KI 2041, oder: Was kann Künstliche Intelligenz?

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KI 2041, oder: Was kann Künstliche Intelligenz?


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Künstliche Intelligenz (KI) ist eines der großen Themen unserer Zeit und wird unsere Welt und unser Leben nachhaltig verändern. Mit KI 2041 haben Kai-Fu Lee und Chen Qiufan eine außergewöhnliche Mischung aus Kurzgeschichtensammlung und Sachbuch geschrieben, die sich der ganzen Bandbreite der Thematik widmet.

Lange galt China als Werkbank der Welt, wo in westlichen Industrienationen entworfene Geräte billig zusammengeschraubt wurden. Doch das hat sich geändert. In Sachen technologischer Fortschritt hat China auf vielen Gebieten inzwischen aufgeschlossen oder ist sogar Vorreiter geworden. Auch, was Entwicklung, Ausbau und Nutzen von Künstlicher Intelligenz (KI, bzw. maschinellem Lernen) angeht – mit all den positiven wie auch negativen Folgen. Und von diesen Folgen erzählt KI 2041 in zehn Essay und zehn Kurzgeschichten.

Seit dem Erfolg von Cixin Lius Die drei Sonnen hat die chinesische Science-Fiction sowohl auf dem englischsprachigen als auch deutschsprachigen Buchmarkt einen kleinen Boom erlebt. Zu den bekanntesten Autoren gehört Chen Qiufan, der schon in seinem Roman Die Siliziuminsel das Thema Künstliche Intelligenz mit unserer zukünftigen Müllverwertung verband. In der Anthologie Quantenträume ist er mit der Kurzgeschichte Cloud-Liebe vertreten, die von Liebe in Zeiten von KIs und Cloudvernetzung erzählt. Und für KI 2041: Zehn Zukunftsvisionen hat er sich mit dem taiwanesischen Informatiker und Unternehmer Kai-Fu Lee zusammengetan, der mit AI-Superpowers: China, Silicon Valley und die neue Weltordnung bereits ein viel beachtetes Sachbuch zur Hightech-Industrie vorgelegt hat. In KI 2041 erklärt er zu jeder Erzählung, wie realistisch sie auf aktueller wissenschaftlicher Forschung basiert.

Im Vorwort geht Kai-Fu Lee genauer darauf ein, was er sich unter Künstlicher Intelligenz vorstellt, wie lange es den Begriff schon gibt und wie die jüngsten bahnbrechenden Fortschritte auf dem Gebiet aussahen. Im Gegenteil zu vielen anderen Tech-Unternehmern (siehe aktuell auch die NFT-Blockchain-Kryptowährungsblase) sind ihm die Risiken und negativen Folgen durchaus bewusst, doch er übt auch Kritik an den Kritikern der KI-Technologien. Mithilfe seines früheren Google-Kollegen Chen Qiufan, hat er 10 Zukunftsszenarien für das Jahr 2041 entworfen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit eintreffen werden, aber auch zeigen, dass Menschlichkeit nicht durch KI ersetzt werden kann.

Buchtrailer »KI 2041. Zehn Zukunftsvisionen« von Kai-Fu Lee, Qiufan Chen

Globale Schauplätze

Die Schauplätze der Geschichten sind übrigens nicht auf China beschränkt, sondern über den gesamten Globus verteilt (Indien, Nigeria, Südkorea, Japan, Sri Lanka, Island, Katar und Australien). Während sich die ersten sieben Erzählungen mit der zunehmenden technologischen Komplexität von KI-Anwendungen sowie deren ethischen und gesellschaftlichen Folgen befassen, geht es in den letzten drei um geopolitische und soziale Konsequenzen. Zu jeder Geschichte gibt es eine Einleitung von Kai-Fu und im Anschluss eine Analyse, in der auch die verwendeten Technologien genauer erklärt werden, sowohl was die Vorteile angeht, wie auch die Nachteile. So wird KI 2041 zu einer Mischung aus Kurzgeschichtensammlung und Sachbuch.

Ein ungewöhnlicher Ansatz, die allgemein verbreitete Auffassung ist eher, dass eine Geschichte für sich stehen sollte, ohne, dass der Autor die Intention erklärt und sie nochmal analysiert. Bei dem vorliegenden Konzept funktioniert sie sehr gut, da sie die wissenschaftlichen Hintergründe zu den Geschichten gleich mitliefert, ohne, dass die Leser*innen noch anderweitig recherchieren müssten.

KI 2041 ist kein dystopischer Blick in die Zukunft, sondern ein optimistischer. »Wir wollten eine Zukunft darstellen, in der wir gerne leben und die wir gerne mitgestalten würden«, schreibt Chen Qiufan im Vorwort.

KI 2041 - Zehn Zukunftsvisionen
Autor*in: Kai-Fu Lee u. Qiufan Chen
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Die Geschichten

In Der goldene Elefant wird gezeigt, wie in Indien die Diskriminierung der Kastenzugehörigkeit – die gesetzlich eigentlich verboten, aber immer noch weitverbreitet ist – durch Einsatz von KIs bekämpft werden kann, geht aber auch auf kleine Alltagsvorteile in der Lebensführung (Nudging) ein.

Götter hinter den Masken erzählt von den Tücken der Deepfake-Technologie, wie man solche gefälschten Videos erkennen kann und welche Auswüchse sie in der Zukunft vermutlich noch haben wird.

Die KIs unser Bildungswesen unterstützen können - und hier sollten die deutschen Kultusministerien in Zeiten einer Pandemie besonders aufpassen - zeigt Ungleiche Zwillinge.

Für Berührungslose Liebe sollte wohl eine kleine Triggerwarnung ausgesprochen werden, denn in der Geschichte geht es um Covid-19, was für manche ja in der Literatur noch (da zu nah an der Realität) ein rotes Tuch ist. Es werden allerdings einige durch die Pandemie besonders hervorgetretene Probleme angegangen und KI gestützte Lösungswege für sie aufgezeigt, z. B. bei der Entwicklung der mRNA-Impfstoffe und individualisierter Medikamente. Aber auch die Klimakrise wird thematisiert.

In Das gespenstische Idol geht es dann in die Unterhaltungsindustrie und die Zukunft der virtuellen Realität, in der der »Geist in der Maschine« eines toten Idols einem Fan hilft, den eigenen Tod aufzuklären.

Mit den Vorteilen und Risiken des autonomen Fahrens beschäftigt sich Der heilige Fahrer, und der Frage, wie autonom autonome Fahrzeuge wirklich sein sollten.

In Form eines Actionthrillers beschäftigt sich Quantengenozid, wie der Titel schon andeutet, mit Quantencomputern und mit autonomen Waffensystemen, die in der Hand eines Schurken Schlimmes anrichten können. Denn das größte Risiko bei allen disruptiven technologischen Entwicklungen bleibt weiterhin der Mensch.

Technologischer Fortschritt schön und gut, wenn uns immer mehr Arbeiten von Maschinen und Programmen abgenommen werden, wie sollen wir dann in Zukunft unseren Lebensunterhalt verdienen? Der Frage stellt sich Der Jobretter.

Die Insel der Glückseligkeit fragt sich, ob KIs uns dabei helfen können, glücklich zu werden, und wenn ja, welchen Preis wir dafür zu zahlen haben.

Der Traum vom Überfluss mit einem Zukunftsszenario, in dem es dank KIs keine Güterknappheit mehr gibt und vieles kostenlos ist oder niedrige Preise hat, wirkt gerade in Zeiten der steigenden Inflation und Ressourcenknappheit besonders kühn - vor allem in Bezug auf die Revolution der Materialien. Aber in seinen Anmerkungen macht Lee auch keinen Hehl aus den hohen Hürden, die uns auf diesem Weg noch bevorstehen.

Die Autoren

Kai-Fu Lee ist CEO der Risikokapitalgesellschaft Sinovation Ventures, Co-Vorsitzender des Artificial Intelligence Councils beim Weltwirtschaftsforum und Autor des Bestsellers AI-Superpowers, 2019 im Campus Verlag erschienen. Er hat einen Doktortitel der Carnegie Mellon University und hatte Führungsrollen bei Microsoft, SGI und Apple inne. Lee ist ehemaliger Präsident von Google China und stand bereits auf der Time 100-Liste. Er lebt in Beijing.

 

Qiufan Chen ist preisgekrönter Autor, Übersetzer, kreativer Produzent, Kurator und Präsident der World Chinese Scienc Fiction Association. Sein Roman Die Siliziuminsel erschien 2019 in deutscher Übersetzung. Chen ist Gründer und COO des Content-Produktionsstudios Thema Mundi und lebt in Beijing und Shanghai.

Übersetzt wurde das Buch aus dem Englischen von Thorsten Schmidt.

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