Ready Player One

© Warner Bros Pictures

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Der erste Blick in die OASIS: Ein Vorgeschmack auf Steven Spielbergs Film "Ready Player One"


Die San Diego Comic-Con ist in vollem Gange, ein Trailer nach dem anderen erreicht das Netz und gerade lief die langersehnte Pressekonferenz zu Ready Player One – mit Steven Spielberg, Ernest Cline und den Darstellern. 

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Die 80er-Jahre liegen aktuell voll im Trend, und das nicht nur, was die weltpolitische Entwicklung angeht, sondern auch die popkulturelle. Wie der Erfolg von Serien wie Stranger Things oder Glow, Hörspielen wie Monster 1983 oder Computerspielen wie Thimbleweed Park zeigt. Aus den Nerds von damals ist eine kaufkräftige Mittel- und Oberschicht entstanden, die im Medienbereich das umsetzt, was sie in ihrer Kindheit so geliebt hat. Der Hohepriester dieser Entwicklung ist Ernest Cline, der das Spiel mit der Nostalgie in seiner 80er-Jahre-SF-Hommage kunstvoll auf die Spitze treibt.

  • Ernest Cline

Adelsschlag für Cline

Für ihn muss es einem Adelsschlag gleichkommen, vom Hohepriester der 80er-Jahre verfilmt zu werden, jenem Regisseur, der dieses Jahrzehnt mit Filmen wie Indiana Jones (1 - 3) und E. T. geprägt hat, wie kein anderer, in den 90ern mit Filmen wie Schindlers Liste zu einem der angesehensten anspruchsvollen Filmemacher wurde und im neuen Jahrtausend nach einer Fülle an Riesenerfolgen plötzlich zu einem der meist unterschätzten gehört: Steven Spielberg.

Die 80er-Jahre auf der Leinwand

Als bekannt wurde, dass man Ready Player One verfilmen würde, einen Roman, der voller Anspielungen aus Filmen der 80er-Jahre steckt (die jedem Nerd, der in diesem Jahrzehnt aufgewachsen, das Herz höher schlagen lassen) und diese sogar visuelle in der Geschichte umsetzt, indem Protagonist Wade Watts (Tye Sheridan) sogar selbst in Filme wie War Games eintaucht und sie durchspielen muss, um seinem Ziel näher zu kommen, fragten sich viele, wie Spielberg dies auf der Leinwand würde umsetzen können. Nun, die Antwort lässt noch ein bisschen auf sich warten, aber es gibt einen kleinen Vorgeschmack.

Wade Watts starrt auf die VR von OASIS

© Warner Bros Pictures

Erster Teaser

Auf der San Diego Comic-Con stellten Cline und Spielberg (von dem Ernie nach eigenen Angaben das Geschichtenerzählen gelernt habe) unter Standing Ovations und herzlichem Applaus einen ersten Teaser vor, der sowohl die trostlose reale Welt zeigt, in der Wade lebt (in der "Stacks" genannten Hochhaussiedlung, die aus übereinander gestapelten Containern, Wohnwagen, Wohnmobilen und Schrott besteht), als auch die virtuelle Wunderwelt der OASIS, in die er intensiv abtaucht. Dieser Teaser verspricht ein bildgewaltiges Feuerwerk an atemberaubender Action und zahlreiche Anspielungen auf Kultfiguren aus Game und Film. Achtet mal auf den Herrn im rot-grün gestreiften Pullover mit Hut und Klingenhänden, der weggepustet wird.

Der Rolle der VR

Sowohl Cline als auch Spielberg heben die Rolle der VR, der Virtual Reality, hervor: "The world in 'Ready Player One' is so dystopian. VR gives you a choice, another world to exist in", sagt Spielberg. Die virtuelle Welt also als Opium fürs Volk, das damit aus der grauen und dystopischen Realität flüchten kann.

Allerdings werden wir uns noch ein wenig gedulden müssen, denn in die Kinos kommt der Film erst im März 2018.

Szene aus dem Teaser mit einem alten Bekannten

© Warner Bros Pictures

Ernest Clines Romanwelt(en)

Alles andere als wehmütig blickt Wade aus dem Jahr 2045 auf die 80er-Jahre zurück. Er lebt in einer Zeit, in der die Kultur dieses Jahrzehnts innerhalb der virtuellen Realität, die sie OASIS nennen, idealisiert wird. In dieses Massively Multiplayer Game (MMOG) haben sich die meisten Menschen aufgrund der tristen Realität zurückgezogen. Dort leben sie – dank des kostenlosen Zugangs für alle und den grandiosen Möglichkeiten, durch Avatars immer neue Persönlichkeiten anzunehmen - praktisch in einer simulierten Version dieser Zeit. Filme, Spiele und Bücher werden in OASIS zum Leben erweckt, man kann über Mittelerde oder die Scheibenwelt spazieren, Filme wie War Games als Hauptdarsteller nachspielen und alles zu einem popkulturellen Mischmasch zusammenführen, und so ein ganzes Leben aus Zitaten und Referenzen aufbauen. Eine willkommene Flucht aus der Realität des Jahres 2045. Wade lebt in einem sogenannten Stack, einem Trailerpark, in dem die Wohnwagen wie Hochhäuser übereinander gestapelt wurden - die US-amerikanische Version einer Favela. Die Reichen wurden immer Reicher und haben sich in ihre städtischen Festungen zurückgezogen, während Gesetzlose, denen der immer weiter wachsende Teil der armen Bevölkerung schutzlos ausgeliefert ist, im Land marodieren. Doch diese Welt spielt für Ernest Cline nur eine Nebenrolle. Das Zentrum der Handlung spielt in der virtuellen Realität, in der Wade Watts und einige andere sich auf die unerbittliche Suche nach den Schlüsseln macht, die der kürzlich verstorbene Begründer der OASIS darin versteckt hat. Denn wer diese findet, der wird zum offiziellen Erbe des Multimillionärs.

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