (Heinrich der Achte), der ja berühmt berüchtigt dafür wurde, seine Ehefrauen (Katharina von Aragon, Anne Boleyn) köpfen zu lassen, wenn er eine neue Flamme entdeckt hat, was sogar zur Abkapselung von der katholischen und zur Gründung der Angelikanischen Kirche führte. Die anspruchsvollere Alternative bietet übrigens die Miniserie Wölfe, basierend auf einer Romanvorlage von Hilary Mantel.

Verfügbar bei Starzplay, 4 Staffeln

Black Sails (1715)

Black Sails erzählt die Vorgeschichte zu Robert Louis Stevensons Roman Die Schatzinsel; von Piraten und Aussteigern mit ihren Konflikten mit der britischen Krone und anderen Seemächten. Vor traumhaft schöner "karibischer" Kulisse (in Südafrika gedreht) geht es derb und frivol zur Sache, wobei sich die eigentliche Schatzsuche bzw. Kaperfahrt zu einer komplexeren Geschichte entwickelt. Hat vor allem Schauwerte, auch wenn die Action im Vordergrund steht, wobei die Serie leider sehr explizit ist, was sexuelle Gewalt gegen Frauen angeht. Alternativ kann man sich Crossbones mit John Malkovich ansehen (leider nach der ersten Staffel wieder eingestellt).

Verfügbar auf Starzplay, 4 Staffeln

Outlander (1743)

Eine Zeitreiseserie nach den Romanen von Diana Gabaldon, in der Lazarettschwester Claire Randall während ihre Flitterwochen in Schottland aus dem Jahr 1945 zurück ins Jahr 1743 versetzt wird, wo ihr ihre medizinischen und historischen Kenntnisse zunächst weiterhelfen, sie aber schnell als Hexe in Verruf gerät. Und natürlich verliebt sie sich in einen strammen Schotten. Ist deutlich besser geraten, als man von der Schmonzetten-Prämisse erwarten würde.

Verfügbar auf Netflix, 4 Staffeln

Frontier (2. Hälfte des 18. Jahrhunderts)

Die Frontier sei jener Ort, meinte Frederick Jackson Turner, an dem der Europäer in der Auseinandersetzung mit der Wildnis zum Amerikaner geschmiedet werde. Er bezog sich da vor allem auf den Wilden Westen, und natürlich ist dieser Gründungsmythos Schwachsinn, denn vor allem wurden an der Frontier die Ureinwohner ausgebeutet, ermordet und vertrieben. Und dies nicht nur im Westen, sondern auch weiter nördlich, in Kanada, wo die britische Hudson Bay Company ihr Unwesen trieb. Und genau davon erzählt die Serie, von Rotröcken und britischen Lords, die Wege suchen, die Pelzreichtümer der Ureinwohner effektiver auszubeuten. Dass eine der Hauptrollen von Jason Momoa gespielt wird, deutet schon an, dass es hier rauer zugeht.

Verfügbar auf Netflix, 3 Staffeln

Turn (1778)

Erzählt von der amerikanischen Revolution und dem Aufbau eines ersten Spionage-Rings unter George Washington. Die Geschehnisse werden aus Perspektive des Farmers Abe Woodhull wiedergegeben, dessen Vater zu den Loyalisten unter den Kolonisten gehört, während sich Abes Freunde weitestgehend gegen die britische Krone stellen. Ein Konflikt, bei dem es keine neutrale Haltung gibt und der einfache Leute in unerträgliche Zwickmühlen bringt. Sehr spannend inszeniert, vor allem eine Spionageserie vor eindrucksvoller Kulisse, aber ohne große Schlachten.

Verfügbar auf Amazon Prime, 4 Staffeln

Bei Netflix gibt es außerdem eine ganze Fülle an historischen Serien aus Japan, China und Südkorea. Ich will mich hier aber auf zwei herausragende beschränken.

Kingdom (ca. 1598)

Kingdom spielt kurz nach der japanischen Invasion in Korea (1592-1598), also zur Zeit, als bei uns in Europa die Renaissance gerade ausklang. Der König ist von einer mysteriösen Krankheit befallen, die geheim gehalten wird. Sein Sohn der Kronprinz gerät in eine Verschwörung, die bald in eine Zombieepedemie ausartet. Ein gelungener, eindrucksvoll inszenierter und sehr unterhaltsamer Genremix.

Verfügbar auf Netflix, 1 Staffel

The Rise Of The Phoenixes

Bildgewaltiges Historiendrama, das sich in puncto Ausstattung vor keinem Kinofilm verstecken braucht. Die genaue Epoche, in der diese chinesische Serie spielt, habe ich nicht herausfinden können, wird auch nicht eingeblendet, aber es geht um einen Kaiser und seine Dynastie. Der Einstieg ist ziemlich verwirrend, wie so häufig bei solchen Wuxia-Dramen um Hofintrigen, da es unzählige Parteien und Verwandte gibt, bei denen ich Schwierigkeiten hatte, zu verstehen, wer jetzt welchem Lager angehört und wer gegen wen intrigiert. Wenn man den Einstieg aber gemeistert hat, bekommt man eine toll gefilmte Historienserie aus China, mit guten Schauspielern und einer interessanten Geschichte, die mit ihren ganzen Hofprotokollen und Gepflogenheiten eine willkommene Abwechslung zu all den mitteleuropäischen Serien bietet.

Verfügbar auf Netflix, 1 Staffel (aber mit 70 Folgen!)

Marco Polo (13. Jahrhundert)

Aufwendige Verfilmung von Marco Polos Reisen nach China an den Hofe Kublai Khans im 13. Jahrhundert. Die erste Staffel soll 100 Millionen Dollar gekostet haben, und das sieht man ihr auch an. Historisch ist sie sehr freizügig und entwickelt sich in der zweiten Staffel zu einer richtigen Wuxia-(Martial-Arts-)-Serie, aber die Darsteller, allen voran Benedict Wong, sind hervorragend, das Pacing holpert manchmal etwas, trotzdem eine Empfehlung.

Verfügbar auf Netflix, 2 Staffeln

Peaky Blinders (1920er)

Eine Serie über Gangster im Birmingham der 1920er-Jahre ... soll etwas für Fans von Game of Thrones sein? Aber hallo! Was hier an familiären Verstrickungen, Kriegen und Machtkämpfen mit moderner Musik (allen voran von Nick Cave) bildgewaltig inszeniert wird, steht der Fantasyserie an Dramatik und Epik in nichts nach.

Verfügbar auf Netflix, 5 Staffeln

Ein paar Abschlussbemerkungen

Es gibt natürlich noch eine ganze Menge weiterer Serien im historischen und fantasy-historischen Setting, mit verschiedensten unterschiedlichen Erzählansätzen.

 

  • Norseman ist zum Beispiel eine norwegische Comedy-Serie über die Wikinger.
  • Troja: Fall einer Stadt, deckt das alte Griechenland ab und erzählt vom berühmten Untergang Trojas, ist aber eher mau geraten.
  • Die BBC-Serie Die Musketiere erzählt von D'Artagnan und seinen Gefährten.
  • Rani – Herrscherin der Herzen führt eine junge französische Adlige im 18. Jahrhundert nach Indien. Und Der Name der Rose ist eine Serienadaption des berühmten Romans von Umberto Eco.
  • The White Queen erzählt von den Rosenkriegen, auf die sich George R. R. Martin bezieht, gefolgt von The White Princess und The Spanish Princess
  • Und im Wilden Westen darf man natürlich Deadwood und Goodless nicht vergessen.

 

Viel Spaß beim Schauen! Falls ihr noch weitere Serientipps habt, kommentiert gerne unterhalb des Artikels.

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