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FILM

Die 10 besten Abenteuerfilme aller Zeiten


Die schönsten Abenteuer erleben wir doch immer noch vom Sofa aus – wenn andere ihr Flimmer-Leben riskieren, um an exotischen Orten gegen das Böse oder für die Liebe einer Frau zu kämpfen. Die ultimative Liste über die zehn besten Abenteuerfilme aller Zeiten!

 

„Es ist eine gefährliche Sache, Frodo, aus deiner Tür hinauszugehen. Du betrittst die Straße, und wenn du nicht auf deine Füße aufpasst, kann man nicht wissen, wohin sie dich tragen.“ – Bilbo, Der Herr der Ringe

Das ganze Leben ist ein einziger bunter Abenteuerfilm. Wir wissen nie, welche Überraschungen der Tag für uns bereithält. Wiederkehrende Muster und Abläufe wie Job, Familie und den festen Wohnsitz drosseln die Spannung natürlich. Kein Wunder also, dass sich viele von uns insgeheim ein Leben wünschen wie Odysseus, Huckleberry Finn oder James Bond. Es ist weniger gefährlich, aber trotzdem aufregend, unsere eskapistischen Bedürfnisse stellvertretend von imaginären Gestalten ausleben zu lassen. Sollen doch Indiana Jones und Allan Quatermain in den Dschungel fahren und Bösewichtern Kinnhaken verpassen, während wir Popcorn mümmeln! Und um die Armen zu schützen und die Hinterhältigen zu strafen, sind Zorro, Robin Hood oder die drei Musketiere doch ohnehin viel besser gerüstet als wir…

Waschechte Abenteuerfilme sind also das Mittel der Wahl, um uns Gänsehaut und einen vergnüglichen Schuss Adrenalin zu besorgen. Allerdings gibt es Abenteuerfilme beinahe wie Sand am Meer. Unter all den Subgenres, wie dem Piratenfilm, Ritterfilm, Mantel-und-Degen-Film oder Sandalenfilm, die Besten der Besten zu bestimmen, ist wie immer gar nicht so einfach und meistens natürlich Geschmackssache.

Sicherlich wären Der Herr Ringe oder Der Hobbit ganz oben auf der folgenden Liste, wenn sie nicht eher den besten Fantasyfilmen zuzuordnen wären. Kaum jemand steht sinnbildlich so sehr für Abenteuerlust wie Bilbo, wenn er über den Zaun springt und „Ich ziehe in ein Abenteuer!“ ruft. Aber keine Sorge, liebe Elfen- und Drachenfreunde unter den Eskapisten: Viele Abenteuerfilme haben phantastische Elemente, um unsere Herzen noch heftiger schlagen und unsere Gänsehaut noch schneller sprießen zu lassen.

Platz 10: Die Goonies (1985) von Richard Donner

Die Goonies sind aus heutiger Sicht natürlich in erster Linie für Kinder oder nostalgische Erwachsene interessant. Doch nur wenige Filme und Serien, wie Super 8 (2011) oder Stranger Things (2016), sind eine derart glühende Liebeserklärung an die Kindheit mit ihren niemals endenden Abenteuern. In endlosen Sommern Freunde treffen, auf Fahrrädern die Gegend unsicher machen, über verbotene Zäune klettern, Schatzkarten folgen und dabei sogar echten Schurken auf die Schliche kommen – Die Goonies treffen denselben Nerv wie Die drei ??? oder Enid Blytons Fünf Freunde. Zudem ist es heutzutage eine Wonne, die jungen Versionen von Sean Astin, Josh Brolin, Corey Feldman und Jonathan Ke Quan („Shorty“ aus Indy 2) bei ihren Streichen zu beobachten.

Trailer: The Goonies (1985)

Platz 9: Rambo I (1982) von Ted Kotcheff 

Bei der Tetralogie Rambo denken viele nur an kriegsverherrlichende Action-Reißer mit der Einmannarmee Sylvester Stallone. Doch noch lange bevor uns der Vietnamveteran „blaues Licht“ erklärte, stach schon die Literaturverfilmung First Blood als äußert spannender Survival Thriller hervor. Egal, ob man glaubt, es beim ersten Teil der Reihe mit einem Anti-Kriegsfilm oder simpler Actionkost zu tun zu haben, das Wildnis-Abenteuer geht unter die Haut. In den 80ern noch als unrealistisch und mittelprächtig verschrien, gilt er heute als Klassiker der Action-Abenteuer. 

Trailer: First Blood (1982)

Platz 8: Troja (2004) von Wolfgang Petersen

Der trojanische Krieg hat für mich nie schöner ausgesehen als mit Brad Pitt, Eric Bana und Orlando Bloom. Wolfgang Petersens Version vom Raub der Helena punktet dabei in zweierlei Hinsicht. Erstens tut er gut daran, die griechische Mythologie nicht zu wörtlich übersetzen und rachsüchtige Götter über das Schlachtfeld rennen lassen zu wollen. Sonst kann nämlich auch mal schnell eine kitschige Gurke wie Tarsem Singhs Krieg der Götter (2011) dabei herauskommen. Stattdessen erleben wir, wie beispielsweise die Mythen um Achilles’ Unverwundbarkeit entstanden sein könnten, ohne dass Übersinnliches im Spiel war. Ebenfalls geschickt sind die Schlachten dargestellt, die ein Spotlight auf die wirklich interessanten Helden-Duelle setzen und sich nicht in stundenlangem Schwerterklirren verlieren.

Trailer: Troy (2004)

Platz 7: Jurassic Park (1993) von Steven Spielberg

Nichts verheißt Abenteuer wie ein Südseeurlaub oder ein Freizeitpark. Fügt man diesem Mix noch genetisch replizierte Saurier hinzu, dann ist die Safari unseres Lebens komplett. Jurassic Park war einer der Filme, die in den 90ern am meisten von ihren erstmals wirklich glaubwürdigen Special Effects profitierten. Wir alle erinnern uns doch immer wieder gerne an die Gänsehaut zurück, die wir beim Anblick der lebensechten Saurier im Kino hatten. Wenn sich die Pupille des T-Rex reflexartig zusammenzog, als sie von der Taschenlampe der Kinder angestrahlt wurde, war ich sehr dankbar, nicht selbst vor Ort zu sein. Und als die Raptoren in der Küche mit ihren Krallen diese schaurigen Klick-Geräusche auf dem Boden gemacht haben, wär mir vor Spannung fast das Popcorn im Hals stecken geblieben.

Trailer: Jurassic Park (1993)

Platz 6: Avatar (2009) von James Cameron

Ja, ich weiß, dass James Camerons Fantasy-Scifi-Spektakel im Prinzip „Pocahontas in Space“ ist. Trotz aller Rip-off-Vorwürfe hat er damit aber einen Film geschaffen, der nicht eindeutiger ins Genre der Abenteuerfilme fallen könnte. Er entführt uns auf diesen exotischen Mond Pandora mit seinen fluoreszierenden Pilzen, riesigen Pflanzen und schwebenden Felsen. Gerade mit dem damals erstmalig eingeführten, atemberaubenden 3D, kamen mir Flora und Fauna wie der Abenteuerspielplatz schlechthin vor. Zum absoluten Nervenkitzel-Overkill würde in so einer Umgebung nur noch fehlen, sich ein Flug-Tier zu bändigen und damit durch die phantastischen Canyons von Pandora zu gleiten; am besten mit einer hübschen Eingeborenen auf dem Soziussitz. Ach, das passiert ja auch. Wie perfekt. 

Trailer: Avatar

Platz 5: Inception (2010) von Christopher Nolan

Kommt überhaupt noch eine Liste ohne einen Christopher-Nolan-Film aus? Seine actiongeladenen Abenteuerfilme stimulieren nicht nur unsere Sensationslust, sondern kitzeln auch unsere Großhirnrinde mit philosophisch äußerst profunden Themen. Die Traumreisen, die Leonardo DiCaprio mit einem Kleinbus voller Top-Hollywoodschauspieler unternimmt, stellen nicht nur unser Verständnis von Wirklichkeit in Frage, sondern drohen bei längerem Nachdenken wichtige Hirnregionen in Flammen aufgehen zu lassen. Nolan hat mit Inception einen beinahe psychedelischen Trip erschaffen, der noch Generationen von Menschen mit der quälenden Frage zurücklassen wird, ob denn nun dieser verfluchte Kreisel noch umgefallen ist. 

Trailer: Inception (2010)

Platz 4: Gladiator (2000) von Ridley Scott

Denke ich an Russell Crowe, denke ich an Maximus. Seine mit fünf Oscars prämierte Heldenreise vom römischen Feldherr über den unbesiegten Gladiator in der Arena bis in die wohlverdienten Elysischen Felder jagt mir auch nach dem zwanzigsten Mal noch kalte Schauer über den Rücken. Vermutlich ist Gladiator ein so zeitloses Meisterwerk unter den Abenteuerfilmen, weil reale historische Personen, Ereignisse und Kulturen des Römischen Reichs als Vorlage dienten. Der Film entwickelt durch seine aufwändigen Kulissen, Kostüme und Kampfszenen eine unwiderstehliche Sogwirkung. Wenn wir Gladiator anschauen, dann sorgt das blutige Abenteuer von Maximus dafür, dass wir uns beinahe selbst wie das blutrünstige Publikum im Kolosseum fühlen.

Trailer: Gladiator

Platz 3: Braveheart (1995) von Mel Gibson

Die atemberaubenden Einblicke in die raue Natur Schottlands und der bewegende Soundtrack haben diesen Film fest in unserer Erinnerung verankert. William Wallace’ Kampf für sein Vaterland und um die Herzen der Frauen könnte blutiger und abenteuerlicher kaum sein. Doch der Film ist weit mehr als nur ein brutales Schlachtengemälde. Wir durchleben mit den Darstellern ein reiches Gefühlsspektrum von Freundschaft, Liebe, Hass und Verrat, an einigen Stellen gewürzt mit Mel Gibsons „leicht hintergründigem“ Humor. Doch spätestens wenn uns am Ende des Films Wallace’ Schrei nach Freiheit durch Mark und Bein gefahren ist, komme ich nicht umhin, Braveheart einen würdigen Platz in dieser Liste zu spendieren. 

Trailer: Braveheart (1995)

Platz 2: Fluch der Karibik 1 (2003) von Gore Verbinski

Natürlich fehlt noch ein Piratenfilm in dieser Liste! Denn was ist abenteuerlicher, als sich auf hoher See Poseidons Launen auszusetzen, andere Schiffe zu kapern und auf paradiesischen Inseln alte Schätze zu heben? Ich glaube, Johnny Depp hat sich mit seiner Rolle als CAPTAIN Jack Sparrow für immer in unsere Herzen gelallt. Über die Güte der anderen Fluch der Karibik-Teile herrschen unterschiedliche Meinungen, weshalb hier nur der geniale The Curse of the Black Pearl gelistet ist. Wobei zumindest die Kraken-Attacke unter Orgelmusik im zweiten Teil ebenfalls eine abenteuerliche Lobeshymne verdient.

Trailer: Pirates of the Caribbean

Platz 1: Indiana Jones (1981, 1984, 1989) von Steven Spielberg

Wer sollte sonst auf dem Thron sitzen als unser allseits beliebter Archäologe mit Hut und Peitsche? Er verkaufte für Lucasfilm Games in Indiana Jones und der letzte Kreuzzug (1989) „diese tollen Lederjacken“ und hatte stets die Gesprächsoption „Schlag zu“. Wenn jemand für haarsträubende Abenteuer steht, dann er. Die Filme wimmeln von exotischen Schauplätzen, Artefakten und Fallen in überwucherten Tempeln, und als Gegenspieler dienen meistens Nazis, oft dunkle Kulte und manchmal sogar der Zorn Gottes. Auch wenn sein jüngster Ausflug zum Kristallschädel von vielen belächelt wird, so wird die Ursprungstrilogie doch immer einen Ehrenplatz in jeder guten Filmsammlung haben. Und ich bin mir sicher, dass noch in hundert Jahren die meisten Menschen auf Anhieb die Titelmusik von Indiana Jones pfeifen können. 

Trailer: Indiana Jones and the Raiders of the Lost Ark

Wirklich knapp daneben – Die Honorable Mentions:

King Kong (2005) von Peter Jackson. Inhaltlich und optisch sehr an Joseph Conrads Novelle Heart of Darkness (1899) angelehnt, wurde die erste Hälfte des Films doch von vielen als zu langatmig empfunden. Trotz eines gewissen Overkills an monströsen Inselbewohnern ist King Kong trotzdem ein toller Abenteuerfilm, der seine Vorgänger ehrt und nur knapp an einem Listenplatz vorbeisurft.

Robin Hood: König der Diebe (1991) von Kevin Reynolds. Nach einem Rewatch hatte meine nostalgisch-verklärte Sicht auf diesen Film etwas gelitten. Trotzdem sollte er wegen einer tollen Titelmusik und eines grandiosen Alan Rickman als schrulliger Sheriff von Nottingham erwähnt werden.

300 (2006) von Zack Snyder. Auch nur knapp rutschen die Waschbrettbäuche von 300 an dieser Liste vorbei. Mit seinen Close-ups und Bullet-Time-Effekten kommt er mir jedoch weniger als klassischer Abenteuerfilm und mehr als eine zum Leben erweckte Comicvorlage vor.

Was sind für euch Abenteuerfilme? Braucht es dazu peitschenschwingende Geschichtslehrer oder Diebe auf fliegenden Teppichen? Versteht ihr darunter eher die klassischen Sandalenfilme oder darf es auch deutlich phantastischer sein? Letztlich beginnen nicht nur für Frodo Abenteuer immer dann, wenn wir aus der Tür heraustreten. Viele von uns trauen sich sogar weiter als bis zum Briefkasten zu gehen. Einige bereisen sogar ferne Länder. Doch auch, wenn wir mal an unseren Sessel gekettet sind (warum auch immer), gibt es immer noch Bücher und Filme, die uns phantastische Abenteuer im Geiste erleben lassen. Und für die Kreativität und die Mühen der Schöpfer bin ich sehr dankbar.  

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