Game of Thrones Sturz der Giganten

Helen Sloan / HBO

SERIE

Game of Thrones Staffel 5 - Sturz der Giganten


„Ist dies schon Wahnsinn, so hat es doch Methode“, beschrieb schon der alte englische Dichter William Shakespeare seinen persönlichen Eindruck der HBO-Serie Game of Thrones. Aber was kann die 5. Staffel wirklich? Und auch wenn es bei einer Review wie dieser schwierig werden wird, versuchen wir es mal spoilerfrei.

Wenn man sich bereits aller Superlative bedient hat, um eine Serie zu beschreiben und die 5. Staffel diese dann alle noch einmal übertrifft, dann kann es sich eigentlich nur um eine handeln: Game of Thrones. Und Zuschauer, die glaubten, alles gesehen zu haben, werden eines Besseren belehrt. Die 5. Staffel der Ausnahmeserie nach den Romanen von George R.R. Martin startet gewaltig und endet mit einem Schock.

Helen Sloan / HBO

Hatten sich die vorherigen Staffeln darauf beschränkt, üblicherweise in der 9. Folge (von 10) einen absolut epischen Kiefer-Runter-Klapp-Moment abzuliefern, scheint nun in jeder zweiten Folge die Wucht eines Staffelfinales zu stecken. Und die Taktung wird zum Ende immer höher. Vor allem in den letzten vier Folgen lohnt es sich kaum, seinen Kiefer wieder hoch zu klappen. Obwohl der Verdacht naheliegt, dass sich diese Gigantomanie auf Dauer abnutzt und gar öde wird, ist dies keineswegs der Fall, so geschickt ist sie mit den Schicksalen der Figuren verwoben.

Helen Sloan / HBO

Die Staffel überrascht in vielerlei Hinsicht, vor allem, da sich die Autoren mehr und mehr von der Buchvorlage lösen. So kommt es selbst für die Leser der Romane zum einen oder anderen Aha-Moment, wobei sämtliche Höhepunkte der Textfassung nicht eingekürzt wurden, sondern allesamt gewürdigt werden. Überraschend ist ebenfalls, dass Zuschauern und Charakteren (z.B. Brienne) von den Drehbuchschreibern erstmals so etwas wie Erlösungsmomente gegönnt werden – eine Gnade, die man von dieser Serie eigentlich nicht gewohnt ist. Endlich bekommt so mancher, was er oder sie verdient hat. Wobei man mit einigen der Bestraften dann wiederum fast Mitleid bekommt, sind sie doch auch nicht böse im Herzen, sondern nur ihren eigenen Idealen gefolgt (Was übrigens eine Stärke der gesamten Geschichte ist). An erster Stelle sei hier sicherlich Cersei Lannister genannt, deren Schicksal nur schwer zu ertragen ist. Vermeintlich schwache Figuren (Sansa) wachsen über sich hinaus und viele neue facettenreiche Figuren bevölkern das Spielfeld Westeros, wie die rachesuchenden Sandschlangen aus Dorne oder der Hohe Spatz, ein Kirchenoberhaupt mit absoluter Macht.

Helen Sloan / HBO

Fans, die von der Mystik und den fantastischen Elementen der Serie beeindruckt sind, werden nun in Begeisterungsstürme ausbrechen, denn die Fantasy-Richterskala wurde auf Maximum gedreht: Daenerys niedliche Schulterdrachen sind mittlerweile zu gigantischen Kampfmaschinen herangewachsen, und die Armee der Weißen Wanderer hat viele neue Zombies und Skelette rekrutiert.

Und wer es bisher tatsächlich geschafft hat, jegliche Spoiler zum Finale der Serie zu meiden, dem sei auch nun nicht mehr auf den Weg gegeben, als jenes Zitat, mit dem unserer englischer Lieblingsdichter William Shakespeare die letzte Folge kommentierte: „Merk' auf, o Welt! Aufrichtig sein und redlich bringt Gefahr.“

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