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Die Welt von "Mortal Engines": Alles, was du über den neuen Kinofilm von Peter Jackson wissen musst


Am 14. Dezember 2018 kommt der von Peter Jackson produzierte Film "Mortal Engines" in die Kinos. Er basiert auf der gleichnamigen Romanvorlage von Philip Reeves, die im nächsten Jahr auch in Neuübersetzung bei Fischer Tor erscheinen wird. Erste Infos zum Buch und zum Film habe ich bereits in einem Artikel zusammengefasst. In diesem Beitrag geht es um die Welt von "Mortal Engines" und die verschiedenen Fraktionen.

„Ich bin nicht sicher, mit welchen Waffen der Dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im Vierten Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen.“
Albert Einstein

Mortal Engines: Krieg der Städte

Nach 60 Minuten war alles vorbei. 60 Minuten dauerte der letzte große Krieg der Menschheit, der die Welt, wie wir sie bisher kannten, für immer auslöschte. Aus den Trümmern der einstigen Zivilisation erhoben sich fahrende Städte, die fortan wie Raubtiere durch die wüsten Landschaften streifen und Jagd aufeinander machen. "Municipal Darwinism" nennt Autor Philip Reeves das, Urbandarwinismus. Die größeren und stärkeren Städte verleiben sich die schwächeren einfach ein, verwerten, was zu gebrauchen ist, und töten jeden, der Widerstand leistet.

Mortal Engines: Die Städte - London


Eine dieser rollenden Städte (Traktionsstädte, "traction cities") ist London, das vom Oberbürgermeister Magnus Chrome geführt wird. Gleichzeitig ist er auch Oberster der Ingenieursgilde, jener mächtigen Gruppe, die die Stadt mit ihren unzähligen überlebensnotwendigen Maschinen am Laufen hält. In dieser Welt ist man überzeugt, dass man nur überleben kann, wenn man in Bewegung bleibt. Um in Bewegung zu bleiben, benötigt man Technologie und Rohstoffe, und die bekommt man entweder von anderen Städten oder in Form von Artefakten aus den Ruinen der untergegangenen Zivilisation.

Mortal Engines: Die Antitraktionistenliga

Doch es gibt auch Gegner dieser Philosophie, die sogenannte Antitraktionistenliga ("Anti-Traction League"), die ihren Sitz in Zentralasien hat und durch eine hohe Bergkette vor den marodierenden Städten geschützt ist. Diese Liga ist davon überzeugt, dass die Menschheit - wie in alten Zeiten - nur mit Sesshaftigkeit überleben kann. Die Hauptstadt der Liga ist Tienjing.

Mortal Engines: Andere Städte - Panzerstadt-Bayreuth

Der gefährlichste Feind Londons im Roman ist die Panzerstadt Bayreuth (heißt auch in der englischen Fassung so), eine waffenstarrende, rollende Festung nach preußischem Militärmaschinerie-Vorbild (auch wenn Bayreuth einst in Bayern lag).

Mortal Engines: Die Piraten

Darwinismus bedeutet nicht das Überleben des Stärkeren, sondern das Überleben des am besten Angepassten. Was in der Welt von Mortal Engines bedeutet, dass es durchaus kleinere mobile Siedlungen geben kann, die den größeren an Gefährlichkeit in nichts nachstehen. Im ersten Band ist Tunbridge Wheels so eine Piratenstadt, deren Chef Chrysler Peavy sie als effizientes Raubtierunternehmen führt. Peaveys Stadt wurde einst von einer größeren einverleibt, weshalb er sich angepasste und diese mit Einfallsreichtum und Rücksichtslosigkeit übernommen hat.

Mortal Engines: Die Aeronauten und Airhaven

Die meisten Städte in Mortal Engines sind am Boden unterwegs, pflügen mit riesigen Rädern und Ketten durch die verwüstete Landschaft, doch es gibt auch Alternativen. Airhaven ist eine fliegende Stadt, die durch mit Gas gefüllte Ballons in der Luft gehalten wird und so vor Angriffen der Raubstädte sicher ist. Versorgt wird die Stadt vor allem durch Händler, die per Luftschiff unterwegs sind; eine davon ist Anna Fang, die im Buch eine größere Rolle spielt und hinter der mehr steckt, als es auf den ersten Blick den Anschein hat. So wie es bei den meisten Figuren im Buch ist, die oft nicht das sind, was sie scheinen.

Auch London unterhält übrigens eine Luftschiff-Flotte, darunter als besonders schönes Exemplar die 13th Floor Elevator des Abenteuers und Entdeckers Thaddeus Valentine, der im ersten Buch ebenfalls eine wichtige Rolle spielt und der Vater von Katherine Valentine ist, neben Tom und Hester die dritte jugendliche Hauptfigur.

Mortal Engines: Die Historiker

Valentine ist übrigens auch der Gildenoberste der Historiker. Den Historikern geht es vor allem darum, Artefakte aus der Vergangenheit und der untergegangenen Zivilisation zu bergen und aufzubewahren. Sie stehen oft im direkten Konflikt mit den Ingenieuren, teils herrscht sogar ein offener Machtkampf.

Mortal Engines: Die Ingenieure

Angeführt vom Oberbürgermeister Magnus Chrome sind die Ingenieure in ihren weißen Gummimänteln und mit den rasierten Schädeln die mächtigste Gilde von London, denn sie halten die Maschine am Laufen und die Stadt in Bewegung, forschen aber auch stetig an neuen, gefährlichen Waffen. Sie repräsentieren die Raubtierhaftigkeit Londons in Reinform.

Mortal Engines: Außenseiter

Es gibt auch Aussteiger, die das große Spiel des Urbandarwinismus nicht mitspielen wollen, die versuchen, einen Ort des Friedens abseits der Konflikte zu finden. So zum Beispiel die Eltern von Hester Shaw, einer zwiespältigen Heldin, die sich auf einem einsamen und unerbittlichen Rachefeldzug befindet.

Eine wirklich einzigartige Figur stellt der maschinenmenschartige Shrike dar, der mich durchaus ein wenig an die Shrike aus Dan Simmons Hyperion erinnert und die meiste Zeit als erbarmungslose Tötungsmaschine auftritt. Aber, wie schon erwähnt, die meisten Figuren sind vielschichtiger als sie auf den ersten Blick wirken.

Mortal Engines: Eine raue Welt

Die Welt von Mortal Engines ist rau und macht es dem Einzelnen schwer, außerhalb der sich bekriegenden Fraktionen zu überleben. So zum Beispiel Tom Natsworthy, der als auszubildender Historiker am unteren Ende der Nahrungskette steht und zwischen die Fronten gerät. Sie ist schmutzig und erinnert an das Zeitalter der Industrialisierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als der Manchester-Kapitalismus seinen Aufstieg nahm und Londons berühmter Nebel vor allem durch die dicken Rauchschwaden aus den Schornsteinen der Fabriken bestand.

Mortal Engines: Die Technik

Es geht schon ein wenig in Richtung Steampunk, vor allem durch die Luftschiffe und die Mechaniken, die an das viktorianische Zeitalter erinnern, aber durch die Artefakte aus unserer Zivilisation wirkt es insgesamt etwas moderner. Endzeit-Steampunk könnte eine passendere Annäherung sein, aber durch das Konzept der beweglichen Städte entsteht eine ganz eigene Atmosphäre.

Der Film adaptiert den ersten Band der Reihe, insgesamt sind bisher sieben Romane aus dem "Mortal Engines"-Universum erschienen, darunter Sequels ebenso wie Prequels.

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