Essay: Sexpositions in Game of Thrones

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ESSAY

Die Funktion der Sexpositions in Game of Thrones: Literatur und Fußnoten


Simon Spiegel
18.10.2016

Literatur


Blanchet, Robert (2011): »Quality-TV: Eine kurze Einführung in die Geschichte und Ästhetik neuer amerikanischen TV-Serien«, in Blanchet, Robert / Kristina Köhler / Smid, Tereza / Zutavern, Julia (Hg.): Serielle Formen. Von den frühen Film-Serials zu aktuellen Quality-TV- und Online Serien. Marburg: Schüren, 2011. 37–70.

Bordwell, David (1997): Narration in the Fiction Film. London: Routledge, 1997.

Glick, Robert Alan (2001): »Looking at Women. What Do Men«., in Seelig, Beth J. / Paul, Robert A. / Levy, Carol B. (Hg.): Constructing and Deconstructing Woman’s Power. London/New York: Karnac, 2002. 110–122.

Hassler-Forest, Dan (2015): »Game of Thrones: The Politics of World-Building and the Cultural Logic of Gentrification«, in Hassler-Forest, Dan / Nicklas, Pascal (Hg.): The Politics of Adaptation. Media Convergence and Ideology. New York: Palgrave Macmillan, 2015. 187–200.

Kaufmann, Annette (2007): Der Liebesfilm. Spielregeln eines Filmgenres. Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft.

Krzywinska, Tanya (2006): Sex and the Cinema. London/New York: Wallflower Press.

Leverette, Marc (2008): »Cocksucker, Motherfucker, Tits«, in Leverette, Marc / Ott, Brian L. / Buckley, Cara Louise (Hg): It’s not TV. Watching HBO in the Post-television Era. New York: Routledge 2008 123–151.

Jackson, Peter (2001): The Lord of the Rings: The Fellowship of the Ring. NZ/USA.

McCabe, Janet / Akass, Kim: »Sex, Swearing and Respectability. Courting Controversy, HBO's Original Programming and Producing Quality TV«, in McCabe, Janet /Akass, Kim (Hg.): Quality TV. Contemporary American Television and Beyond. London/New York: I. B. Tauris, 2007 62–76.

McNutt, Myles (2016): »You Win or You Die«, in: Cultural Learnings. 29. Mai 2011. 11. Februar 2016 < cultural-learnings.com/2011/05/29/game-of-thrones-you-win-or-you-die >.

McNutt, Myles (2012): »The Night Lands and Sexposition«. in: Cultural Learnings. 8. April 2012. 11. Februar 2016 < cultural-learnings.com/2012/04/08/game-of-thrones-the-night-lands-and-sexposition >.

Meteling, Arno (2015): »Krieg und Kartographie«, in Dellwing, Michael / Harbusch, Martin (Hg.): Vergemeinschaftung in Zeiten der Zombie-Apokalypse. Gesellschaftskonstruktionen am fantastischen Anderen. Wiesbaden: Springer VS 37–68.

Ritzer, Ivo (2001): Fernsehen wider die Tabus. Sex, Gewalt, Zensur und die neuen US-Serien. Berlin: Bertz + Fischer.

Sleepless in Seattle (1993) (USA, Nora Ephron).

Titanic (1997) (USA, James Cameron).

Williams, Linda (1989): Hard Core. Power, Pleasure, and the Frenzy of the Visible. Berkeley: University of California Press.

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Fußnoten

1 Frank Underwood, die Hauptfigur von House of Cards (USA 2013–, Idee: Beau Willimon), äußert diesen Spruch mit der Einleitung »A great man once said«. Allerdings ist unklar, wer dieser ›great man‹ sein soll. Im Web wird zwar Oscar Wilde als Schöpfer des Zitats herumgereicht, in dessen Oeuvre ist der Ausspruch aber nicht nachweisbar. Die einzige mir bekannte Quelle, in der sich das Zitat wörtlich findet, ist ein Aufsatz des Psychiatrie-Professors Robert Glick (2002: 118). Glick wiederum gibt ein Gespräch mit seinem Kollegen Robert Michels als Herkunft an. Als direkter Ursprung für das House-of-Cards-Zitat erscheint diese Quelle aber ein wenig obskur.

2 Obwohl es sich nicht bei allen Passagen, die ich untersuche, um eigentliche Sexszenen handelt, sondern teilweise auch schlicht um Momente, in denen jemand unbekleidet auftritt, werde ich im Folgenden der Einfachheit halber von ›Sexszenen‹ sprechen.

3 Der Begriff des Quality TV ist nicht unumstritten; insbesondere bei der Frage, wann der Beginn dieser Entwicklung anzusiedeln ist, gehen die Ansichten auseinander; siehe dazu den Artikel von Robert Blanchet sowie die Beiträge in dem von Janet McCabe und Kim Akass herausgegebenen Sammelband Quality TV.

4 Marc Leverette weist darauf hin, dass sich die Grenzüberschreitungen bei HBO keineswegs nur auf Serien beschränken; insbesondere bei der Verwendung von Vulgärsprache und generell der Darstellung von Sexualität. komme anderen Formaten wie der Standup Comedy, (pseudo-)dokumentarischen Sendungen und selbst Sportübertragungen ebenfalls eine wichtige Rolle zu.

5 Allerdings bleibt »›male full frontal nudity‹ insgesamt deutlich seltener als die Zurschaustellung des weiblichen Körpers. Der nackte Mann scheint mit einem deutlich stärkeren Tabu belegt als die nackte Frau.

6 Vgl. auch: McCabe und Akass 2015.

7 PG steht für »Parental Guidance Suggested«, was bedeutet, dass lediglich Andeutungen von Gewalt und Nacktheit möglich sind. Filme mit dem Rating PG-13 – »Parents Strongly Cautioned« – können in gewissem Ausmaß Gewalt, Nacktheit, Sex, Vulgärsprache und Drogenkonsum enthalten. Das Rating PG-13 erfolgte bei den genannten Filmen aber ausschließlich wegen der Schlachten- und Kampfszenen und nie wegen Nacktheit oder Sex.

8 Arno Meteling führt die Schlacht zwischen Rob Stark und den Lannisters (SE 01 EP 09) als Beispiel dafür an, wie die Serie mit diesen Beschränkungen umgeht. Die Geschehnisse werden aus der Perspektive Tyrions erzählt, der während den eigentlichen Kampfhandlungen bewusstlos ist. »Der Krieg mit mehreren tausend Teilnehmern wird im Fernsehen also eskamotiert – und zwar vermutlich wegen der fehlenden Möglichkeiten einer angemessen realistischen Darstellung« (57). Interessant ist, dass Meteling im Zusammenhang mit dem Weltenbau ebenfalls von Realismus spricht, später dann aber schreibt, dass »Nacktheit, Sex- und Gewaltdarstellungen […] sichtlich einer Poetik des Realismus, mithin des Naturalismus« (59) dienen.

9 Es sind nicht zuletzt die hohen Produktionskosten, welche die Blockbuster zu Ratings für Kinder und Jugendliche zwingen. Teenager bilden heute die größte Gruppe von Zuschauern, die überhaupt noch ins Kino gehen, entsprechend kann eine Großproduktion nicht auf sie verzichten.

10 Linda Williams vergleicht in ihrer grundlegenden Studie Hard Core den Porno mit dem Musical und sieht im Verhältnis von Handlung und Nummern zahlreiche Parallelen zwischen den beiden Genres. Analog zum Musical sei die Handlung im Porno nicht einfach nur Vorwand, sondern integraler Bestandteil der Form: »Hard-core pornography situates the iconography of sexual numbers in conjunction with certain kinds of narrative that permit the posing, and ›solving‹ of problems of sexuality within strictly limited parameters” (Williams 1989: 247). Auf GOT ist Williams’ Analyse freilich kaum übertragbar. 



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