Gezaubert und getrickst: Die besten Fantasyfilme mit Magie

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Gezaubert und getrickst: Die besten Fantasyfilme mit Magie


Peter Osteried
02.04.2019

Ob Merlin, Harry Potter oder Saruman: Magier auf der Leinwand sind zahlreich und vielfältig. Peter Osteried gibt einen Überblick über die besten Fantasyfilme, in denen gezaubert wird.

 

Seit Harry Potter und seine Schulkameraden die Welt der Magie ordentlich aufmischen und sowohl in Buch- als auch in Filmform Rekordumsätze eingefahren haben, ist das Interesse an Zauberern und Magiern enorm angewachsen. Dabei treten sie schon seit Beginn der Filmgeschichte auf der Leinwand in Erscheinung, egal ob als Helden oder Schurken. Besonders eignen sie sich natürlich für Letzteres, stellen sie doch mit ihren Kräften perfekte Bösewichter dar, die andere manipulieren oder gar verhexen oder in niedere Geschöpfe verwandeln. Grob nach Themen sortiert geben wir euch hier einen Überblick. 

Zaubertrick auf Zeichentrick

Der Zeichentrickfilm eignet sich besonders, um Zauberer und ihr Können in ganzer Pracht darzustellen. Was als Live-Action-Effekt Unsummen verschlingen würde, kostet in Zeichentrickform auch nicht mehr, als würde man das Gras beim Wachsen zeigen.

Anfang der 60er Jahre nahmen die Walt Disney Studios das Thema Zauberei in Angriff. 1963 konnte man schließlich DIE HEXE UND DER ZAUBERER präsentieren, der sehr, sehr lose auf T.H. Whites gleichnamigem Roman basiert und sich die Artus-Sage vornimmt, diese jedoch nach eigenem Gutdünken verändert. Erzählt wird hierbei von dem Waisenknaben Floh, der im Wald dem Zauberer Merlin begegnet. Am Ende – wir wissen es bereits – erweist sich Floh als Arthur, der das Schwert Excalibur aus dem Stein befreit und zum König über England wird.

Nicht des Merlin-Motivs, wohl aber des vom Zauberer hatte man sich bei Disney schon einmal angenommen, nämlich 23 Jahre zuvor. Walt Disneys ambitioniertestes Werk war FANTASIA (1940), der episodisch verschiedene Geschichten erzählt – darunter „Der Zauberlehrling“, die auf einem Gedicht von Goethe basiert und Micky Maus als titelgebenden Zaubernovizen zeigt.

Szene aus „Der Zauberlehrling“ (1940)

Das dunkle Gegenstück zu Walt Disney stellt Ralph Bakshi dar, der sich in den 70er Jahren daranmachte, den Zeichentrickfilm erwachsen werden zu lassen. Mit DIE WELT IN 10 MILLIONEN JAHREN stellte Bakshi 1977 so etwas wie seinen Probelauf für die Verfilmung von DER HERR DER RINGE vor. In dieser Geschichte geht es um den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse, wobei der finstere Zauberer Blackwolf die Herrschaft über die unverseuchten Teile einer postapokalyptischen Erde an sich reißen will, jedoch von seinem Bruder gestoppt wird.

Im darauffolgenden Jahr präsentierte Bakshi DER HERR DER RINGE (1978), der inhaltlich das erste Buch und ein Gutteil des zweiten Buchs abhandelt, aber gerade deswegen natürlich mitten in der Handlung abbricht. Im Großen und Ganzen wurde der Aufbruch der Gefährten nach Mordor erzählt. Eine wichtige Rolle spielen dabei natürlich der Zauberer Gandalf und sein Gegenspieler, der alte Saruman. 

Trailer: The Lord of the Rings (1978)

Erst 1980 gab es eine Fortsetzung, doch RETURN OF THE KING ist kein aufwändig gestalteter Kinofilm, sondern nur billige Fernsehanimation, die noch dazu nach einer einmaligen Ausstrahlung aufgrund rechtlicher Querelen aus dem Verkehr gezogen wurde. Als Abschluss – wenngleich mehr schlecht, denn recht – funktioniert dieser nicht länger von Bakshi betreute Film zumindest so halbwegs, wenngleich zwischen dem grandiosen ersten Film und diesem Fernsehderivat Welten liegen.

Einer der schönsten Fantasy-Filme aller Zeiten erblickte 1982 das Licht der Welt: DAS LETZTE EINHORN. Der Film, eine amerikanische-englisch-japanische Co-Produktion, basiert auf dem gleichnamigen Roman von Peter S. Beagle. Erzählt wird die Geschichte des letzten Einhorns, das zusammen mit der bauernschlauen Molly Grue und dem herumhampelnden Zauberer Schmendrick nach seinen Artgenossen sucht. Der Zauberer Schmendrick ist in erster Linie natürlich für den Comic Relief zuständig. Damit bereichert er den Film, der hin und wieder zwar im Kitsch versinkt, dessen emotionale Kraft jedoch meist zu spüren ist. Ein Minuspunkt ist die in Japan getätigte relativ simple Animation, die besonders in den Hintergründen – sofern sich davor einiges an Bewegung abspielt – zu wünschen übriglässt. Auch die Figuren leiden unter der hastigen Art der Animation, aber all dies kann die bezaubernde Wirkung des letzten Einhorns keineswegs schmälern. 

Trailer: Das letzte Einhorn (1982)

Merlin im magischen Mittelalter

Der Zauberer, der in der Geschichte des Films wohl am häufigsten porträtiert wurde, ist ohne Zweifel Merlin. Grundstock einer jeden Verfilmung ist – oder sollte – Artus (manchmal bezieht man sich auf ihn auch als Arthur) sein, der Excalibur aus dem Stein befreit und damit zum König Englands wird. Alles könnte so schön sein, würde seine Frau Guinevere ihn nicht mit einem seiner Ritter, Lancelot, betrügen. Daraufhin verlässt Lancelot den Hof, der König verfällt in Agonie und seine Ritter ziehen aus, den Heiligen Gral zu finden. In all das ist der weise Berater und Zauberer Merlin verstrickt.

Es wäre müßig, alle Filme aufzählen zu wollen, in denen Merlin in der einen oder anderen Form eine Rolle innehatte, doch ein paar Filme stehen exemplarisch für all die anderen, die hier nicht erwähnt werden können. Die frühen Versionen der Stummfilmära, die sich mit dem Thema beschäftigen, wählten interessanterweise nicht die Legende als Vorlage, sondern vielmehr Mark Twains 1889 erschienenen Roman „Ein Yankee aus Connecticut am Hof des König Artus“ als Vorlage. Hierbei erwacht ein Yankee nach einer Prügelei plötzlich im 6. Jahrhundert und findet sich an Artus’ Camelot wieder. Auf Grund seines fortgeschrittenen Wissens stellt der moderne Amerikaner die Ritterwelt auf den Kopf. Das Ganze gab es im Lauf der Jahre sogar als Musical, wobei Bing Crosby sich 1949 in RITTER HANK – DER SCHRECKEN DER TAFELRUNDE in der Titelrolle wiederfand. In all diesen Mark-Twain-Adaptionen war natürlich auch Merlin mit von der Partie, wenngleich seine Bedeutung hier weit geringer ausfiel als bei den eher ernsthaften Stoffen. Mitunter gab es jedoch interessante Momente, da der Magier auf den modernen Zauberer, sprich den gebildeten Yankee, der so manch alten Briten mit scheinbarem Zauberhandwerk beeindrucken konnte, stieß.

Trailer: Excalibur (1981)

Der größte aller Filme, der sich mit der Artus-Sage beschäftigt, ist John Boormans EXCALIBUR, der 1981 weltweit das Publikum verzauberte. In diesem grandiosen Werk, das von Pathos, hervorragenden Schauspielern, Bildgewalt und eindringlicher Musik wie etwa „O Fortuna“ aus Carl Orffs „Carmina Burana“ lebt, hat der von Nicol Williamson dargestellte Merlin weit mehr zu tun als jemals zuvor. Der Film bietet nicht nur große Schlachten mit Männern in glänzenden Rüstungen, sondern auch ein zauberhaftes Element, das durch Merlin und seine Gegenspielerin Morgana le Fay getragen wird.

Als Zweiteiler entstand 2001 NEBEL VON AVALON, der auf einem Roman von Marion Zimmer Bradley basiert und als deutsch-tschechisch-amerikanische Co-Produktion über namhafte Schauspieler verfügt. In dieser Miniserie, die einen neuen Zugang zur Artus-Sage findet, sind es die mystischen Frauen von Avalon und nicht Merlin, die die Geschicke um Camelot lenken. In jüngster Zeit war Merlin in Guy Ritchies KING ARTHUR – THE LEGEND OF THE SWORD (2017) zu sehen. 

Trailer: King Arthur – The Legend of the Sword (2017)

Auf des Schwertes Schneide: Sword & Sorcery

Eines der beliebtesten Subgenres der Fantasy ist die Heroic Fantasy oder Sword and Sorcery. Letztere Bezeichnung lässt schon erahnen, dass hier nicht nur muskelbepackte Barbaren mit Schwertern und Äxten für Kleinholz sorgen, sondern sich ihre Gegner mitunter auch aus zauberbegabten Schurken rekrutieren. Und meistens sind die Zauberer und Magier, die vor Urzeiten ihr Unwesen getrieben haben, eher der bösen Fraktion zuzurechnen. So richtig gütige Zauberer, die mit ihren Kräften für allgemeines Wohlgefallen sorgen, muss man eher mit der Lupe suchen.

Trailer: Conan, der Barbar (1981)

Die große Zeit der Sword-and-Sorcery-Filme kam 1981 mit CONAN, DER BARBAR, der an den Kinokassen große Erfolge feierte und zahlreiche Nachahmer fand. Der Film basiert auf der Romanvorlage von Robert E. Howard und stellt die Quintessenz des Subgenres dar. Conan, der als junger Mann versklavt und später zum Gladiator ausgebildet wird, erringt seine Freiheit und sucht nach dem bösen Zauberer Thulsa Doom, der seine Familie einst vernichtete. Thulsa Doom verehrt den Schlangengott Set und kann sich in eine überdimensionale Schlange verwandeln. So wie Conan der Archetyp des barbarischen Helden ist, ist Thulsa Doom – übrigens exzellent von James Earl Jones dargestellt – die perfekte Ausgeburt des verschlagenen, aber charismatischen Zauberers. Einem ähnlichen Schema folgend, funktionierten auch die zahlreichen Nachfolger von CONAN, DER BARBAR.

Neben dem bösen Zauberer gab es mit dem von Mako dargestellten Akiro jedoch auch noch einen guten Gegenpart. Weit größer wurde seine Rolle erst in der Fortsetzung, CONAN, DER ZERSTÖRER, die 1984 in die Kinos kam, jedoch hinter den Erwartungen zurückblieb. Das lag sicherlich auch daran, dass der Film im Gegensatz zu seinem Vorgänger selbstironisch verspielt daherkommt, weswegen die Härte, die dem Barbarenfilm inhärent ist, natürlich vollkommen weichen muss. Dennoch treten auch hier die Zauberer im Doppelpack auf: hier der gute Akiro, dort der böse Toth-Amon. Und dann gibt es gar noch den von Ferdy Mayne dargestellten Führer eines geheimnisvollen Kults, der auch über magische Kräfte verfügt und sich mit Akiro messen muss.

Nach dem Barbarenerfolg fühlte man sich in USA und Italien berufen, den Trend zu melken; der Großteil dieser B-Filme ist kaum der Rede wert. Ein Film verdient jedoch Erwähnung, wenngleich er aus heutiger Sicht zwar sehr naiv wirkt; aber vor allem für ältere Semester, die den Streifen seinerzeit bei den fast jährlichen Ausstrahlungen auf ARD gesehen haben, stellt er eine nette Kindheitserinnerung dar: DER ZAUBERBOGEN. Inhaltlich hängt sich der 1981 gedrehte Film an übliche Fantasy-Schemata an. Der Held Toran sucht nach einem mächtigen Zauberer – mit Unterstützung der etwas weniger mächtigen Magierin Estra –, der ihm helfen soll, sein Reich zurückzuerobern. Den Zauberer findet er zwar nicht, doch immerhin hat er den Zauberbogen. Große Kunst stellt auch dieser Film sicherlich nicht dar, aber mit der rosaroten Brille der Nostalgie ist er (und sein offenes Ende) doch bei einer Wiederholung im Fernsehen immer wieder gern gesehen.

Trailer: Conan (2011)

An den CONAN-Erfolg erinnerte man sich in den 90er Jahren wieder. Darum machten sich findige, aber wenig glückliche Produzenten daran, mit CONAN, DER ABENTEURER eine Serie mit Ralf Möller in der Hauptrolle zu etablieren, doch die trägen Fantasy-Geschichten wollte so niemand wirklich sehen. Nicht sehr viel mehr Erfolg war 1997 dem Kinofilm KULL DER EROBERER beschieden, der auf einer weiteren Figur von Robert E. Howard basiert, diese jedoch total verwässert. Vom Atlanter Kull, der als Barbar beginnt und als König endet, bleibt in diesem Film nur wenig. Dazu trägt auch das wenig heitere Spiel von Kevin Sorbo bei, der hier wie sein Serienheld HERCULES agiert. Hat der Mann noch nie gehört, dass man an unterschiedliche Rollen unterschiedlich herangehen muss? In der CONAN-Neuauflage mit Jason Momoa gab es auch wieder böse Magie zu bekämpfen.

Magie aus tausendundeiner Nacht

Ein für Magier und Zauberer fruchtbarer Boden war stets der Orient. Nur dort, inmitten der Geschichten aus tausendundeiner Nacht, finden sich böse wie gute Magier, die am Hofe der Kalifen ihr Werk verrichten, finstere Pläne schmieden oder guten Gedanken nachhängen. Und nur dort erscheinen diese Magier ebenso wie ihre Umgebung in herrlichen Farben und prächtigen Gewändern – kein Vergleich mit den oftmals „heruntergekommenen“ Gestalten der Sword and Sorcery.

Trailer: Sindbads siebente Reise (1958)

Denkt man an orientalische Geschichten, fällt ein Name einem sofort ein: Sindbad, der Seefahrer. Der Klassiker unter den Sindbad-Filmen ist SINDBADS SIEBENTE REISE, der auch heute noch nichts von seinem Charme verloren hat, was vor allem an den herausragenden Stop-Motion-Effekten von Ray Harryhausen liegt. In diesem von Nathan Juran inszenierten Film muss Sindbad mit dem Zauberer Sakura auf dessen Insel kommen, wo es von Zyklopen und anderem Getier nur so wimmelt. Der böse Zauberer will zurück auf seine Insel, doch niemand ist bereit, ihn dorthinzubringen. Um den Seefahrer zu erpressen, schrumpft er dessen Geliebte auf Miniaturgröße. Das Gegenmittel befindet sich natürlich auf der Insel, weswegen er doch noch eine Passage zu diesem verfluchten Ort erhält.

Die wundervollen Effekte des Altmeisters Harryhausen treten auch in SINDBADS GEFÄHRLICHE ABENTEUER wieder in Erscheinung, der 1973 in Großbritannien verwirklicht wurde. In diesem Film sucht Sindbad nach einem Teil des in drei Stücke zerbrochenen Amuletts, das seinem Besitzer ewige Jugend schenkt. Natürlich ist auch ein Zauberer hinter dem Amulett her: Da dieser bei jedem seiner Zaubersprüche um Jahre altert, braucht er es auch äußerst dringend.

Trailer: Sindbad und das Auge des Tigers (1977)

Ganz und gar ohne Sindbad, doch immerhin mit Turbanen wartet IM BANN DES KALIFEN auf, der 1978 unter der Regie von Kevin Connor in Großbritannien entstand. Der böse, zauberbewehrte Kalif Alcazar (dargestellt von „Dracula“ Christopher Lee) herrscht über die Stadt Jadur. Als Prinz Hassan um die Hand seiner Tochter anhält, schickt er ihn los, die Rose von Elil zu besorgen, die ihren Träger unbesiegbar macht. Sie ist der Preis für die Hand seiner Tochter. Hassan begibt sich auf die Suche und kehrt auch baldigst mit der Rose zurück, doch natürlich muss er seine Geliebte aus den Händen ihres bösen Vaters befreien.

Große und kleine Klassiker

Natürlich tauchen Zauberer im Film nicht nur in den bisher genannten Subgenres auf. Magie ist vielseitig, weswegen viele Filme keiner Kategorie so recht zuzurechnen sind, aber dennoch den Status kleiner Klassiker einnehmen oder zumindest für viele Fans des Phantastischen zu Kultfilmen avanciert sind. Stellvertretend für die Myriaden von interessanten Filmen, die es da draußen gibt, sollen vier ganz spezielle Streifen hier besonders gewürdigt werden.

 

Trailer: The Raven (1963)

Einer der schönsten Zauberer-Filme aller Zeiten ist sicherlich Roger Cormans 1963 entstandenes Werk DER RABE – DUELL DER ZAUBERER. Corman erschuf diesen Film im Rahmen seiner Edgar-Allan-Poe-Reihe; nur während die anderen Filme dieser Reihe zumeist düster und den Vorlagen des Dichters entsprechend waren, nahm er sich hier einige Freiheiten. Wie so oft bei den Cormanschen Poe-Filmen spielt Vincent Price die Hauptrolle. Er ist Dr. Erasmus Craven, der von einem Raben, dem verwandelten Dr. Bedlo, aufgesucht und um Hilfe gebeten wird. Craven soll sich dem bösen Zauberer Dr. Scarabus stellen, der Bedlo verwandelt hat und darüber hinaus noch Lenore, Cravens große Liebe, in seinen Fängen hat.

Der Höhepunkt dieses Films ist das Duell der beiden Zauberer, das witzig und phantastisch zugleich daherkommt. Darüber hinaus lebt dieser Streifen von den hervorragenden Darstellern, wobei neben Vincent Price und Peter Lorre vor allem Boris Karloff (das Frankenstein-Monster der klassischen Filme aus den 30er Jahren) als Scarabus eine sehr gute Figur macht.

In eine gänzlich andere Richtung geht der 1981 von Walt Disney produzierte DER DRACHENTÖTER: Die Bewohner eines geplagten Landes, die jedes Jahr dem Drachen Vermithrax eine Jungfrau opfern müssen, suchen den Zauberer Ulrich auf, der sie von der Bestie befreien soll. Doch Ulrich stirbt, und so muss sein Lehrling Galen sich dem Drachen entgegenstellen. Interessant an diesem Film ist, dass gezeigt wird, wie die Magie langsam aus dem Land verschwindet, ist Ulrich doch der letzte aller Zauberer. So entsteht eine eher düstere Grundstimmung, die dann jedoch von nett-komischen Momenten aufgebrochen wird. Hauptsächlich lebt der Film von seinen exzellenten Effekten und dem Spiel von Peter MacNicol, der Serienfans am ehesten als Gummibärchen in „Ally McBeal“ bekannt sein dürfte.

Ein faszinierender Fantasy-Film, der seine Grenzen überschreitet und die Geschichte auch noch mit Science-Fiction anreichert, ist der 1983 von Peter Yates inszenierte KRULL: Prinz Colwyn muss welcher gegen ein unbeschreibliches Ungeheuer antreten, um seine Geliebte zu retten. Dabei erhält er natürlich einige Unterstützung – so auch vom Amateurzauberer Ergo, der freilich nicht so hilfreich ist, wie man es sich angesichts der Gefahr eigentlich wünschen würde. Wie bei vielen Filmen steht hier das Element der Zauberei der Geschichte hinten an, aber dafür ist dies ein Film, der gerade durch seinen Mix aus altbekannten Zutaten zu überzeugen weiß, da Yates es verstand, die verschiedenen Episödchen zu einem homogenen Ganzen zu verarbeiten.

Trailer: Willow (1987)

Aus George Lucas’ Schmiede kam 1987 WILLOW, ein unterhaltsames Fantasy-Märchen, das – nimmt man es ganz genau – aus Hunderten von Vorlagen geklaut hat und am Ende so wirkt, als hätte der Meister des Sternenkriegs diesen nur in eine Fantasy-Welt getragen: Der kleinwüchsige Willow, seines Zeichens williger, aber noch nicht allzu begabter Zauberer, zieht aus, die kleine Elora Dannan vor den Häschern der bösen Königin Bavmorda zu bewahren. Der kleine Willow, der von Warwick Davis sehr sympathisch dargestellt wird, ist der Held des Films und erinnert – nicht nur seiner Größe wegen – an einen Hobbit. Sowohl Fans von STAR WARS als auch DER HERR DER RINGE werden hier viel wiederentdecken, das sie aus ihren Lieblingsgeschichten kennen.

Harry und der Herr der Ringe

Im Zuge der neuen Fantasywelle wurde uns DUNGEONS AND DRAGONS beschert, der im Jahr 2000 für leere Lichtspielhäuser gesorgt hat. Verwunderlich ist das nicht, ist dies doch ein wenig einschmeichelnder Film, der seine grauenhafte Geschichte vom bösen Magier Profion (total übertrieben: Jeremy Irons) erzählt, darüber hinaus jedoch nichts bieten kann. Allenfalls der ein oder andere Effekt ist etwas fürs Auge, doch zum unterhaltsamen Spektakel fehlt einiges. Für Direkt-auf-DVD-Sequels hat es aber gereicht, ebenso wie bei SCORPION KING, der im ersten Teil noch mit Dwayne Johnson aufwarten kann, bei den vielen Sequels hingegen kleinere Brötchen backt. 

Trailer: Dungeons & Dragons (2000)

Die Speerspitze der frühen 2000er Jahre waren jedoch HARRY POTTER und DER HERR DER RINGE. Die Abenteuer des Zauberlehrlings waren schon als Romane weltweite Erfolge, und der Film folgt diesem Beispiel. DER HERR DER RINGE ist natürlich ein gänzlich anderes Kaliber, ist dies doch eine Geschichte von epischen Ausmaßen, die dementsprechend auch nur in drei jeweils dreistündigen Filmen erzählt werden kann.

Was die Trilogie in Bezug auf die Zauberer so interessant macht: Peter Jackson übt sich hier in Zurückhaltung. Er zeigt uns nicht, wie Gandalf große Zauberkunststücke vollbringt. Stattdessen gibt es nur kleine, dann aber auch entsprechend eindrucksvolle Beweise von Gandalfs Macht. Neben dem Kampf zwischen ihm und Saruman ist dies dann vor allem auch der Moment, als Gandalf sich dem Balrok entgegenstellt.

Billige Fantasy-Filme auf DVD gab es immer wieder, Wellen schlug allerdings keiner. Tatsächlich wurde es nach Harry und dem Ring ein wenig ruhig um die Welt der Magie, aber mit Newt Scamander und seinen phantastischen Tierwesen hat sich das geändert. Zwei Filme sind bereits im Kino gelaufen, auf drei weitere dürfen wir uns noch freuen. 

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