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FILM

Guardians of the Galaxy Vol. 2


Sie haben schon einmal die Galaxis gerettet und Marvel klingende Kassen beschert. Ab Donnerstag begeben sich Peter Quill (Chris Pratt), Gamora (Zoe Saldana), Drax (Dave Bautista), Rocket (Bradley Cooper) und [Baby] Groot (Vin Diesel) erneut auf Mission, um den Coup von 2014 zu wiederholen.

Guardians of the Galaxy Vol. 2 Teaser Trailer

Es ist kein Geheimnis, dass ich kein Riesen-Fan von Guardians of the Galaxy Vol. 1 war.

Das lag vor allem daran, dass ich mir einen Superhelden-Streifen erhofft, aber einen SciFi-Film erhalten habe. Und dass mir Rocket Racoon gehörig auf die Nerven ging. Aber nachdem ich ihn mir nochmal angeschaut habe, gefällt mir Guardians Vol. 1 eigentlich ganz gut – und Vol. 2 sogar noch besser.

Family Matters

Das liegt daran, dass das Sequel zum Erfolgsstreifen aus 2014 vor allem ein Familienfilm ist. Und damit meine ich nicht, dass ihn drei Generationen, vom Kleinkind bis zur Großmutter, mit ordentlich Popcorn und Cola im Kino gemeinsam angucken können. (Das eher nicht.) Ich meine damit vielmehr, dass der Film viel Zeit damit verbringt, das spannende Flechtwerk, das die Figuren auf der Leinwand miteinander verbindet, zu beleuchten.

Regisseur und Drehbuchautor James Gunn gelingt es sehr gut, die Balance zwischen actionreichem und emotionalem Storyarc zu halten. Denn neben all den Kämpfen gegen Tentakel-Monster, Weltraumfluchten vor goldhäutigen Aliens und Raumschiffmeutereien geht’s vor allem um die Beziehung der Charaktere untereinander.

Die selbsternannten Hüter der Galaxis müssen sich nicht nur mit mit alten und neuen Feinden herumschlagen, die sie quer durchs All jagen, sondern auch mit Gamoras Schwester Nebula und Peter Quills Vater. Oder sollte ich sagen Vätern? Und dabei wachsen sie dann natürlich auch selbst zu einer Wahlfamilie zusammen. Guardians of the Galaxy Vol. 2 ist wirklich ein Ensemble-Film, in dem jede Hauptfigur einmal glänzen darf und mehr Tiefe bekommt.

Was die Neuzugänge angeht: Kurt Russell macht seine Sache als Peter Quills leiblicher Vater gut; ebenso wie die (mir) unbekannte Pom Klementieff als Mantis – eine faszinierende Heldin, von der wir hoffentlich noch viel, viel mehr zu sehen bekommen.

Zum Beispiel in Avengers 3, in dem die Guardians-Helden mit dem mächtigsten Superheldenteam der Welt zusammentreffen sollen. Sehr positiv finde ich allerdings, dass Vol. 2 kein Lead In für Avengers 3 ist. Der Film steht auf eigenen Beinen, erzählt eine in sich abgeschlossene Story – natürlich erneut zu kultiger 80er-Jahre-Musik – und lässt genug Spielraum für weitere Teile, von denen einer bereits angekündigt ist.

Wer jetzt befüchtet, es würde zu emotional und soapig - keine Angst: Es handelt sich natürlich trotzdem noch um reinstes Hollywood-Popkornkino aus den Marvel-Studios.

Das heißt, es wird geballert und gekämpft, was das Zeug hält. Es kommt zu einer riesigen Materialschlacht am Ende. Und es werden Witze über Witze gerissen. Mal gute, mal weniger gute. Überhaupt kann man sich des Gefühls nicht erwehren, Gunn hätte sich selbst zwischendurch besser etwas bremsen und auf den einen oder anderen Gag verzichten sollen. Aber darüber kann man großzügig hinweg sehen, denn der Film ist sehr solide und visuell cool anzusehen.

Guardians of the Galaxy Vol. 2 kann man vorwerfen, routiniert zu sein und ohne allzu große Überraschungen auszukommen. Aber er ist unterhaltsam.
Er steht dem ersten Film in Nichts nach.
Baby Groot ist großartig.
Und Rocket Racoon nervt mich immer noch.

Eine weitere spoilerfreie Review findet ihr bei den Kollegen auf blurayreviews.ch.

 

Mit freundlicher Genehmigung des Autors
Zuerst erschienen auf Fantasy-News.com 

 

 

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