Die besten Science-Fiction-Filme aller Zeiten: Rakete zum Mond (1950)

© George Pal Productions / SchröderMedia HandelsgmbH & Co. KG

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Die besten Science-Fiction-Filme aller Zeiten: Rakete zum Mond (1950)


Bestsellerautor Philip P. Peterson hat sich noch einmal die zehn besten Science-Fiction-Filme über die Raumfahrt angesehen. In der heutigen Folge: Rakete zum Mond von 1950

Robert A. Heinlein war Co-Autor der ersten großen Hollywoodproduktion über eine fiktive Reise zum Mond.  »Rakete zum Mond« aus dem Jahr 1950 ermöglichte mit seinem Erfolg die großen Zukunftsfilme der Fünfziger, blieb selbst jedoch hinter seinen Möglichkeiten zurück. 

Trailer: Rakete zum Mond

»Rakete zum Mond«, auch bekannt unter dem Titel »Endstation Mond«, wurde neunzehn Jahre vor der ersten Mondlandung gedreht und immerhin zehn Jahre vor der ersten Erdumkreisung von Juri Gagarin. Insofern ist es interessant, wie Hollywood sich die Reise zum Mond vor Beginn des Raumfahrtzeitalters vorgestellt hat. Interessant sind auch die Namen der beteiligten Personen, denn produziert wurde der Streifen von George Pal, der mit »Kampf der Welten« und »Die Zeitmaschine« später zwei Klassiker des Genres drehen sollte. Die Romanvorlage stammt von dem bekannten Science-Fiction-Autor Robert A. Heinlein (»Starship Troopers«), der auch am Drehbuch mitschrieb.

Kurz gefasst geht es in der Handlung darum, dass ein privates Konsortium eine Rakete baut, mit der vier Menschen eine Reise zum Mond planen und die sowohl auf dem Weg dorthin als auch auf dem Erdtrabanten selbst einige Abenteuer bestehen müssen.

Ganz ähnlich wie in dem deutschen Film »Frau im Mond«, der fast zwanzig Jahre zuvor erschienen war, haben die Produzenten versucht, eine Mondreise weitgehend realistisch mit der damals absehbaren Technik darzustellen. Selbst zentrale Elemente der Handlung ähneln dem deutschen Film, sodass man unwillkürlich das Gefühl hat, ein Plagiat anzuschauen.

Gepflegte Langeweile

Kulissen und Effekte hat man zwar mit halbwegs hohem Aufwand realisiert – was dem Film auch einen Oscar einbrachte und eine Auszeichnung bei der ersten Berlinale 1951 -, aber es fehlen filmtechnische Innovationen, wie sie in anderen SF-Filmen der Fünfzigerjahre gemacht wurden, um den Film hervorstechen zu lassen.

Die Handlung von »Rakete zum Mond« ist darüber hinaus auch noch sehr linear und birgt kaum Überraschungen. Die Abenteuer beschränken sich auf eine kaputte Antenne, die im All repariert werden muss oder auf die Erkenntnis, dass man zu wenig Treibstoff mithat, was man auf dem Mond durch das simple Entfernen von Ballast löst. Auf dem Mond selbst bewegen sich die Schauspieler vor gemalten Leinwänden, die zwar mit großem Aufwand gefertigt wurden, aber wieder wenig innovativ sind.

Die gesamte Machart, also Regie, Drehbuch, Charakterauswahl und -darstellung und auch die Filmmusik, entspricht den typischen Fünfzigerjahre-Abenteuerfilmen, die man in den Weltraum verlegt hat. Besonders die Figuren sind eher langweilig, ohne Ecken und Kanten und entsprechen in ihrer Zusammenstellung den typischen Streifen jener Zeit, inklusive des sympathischen, treudoofen Spaßvogels. Wäre man hier etwas mutiger gewesen, hätte man deutlich mehr daraus machen können.

Woody Woodpecker fliegt zum Mond

Nostalgisch interessant ist eine fast fünfminütige Sequenz mit der alten Zeichentrickfigur »Woody Woodpecker«, die dem Zuschauer das Prinzip des Raumflugs erklären soll. Spätestens hier wird klar, dass die Mondlandung damals noch in ferner Zukunft lag. Allerdings gibt diese Woodpecker-Sequenz, die man ganz ähnlich auch aus US-Armee-Propagandafilmen kennt, dem Ganzen einen schalen Beigeschmack. Zugutehalten muss man dem Film aber, dass er nach dem Krieg der erste mit hohen Produktionskosten realisierte Science-Fiction-Film war. Der Erfolg des Streifens hat die nachfolgenden und besseren Zukunftsfilme der Fünfzigerjahre überhaupt erst möglich gemacht. Da gab es andere Perlen wie »Der Jüngste Tag« (1951), »Der Tag, an dem die Erde stillstand« (1951) und »Krieg der Welten« (1953), die man eher kennen sollte.

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