Was ist eigentlich Mandalore?

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FILM

The Mandalorian: Alles, was du über den Kopfgeldjäger aus Star Wars wissen musst


Am 12. November 2019 feiert mit The Mandalorian die erste Star Wars-Realserie ihre Premiere. Die Serie soll sich um die Erlebnisse eines Kopfgeldjägers am Rande der Galaxis drehen. Aber was steckt eigentlich hinter dem titelgebenden Mandalorian und seiner Rüstung, die stark an den legendären Boba Fett erinnert? Die Antwort auf diese Frage führt quer durch 40 Jahre Star Wars-Geschichte.

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Zunächst einmal: Um die Figur des Mandalorian, gespielt von Pedro Pascal, wird aktuell noch ein großes Geheimnis gemacht. Es ist zu erwarten, dass die Identität des derzeit namentlich nicht bekannten Charakters im Verlauf der Serie enthüllt werden wird. Trotzdem sorgen allein seine Rüstung und der Serientitel für Erwartungen in Teilen des Fandoms, während andere sich vielleicht fragen, was ein Mandalorian eigentlich sein soll.

Manda-was?

Mandalore, um es kurz zu machen, ist ein Planet im Äußeren Rand der Galaxis, umkreist von einem bewohnbaren Mond namens Concordia. Die Mandalorianer sind Menschen, die vor allem für ihre ikonischen Rüstungen aus Beskar bekannt sind, einem Metall, das Blasterschüsse oder sogar den Hieb eines Lichtschwerts abhalten kann. Die Kultur der Mandalorianer ist bestimmt von einer kriegerischen Einstellung, die Ehre und militärische Stärke sowie den Zusammenhalt von Familien und Clans über alles andere stellt.

Allerdings ist Mandalore auch ein ziemlich gutes Beispiel für medienübergreifendes Erzählen und dafür, wie Inhalte und Ideen sich im Star Wars-Universum entwickeln und immer wieder umgeschrieben und verändert werden, sich gegenseitig widersprechen und am Ende dann doch wieder im aktuellen Kanon auftauchen. Man kann sich Star Wars ein wenig wie einen Eisberg vorstellen, bei dem die großen Kinofilme über der Wasseroberfläche sichtbar sind, während sich der größere Teil des Eisbergs, bestehend aus Fernsehserien, Romanen, Comics, Computerspielen und verschiedenen anderen Produkten, unter der Wasseroberfläche verbirgt. Es gibt, seien wir ehrlich, kaum etwas, was es bei Star Wars nicht gibt. Kochbücher, Malbücher, Angelausrüstung, aufblasbare Darth Vader-Weihnachtsdeko, Chewbacca-Hausschuhe und Todesstern-Kugelgrills – die Liste ist schier unerschöpflich. Aber wenn man die eher skurrilen Elemente außen vor lässt, trifft man oft auf erstaunlich detailliert und über einen langen Zeitraum hinweg erzählte Geschichten, die immer wieder aufgegriffen werden. Mandalore ist eine davon.

The Mandalorian | Official Trailer | Disney+

Vom Holiday-Special zum Dha Verda Werda – die Anfänge Mandalores

Denn obwohl der Planet Mandalore und seine ikonischen Rüstungen bereits seit 1980 Teil des Star Wars-Universum sind, fällt das Wort Mandalore nicht ein einziges Mal in einem Star Wars-Film und ist vermutlich selbst für Star Wars-Fans nicht unbedingt ein Begriff. Tatsächlich beginnt die Entwicklungsgeschichte des Planeten im Fernsehen: im legendären, eher berüchtigt als berühmten „Star Wars Holiday Special“ aus dem Jahr 1978. Dort erlebten nämlich nicht nur die bekannten Star Wars-Charaktere seltsame Abenteuer in Wookieedörfern, sondern es wurde auch ein neuer Charakter eingeführt: der Kopfgeldjäger Boba Fett. Während dieser in seinem ersten Auftritt noch Teil einer Animationssequenz war, erschien er in „Das Imperium schlägt zurück“ dann auch, verkörpert von Jeremy Bulloch, auf der Kinoleinwand. Trotz seiner eher kurzen Auftritte in Episode V und VI erfreute sich der mysteriöse und schweigsame Kopfgeldjäger einer großen Beliebtheit bei den Fans – kein Wunder, dass er schon bald eine eigene Comicreihe erhielt. Aus einem Comic stammt übrigens auch das erste Star Wars-Abenteuer auf dem Planeten Mandalore. Erwähnt wird dieser allerdings schon im „Sketchbook zu Das Imperium schlägt zurück“: In diesem 1980 erschienenen Buch, das die verschiedenen Designs und Kostüme des Films erläutert, findet sich neben einer Skizze von Boba Fetts Rüstung die Anmerkung: „Rüstung für Supercommando“ und „eine Einheit von Supercommandos, Truppen aus dem Mandalore-System“. Die ursprüngliche Idee war also, dass Boba Fett Teil einer ganzen Einheit von Kämpfer*innen sein sollte, die alle diese Art von Rüstung tragen. Dieses Konzept wurde in den Comics wieder aufgegriffen: Im Star Wars-Comic Nr. 68, „The Search Begins“, führt die Geschichte Leia und C-3PO auf der Suche nach Boba Fett nach Mandalore, wo sie einen Charakter namens Fenn Shysa treffen, einen Mandalorianischen Krieger, der später in weiteren Comics und Romanen auftauchte. Doch auch wenn dies schon zu einer gewissen Beliebtheit führte, war Mandalore zu dieser Zeit noch eher ein Planet unter vielen.

Das änderte sich Mitte der Neunzigerjahre, als das Star Wars-Franchise nach dem Ende der Trilogie weiter versuchte, seine Inhalte über viele verschiedene Medien fortzuentwickeln. So erschien 1995 eine Comicreihe namens „Tales of the Jedi – The Sith War“, die weit in der Vergangenheit spielte. Dort spielen auch die Mandalorianer eine große Rolle im Krieg zwischen Jedi und Sith. In dieser Version die Geschichte sind sie allerdings keine Menschen, sondern der Begriff Mandalorianer wurde für eine eigene Spezies genutzt, die humanoid, hochgewachsen und mit grauer Haut dargestellt wurde und vor allem dafür bekannt waren, dass sie geborene Krieger*innen sind. Etwa zur gleichen Zeit, nämlich 1996, erschien die Multimedia-Kampagne „Shadows of the Empire“. Diese umfasste unter anderem ein Computerspiel, Comics, Romane – und einen eigenen Soundtrack. Dieser wiederum beinhaltete ein Gesangsstück namens Dha Werda Verda, verfasst von Ben Burtt. Der an germanische Heldengesänge angelehnte Text wurde auf dem Soundtrack zwar in einen anderen Kontext gesetzt, aus den Anmerkungen im Booklet lässt sich jedoch der Begriff Taung entnehmen, der weitere zehn Jahre später als Name der oben genannte Spezies festgelegt wurde und auch sonst reichlich Einfluss auf die Entwicklung der Mandalorianischen Kultur hatte. Aber zunächst kehrte Star Wars auf die Kinoleinwände zurück.

Jango Fett, Republic Commando und die Traviss-Romane

Als 2002 Episode II – „Der Angriff der Klonkrieger“ erschien, löste das ein neues Interesse an der ikonischen Mandalore-Rüstung aus. Jango Fett wurde in diesem Film nicht nur als Kopfgeldjäger und Vater von Boba Fett, sondern auch als Spender des Gen-Materials für die Klonsoldaten eingeführt. Zur Frage, ob und wie die Fetts nun mit den Mandalore und seiner Kriegerkultur zusammenhängen, gibt es verschiedenste Ansätze und Geschichten, von Comics und Spielen, die den Fetts eine lange Zugehörigkeit zu Mandalore zuschreiben (im Spiel „Knights of the Old Republic“), bis hin zu der Version, dass Jango Fett erst ein Mandalorianer ehrenhalber wird, nachdem er schon sein Genmaterial für die Klonarmee hergegeben hat (im Comic „Jango Fett: Open Seasons“). Apropos „Knights of the Old Republic“: Dieses 2003 erschienene Spiel trug ebenfalls zur Ausgestaltung der Mandalorianer bei. Es spielt 3956 Jahre vor Episode IV und beleuchtet unter anderem die Geschichte des Mandalorianers Canderous Ordo (einer der spielbaren Charaktere) und seinen Aufstieg zum Mandalore, dem Anführer aller Clans. Hier lässt sich auch schon ein kleiner Kontinuitätsfehler finden: In den oben erwähnten „Tales of the Jedi“-Comics werden die Mandalorianer zu diesem Zeitpunkt der Historie eigentlich noch alle als grauhäutige und übermenschengroße Spezies beschrieben, während Canderous Ordo im Spiel ein Mensch ist.

Jedenfalls beflügelte die Prequel-Trilogie auch das Fandom als solches wieder, und auch das wirkte sich auf die weitere Ausarbeitung der Mandalorianischen Kultur aus. Nachdem in Episode II die Klonkriege begannen, gab es ein großes Interesse nach mehr Inhalten zu dieser Epoche der Geschichte. 2005 erschien das Computerspiel „Republic Commando“, das genau dieses Interesse bediente. „Republic Commando“ dreht sich um das Delta Squad, eine Einheit von Klonsoldaten, die in den Klonkriegen verschiedene Missionen absolvieren müssen. In dem Spiel wurde als Hintergrundgeschichte etabliert, dass die Klontruppen von Mandalorianischen Krieger*innen ausgebildet wurden, die sich aufgrund ihrer kriegerischen Fähigkeiten als Söldner*innen und Ausbilder*innen für die Armee der Republik verdingten. Das Computerspiel wurde von einer Reihe von Romanen von Karen Traviss begleitet, die Mandalore und seine Krieger*innen nun vollends im Star Wars-Fandom bekannt und beliebt machten. Die Romane erschienen in dem Zeitraum von 2004 bis 2009 und drehten sich vor allem um Klonsoldaten und Mandalorianer. Die Mandalorianer in Traviss` Romanen wurden, passend zu der Geschichte im Computerspiel, als raubeinige und unabhängige Kämpfer*innen dargestellt, die ihre eigenen Gesetze machten und denen ihre Clans und Familien wichtiger waren als alles andere. Die Romane entwickelten sehr viele Details zur Kultur der Mandalorianer, wie beispielsweise Brettspiele, Tänze – und eine eigene Sprache. Hier können wir zum Dha Werda Verda, dem Kriegsgesang, zurückkehren, denn die Idee für diesen wurde im Soundtrack von „Republic Commando“ aufgegriffen. Jesse Harlin schrieb einen neuen Text dafür, und der Soundtrack beinhaltete am Ende fünf verschiedene Mandalorianische Kriegsgesänge. Diese dienten Karen Traviss als Vorlag für die Entwicklung der Sprache Mando’a, die so gut ausgearbeitet ist, dass man Online-Wörterbücher dafür findet. Für das Dha Werda Verda existierten damit nun allerdings zwei verschiedene Textversionen – die von Ben Burtt aus dem Jahr 1996 und die von Jesse Harlin aus 2005. Aber Star Wars wäre nicht Star Wars, wenn nicht auch das einfach in das erzählte Universum integriert worden wäre: In einer Passage aus dem „Essential Guide to Warfare“, einem Sachbuch zu Militär und Waffen in Star Wars, die aus Platzgründen aus der gedruckten Ausgabe entfernt und später als Blogeintrag veröffentlicht wurde, legten die Autoren Jason Fry und Paul R. Urquhart fest, dass die ursprüngliche Gedichtform von der alten Spezies der Taung stammte, während die neue Form von den Mandalorianern nach dem Vorbild des alten Textes neu verfasst wurde, lange nachdem die Taung ausgestorben waren und die Menschen ihre Kultur weitergeführt hatten.

Ebenso wenig wäre Star Wars noch Star Wars, wenn alle Fans die neue Mandalorianer-Kultur gleichermaßen gut gefunden hätten: Manche lehnte die Version von Karen Traviss ab, weil sie sich selbst schon ihre eigene Vorstellungen gemacht hatten, die nun widerlegt wurden, oder weil sie gerade das Mysteriöse und Unbestimmte von legendären Krieger*innen mit verhülltem Gesicht mochten und gar keine genaue Ausarbeitung der Kultur von offizieller Seite haben wollten. Doch in einem großen Teil des Fandoms wurden die Romane sehr gut aufgenommen, und die unabhängigen, wilden Kämpfer*innen in bunten Rüstungen wurden so beliebt, dass 2007 der Mandalorian Mercs Costume Club gegründet wurde. Dessen Mitglieder sind bekannt dafür, ihre eigenen Mandalorianischen Rüstungen zu schmieden, und inzwischen ein wichtiger und beliebter Teil der Fan-Szene. Ebenso wie die 501st Legion und die Rebel Legion gehören sie zu den Kostümvereinen, die offiziell von Lucasfilm anerkannt sind, und sind auf fast jeder größeren Star Wars-Veranstaltung zu finden.

Disney Streaming - The Mandalorian

© Disney+ / Lucasfilm

Krieg und Frieden – Mandalore in The Clone Wars

Beinahe 30 Jahre nach Boba Fetts Intermezzo im Holiday Special war es dann so weit: Mandalore bekam seinen ersten Fernsehauftritt. In der von 2008 bis 2014 laufenden Serie „The Clone Wars“ wurden unter der Hauptregie von George Lucas verschiedenste Geschichten aus den drei Jahren zwischen Episode II und III erzählt. Mit der Folge „Verschwörung auf Mandalore“ wurde Mandalore in Staffel 2 als einer der Handlungsschauplätze etabliert, zu dem der Plot immer wieder zurückkehrte. Lucas hatte beschlossen, dass Mandalore als großes, reiches und mächtiges Planetensystem nicht aus der Erzählung um den Krieg zwischen Republik und Separatisten herausgelassen werden sollte. Allerdings fand in der Entwicklung der Folgen eine große Umgestaltung des Planeten statt, denn die zerstreut lebenden, unabhängigen Mandalorianer aus Karen Traviss` Romanen passten nicht unbedingt zum Konzept eines Planeten, der mächtig genug sein sollte, nicht einfach in die Klonkriege hineingezogen zu werden. Das Mandalore aus „Clone Wars“ ist angelehnt an die alte Idee der „Supercommandos“ aus dem Sketchbook, spinnt diese Idee aber weiter und wirft die Frage auf: Wie könnte eine Gesellschaft aussehen, die von jahrhundertelangen Kriegen und einer Verherrlichung von Krieg und Gewalt geprägt ist? In der Serie wird die Oberfläche des Planeten als wüstenartiges Ödland dargestellt, das nach einer Katastrophe, die sich im Zuge des Krieges Mandalores gegen die Jedi ereignete, unbewohnbar ist. Die Menschen leben unterirdisch oder unter riesigen Glaskuppen. Und zum ersten Mal in der Geschichte des Planeten herrscht Frieden: „Clone Wars“ führt die Fraktion der Neuen Mandalorianer ein, eine pazifistische Strömung, die vor einiger Zeit die Herrschaft übernommen hat. Sie werden repräsentiert von Herzogin Satine Kryze, die Krieg und militärische Stärke vehement ablehnt und eines der wichtigsten Mitglieder im Rat der Neutralen Systeme ist, einem Zusammenschluss verschiedenster Welten, die sich dem Krieg, mit dem Kanzler Palpatine die Galaxis überziehen will, verweigern.

Die Idee, einer langen Tradition von kriegerischer Kultur eine pazifistische Ausrichtung entgegenzustellen, macht Mandalore zu einem sehr interessanten Schauplatz, denn natürlich gibt es auch eine Gruppierung namens Death Watch, die die Herzogin stürzen und zu den alten Werten und Idealen zurückkehren möchte. Außerdem ist Satine als idealistische Pazifistin eine sehr interessante Figur, die den Jedi, die mehr und mehr in Palpatines Krieg hineingezogen werden, einen Spiegel vorhält. Dadurch, dass Satine auch eine besondere Beziehung zu Obi-Wan Kenobi hat, wird dieser Konflikt auf eine persönliche Ebene gebracht und im Verlauf der Serie immer wieder thematisiert.

Allerdings passte diese Version von Mandalore überhaupt nicht mehr zu der Version aus den „Republic Commando“-Romanen – ein weiteres Beispiel dafür, dass das Star Wars-Universum zu jeder Zeit zahlreichen Überarbeitungen und Neugestaltungen unterworfen war. Die abweichende Mandalore-Version der „Clone Wars“-Serie führte nicht nur dazu, dass Karen Traviss ihre Romanreihe abbrach, sondern auch zur Ablehnung einiger Fans, zumal „Clone Wars“ auch noch etablierte, dass Jango Fett kein Mandalorianer war, sondern nur irgendwann einmal eine Mandalorianische Rüstung erbeutet hatte. Andere wiederum zählen die Mandalore-Episoden der Serie zu deren Highlights. Umso größer war die Enttäuschung über die Absetzung von „Clone Wars“ nach der fünften Staffel, die den Mandalore-Handlungsstrang mit einem fiesen Cliffhanger enden ließ. Inzwischen steht fest, dass die Geschichte nun doch endlich zu Ende erzählt werden wird: Im Februar 2020 wird eine letzte Staffel „Clone Wars“ erscheinen, und „Siege of Mandalore“, die Belagerung Mandalores durch die Truppen der Republik, ist einer der angekündigten Handlungsbögen.

Das Beste aus 40 Jahren – Mandalore in Star Wars: Rebels

Auch in der Serie „Star Wars: Rebels“ (2014 – 2018), die der „Clone Wars“-Serie nachfolgte, spielt Mandalore eine Rolle und die Geschichte des Planeten wird weitererzählt. Das Mandalore-System steht nicht direkt unter Imperialer Verwaltung und Kontrolle, aber ein Imperium-treuer Regent wurde eingesetzt, dem viele der Clans treu ergeben sind. Die zahlenmäßig unterlegenen Protectors, die einst treu zu Herzogin Satine Kryze standen, haben den Planeten verlassen und sich ins Concord Dawn-System zurückgezogen. Während es in „Clone Wars“ vor allem um die Frage von Militarismus und den Konflikt zwischen den verschiedenen politischen Fraktionen ging, erzählt „Rebels“ eher eine Familiengeschichte. Eine der Hauptfiguren der Serie, Sabine Wren, ist eine junge Frau, die von dem Konflikt zwischen der Loyalität zu ihrer Familie und ihren eigenen Idealen bestimmt wird. Der Kampf darum, ihren eigenen Weg zu finden, führt sie am Ende wieder zurück nach Mandalore, wo sie ein Symbol der Hoffnung für einen Aufstand gegen das Imperium in die Hände der richtigen Person bringt. Ob dieser Aufstand allerdings je erfolgte und wie es Mandalore seitdem ergangen ist, wird offen gelassen – und manche erhoffen sich von „The Mandalorian“ die dringend ersehnte Fortsetzung dieser Geschichte.

Interessanterweise greift „Rebels“ sehr viele der alten Ideen und Einflüsse aus vorigen Mandalore-Versionen wieder auf. Beispielsweise wird etabliert, dass einige der Protectors bei der Ausbildung der Klontruppen geholfen und auch im Klonkrieg gekämpft haben, was auf die Geschichte des „Republic Commando“-Spiels und der Begleitromane zurückgeht. Es gibt in „Rebels“ Mandalorianische Supercommandos, die für das Imperium arbeiten und eine Art Elite-Truppe mit Jetpacks bilden. Es gibt einige Sätze in der Sprache Mando’a, und ein von Karen Traviss erfundenes Gesellschaftsspiel namens Cubikahd wird in einer der Folgen von Sabine und einem anderen Mandalorianer gespielt. Auch die bunten und unterschiedlich verzierten Rüstungen von Sabines Clan passen optisch wieder mehr zu denen der Traviss-Ära.

Mandalore ist übrigens nicht nur ein gutes Beispiel für die fortwährende Umgestaltung des Star Wars-Kanons, sondern auch für das Wiederverwenden von alten, nicht benutzten Design-Ideen. Beispielsweise wurde für die Gestaltung der Mandalorianischen Städte eine Designidee für einen Kristallplaneten benutzt, die für Episode III entworfen, aber nicht benutzt wurde. Die Optik der Architektur und sogar der Gesichter der Mandalorianer in „Clone Wars“ ist aus der Brustplatte von Boba Fetts Rüstung entwickelt – die hexagonale Form in deren Mitte wurde als Ausgangspunkt benutzt und inspirierte eine Optik mit vielen Kanten und geraden Linien, die sich auch in den Gesichtern der Personen wiederfindet. Das ikonischste Outfit von Herzogin Satine, das sie bei ihrem ersten Auftritt in der Serie trägt, war ursprünglich ein Design für ein Kleid von Padmé Amidala, während das Siegel der Mandalorian Protectors auf Konzeptzeichnungen für Boba Fett basiert.

„Star Wars Rebels“ zeigt letztendlich eine Version von Mandalore, die die Einflüsse von beinahe vier Jahrzehnten in sich vereint: die ikonischen Rüstungen und technischen Spielereien von Boba Fett, die Supercommandos aus dem Sketchbook von 1980, die kulturellen Einflüsse aus der Traviss-Ära inklusive der Sprache, die sich irgendwie im Verlauf von zehn Jahren aus zwei verschiedenen Computerspielsoundtracks entwickelt hat. Die Serie greift außerdem die Geschehnisse aus „Clone Wars“ auf und verbindet sie mit den Motiven von Familie, Ehre und Kriegertum, die sich durch die ganze Geschichte von Mandalore ziehen – das alles aus der Perspektive einer jungen Frau (eine der wenigen Women of Color, die das Star Wars-Universum zu bieten hat), die ihre Herkunft und den Umgang mit ihrer Kultur immer wieder herausfordert und für sich selbst neu definiert.

Star Wars Rebels: S04E01: Heroes of Mandalore Part 1

Fortsetzung folgt?

Und wie viel Mandalore steckt nun im Mandalorian? Das ist die Frage, die sich wohl alle stellen, die über die Jahre und Jahrzehnte hinweg Fans der kriegerischen Mandalorians und ihrer Rüstungen geworden sind. Fest steht zur neuen Serie bisher eigentlich nur, dass sie etwa fünf Jahre nach „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ und eher am Rand der Galaxis spielen soll. Laut Showrunner Jon Favreau soll sich viel der Handlung um das Machtvakuum drehen, das in der Zeit herrscht, nachdem das Imperium geschlagen wurde, die Neue Republik aber noch nicht in jedem Winkel der Galaxis für Ordnung sorgen kann. In einer Pressekonferenz vom 21.10.2019 kündigte er aber an, dass „The Mandalorian“ verschiedenste Dinge aus älteren Star Wars-Geschichten wieder aufgreifen wird. Sogar das „Holiday Special“ spielt dabei eine Rollen, denn die dort von Boba Fett benutzte Pulse Gun wird in „The Mandalorian“ als Waffe wieder vorkommen. Aber, so Favreau, auch verschiedene Inhalte und Handlungsbögen aus dem aktuellen Kanon, dem inzwischen zu Legends umbenannten Expanded Universe sowie aus den animierten Serien könnten wieder aufgegriffen werden. In jedem Fall wolle man auch denjenigen, die Star Wars schon lange verfolgen, Inhalte liefern, die diese vielleicht wiedererkennen. Ob das nun bedeutet, dass die Geschichte von Mandalore weitererzählt wird oder ob der bislang namenlose Hauptcharakter einfach nur eine sehr coole Rüstung irgendwo gefunden hat – wir werden es herausfinden.

„The Mandalorian“ startet am 12.11.2019 auf Disney +. Die erste Staffel soll acht Folgen umfassen, die wöchentlich ausgestrahlt werden.

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