Die besten Science-Fiction-Filme aller Zeiten: Verschollen im Weltraum (1969)

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Die besten Science-Fiction-Filme aller Zeiten: Verschollen im Weltraum (1969)


Ein Kinofilm, der die USA und die UdSSR während des Kalten Krieges zur Zusammenarbeit im Weltraum inspirierte. »Verschollen im Weltraum« war kein großer Erfolg gegönnt, lieferte aus der Retrospektive aber mit seiner detailverliebten Ausstattung einen Meilenstein des Astronautenthrillers. Phillip P. Peterson über einen Klassiker des Hard-SF-Films.

Trailer: Verschollen im Weltraum

Marylin Lovell gab zu, dass ihr dieser Film Alpträume bereitete. Und das nur einige Monate, bevor ihr Mann Jim Lovell mit Apollo 13 zum Mond fliegen sollte.

 Die Astronauten Pruett (Crenna), Stone (Franciscus) und Lloyd (ein noch recht unbekannter Gene Hackman) wollen mit ihrer Apollo-Kapsel von einer Raumstation zur Erde zurückfliegen, aber das Bremstriebwerk zündet nicht. NASA-Manager Keith (Peck) und sein Team versuchen alles, um die Männer auf die Erde zurückzubekommen, bevor ihnen der Sauerstoff ausgeht. Aber auch weiterhin geht alles schief: Zunächst schlägt die Reparatur des Triebwerks fehl, dann droht eine eilig zusammengestöpselte Rettungsmission zu scheitern, da ein herannahender Hurrikan den Start von Cape Canaveral bedroht. Die einzige Hoffnung scheint eine russische Raumkapsel zu sein, die Kurs auf das havarierte Raumschiff nimmt, aber der Sauerstoff reicht bis zu deren Eintreffen nicht für alle drei Astronauten.

Odyssee im Weltraum

Die NASA sowie diverse Apollo-Zuliefererfirmen unterstützten die Filmcrew mit Kulissen und Know-how. Regie-Altmeister Sturges (»Die glorreichen Sieben«) gab sich Mühe, den Film so realistisch wie möglich erscheinen zu lassen, und »Gravity«-Regisseur Alfonso Cuaron gestand, »Verschollen im Weltraum« in seiner Jugend wieder und wieder angesehen zu haben.

Die schauspielerischen Leistungen sind durchweg gut. Hackman überzeugt als psychisch labiler Astronaut Lloyd ebenso wie Gregory Peck als stoischer und nicht immer sympathischer Chef des bemannten Raumfahrtprogramms.

Heute wirkt der Film natürlich ein wenig antiquiert. Die Spezialeffekte, die seinerzeit einen Oscar gewonnen haben, kommen nicht immer realistisch rüber. Das hat Stanley Kubricks ein Jahr zuvor erschienene Weltraumvision »2001: Odyssee im Weltraum« deutlich besser hinbekommen. Wie Kubricks Meisterwerk wirkt »Verschollen im Weltraum« sehr kühl mit seinen technischen Dialogen. Außerdem hat der Film derart viele Längen, dass die Spannung darunter leidet.

Russland und Amerika

Bei den Astronauten und Ingenieuren des Apollo-Programms wurde der Film eifrig diskutiert. Besonders die Rettung durch einen russischen Kosmonauten ließ die Frage aufkommen, inwiefern sich die Großmächte im Falle einer realen Havarie gegenseitig helfen könnten, was unter anderem zu der gemeinsamen Weltraummission ASTP im Jahre 1975 führte.

Sehenswert ist »Verschollen im Weltraum« allemal. Der Zeitgeist der Sechziger ist gut eingefangen. So ist der Streifen, der kurz nach der ersten Mondlandung erschien, auch einer der letzten, die dieses Thema aufgriffen, bevor in den Siebzigern eher gesellschaftskritische Science-Fiction gefragt war. Besonders für Menschen, die sich für das reale Raumfahrtprogramm interessieren, ist der Film ganz sicher ein Leckerbissen.

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