Fünf coole Heist-Stories in der Science Fiction

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Fünf coole Heist-Stories in der Science Fiction


Technologie schafft Gelegenheiten – in der Science Fiction sind Kriminelle bestens ausgerüstet, klauen und fälschen Daten, reisen für lukrative Aufträge durch die Galaxie und können selbst in einer Utopie, in der es niemandem an etwas mangelt, nicht die Finger von reizvoller Beute lassen.

Kürzlich haben wir Euch fünf Fantasy-Bücher mit charmanten Dieben vorgestellt, nun widmen wir uns der Science Fiction, wo Kriminelle nicht auf Magie zurückgreifen können, dafür aber auf Raumschiffe, getunte Waffen und den Cyberspace. Die Protagonist*innen sind abgebrühte Kriminelle, die Technologie für ihre Zwecke missbrauchen, manchmal aber auch einen Funken Ehre in sich entdecken und ihre Talente einsetzen, um anderen zu helfen. Fünf SF-Romane mit kriminellen Protagonist*innen, die ihre Runs cool und skrupellos durchziehen, wollen wir Euch in diesem Artikel vorstellen:

Neuromancer | William Gibson

Wer sich mit Cyberpunk beschäftigt, kommt um Neuromancer nicht herum, gilt der Roman doch als Genrebegründer. William Gibson räumte mit seinem Debüt 1984 die größten SF-Preise ab, und auch wenn die futuristische Technologie aus heutiger Sicht teils schon veraltet ist, hat der Roman immer noch viel über unsere Gesellschaft und ihre Abgründe zu sagen. Letztlich ist Neuromancer aber auch einfach eine sehr coole Heist-Story:

Hacker Case ist am absoluten Tiefpunkt, arbeitsunfähig und drogensüchtig, als er unerwartet von Colonel Armitage angeheuert wird. Der spendiert ihm die Restaurierung seines zerstörten Nervensystems, sodass Case wieder in den Cyberspace eintauchen und ins System einer KI einbrechen kann. Leibwächterin Molly passt auf Case auf, vor allem damit er keine Dummheiten macht. Nach diversen virtuellen Runs folgt ein realer Einbruch auf einer Raumstation, wo sich der Zugang zur KI Wintermute befindet. Diese will ihre Beschränkungen loswerden und sich mit ihrem Zwilling vereinen …

Im Tropen Verlag ist kürzlich eine schicke Neuauflage der Trilogie erschienen, die perfekte Gelegenheit also, den Klassiker (wieder) zu lesen! Hier sind die Kriminellen nicht wirklich charmant, aber auf ihre kaputte Art ziemlich cool und menschlich. Wer Gibsons Stil kennenlernen will, dem sei die Kurzgeschichte „Burning Chrome“ dringend empfohlen – sie liest sich fast wie Neuromancer komprimiert auf wenige Seiten, und ist die perfekte Einstiegsdroge.

Die Granden von Pandaros | James A. Sullivan

Den Menschen ist es gelungen, Künstliche Intelligenzen zu erschaffen, die sich selbst weiterentwickeln und neue KIs kreieren. So sind in ferner Zukunft diverse Planeten und Monde unseres Sonnensystems besiedelt, und die gottgleichen KIs wahren den Wohlstand für alle. Allerdings lassen sie auch Schlupflöcher für Kriminelle wie Cosima Amberson und John Glennscaul, beide Bosse von Schattenkonzernen. Sie sind seit Ewigkeiten verfeindet und opfern dieser Feindschaft nahezu alles. Nach einem verheerenden Kampf müssen die beiden zwei Jahre in einem Frachter überleben und gehen geläutert aus dieser Zeit hervor – mehr oder weniger. Kaum sind sie gerettet, wittern sie die Chance auf einen großen Coup und arbeiten zusammen, um ein KI-Modul zu stehlen. Allerdings vertrauen sie einander nicht …

Die Granden von Pandaros ist eine unterhaltsame Space Opera, die von der Interaktion der Charaktere lebt. Hier wird fleißig intrigiert, taktiert und manipuliert, während in den Dialogen die Fetzen fliegen. Cosima und John leben in einem galaktischen Paradies, doch sie können gar nichts anders als zu stehlen und zu betrügen, um immer mehr für sich herauszuschlagen.

Quantum | Hannu Rajaniemi

In ferner Zukunft ist die Erde zerstört und posthumane Zivilisationen teilen das Sonnensystem unter sich auf.  Meisterdieb Jean le Flambeur sitzt im Neptun-Orbit in einem virtuellen Gefängnis und kann sich an keinen seiner genialen Coups erinnern. Der taffen Kriegerin Milie gelingt es, le Flambeurs Bewusstsein zu stehlen und in einen realen Körper zu laden – doch die neu gewonnene Freiheit hat natürlich ihren Preis. Milie hilft ihm, seine versteckten Erinnerungen zurückzuholen, damit er richtig funktioniert und im Gegenzug für ihren Auftraggeber etwas stiehlt. In der gigantischen, mobilen Mars-Stadt Oubliette nimmt sich ein junger Detektiv dem Fall le Flambeur an und kommt dabei einer erschreckenden Täuschung auf die Spur.

Physiker Hannu Rajaniemi erzählt in seinem Debütroman eine spritzige Heist-Story als wahnsinnig komplexe Hard-SF mit Quantenpunkten, virtuellen Realitäten und Posthumanismus. Die modernen Technologien erscheinen oft wie Magie, weil die Leser*innen ihre Funktionsweise nur schwer nachvollziehen können. Müssen sie aber auch nicht, denn Quantum ist vor allem ein durchaus anspruchsvoller Thriller, der davon lebt, dass die größten Geheimnisse erst zum Schluss gelüftet werden.

Neuromancer
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Finder | Suzanne Palmer

Für ihre Novelle The Secret Lives of Bots wurde Suzanne Palmer 2018 mit dem Hugo Award ausgezeichnet. 2019 erschien ihr Debütroman Finder – eine temporeiche und humorvolle Heist-Story in Space: Fergus Ferguson ist ein Dieb und Betrüger, der sich selbst lieber als „Finder“ bezeichnet. Die Schiffsbauer von Pluto engagieren ihn, um das gestohlene, empfindungsfähige Schiff Venetia’s Sword vom einem skrupellosen Verbrecher zurückzustehlen, und zwar aus Cernekan, einer menschlichen Siedlung am Rande der Galaxie. Ferguson ist nicht gerade unauffällig, zieht Gefahren und Missverständnisse geradezu magisch an und lässt sich nur allzu leicht in die Probleme der Bewohner Cernekans verwickeln. Und dann droht auch noch die Rückkehr mysteriöser Außerirdischer …

Suzanne Palmer glänzt mit ihren facettenreichen, menschlichen Charakteren, allen voran Ferguson als zutiefst fehlerhafter Anti-Held, und ihrem großartigem Worldbuilding. Cernekan ist ein Chaos aus Felsen, Raumstationen und Habitaten – und ein riesiger Konfliktherd, für den Ferguson zum Brandbeschleuniger wird. Wo in vielen Heist-Stories komplizierte Pläne aufgehen, geht in Finder vieles schief, doch als gewiefter Betrüger ist Ferguson ein Improvisationstalent und unterhält die Leser*innen mit seinem Erfindungsreichtum bestens.

Orks weinen nicht | Jan-Tobias Kitzel

Wer Heist-Stories und Cyberpunk schätzt, kommt um Shadowrun nicht herum. Die Romane lassen sich in der Regel auch ohne Kenntnisse des Rollenspiels lesen, auch eignet sich nahezu jeder als Einstiegspunkt. Seit 2019 gibt es wieder deutsche Shadowrun-Romane, die spektakuläre Runs in der Allianz Deutscher Länder inszenieren. Oft geht dabei auch einiges schief, wie in Jan-Tobias Kitzels Orks weinen nicht:

Ork Rex ist der Anführer eines Runnerteams im chaotischen Rhein-Ruhr-Plex und weigert sich standhaft, in den Schatten seine moralischen Grundsätze aufzugeben. Wetwork (also zu töten) kommt für ihn nicht in Frage. Ein Einbruch beim Bund für Mobilen Notfall-Arzteinsatz klingt wie leicht verdientes Geld, erfordert aber letztlich jede Menge Improvisation. Zu vieles geht schief, und das Team um Rex muss seine Reputation retten und dafür alles riskieren – auch ihre Grundsätze.

Orks weinen nicht ist ein klassischer Shadowrun-Roman mit Fokus auf den Charakteren, deren emotionaler Ballast ihre gefährlichen Jobs noch gefährlicher macht. Andererseits schafft Freundschaft Stabilität und Vertrauen, was man auf einem Run unbedingt braucht, und so sind auch hier die Kriminellen Sympathieträger, die in der dystopischen Zukunft von Shadowrun ums Überleben kämpfen.

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