Der Zweite Blick (Folge 27): Patrik Pacard

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Der Zweite Blick (Folge 28): Patrik Pacard


Wer kennt den Mann dort am Fjord? Justus Pfaues „Patrik Pacard“ ist bis heute ein nostalgisch verklärtes Heiligtum aller Fernsehkinder der 1980er Jahre. 

Die Welt von Patrik Pacard

Professor Gunström ist ein Genie. Dem verschrobenen Wissenschaftler gelang es, Saatgut an den unwirtlichsten Orten der Erde gedeihen zu lassen. Wird dies publik, sind Armut und Hunger bestimmt schnell Probleme der Vergangenheit. Dank Gunström steht der Menschheit eine goldene Zukunft bevor. Doch die Großmächte der Welt wollen Gunströms Erfindung geheim halten und für sich haben. Sie lassen den Wissenschaftler jagen. In einem entlegenen Fjord kommt es zum Kampf um die Zukunft.

Der Teenager Patrik Pacard weiß von all dem nichts. Er macht mit seiner Familie Urlaub in besagtem Fjord, freundet sich mit Gunström an … und wird plötzlich zum Geheimnisträger, nach dem die gefährlichsten Spezialagenten und Söldner der Welt suchen! Dies ist seine Geschichte.

Trailer: Patrik Pacard

Die nackten Fakten

Es ist schon eine ganze Weile her, da ließ das ZDF alle Jahre wieder einen Mehrteiler für das sendereigene Weihnachtsprogramm drehen. Diese „Weihnachtsserien“, deren Tradition bis in die 1990er anhielt, erfreuten sich damals, als es nur drei TV-Programme gab und Streamingdienste ein Ding der Science Fiction waren, immenser Beliebtheit, und ihre Darsteller schafften es mühelos auf die Titelseiten von Zeitschriften. Egal ob von Tanzschülerin „Anna“ oder von Seemannsjunge „Jack Holborn“ – an Weihnachten saß man vor der Glotze und ließ sich verzaubern.

Drehbuchautor Justus Pfaue, auf dessen Konto mehrere Weihnachtsserien gehen, präsentierte 1984 die Geschichte des Jungen Patrik Pacard, dem die mächtigsten Mächte der Welt (übrigens äußerst buchstäblich!) auf den Fersen waren … und dessen Schicksal zum Schicksal des gesamten Planeten wurde. Pfaues jugendgerechter Agententhriller war eine nach heutigen Standards betulich erzählte, schöne SF-Utopie von und für Träumer.

Das Erbe

Willkommen in Nostalgia! „Patrik Pacard“ zählt zu den beliebtesten Weihnachtsserien und dürfte jedem Fernsehkind der 1980er ein wohliges Lächeln aufs Gesicht zaubern. Auch die Musik von Christian Bruhn trägt gewiss dazu bei. Jedoch: Die Handlung dieses so hoch gehandelten Altertümchens wäre in heutigen Serien wohl schon nach dem Pilotfilm zu Ende erzählt, gehen drei der insgesamt sechs Episoden doch nahezu komplett für die Exposition drauf. Merke: 1984 ließ man sich noch Zeit, zumindest beim Fabulieren. Das muss aber nichts Schlechtes sein.

Sicher ist eines: Neben „Anna“, „Silas“, „Timm Thaler“ und Co. sticht „Pacard“ bis heute aus dem Gros der Weihnachtsmehrteiler – insgesamt gab es derer 17 – heraus. Einen zweiten Blick ist sie allemal wert, und zwar längst nicht nur für Nostalgiker.

 

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Manche Serien ziehen so schnell an uns vorbei, dass wir sie kaum registrieren. Andere liegen zu lange zurück – und waren zu wenig massentauglich –, als dass sie sich noch heute häufiger Wiederholungen oder gar eines DVD-Releases erfreuen könnten. Doch was, wenn sie dennoch sehenswert sind? Diesen Produktionen gewähren wir ab sofort … den zweiten Blick.

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