Die besten Science-Fiction-Filme aller Zeiten: Moon (2009)

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Die besten Science-Fiction-Filme aller Zeiten: Moon (2009)


Über die Mondbasis von »Moon« sprachen sogar die NASA-Ingenieure. Sam Rockwell beeindruckte als einsamer Astronaut auf dem Erdtrabanten und Regisseur Duncan Jones zeigt Hollywood, wie man auch mit geringem Budget hochkarätige Science-Fiction ins Kino bekommt. Phillip P. Peterson über eine britische Perle des Indiefilms.

Trailer: Moon

»Moon« ist eine Indie-Produktion, die im heimischen Kino aus Mangel an Marketing gnadenlos untergegangen ist. Der Film ist das erste Werk des Regisseurs Duncan Jones (»Source Code«). Den Namen hatte ich vorher nie gehört, aber er hatte immerhin einen berühmten Vater: David Bowie.

»Moon« zeigt den Alltag eines einsamen Astronauten (Rockwell) auf einer Mondbasis, der robotische Abbauanlagen für Helium-3 überwacht und Container voller Kernfusionsbrennstoff mit einem großen Magnetbeschleuniger Richtung Erde schickt. Der Kontakt zum Heimatplaneten ist abgebrochen, aber der Astronaut freut sich bereits auf seine bevorstehende Heimreise, um Frau und Kinder wiederzusehen. Gesellschaft leistet ihm nur ein freundlicher Roboter namens G.E.R.T.Y.

Bei einer Erkundungsfahrt stößt der Astronaut auf das Wrack eines weiteren Rovers. Drinnen findet er: sich selbst oder vielmehr einen verletzten Klon. Oder ist er vielleicht selbst ein Klon? Er bringt seinen Doppelgänger zurück in die Basis und gemeinsam versuchen sie, das Geheimnis der Mondstation zu lüften. Die Story hat man so oder so ähnlich schon gesehen, da betritt »Moon« kein Neuland.

Raum zum Philosophieren

Das Kapital von »Moon« aber ist sein durchdachtes Drehbuch und seine umwerfende, ruhige Atmosphäre, nicht zuletzt wegen des genialen Soundtracks von Clint Mansell. Vor allem das unaufgeregte Tempo des Films ist ein krasser Gegensatz zu den üblichen SF-Actionkrachern, zum Beispiel dem »Star Trek«-Reboot, das im selben Jahr herauskam. Die gemächliche Geschwindigkeit von »Moon« empfindet man nicht als langweilig, sondern sie lässt Raum zum Nachdenken, Reflektieren und Philosophieren über die Konsequenzen der Handlung und des Menschseins an sich. Moon ist ein gutes Beispiel für die selten gewordenen Filme, die sich ein Kernthema suchen, sich darauf konzentrieren und es konsequent zu Ende denken.

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Intelligente Handlung und intensive Atmosphäre

Sam Rockwell als einziger Schauspieler trägt »Moon« überzeugend und man kann ihn als Idealbesetzung ansehen. Die Spezialeffekte, Kulissen und Requisiten sind zwar minimalistisch, aber vor dem Hintergrund eines Indiefilms mit gerade mal fünf Millionen Dollar Budget absolut fantastisch.

Mit zehn Millionen Dollar war das Einspielergebnis zwar überschaubar, aber die Kritiker mochten den Film und lobten besonders die Leistung Sam Rockwells, den wissenschaftlichen Realismus und die Plausibilität der Handlung, die keine Logiklöcher aufweist. Regisseur Jones wurde sogar von der NASA eingeladen, am Raumfahrtzentrum in Houston ausgewählten Wissenschaftlern seinen Film zu zeigen und verteidigte dort erfolgreich seine Vision einer Mondbasis, die aus Material vor Ort hergestellt wird.

Ein langsamer, nachdenklicher Film aus der Nische der gut gemachten Hard-SF, der eine intelligente Handlung mit intensiver Atmosphäre verbindet. Eine seltene Perle.

Bestsellerautor Philip P. Peterson hat sich noch einmal die zehn besten Science-Fiction-Filme über die Raumfahrt angesehen. In der heutigen Folge: Moon von 2009.


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