Das sind die besten Netflix-Serien des Jahres 2018

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FILM

Das sind die besten Netflix-Serien des Jahres 2018


Welche phantastischen Serien-Eigenproduktionen von Netflix verlockten dieses Jahr zum Bingen und sorgten für Begeisterung? Vorhang auf für die besten Netflix-Serien des Jahres!

Splatter mit Witz: Santa Clarita Diet • Staffel 2

Sheila (Drew Barrymore), eine Maklerin, Ehefrau und Mutter aus dem suburbanen kalifornischen Santa Clarita, verwandelt sich in einen Zombie mit einem gewaltigen Heißhunger auf Menschenfleisch. Das stellt sie, ihren Mann Joel (Timothy Olyphant) und die gemeinsame Tochter Abby (Liv Hewson) vor einige Herausforderungen und Veränderungen, was das Familienleben angeht. Oh, und Mistkerle und Nazis leben in Sheilas Nähe fortan äußerst gefährlich. In der zweiten Staffel dieser übermütigen Zombie-Serie der etwas anderen Art wird alles noch verrückter und lustiger – und es wird noch krasser und blutiger gesplattert. Bisher wird der Hunger auf die häppchenweise servierte Horror-Komödie von Erfinder Victor Fresco, der früher an „My Name Is Earl“ mitwirkte, von Folge zu Folge und Season zu Season nur größer. Wer sich an „The Walking Dead“ satt gegessen hat und gerne laut und heftig lacht, sollte es mal mit der Santa-Clarita-Diät versuchen.

Trailer: Santa Clarita Diet

Trickreiche All-Age-Fantasy: Hilda • Staffel 1

Die „Hilda“-Comics des britischen Künstlers Luke Pearson sind ja schon überragend, aber ihre Interpretation als Netflix-Zeichentrickserie ist sogar noch besser. Auch in dieser Verpackung haben Hildas All-Age-Abenteuer einen ganz eigenen Stil, der sich bei japanischen, skandinavischen und amerikanischen Vorgängern bedient und irgendwo zwischen „Willkommen in Gravity Falls“ und „Die Mumins“ einzuordnen ist. Darüber hinaus erweitern die atmosphärischen, liebevoll und aufwendig gemachten Episoden, in denen Hilda allerhand phantastischen Kreaturen begegnet, den Kosmos der Comics um neue Figuren, Wesen, Orte und selbst um Zaubersprüche – Hildas Welt wirkt im TV noch größer, wahrlich grenzenlos. Und die Netflix-Umsetzung ist definitiv auch dann ein Vergnügen, wenn man die werkgetreu eingearbeiteten Comics kennt: Eine liebevoll gemachte, unwiderstehliche Trickserie für Jung und Alt, die tatsächlich noch mehr Phantasie, Abenteuer und Tiefe als das schon exzellente Original hat. 

Trailer: Hilda

Modernes Geisterhaus: Spuk in Hill House • Staffel 1

Wie zeitgemäß und gut die vermeintlich angestaubte Geisterhausgeschichte als Vehikel für Horror und mehr im Jahr 2018 noch sein kann, stellt Netflix mit „Spuk in Hill House“ unter Beweis. Die Serie mit Michiel Huisman, Elizabeth Reaser und Timothy Hutton, setzt auf treffsichere Schockmomente, aber noch mehr auf spitzenmäßige Atmosphäre, cleveres Erzählen auf mehreren Ebenen und starke Charakterisierungen setzt. Das Ganze ist die Adaption eines Romans, den die Amerikanerin Shirley Jackson (1916–1965) im Jahre 1959 veröffentlichte. Angenehmer Nebeneffekt des multimedialen Bekanntheitsschubs für ihr literarisches Werk: Ab 2019 legt der Festa Verlag die Bücher der Namenspatin des Shirley Jackson Awards im Deutschen neu auf. Und mal im ernst: Vor einem Jahr hätte doch niemand gedacht, dass ausgerechnet Netflix einer zwar nicht vergessenen, aber inzwischen schwer greifbaren Buchautorin aus einer anderen Ära der unheimlichen Spannungsliteratur sowie einem fast schon abgeschriebenen Horror-Subgenre zu einer Renaissance verhelfen würde, oder?

Trailer: Spuk in Hill House

Finsterer Reboot: Sabrina • Staffel 1

Noch eine Überraschung: Parallel zum Revamp der guten, alten Archie-Comics über Amerikas beliebtesten Teenager und seine in einer anderen Ära verhaftete Heimatstadt Riverdale lancierte der US-Sender The CW 2017 eine erfolgreiche Serienadaption, die hierzulande ein Zuhause auf Netflix fand. Während „Riverdale“ im Verlauf der zweiten Staffel leider böse abstürzte, brachte Netflix 2018 zu Halloween das Spin-off „Chilling Adventures of Sabrina“ als Eigenproduktion direkt zum Streamen an den Start. Denn ja, die junge Halbhexe aus Riverdales Nachbarort Greendale ist seit 1962 Teil des Archie-Comic-Universums. Der Netflix-Reboot der Sitcom „Sabrina - Total verhext!“ aus den 90ern wird wie alle aktuellen Archie-Produkte von Roberto Aguirre-Sacasa gesteuert. Der Comic- und Theater-Autor sammelte mit „Glee“ bereits TV-Erfahrung und verfasste das Drehbuch zum 2013er-Filmremake von Stephen Kings „Carrie“ sowie die neuen Horror-Comics über Sabrina und über Archies Gang. Unter seiner Aufsicht stürmt Netflix’ satanische „Sabrina“-Serie mit der wunderbaren Kiernan Shipka als Titelheldin, #MeToo-Bewusstsein, dem Retro-Flair von „Riverdale“ und vielen echten Horror-Momenten furios in die moderne Genre-Serienlandschaft.

Trailer: Chilling Adventures of Sabrina

Animierte Fantasy-Tradition: Der Prinz der Drachen • Staffel 1

Aaron Ehasz prägte Trickserien wie „Futurama“ und „Avatar: Der Herr der Elemente“. Mit Justin Richmond, einem der Macher des Videogames „Uncharted 3“, schickt er jetzt die Fantasy-Animationsserie „Der Prinz der Drachen“ ins Rennen um Streaming-Zuschauer. Geboten wird ganz, ganz klassische High Fantasy über ein zweigeteiltes Reich und einen Krieg zwischen den Menschen auf der einen und den Elfen und Drachen auf der anderen Seite. Zwei menschliche Prinzen, eine junge Mondschattenelfen-Assassine und eine grummelige Leuchtkröte könnten das Schicksal ihrer verfeindeten Völker abwenden und begeben sich auf eine Queste. Manchmal ist „Der Prinz der Drachen“ fast zu traditionsbewusst, was die Vergangenheit von Anime und Fantasy angeht, gleichzeitig fühlt man sich angesichts von Plot und Figuren an nicht perfekte, jedoch charmante Fantasy-Trickserien aus den 80ern erinnert. Zudem überzeugen die leicht verzögerten Animationen, die tollen Farben und Landschaften und die liebenswerten Charaktere, denen genügend Raum zum Atmen gegeben wird. Nur die anachronistische Sprache und der übertriebene Klamauk nerven hin und wieder etwas. Trotzdem kann man die Serie als sympathische Oldschool-Fantasy mit computergeneriertem Hightech-Look genießen.

Trailer: Der Prinz der Drachen

Das Kreuz des Superhelden: Daredevil • Staffel 3

Das war’s mit Marvels Helden auf Netflix. Der Erfolg beim Publikum soll angeblich stark nachgelassen haben, und dass Disney die Helden aus dem ins Maus-Imperium eingegliederten Haus der Ideen lieber auf dem bald startenden eigenen Streaming-Service sehen würde, dürfte nun wirklich niemanden überraschen. Die neue, dritte Staffel von „Daredevil“, der einst ersten Marvel-Produktion auf Netflix, war noch mal größtenteils gelungen und erneut absolut packend. Der blinde Anwalt Matt Murdock (Charlie Cox aus „Der Sternwanderer“), der insgeheim als Daredevil für Gerechtigkeit kämpft, muss gegen den unantastbaren Verbrecherkönig Wilson Fisk antreten, der treffsicher-tödliche Psycho Bullseye bekommt eine interessante Origin verpasst, Matts Familiengeschichte wird vertieft – und die harten Kampfsequenzen sind wie üblich überragend inszeniert. In dieser dritten, gewohnt gut gespielten Season steckt außerdem abermals viel aus Frank Millers Comic-Klassikern über den Mann ohne Furcht. Man kann Machern, Darstellern und Fans nur wünschen, dass es, wo auch immer, mit dieser teuflisch spannenden Marvel-Serie weitergeht. Staffel vier war bereits durchgeplant.

Trailer: Daredevil Staffel 3

She-Ra und die Rebellen-Prinzessinnen • Staffel 1

„He-Man“ und „She-Ra“ gehörten zu den populärsten Zeichentrickserien und Kinderzimmer-Helden der 80er – und sorgten für den Absatz von massig Actionfiguren, die Mattels Schatzkammer ordentlich füllten. Netflix und Dreamworks präsentierten Ende des Jahres eine Neuinterpretation von Adoras Geschichte, die sich dank eines Zauberschwerts in die mächtige Heldin She-Ra verwandelt. Die Modernisierung der Story und des Science-Fantasy-Settings, der Figuren, der Optik und des allgemeinen Tonfalls darf ebenso wie die Einarbeitung der viel zitierten Diversität als geglückt bezeichnet werden, obwohl die deutsche Synchronisation in einigen Fällen böse Irrwege beschreitet. Nichtsdestotrotz: In diesem erfrischenden Stil wünscht man sich glatt, dass mehr und mehr Kult-Trickserien aus den 80ern eine solche Behandlung erfahren und ihr gut aussehendes, zeitgemäß gestaltetes Comeback feiern.

Trailer: She-Ra und die Rebellen-Prinzessinnen

Außer Konkurrenz: Good Girls • Staffel 1

„Good Girls“ läuft aus zwei Gründen außer Konkurrenz in dieser Auflistung: Zum einen steht die Serie mit Christina Hendricks, Retta und Mae Whitman in den Hauptrollen hierzulande zwar auf Netflix, doch ist sie in den USA keine originale Netflix-Show, sondern ein Produkt von NBC – und zum anderen handelt es sich bei „Good Girls“ um eine Krimiserie. Doch wer einen Netflix-Account hat und guten Serienstoff zu schätzen weiß, sollte trotzdem unbedingt mal bei den guten bösen Mädels reinschauen. Die von Eskalation zu Eskalation krachende Noir-Serie über drei Mütter mit Geldsorgen, die einen Supermarkt ausrauben und es u. a. mit echten Gangstern zu tun kriegen, macht süchtig. Bisher funktioniert die Mischung aus Drama und Comedy bestens.

Trailer: Good Girls

Oh, und wer für die Weihnachtsfeiertage noch Netflix-Unterhaltung sucht: Am 25. Dezember geht die vierteilige neue Adaption von Richard Adams’ Tierfantasy-Evergreen „Watership Down – Unten am Fluss“ als Animations-Serial online, das wegen des späten Release noch nicht für diesen Artikel berücksichtigt werden konnte.

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