Die besten Science-Fiction-Filme aller Zeiten: Gravity (2013)

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Die besten Science-Fiction-Filme aller Zeiten: Gravity (2013)


Alfonso Cuarons Meisterwerk »Gravity« war vor allem für die Filmtechnik ein Meilenstein und überzeugte die Zuschauer mit einer rasanten Reise durch den niedrigen Erdorbit. Phillip P. Peterson über den oscarprämierten Science-Fiction-Thriller »Gravity«.

Trailer: Gravity

»Der beste Raumfahrtfilm überhaupt!«, sagte »Avatar«-Regisseur James Cameron über »Gravity« und Astronaut Scott Kelly, der den Film auf der Internationalen Raumstation ISS schaute, zeigte sich vom Realismus des Films beeindruckt.

Eins vorneweg: Wenn es einen Film gibt, für den 3D erfunden wurde, dann ist es nicht »Harry Potter« oder »Der Hobbit«, noch nicht einmal »Avatar«. Nein, der Film, für den das 3D-Kino geschaffen wurde, heißt »Gravity«. Nie zuvor wurde die Schwerelosigkeit, das Wunder des Weltraums, die Atmosphäre im Orbit in einer solch realistischen Weise dargestellt. Und das ist es auch, wonach man den Film beurteilen soll. Das Problem: Das geht nur im Kino auf der großen Leinwand. Auf DVD hat der Film später viel von seiner Wirkung verloren.

Spektakuläre Filmtechnik

Die Story von »Gravity« ist dabei nur Mittel zum Zweck. Die Astronauten Ryan (Bullock) und Matt (Clooney) reparieren vom Space Shuttle aus das Hubble-Weltraumteleskop, als die Trümmer eines russischen Satelliten das Shuttle zerstören. Die Weltraumspaziergänger bleiben ohne Möglichkeit der Rückkehr und mit nur wenig Sauerstoff in der Umlaufbahn zurück. Gemeinsam versuchen die beiden, die Internationale Raumstation ISS zu erreichen, die auch schwer beschädigt wurde. Eine Odyssee durch den niedrigen Erdorbit beginnt.

Absolut spektakulär ist die Filmtechnik von »Gravity«. Es heißt, Regisseur Cuaron hätte fünf Jahre gebraucht, um die Technik zu entwickeln, die es möglich machte, dieses Abenteuer realistisch darzustellen. Und das glaubt man ihm aufs Wort. Egal, ob Szenen in der Raumstation oder außerhalb – es ist, als ob ein Dokumentarfilmer einen richtigen Astronauten begleitet.

Dabei bedient sich Cuaron bei »Gravity« auch an seinem Markenzeichen, das man schon von »Children of Men« kennt: sehr langen Takes. Viele Regisseure, wie zum Beispiel Michael Bay, versuchen Action durch schnelle Schnitte herbeizuführen, am besten noch kombiniert mit einer Wackelkamera, die angeblich Realismus simulieren soll. Cuaron erreicht hingegen eine viel stärkeren Authentizität durch lange Takes. Allein die erste Szene dauert rund zehn Minuten ohne einen einzigen Schnitt. 

Gravity

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Ein umwerfender visueller Realismus

Überwältigend bei »Gravity« sind auch die Hintergrundaufnahmen von der Erde. Neben der dramatischen Handlung verspürt man eine Faszination der Entrückung, die man gern mit dem Weltraum verbindet. Gerade hier macht 3D Sinn, um dieses Gefühl der Weite zu vermitteln. Wenn Astronaut Stone nach dem Riss der Leine ins All schwebt, dann empfindet man die Unendlichkeit. Die Erde hängt zwar die meiste Zeit dominierend im Bild, ist aber unerreichbar weit weg.

Sandra Bullock trägt den Film über eine weite Strecke allein und macht das hervorragend und überzeugend. Clooney hält sich dezent im Hintergrund.

Man könnte sich noch über zu geringe Charaktertiefe oder über das Mindestmaß an Handlung aufregen, aber darum geht es bei »Gravity« einfach nicht. Die oscarprämierte Musik hätte an einigen Stellen ein bisschen weniger Raum einnehmen sollen, dann wäre sie perfekt gewesen.

»Gravity« ist klasse. Nicht aufgrund der Handlung, sondern wegen des umwerfenden visuellen Realismus’ der Weltraumszenen. Das genießt man aber nur in 3D und im Kino auf der großen Leinwand. Auf DVD im Heimkino verliert der Film doch sehr viel von seiner Atmosphäre.

Bestsellerautor Philip P. Peterson hat sich noch einmal die zehn besten Science-Fiction-Filme über die Raumfahrt angesehen. In der heutigen Folge: Gravity von 2013.

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