10 Avengers, die es nie ins Kino schaffen werden

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10 Avengers, die es nie ins Kino schaffen werden


Im Verlauf von mehr als 50 Jahren hatten die Avengers in den Comics mehr als 100 Mitglieder. Nie zeitgleich natürlich, aber in flugs abwechselnder Team-Zusammenstellung. In den bisherigen zwei AVENGERS-Filmen von Marvel ist von dieser Vielseitigkeit (noch) nichts zu spüren, aber ein paar Neuzugänge waren in AGE OF ULTRON zu verzeichnen und werden sich auch in den nächsten beiden Filmen tummeln. Dennoch: Ein paar Heldengestalten gab es in all den Jahren, die man aus den unterschiedlichsten Gründen sicherlich nie in einem AVENGERS-Film sehen wird – und auch nicht sehen will.

10. Two-Gun Kid

Dieser Zeitreisende aus dem 19. Jahrhunderte wurde in „Avengers 174“ aus dem Jahr 1978 ein Reservemitglied des Teams. Warum man ihn nie im Kino sehen wird? Weil das hier kein Superheld, sondern einfach nur ein ganz normaler Cowboy ist. Die Maske über den Augen ändert daran nichts. Das Two-Gun Kid ist im Grunde nichts anderes als der Lone Ranger. Und könnte sich den irgendjemand als Avenger vorstellen? Eben!

09. Ares

Der griechische Gott des Krieges wurde in „Mighty Avengers 1“ aus dem Jahr 2007 ein Avenger. Gut, er war ein Mitglied der Dark Avengers, der also etwas härter agierenden Rächer, aber im Lauf der Jahre entwickelten sich ja allerhand Untergruppierungen. An sich wäre Ares im Kino ganz gut aufgehoben, denn der streitsame und mächtige Kriegsgott wäre beispielsweise auch ein guter Ersatz für Thor, wenn der das Team mal verlassen sollte. Aber von nordischer zu griechischer Mythologie gehen, ohne dass vorher ein paar Eckdaten etabliert wurden, ist undenkbar. Wenn die Avengers je einen griechischen Helden bekommen, dann wird das Hercules, der in den Comics ein Mitglied ist. Und wenn das passiert, dann wäre Ares allenfalls noch für die Schurkenrolle gut. Okay, rein technisch gesehen, könnte er zwar dann irgendwann im übernächsten Jahrzehnt in einem AVENGERS-Film auftauchen, aber nicht als Mitglied des Teams. Zumal man den Abgang der Figur sowieso nie filmisch umsetzen könnte, denn er wird von dem irren Superhelden Sentry zerfetzt. 

08. Sabretooth

Eigentlich ist Victor Creed ein Schurke. Ein Killer. Der Erzfeind von Wolverine. Aber tatsächlich wurde der Massenmörder in „Uncanny Avengers 1“ aus dem Jahr 2015 zu einem Rächer. Im Kino wird das einfach nicht passieren, weil Sabretooth als Teil des X-Men-Universums dem Studio 20th Century Fox gehört. Zwischen Fox und Marvel herrscht wiederum Eiszeit, so dass man sich gegenseitig nicht das Schwarze unter dem Fingernagel gönnt. Entsprechend würde Fox den Teufel tun und Sabretooth ausleihen. Aber das ist auch gut so. Der Typ kann einfach kein Avenger sein, weder in der Tyler-Mane-Version von X-MEN noch in der Liev-Schreiber-Version von X-MEN ORIGINS: WOLVERINE. Das geht einfach nicht. 

07. Venom

Könnte man meinen, das sei dasselbe Problem wie bei Sabretooth, so irrt man. Zwischen Marvel und Sony herrscht eine Kooperation, darum turnt Spider-Man nun auch im MCU herum. Also theoretisch könnte Venom doch noch ein Avenger werden, so wie es in „Secret Avengers 1“ aus dem Jahr 2012 gezeigt wird. Nein. Nicht, weil das nicht visuell interessant wäre, sondern weil die Vorgeschichte von Venom so extrem verworren ist. Denn der Venom, der ein Avenger ist, ist nicht der Venom, den die Zuschauer aus SPIDER-MAN 3 kennen. Der ist der ursprüngliche Venom aus den Comics: Eddie Brock, der sich mit Spider-Mans schwarzem Kostüm, das ein außerirdischer Symbiont ist, verbindet. In der Comic-Historie fand der Symbiont noch einige andere Träger. Nun wird er von Flash Thompson getragen. Der kam in den Filmen bislang kaum vor, und wenn doch, dann war er nur der Arsch, der den jungen Peter Parker in der Gegend herumgeschubst hat. Das war er zwar auch in den Comics, da machte er aber im Verlauf von mehr als fünf Dekaden eine gigantische Entwicklung durch. In den Comics ist Venom als Agent des Kosmos übrigens auch ein Mitglied der Guardians of the Galaxy.

06. Thunderstrike

Das ist im Grunde Thor. Oder eine Version davon. Ach, es ist kompliziert. Die Figur tauchte zuerst als Eric Masterson in den „Thor“-Comics auf und half dem Donnergott. Als Eric tödlich verwundet wurde, gab Odin ihm Aussehen und Kräfte seines Sohnes Thor. Eric agierte fortan als Thor und trug auch den Hammer Mjolnir. Aber nicht lange, denn aufgrund einiger Manipulationen wurde Eric auf Thor gehetzt, der zurückfordert, was ihm gehört. Aber damit wird Thunderstrike geboren, denn Odin schmiedet einen eigenen Hammer für Eric, der fortan für das Gute kämpft, aber auch einen eigenen Look hat, der nur noch an Thor erinnert. Und warum wird es Thunderstrike nie im Kino geben? Weil eine derart verworrene Vorgeschichte kaum auf einen einzelnen Thor-Film komprimiert werden kann. Die Verwirrung für den Zuschauer, der nicht jede Sekunde jedes Marvel-Films studiert, wäre vollends, wenn anstelle von Thor dann ein Thunderstrike plötzlich bei den Avengers auftauchen würde. Zumal Thunderstrike auch nur ein Thor light ist.

05. Demolition Man

Der Name ist cool. Das Kostüm auch. Allerdings sieht es aus wie eine Mutation des ersten, noch gelben Daredevil-Kostüms. Das im Marvel Cinematic Universe nie eingesetzt wurde. Und warum nun dieses komische Kostüm? Weil Dennis Dunphy alias Demolition Man ein riesiger Daredevil-Fan ist und darum dieses Kostüm trägt. Übrigens auch als Wrestler. Als Obdachloser zog er damit aber auch noch rum. Man sieht schon, die Figur hat viel durchgemacht. Zu viel, als das man sie noch für den Film retten könnte. Da müsste man schon einiges über Bord werfen. Aber wofür? Demolition Man als Daredevil für Arme – das braucht man nun echt nicht. 

04. Rage

Im Grunde war Rage, der in „Avengers 329“ aus dem Jahr 1990 auftauchte, nie ein vollwertiger Avenger. Erst war er ein Probemitglied, danach wurde er auf Trainee-Status heruntergestuft, aber letzten Endes wurde auch das ad acta gelegt. Die Figur taugt aber auch nichts. Denn der großgewachsene muskelbepackte Kerl mit dem Temperamentsproblem – kein Wunder bei dem Namen – und der unglaublich hässlichen Mexikanischer-Wrestler-Maske, die den Preis für das lachhafteste Kostüm verdient hat, ist eigentlich ein Teenager, der durch einen Unfall groß und stark wurde – und eben aussieht wie ein Mann in seinen Dreißigern. 

03. Triathlon

Auch bekannt als 3-D-Man wurde Triathlon in „Avengers (Vol. 3) 27“ im Jahr 2000 ein Mitglied der Gruppe. Zuvor ist er mit den Avengers aneinandergeraten, da er als Sprecher für eine zwielichtige Firma fungiert. Die hat wiederum etwas damit zu tun, woher er seine Kräfte hat. Die sind auch nicht besonders beeindruckend. Er ist schneller, stärker, sieht besser – das Übliche halt. Nichts, was man jetzt noch in einem Film-Team der Avengers bräuchte. Schon in den Comics war die Figur zu nichts nutze. Außer, dass die Autoren ein paar Geschichten rund um die Rassenfrage stellen konnten, da sich der farbige Ex-Athlet gegängelt und benachteiligt fühlte. Ein fast schon typisches Erzählmuster, wenn weiße Autoren sich farbiger Figuren annehmen, was schade ist, da mehr drin gewesen wäre. Also bei einer guten Figur. Nicht bei Triathlon. Der war schon immer ein Wegwerfheld.

02. Echo (alias Ronin)

Echo debütierte als Ninja Ronin in „New Avengers 11“ im Jahr 2005. Damals machte man ein ganz großes Buhei darum, wer die Figur, über die nichts bekannt war, wohl sei. Die Auflösung ließ dann die Kinnladen herunterklappen, denn es wurde enthüllt, dass sich dahinter Echo versteckt. Diese Figur debütierte bei „Daredevil“ und ist eine zierliche Frau. Als Ronin wurde sie als muskulöser Kerl gezeichnet! Das kann man unmöglich filmisch transportieren. Es wäre eine noch größere Lachnummer, als es das in den Comics schon gewesen ist. Retten kann man Ronin im Grunde nur, wenn man die aktuelle Inkarnation nimmt. Aber die ist auch irgendwie krude. Denn neuerdings verbirgt sich Vampirjäger Blade in dem Ninja-Outfit. 

01. Doctor Druid

Im April 1987 schloss sich Doctor Druid dem Team in „Avengers 278“ an. Die Figur wurde zwar schon 1961 erschaffen – und damit zwei Jahre vor Doctor Strange –, aber sie ist dem Sorcerer Supreme, der gerade mit seinem eigenen Film ins MCU eingeführt wurde, zu ähnlich, als dass man sie in einem AVENGERS-Film nutzen könnte. Er ist ein Telepath und Magier mit nur geringen magischen Kräften. Wie sich Jahre später herausstellte, wurde er vom Ancient One (im Film: Tilda Swinton) als eine Art Ersatzmann für Doctor Strange erwählt, sollte dieser versagen. Das könnte man zwar in einen Film einbauen, aber warum? Wer braucht schon einen Westentaschen-Strange mit mickrigen Kräften und der Optik eines Buchhalters, der sich in Cosplay versucht?

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