The Witcher 3: The Wild Hunt

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FILM

"The Witcher": Was über die Netflix-Serie bisher bekannt ist


Nachdem der Hexer Geralt von Riva bereits auf Computerbildschirmen in drei Teilen von "The Witcher" die Welt eroberte, steht jetzt eine Netflix-Serie an. Was dahinter steckt und was bisher über die Adaption bekannt ist:

 

Der erste Kurzgeschichtenband um den Hexer Geralt von Riva erschien im polnischen Original bereits 1993, auf Deutsch im selben Jahr noch bei Lingen als Der letzte Wunsch in der Übersetzung von Erik Simon, 1998 bei Heyne und ab 2007 schließlich bei DTV, wo die Reihe bis heute weitergeführt wird. Damals hätte sich Autor Andrzej Sapkowski sicher nicht träumen lassen, dass daraus mal ein weltweiter Erfolg mit bahnbrechenden Computerspielen und schließlich einer TV-Serie werden würde.

Die Bücher

Es begann mit zwei Kurzgeschichtenbänden (Der letzte Wunsch und Das Schwert der Vorsehung), deren einzelne Geschichte Sapkowksi in eine grobe Rahmenhandlung um die Magierin Yennefer strickte, die es Geralt besonders angetan hat. Die Kurzgeschichten sind pointierte Abenteuergeschichten mit Monstern und Magie, die viel Bezug auf unsere heutige Zeit nehmen, aber in einer herrlich altmodisch gestrickten Zeit verortet sind, die irgendwann zwischen Mittelalter und Renaissance liegen könnte, und trotz des Settings in Tonfall und Atmosphäre stark von der üblichen Mittelalterfantasy abweicht, was sich vor allem auch sprachlich bemerkbar macht, in der ausgezeichneten Übersetzung Erik Simons, und es dabei trotzdem schafft, aktuelle Themen wie Rassismus und Umweltschutz anzusprechen. Und nicht zu vergessen der wunderbar trockene und clevere Humor, der sich vor allem in den schlagfertigen Dialogen zeigt.

Mit Das Erbe der Elfen ging Sapkowski dann zur Romanform über, auch wenn eine gewisse Episodenhaftigkeit bestehen blieb. Im Mittelpunkt steht nun Geralts Ziehtochter Ciri, die aufgrund ihres familiären Hintergrunds ungewollt in Kriege und Intrigen verstrickt ist, wovor Geralt sie zu schützen sucht.

Geralt

Geralt von Riva ist ein Hexer. Dabei handelt es sich um einen Orden, der durch eine Mutation mittels Zaubertränken übermenschliche Kräfte besitzt und in der Lage ist, schwache Magie zu wirken, was vor allem zur Monsterbekämpfung benutzt wird. Geralt ist ein begnadeter Monsterjäger, zweifelt aber immer wieder mal daran, wer jetzt hier das Monster und wer die Bedrohung ist. Begleitet wird er meist von seinem Freund dem Barden Rittersporn.

Die Computerspiele

Der erste Teil des Fantasyrollenspiels The Witcher des polnischen Studios CD Projekt erschien 2007 und wurde bereits sehr positiv von der Fachpresse und den Spielerinnen aufgenommen, die Handlung setzt einige Jahre nach Ende des letzten Bandes ein. Zu einem richtigen Hit wurde die Spielereihe 2011 mit The Witcher 2: Assassin of Kings, das technisch deutlich verbessert daherkam und neue Maßstäbe im Bereich des Computerrollenspiels setzte. Teil 3 The Wild Hunt setzte 2015 dann sogar noch einen drauf und wurde ein Meilenstein des Genres. Auch wenn Autor Andrzej Sapkowski es bestreitet und Computerspiele als kulturell nicht relevant abtut, waren es doch diese drei Teile, die seinen Büchern zu einem weltweiten Erfolg verhalfen.

"The Witcher 3: The Wild Hunt" -Warnung! Ist recht brutal.

Erste Verfilmungen

2003 gab es bereits eine polnische Kinoverfilmung der Bücher unter dem Titel Wiedźmin, aus der man später eine Serie mit 13 Folgen zu je 45 Minuten machte. Auf Deutsch ist der Spielfilm unter dem Titel Geralt von Riva - Der Hexer erschienen. Das Ergebnis ist allerdings sehr gewöhnungsbedürftig ausgefallen, um es mal diplomatisch zu formulieren.

"Geralt von Riva - Der Hexer" - Trailer

Die Netflix-Serie

Im Dezember 2017 wurde bekanntgegeben, dass Netflix eine Serienumsetzung der Bücher Sapkowskis plant. Ziemlich schnell brachte sich Superman-Darsteller Henry Cavill für die Rolle des Geralt von Riva ins Spiel, da er großer Fan der Computerspiele ist. Und siehe da, er hat die Rolle erhalten. Inzwischen gibt es auch schon eine erste Aufnahme von ihm im Geralt-Outfit mit langen weißen Haaren, aber ohne Dreitagebart (der hoffentlich nicht mittels CGI manipuliert werden wird), aus einem kleine Flakon trinkend. Obwohl es von Netflix heißt, die Serie setze die Bücher um, scheint man sich optisch stark an den Spielen zu orientieren, den auf genau diese Weise nimmt Geralt auch in den Spielen einen Schluck von seinen magischen Tränken. Und auch Outfit und Äußeres erinnert mehr an den Geralt aus den Spielen, denn an jenen Hexer mit langem weißem Haar, den Sapkowski mit einem unangenehm anzusehenden Gesicht beschreibt.

Die Zauberin Yennefer, mit der Geralt eine wechselhafte Beziehung führt, wird von Anya Chalotra gespielt, die bisher nur in den Miniserien The ABC Murders (kommt demnächst) und Wanderlust auftrat. Die Rolle von Ciri wird Freya Allan übernehmen, die bisher nur einen kleinen Auftritt bei Into the Badlands hatte.

Showrunnerin von The Witcher ist Laure Smith Hissrich, die bisher als Autorin an den Netflix-Serien Daredevil und The Defenders beteiligt war, aber auch an West Wing, Private Practice und Parenthood.

Die erste Staffel soll acht einstündige Folgen enthalten. Ein genaues Startdatum steht noch nicht fest (irgendwann 2019) und auch über den Inhalt der Serie und wann sie in der Chronologie der Bücher und Spiele spielen soll, ist noch nichts bekannt.

"The Witcher" - Teaser mit Henry Cavill

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