Frauenrollen in „Die letzten Jedi“

© 2017 Lucasfilm Ltd. / Walt Disney Pictures

FILM

Vergesst das Schlumpfine-Syndrom! Frauenrollen in „Die letzten Jedi“


Stell dir vor, du sitzt in einem Film, und die Hälfte aller Protagonisten sind Frauen – wie im richtigen Leben! Vergessen ist das Schlumpfine-Syndrom, vergessen der Bechdel-Test. In Die letzten Jedi, der achten Star-Wars-Episode bzw. dem neunten Star-Wars-Film, sind Stereotypen etwas von gestern. 

--- Disclaimer: Dieser Artikel enthält mittelschwere Spoiler für Die letzten Jedi. Alle Zitate sind zudem nur paraphrasiert. ---

 

Frauen sind auch Leute

Was für eine Erkenntnis! Eine Figur kann auch einfach weiblich sein, ohne dass sie um ihr eigenes Weiblich-Sein kreist. Das war auch einer der ganz großen Pluspunkte von Wonder Woman: Patty Jenkins‘ Diana definiert sich nicht über ihre Weiblichkeit, sie muss nicht als »starker weiblicher Charakter« auftreten. Sie definiert sich über ihre Offenheit, ihre Freundlichkeit, ihr mitfühlendes Herz und ihre halbgöttlichen Kräfte. Sie ist eine Figur, die eine Frau ist. Die letzten Jedi bringt uns einen ganzen Haufen solcher Figuren, selbst in Nebenrollen sind Frauen besetzt, als wäre es einfach so möglich, einen Haufen Widerstandspiloten zu casten und dabei zu sagen: »Macht mal halb/halb.« Unglaublich. Ohne Witze über »Sie kann das Raumschiff einparken, obwohl sie eine Frau ist.« Ohne Statements wie »Sie war noch nie wie andere Mädchen, sie war etwas Besonderes.« Ohne übertriebene Verletzlichkeit, ohne auf Mütterlichkeit beschränkt zu sein, ohne entweder ein Tomboy oder eine »damsel in distress« sein zu müssen.

Weibliche Protagonisten, die so sind, wie ihre männlichen Gegenstücke schon seit Jahrzehnten sein dürfen: einfach ganz, ganz unterschiedlich.

Reden wir über Rose Tico

Nicht über Rey, nicht über Leia – über die können wir später noch reden. Reden wir erst einmal über Rose Tico. Als wir sie kennenlernten, saß sie zwischen den Maschinen, die sie wartete, und trauerte um ihre Schwester Paige – verheult, entschlossen, bitter. Bei ihrem letzten Satz im Film war ich die, die heulte. »Wir kämpfen nicht, um zu zerstören, was wir hassen. Sondern, um zu retten, was wir lieben.« Die Schwester, die sie beweinte, starb im Kampf gegen das, was sie hasste. Rose ging mit Finn auf einen Selbstfindungstrip nach Canto Bight, scheiterte vordergründig und siegte doch hintergründig. »Zu sagen, ohne die Jedi wäre die helle Seite der Macht verloren, ist Überheblichkeit«, sagt Luke zu Rey und meint damit, dass die Jedi nicht erforderlich sind, um das Gute zum Vorschein zu bringen. Die so normale, fast schon profane Mechanikerin Rose mit bunten Kabeln als Haarbänder ist das personifizierte Gute, »der Funke, der das Feuer entzündet, das die Erste Ordnung niederbrennt«, wie Amilyn Holdo und Poe Dameron es sagen. Ihr Ring an der Hand des kleinen Jungen, der sich mit der Macht seinen Besen schnappt – das ist der Funke, von dem der Widerstand spricht. Das ist Rose.

 

 

Frauenrollen in „Die letzten Jedi“

© 2017 Lucasfilm Ltd. / Walt Disney Pictures

Apropos Amilyn Holdo

Laura Dern gibt die spröde, schillernde Vize-Admiralin mit violettem Haar, der ein bisschen mehr Mitteilungsbedürfnis nicht geschadet hätte. Auch ihr weibliches Erscheinungsbild in langem Kleid mit Schmuck im Haar sorgt dafür, dass Poe Dameron die Nachfolgerin der im Koma liegenden Leia und des im Raumkampf gefallenen Ackbar nicht ernst nehmen kann. »Das ist Amilyn Holdo?«, fragt er seinen Wingman. »Schlacht-vom-Chyron-Gürtel-Amilyn-Holdo?« Da muss Poe gleich mal zur ihr rüber, ihr sagen, wie der Stand der Dinge ist und wie er glaubt, dass der Hase läuft. Und das wiederum, man erkennt es an ihrem säuerlichen Blick, fasst Amilyn als klassisches Mansplaining auf, fährt ihm mit dem honigsüßesten Unterton über den Mund und verweist ihn auf seinen Posten. Nein, diesem Typen, den Leia zuvor noch degradiert hat, weil er zum Piloten, aber nicht zum Anführer taugt, wird sie ihren Plan nicht erläutern – und damit entschließt Poe sich zur Meuterei. Die Trope ist klar: Dem einfachen, aber schlauen Soldaten wird der inkompetente, aber sozial besser gestellte Anführer vor die Nase gesetzt – wer Sharpe – Die Scharfschützen gesehen hat, weiß, wovon ich rede. Die Meuterei, bei der Carrie Fishers Tochter Billie Lourd als Kaydel Ko Connix eine Rolle spielt, beginnt im Kleinen mit Roses und Finns Undercover-Mission und wird zu einer ausgewachsenen bewaffneten Revolte. Aber wie so oft in diesem Film erfüllt sich die Trope nicht, Poe hatte unrecht, Amilyn Holdos Plan war von vornherein der bessere. Und hassen wir jetzt Poe für sein »Mansplaining«? Nein, denn Amilyn Holdo ist mit offenen Augen ins Verderben gelaufen. Poe bat im Namen vieler an Bord der Schiffe darum, informiert zu werden, und sie hat die Männer und Frauen, die ihr untergeordnet waren, nicht einweihen wollen. Das waren Fehler auf beiden Seiten, Kommunikationsfehler, wie sie im realen Leben, in der realen Arbeitswelt noch und nöcher vorkommen. Das war nicht die Schablone der »starken Frau, die sich behauptet«, sondern ein realistischer Protagonist, den man mal mag und über den man mal den Kopf schüttelt. Die Versöhnung zwischen beiden, Poes Einsicht, dass ihr vorsichtiger Plan seinem waghalsigen überlegen war, führt jedoch zu einer Versöhnung, die vor allen Dingen für Poes Charakterentwicklung wichtig ist.

Böse Frauen

Auch auf der Seite der ersten Ordnung tummeln sich viele Frauen – in Sturmtruppenrüstungen ist nicht erkennbar, wer Mann und wer Frau ist, da Star Wars – der Macht sei Dank! – auf die sogenannte »boob shaped armour« verzichtet. Als Offizierinnen auf den Brücken der Raumschiffe tummeln sich durchaus nicht wenige Frauen, doch während Kylo Ren, General Hux und der Oberste Anführer Snoke die Erste Ordnung männlich dominieren, ist die Anführerin der Sturmtruppen, Captain Phasma, eine Frau. Gwendoline Christie spielt die hochaufragende Phasma mit großer Lust am Bösen. Phasma ist körperlich überlegen, bösartig, gefühlskalt, unverletzlich, selbst als ihr Helm zerschlagen ist und ihr Auge hervorblitzt, wirkt sie nicht wie ein Mensch unter all dem Chrom, sondern wie ein hasserfülltes Wesen, das niemals verstehen wird, warum man nicht der von ihr gegebenen Ordnung folgt. »Du bist immer Abschaum gewesen«, sagt sie zu Finn – die weiße blonde Frau der faschistoiden Ersten Ordnung zum desertierten, seelenvollen schwarzen Mann. »Rebellen-Abschaum«, erwiderte er nicht ohne Stolz. Ja, Frauen können und sollen auch böse sein, mies, widerlich. Gerade Frauen mittleren Alters sind oft auf die aufopfernde (nicht selten sterbende!), liebevolle Mutterrolle beschränkt, ich will sie auch als Admiräle und Sturmtruppenanführerinnen sehen!

Frauenrollen in „Die letzten Jedi“

© 2017 Lucasfilm Ltd. / Walt Disney Pictures

Die Mütterlichen

Auf Ahch-To, Lukes Rückzugsort, begegnen wir einigen Ureinwohnern, bei denen es sich ausschließlich um Frauen zu handeln scheint. Die Hüterinnen des ersten Jedi-Tempels reparieren die Bienenwabenhäuschen der Insel, bessern Löcher aus, die Rey mit ihrem Blaster schießt, und sind sicher noch damit beschäftigt, das Dach zu flicken, das Luke über Rey und der »Vision« von Kylo Ren hat einstürzen lassen. Nicht nur das, diese gleichzeitig an Nonnen und Fische erinnernden Einsiedlerinnen waschen offenbar auch Lukes Roben in all den schönen Jedi-Brauntönen. Sie sind für die Story ähnlich relevant wie die auf der Insel und nun auch im Millennium Falcon brütenden Porgs.

Rey of Sunshine

Was Luke Skywalker für die Original-Trilogie war, ist Rey für die Sequel-Trilogie: ein machtbegabtes Multitalent, ein Kind des Nirgendwo, das sich woandershin sehnt. Da Rey in Das Erwachen der Macht Raumschiffe fliegen, an Elektronik basteln und mit dem Lichtschwert kämpfen kann, ließ der Vorwurf, sie sei eine »Mary Sue«, nicht lange auf sich warten. Dieser Begriff, der eine Figur ohne Schwächen meint, wird immer besonders gern auf kompetente Frauenfiguren angewandt. Dass männliche Filmhelden in der Mehrzahl ebenfalls geradezu aberwitzig kompetent sind, wird dabei meist übersehen – das Ungleichgewicht zeigt sich schon darin, dass »Mary Sue« ein Frauenname ist und daher meist weibliche Figuren mit diesem Spott überzogen werden. Rey lebte die meiste Zeit ihres Lebens allein und musste sich gegen allerlei Bedrohungen verteidigen – wie sie ihr mechanisches Talent und ihre Pilotenfähigkeit schärfte, lässt sich in der Kurzgeschichtensammlung Before the Awakening nachlesen.

Rey ist das personifizierte »Erwachen« aus dem Titel von Episode VII – ihre Fähigkeiten erwachen, als Kylo Ren stärker wird; ein Gleichgewicht, das für den Obersten Anführer Snoke offenbar nicht unerwartet ist. In Rey erwachen Fähigkeiten, doch auch sie erweckt: menschliche Regungen in Kylo Ren, die Hoffnung, ihn vielleicht doch auf ihre Seite zu ziehen. Zudem reißt sie Luke aus dem Einsiedlerdasein, in das er sich geflüchtet hat. Rey hat eine Unbedarftheit, eine verletzliche Willensstärke, und die Newcomerin Daisy Ridley verleiht der Figur zugleich britische Distanziertheit und emotionale Tiefe und eroberte damit die Herzen vieler alter, aber vor allen Dingen einer neuen Generation Star-Wars-Fans im Sturm. Rey ist das Gesicht der neuen Star-Wars-Ära: eine junge Frau, für deren Geschichte sich Jungen und Mädchen, Männer und Frauen interessieren.

Frauenrollen in „Die letzten Jedi“

© 2017 Lucasfilm Ltd. / Walt Disney Pictures

»In loving memory to our princess, Carrie Fisher«

Vor etwa einem Jahr starb Carrie Fisher, und wenn ich über Leia schreibe, muss ich auch über Carrie schreiben, die sich selbst als die Hüterin von Prinzessin Leia bezeichnete. Die Szenen in Die letzten Jedi waren bereits im Kasten, als Carrie Fisher auf einem Langstreckenflug einen Herzinfarkt erlitt und nach einigen Tagen im Koma daran verstarb, rasch gefolgt von ihrer Mutter Debbie Reynolds.

In Die letzten Jedi liegt auch General Organa, Prinzessin Leia, in einem Koma, nachdem sie sich mit Hilfe der Macht aus dem Nichts des Weltalls wieder auf das schwer beschädigte Kommandoschiff gerettet hat. Es sind Lukes Gedanken an sie, die sie wieder aufwachen lassen. Carrie Fisher wachte nicht mehr auf, trotz der Millionen Menschen, die versucht haben, sie im vergangenen Jahr um Weihnachten herum zurück ins Leben zu wünschen.

Mit ihrer letzten Rolle setzt sie sich selbst ein Denkmal, nicht zuletzt, weil sie mit Regisseur Rian Johnson das Drehbuch überarbeitete und viele ihrer eigenen Dialogszenen schrieb oder dazu improvisierte. So zum Beispiel die letzte, sehr anrührende Szene zwischen ihr und Laura Dern alias Amilyn Holdo. Die beiden Protagonisten kennen sich seit Jugendtagen, wie man im aktuellen Leia-Roman von Claudia Gray nachlesen kann, und Dern war bereits seit langer Zeit ein Fan von Fisher. Es war Carries Idee, dass beide gleichzeitig »Möge die Macht mit dir sein« sagen – und Lauras Idee, dass ihre Figur Leia sagt, dass sie von ihr gelernt hat, wie sie Abschied nehmen kann. (Wie bedeutungsschwer diese Worte jetzt nach Fishers Tod klingen!) Leia wusste immer, was zu tun ist, immer, wie es weiterging. Sie lief nie davon wie Han und Luke, war nicht irgendwann übersättigt von ihrem oft fruchtlosen, aber immer furchtlosen Kampf um Hoffnung, dieses große Konzept, für das Leia wie keine andere Figur der Filmgeschichte steht. Carrie Fishers Darstellung von Leia ist zutiefst emotional, während Leia gleichzeitig die einzige des ursprünglichen Trios ist, die nie ihren Verlusten und Emotionen so sehr erliegt, dass sie dafür ihre Aufgabe aus den Augen verliert. Wenn sie entschlossen Poes Meuterei beendet, wenn sie schmerzerfüllt auf die Grafiken der abgeschossenen Schiffe blickt oder durch das Fenster das Nahen ihres hasserfüllten Sohnes spürt. Ihr kleines Kopfschütteln, während sie sich mit Luke unterhält – das alles atmet die Kraft, Willensstärke, Ausstrahlung der jungen Prinzessin Leia, deren Hüterin Carrie war.

Nebencharaktere, die im Kopf bleiben

… Leider sind viele davon tot! Roses Schwester Paige Tico habe ich bereits erwähnt – die Schwestern werden von aus Vietnam stammenden Schauspielerinnen gespielt, nämlich Ngo Thanh Van und der sympathisch-nerdigen Kelly Marie Tran, die auf dem roten Teppich der Premiere regelmäßig in Tränen ausbrach. Asiatisch stämmige Star-Wars-Fans haben bereits in den Sozialen Medien kundgetan, wie viel ihnen diese neuen Figuren bedeuten – Star Wars wird größer und diverser, und wer daran Anstoß nimmt, hat offenbar keine anderen Probleme. Paige Tico ist Bordschützin eines Bombers und zerstört eigenhändig einen gigantischen Dreadnought der Ersten Ordnung – was sie jedoch mit ihrem Leben bezahlt.

Ein weiteres Fliegerass ist Tallie Lintra, deren wendiger A-Wing den Bombern Geleitschutz gibt. Tallie stirbt leider auch, bei der Explosion, die Kylo Ren im Hangar verursacht. Zwei weibliche Figuren überleben und werden vielleicht auch in Episode IX auftauchen: Zum einen die von Carrie Fishers Tochter Billie Lourd gespielte Connix, die bei Poes Meuterei mitmischt, und Leias Beraterin, bei der auch die Gelegenheit genutzt wurde, eine Frau von nach Hollywoodmaßstäben fortgeschrittenem Alter zu besetzen; ein Alter, in dem viele Schauspielerinnen »unsichtbar« werden, weil es keine Rollen für sie gibt außer der obligatorischen Mutter.

Die letzten Jedi nutzt die Chance, Figuren zu erschaffen, die nicht automatisch über ihr Geschlecht definiert sind. So wie der Protagonist Finn »farbenblind« gecastet wurde (was bedeutet, dass im Drehbuch nicht festgelegt war, welche Hautfarbe er hat), hat man an vielen Stellen den Eindruck, dass es bei einer Figur nicht darauf ankam festzulegen, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt. Vielen Filmen und Büchern merkt man immer noch an, dass das generische Geschlecht für eine Figur männlich ist und das Weibliche das Besondere, die Ausnahme darstellt. Dieser »Gender Default« ist auch die Ursache des Schlumpfine-Syndroms (eine »starke« Frau in einer Gruppe Männer), an dem Truppen wie die Justice League, die Avengers und auch leider viele Kinderserien immer noch leiden.

Stichwort: Toxische Maskulinität

Dennoch ist es sicher kein Zufall, dass der Film so viele Frauenrollen hat und so viele davon sich in der Führungsriege des Widerstands tummeln. Der Film erzählt, aktuell wie kein anderer Film, davon, wie toxische Maskulinität unsere Gesellschaft vergiftet hat, etwas, das uns nicht erst seit der #metoo-Debatte klar ist und beschäftigt. Ich meine damit nicht, dass Frauen Männern vorzuziehen sind oder dass nur Frauen unter männlicher Dominanz leiden. Männer – wie Finn – leiden genauso unter diesem System der »Ersten Ordnung«, das keine Abweichung und keine gesellschaftlichen Änderungen duldet, dass das Andersartige auslöschen will (nicht ohne Grund finden sich kaum Aliens im Imperium und der Ersten Ordnung – es sind Space-Nazis!). Die letzten Jedi erzählt auch die Geschichte von einander durch Gewalt übertrumpfenden, komplexbehafteten Männern, die sich in ihrer Hackordnung stets um sich selbst drehen. Schon in Das Erwachen der Macht war die Dynamik zwischen Kylo Ren und General Hux beinahe etwas aus einer Space-Opera-Variante von Stromberg. Hux blickte in fast jeder Einstellung, als würde er sich gleich zur Kamera umdrehen und sagen: »Das ist der schlimmste Arbeitstag meines Lebens.« Jeden Tag. Kylo Ren gibt jeder Laune nach, bestärkt von seinem Obersten Anführer, der ihm immer wieder gesagt hat, wie besonders er ist, ein neuer Vader, und wird von seinen Untergebenen weniger gefürchtet als vielmehr gemieden. Und Snoke herrscht mit körperlicher und seelischer Gewalt über diese ihm untergeordneten Männer. Eine Gewalt, die Gegengewalt hervorruft, aber keine Befreiung aus einer Spirale, die jene, die in ihr gefangen sind, gar nicht mehr als Spirale wahrnehmen, sondern als normale »Ordnung« der Dinge.

Das Problem zeigt sich zwar vor allen Dingen in den Reihen der Ersten Ordnung, auch Finn und Poe scheitern am Anspruch an sich selbst. Diese beiden jedoch wachsen durch ihre Zusammenarbeit mit Rose und Holdo darüber hinaus.

In Die letzten Jedi ist es Rey, die daran glaubt, dass Kylo Ren zur hellen Seite bekehrt werden kann, aber es ist auch seine Mutter Leia, die weiß, dass es für ihren Sohn keinen Weg zurück mehr gibt. Er ist gefangen in einer Spirale, die ihn so verzerrt, so verändert hat, dass das Kind, das sie großgezogen hat, nicht mehr zu erkennen ist. Trotzdem mussten sowohl Han in Das Erwachen der Macht als auch Rey in Die letzten Jedi versuchen, zu ihm durchzudringen. Damit entdecken sie die letzten Reste des Menschlichen in ihm – aber vor allem entdecken sie das große, hoffnungsvolle Menschliche in sich selbst.

Die letzten Jedi zeigt uns, dass Widerstand gegen dieses zutiefst verwurzelte System nie fruchtlos ist, auch wenn wir manchmal denken, unsere Stimmen werden nicht gehört, unsere Taten nicht gesehen. Die letzten Jedi macht Star Wars zu einer besseren Welt, in der es allen Toden und allen Dunkelheiten zum Trotz immer um Hoffnung geht. Hoffnung auch gegen die Faschisten und Maskulinisten und Grausamkeiten dieser Welt.

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