Agents of S.H.I.E.L.D, Defenders und Inhumans – Eine kleine Geschichte des Marvel-Superhelden-Universums im Fernsehen und im Netz.

© Marvel / ABC Studios / Walt Disney Company / Netflix

FILM

Eine kleine Geschichte des Marvel-Superhelden-Universums (Teil 4): Daredevil und Luke Cage


Das Marvel Cinematic Universe wächst und wächst, und das nicht nur im Kino, sondern auch im Fernsehen oder auf den Streaming-Plattformen. Mit "Daredevil" und "Luke Cage" erhält die Stadt New York zwei Beschützer, die es in sich haben. Während sich Daredevil um die Schurken in Hell's Kitchen kümmert, versucht Luke Cage "seinen" Stadtteil Harlem vor schießwütigen Banden zu bewahren.

Daredevil und Luke Cage

New York ist nach dem „Zwischenfall mit den Außerirdischen“ teilweise verwüstet, ganze Straßenzüge sind zum Schnäppchen für Spekulanten geworden. Eine Privatdetektivin hatte mal Superkräfte und hing mit „diesen anderen Superhelden“ rum. Ein ehemaliger Häftling ist „fast so stark wie dieser grüne Typ“. Und ein Jüngling und Millionenerbe hat seine mystischen Kung-Fu-Superkräfte im Himalaya erworben, ganz ähnlich wie „dieser Doktor“. Die Hinweise, mit denen die Marvel-Superhelden der Streaming-Plattform Netflix mit denen des Marvel Cinematic Universe verbunden sind, erscheinen subtil. Aber zünftige Nerds erkennen die Anspielungen natürlich alle. Und haben auch Stan Lees Gastauftritt längst gefunden: Sein Fotoporträt hängt mal in einem Polizeirevier an der Wand, mal an einem Kiosk oder einem Filmplakat an einer Mauerwand. Andere Ostereier sind noch schwerer zu finden. Man muss schon ein Adlerauge haben, um zu sehen, dass „Daredevil“ Murdock und Agentin „Skye“ Johnson anscheinend im gleichen Waisenhaus groß geworden sind, dass die Roxxon Energy Cooperation eine Rolle im gesamten Marvel Universum spielt, dass Luke Cage im gleichen Knast sitzt, wie Iron Mans besiegte Gegner und Danny Rands Pseudonym John Anderson mal Nachbar von Peter „Spider-Man“ Parker war.

Trailer: Marvel's Luke Cage

Auch der Aufbau ähnelt dem des MCU: Nach Soloserien tun sich Matt „Daredevil“ Murdock, Jessica Jones, Luke Cage und Danny Iron Fist Rand zu den Defenders zusammen, deren Aufgabe es ist, die Straßen New Yorks von Mafia, Yakuza und Triaden zu säubern. Ein signifikanter Unterschied zum Rest des MCU besteht jedoch in der Gewaltdarstellung: Während es im Kino und bei ABC möglichst sauber und jugendfrei zugehen muss, darf es in den Netflix-Serien ordentlich zur Sache gehen.

So ist etwa die Plansequenz aus der ersten Season Daredevil, in der sich ein maskierter Matt Murdock (das Kostüm bekommt er erst in der letzten Szene der letzten Folge von Staffel 1) durch eine ganze Armee von Kidnappern prügelt, extrem deftig. Jessica Jones darf fluchen, saufen und sogar mal rauchen, als wäre sie ein bärtiger Seebär. Und mit Luke Cages rauen Harlem-Slang (inklusive N-Wort) dürften selbst weiße Amerikaner so ihre Schwierigkeiten haben. Überhaupt sind die Science-Fiction-Elemente in den Netflix-Serien sehr zurückgenommen. Es regiert ein eher realistischer Ton.

Trailer: Marvel's Daredevil

Immerhin ist der Ursprung von Daredevils Superkräften – er ist zwar blind, aber alle anderen Sinne sind extrem geschärft – nicht mehr ein Unfall mit radioaktivem Abfall, sondern zeitgemäße biotechnische Chemikalien. Als Jugendlicher wird Murdock dann von dem ebenfalls blinden Kampfkunstlehrer Stick trainiert, bevor er Jura studiert und eine Kanzlei für Sozialrecht eröffnet. Doch hier gerät er schnell mit dem Immobilienmogul Wilson Fisk aneinander, der sich ganze Straßenzüge des Bezirks Clinton (früher Hell's Kitchen) unter den Nagel reißt, um Manhattan zu gentrifizieren. In einer zweiten Staffel taucht dann auch noch der aus den Daredevil-Comics bekannte Gegner Frank „Punisher“ Castle auf, ein gnadenloser Vigilant, der nach dem Mord an seiner gesamten Familie einen sehr eigenen, sehr brutalen Kampf gegen das organisierte Verbrechen führt. Und in der Figur der Ninja-Attentäterin Elektra wird Murdock mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert.

Übersicht: Marvel-Serien und wo sie zu finden sind


Bisher (stand Sommer 2017) auf DVD/Blu ray erschienen:

Agents Of S.H.I.E.L.D., Season 1 mit 22 Episoden

Agents Of S.H.I.E.L.D., Season 2 mit 22 Episoden

Agent Carter – Die komplette Serie mit 18 Episoden

Daredevil, Season 1 mit 13 Episoden

Daredevil, Season 2 mit 13 Episoden

Jessica Jones, Season 1 mit 13 Episoden

 

Bisher auf Streaming-Plattformen zu sehen:

Luke Cage, Season 1 mit 13 Episoden (Netflix)

Iron Fist, Season 1 mit 13 Episoden (Netflix)

Defenders, Season 1 mit 8 Episoden (Netflix)

Legion, Season 1 mit 8 Episoden (Amazon)

 

Bisher im Netz abrufbar:

WHIH World News, zwei Staffeln mit jeweils 5 Episoden

Slingshot, eine Staffel mit 6 Episoden

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