Neues aus dem Star-Trek-Universum (I): „Star Trek: Picard“

© CBS Television / Amazon

FILM

Star Trek: Picard — Neues aus dem Star-Trek-Universum (I)


Nach langer Pause kehrt Sir Patrick Stewart am 24. Januar als Jean-Luc Picard zurück – in der (ganz herrlich uninspiriert betitelten) neuen Serie Star Trek: Picard. Die zweite Staffel ist bereits bestätigt. Wie kam es zu diesem überraschenden Comeback? Und was dürfen die Fans von dieser Quasi-Fortsetzung eines alten SF-Flaggschiffs erwarten? Tor-Onlines hauseigener Treksperte Christian Humberg wirft für uns den Blick hinter die Kulissen der Sternensaga … 

Was wir bisher wissen

Eigentlich wollte er nicht mehr. Patrick Stewart, in Würde gealterter britischer Theatermime und dank Star Trek und den X-Men ungekrönter König des nerdigen Genrekinos, hatte die Sternenflottenuniform längst zurück in den Schrank und den Schlüssel der USS Enterprise wieder an den Nagel gehängt. Seit seinem letzten Auftritt als Captain Jean-Luc Picard im Star Trek-Universum, dem nicht zu Unrecht gefloppten Kinofilm Star Trek: Nemesis (2002), war bereits viel Milch die Milchstraße hinabgeflossen. Niemand rechnete mehr ernsthaft mit einer Reprise dieser Figur.

Doch dann kamen Gerüchte auf. Von Gesprächen zwischen Stewart und CBS, dem amerikanischen Lizenzinhaber, bei dem plötzlich neue Leute über Star Trek entschieden und neue Wege beschritten. Von Produzenten, die den alten Star des Franchises umgarnen wollten wie durstige Klingonen eine Kelterei voller Blutwein. Und von Stewart, den es tatsächlich noch mal juckte.

Konnte das wahr sein? Kam The Next Generation im Zuge der omnipräsenten Reboot-Welle, die aus alten Konzepten neue TV-Produkte macht, zurück auf die Mattscheibe? Stewarts alte Serienkollegen wurden bei Conventionauftritten nahezu ständig darauf angesprochen und nicht müde zu versichern, sie wüssten von nichts, da niemand sie für Dreharbeiten angefragt habe.

Anfang August 2018 brachte Stewart dann endlich selbst Licht ins Dunkel, als er die Fans bei einem Auftritt in Las Vegas überraschte. Ja, versicherte er damals, Picard komme zurück. Nur Picard. Und ganz anders als zuvor.

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Picard mal anders 

Seit dem vergangenen August wurde dieses „anders“ genauer definiert: Stewart produzierte und drehte in den letzten Monaten, so weiß man nun, eine zehnteilige Serienstaffel namens Star Trek: Picard, die ab 23. Januar 2020 in den USA auf CBS All Access, dem hauseigenen Streamingdienst des Senders, und im Rest der Welt exklusiv auf Amazon Prime zu sehen sein soll. Und sie, so heißt es, setzt die Geschichte des alt gewordenen Captains der Sternenflotte etwa zwanzig Jahre nach Nemesis fort – mit einer staffelübergreifenden, neuen Geschichte … und mit ganz neuen Figuren an Picards Seite.

Dabei setzen die Autoren um den neuen Showrunner Michael Chabon ganz zeitgemäß nicht auf spannende Einzelepisoden, wie sie zur Zeit der Next Generation noch die erzählerische Norm waren. Stattdessen baut Chabon, ein mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneter Schriftsteller von Weltrang, auf eine staffelübergreifende Geschichte, deren einzelne Teile sich eher wie Kapitel eines Romans anfühlen sollen. Auch Stewart betonte in Interviews, die neue Produktion sei erzählerisch mehr Film als Fernsehen.

Picard: Und worum geht’s?

So genau weiß das noch keiner. Die ersten Trailer zeigen einen Jean-Luc, der sich nach tragischen Schicksalsschlägen aufs Weingut seiner Ahnen zurückgezogen hat (und dort einen „Nummer Eins“ genannten Hund hütet). Er scheint mit dem All und der Flotte abgeschlossen zu haben, wenngleich nicht unbedingt im Guten. Und eines Tages steht eine mysteriöse junge Frau vor ihm, die um Hilfe bittet.

Was will sie? Warum soll ausgerechnet er ihre letzte Hoffnung sein? Da die Flottenleitung Picard schneller abblitzen lässt als die Ferengi einen Bettler, sucht sich der Ex-Raumschiffkommandant neue Unterstützer für seine neue Mission. Er findet sie außerhalb der gewohnten Pfade und in Form von Pilot Chris Rios (Santiago Cabrera), der Wissenschaftlerin Agnes Jurati (Alison Pill) und dem romulanischen Flüchtling Narek (Harry Treadaway). Doch auch alte Bekannte wie Seven of Nine (Jeri Ryan), Deanna Troi (Marina Sirtis) und Will Riker (Jonathan Frakes) kreuzen abermals seinen Weg – genau wie Data (Brent Spiner), dessen Schicksal den alten Captain bis heute heimzusuchen scheint.

Picard in Deutschland

The Next Generation zählt – nach sieben TV-Staffeln, vier Kinofilmen und wahren Bergen an Lizenzprodukten – zu den erfolgreichsten Genreserien der Welt und bescherte dem von Gene Roddenberry vor über fünfzig Jahren ersonnenen Sternenfranchise in den Neunzigern einen zweiten Frühling. Entsprechend groß sind die Hoffnungen, die CBS in Stewarts Reprise der alten Figur setzen dürfte. Nostalgie lässt derzeit überall die Kassen klingeln – und wenn sie sich, wie man hier wohl hoffen darf, dann auch noch mit neuen, coolen Ideen verbindet, ist ein kommerzieller Erfolg zumindest wahrscheinlich. Entsprechend verwundert es nicht, dass das Team um Michael Chabon angeblich schon Staffel zwei von Star Trek: Picard ersinnt.

Ihren Erstling bekommen wir jedenfalls am 23. Januar 2020 zu sehen, wobei CBS und ihre Partner die einzelnen Episoden wohl nicht im Block, sondern in wöchentlichen Häppchen veröffentlichen werden. Für die deutsche Synchronfassung hat man, das legt der Trailer nahe, auf eine Mischung aus neuen und alten Bekannten zurückgegriffen. Data wird abermals von seiner Stamm-Stimme Michael Pan gesprochen, als Riker kehrt ZDF-Stimme Detlef Bierstedt zum Franchise zurück … und für Picard springt nach dem Tod der ZDF- und Kinostimme Rolf Schuldt nun wohl wieder der „Sat1-Picard“ Ernst Meincke ein.

Picard: Ausblick

Die Vorbereitungen für die Premiere laufen bereits auf Hochtouren. CBS hat Comics und Romane angekündigt, die auf Picard hinarbeiten sollen und deren deutsche Ausgabe beim Verlag CrossCult zu erwarten ist. Im Rahmen der Kurzfilmreihe Short Treks, deren erste Staffel hierzulande auf Netflix zu sehen ist, soll im Dezember sogar eine Art Prequel zum Neustart gesendet werden. Stewart selbst macht derweil abermals die große Convention-Runde, um Alt- wie Neufans auf die weiteren Reisen des Jean-Luc Picard einzustimmen. Und auch er scheint zu wissen, welches Potenzial in der Kraft der Nostalgie liegt: Bei einem Auftritt in New York versprach er nämlich erst kürzlich, dass auch der Rest der alten TNG-Brückencrew in späteren Staffeln der neuen Serie zu sehen sein wird.

Dafür müssen aber natürlich auch die Zuschauerzahlen stimmen.

Der Trek-Talk

Lehnen wir uns also entspannt zurück und warten ab, was Chabon, Stewart und der neue Star Trek-Lenker Alex Kurtzman uns präsentieren wollen. Ich für meinen Teil kann meine Vorfreude kaum bremsen und rufe ihnen ein herzliches „Auf den Schirm!“ zu. Aber wie seht ihr die Rückkehr von Jean-Luc Picard? Freut ihr euch auf die Serie, oder hätte CBS die Vergangenheit lieber ruhen lassen sollen? Diskutiert es mit uns im „Trek-Talk“, gleich hier in den Kommentaren. Unsere Grußfrequenzen sind jederzeit geöffnet.

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