Science Fiction Buchtipps Otherland

BUCH

Neuerscheinungen in der Science Fiction: Lesetipps aus der Buchhandlung Otherland


Der Oktober hält wieder frischen Büchernachschub aus der Science Fiction bereit. Hier sind die aktuellen Lesetipps von der Berliner Fantasy- und Science-Fiction-Buchhandlung Otherland.

William Gibson | Jackpot #2: Agency

Die deutsche Ausgabe von Agency und Teil 2 von Williams Gibsons Jackpot-Trilogie (nach Peripherie) ist so frisch, dass ihr eigentlich noch den Geruch der Druckerschwärze aus unserem Newsletter riechen müsstet.

Agency ist der zweite Teil. Äh, naja, es ist eigentlich das Prequel. Stop. Bevor ich weiterschreibe, müssen wir etwas klären: obwohl es in der neuen Gibson-Trilogie nicht um Zeitreise im weitesten Sinn geht, geht es doch um eine Beeinflussung der Zeitlinien (quantentechnisch auch wieder nur eine mögliche Realität aber ok)... jedenfalls sehen wir in Agency eine alternative Realität 2017. Neue Zeitlinie, neues Spiel. War das jetzt vor, nach oder parallel zu Peripherie???

In einer neuen Zeitlinie 2017 testet Verity eine neue Avatar-Brille einer KI, die, hm, eigene Ziele verfolgt. Und das 22. Jahrhundert surft die Postapokalypse und hat seine Finger 2017 mit drin. Kapiert? Egal! Einsteigen und den Beschleunigungsdruck aushalten: Gibson ist wieder da. (geschrieben von Wolf)

Blake Crouch | Gestohlene Erinnerung

Schnelle, spannende Lektüre? Danach werden wir durchaus öfter gefragt! Ab jetzt drück ich jedem Kunden, der ihn noch nicht kennt, Blake Crouch in die Hand.

Gestohlene Erinnerung nimmt sich Phänomenen an, bei denen der Weisheit letzter Schluss noch in keinen Felsen gehämmert werden konnte. Was ist Zeit? Sind wir die Summe unserer Erinnerungen? Es gibt eine recht abgefahrene, aber nicht vollkommen unplausibel wirkende Grundidee, die dann superspannend durcherzählt wird, mit vielen Zeitsprüngen, aber aus nur zwei Perspektiven. Wer Inception gesehen hat – das hier ist vom Lesegefühl her das Gleiche in Buchform. Man kann über die Physik und das Ende lästern, aber besser machen kann man es eigentlich nicht. (geschrieben von Caro)

Alard von Kittlitz | Sonder

Sonderbarer Titel, oder? Hat sogar eine Bedeutung die laut The Urban Dictionary so aussieht:

»Sonder ist die Erkenntnis, dass jeder zufällige Passant ein ebenso intensives und komplexes Leben führt wie man selbst.“

Aha, denkt sich der clevere Otherland-Kunde und liest den Buchrücken. Denkt nochmal Aha und fühlt sich an Cayce Pollard aus William Gibsons Mustererkennung erinnert. Pollard kann spüren, ob ein Logo/Designentwurf funktioniert oder nicht, Peter Siebert entwirft und bewirbt Designs/Produkte und trifft immer ins Schwarze (die Fähigkeit hat er seit einem Unfall).

Und dank eines Angebots, dass er nicht ablehnen kann, landet er im Silicon Valley im Auftrag eines Milliardärs. Er soll ein Headset entwerfen, das (gute) Gefühle verstärkt, etwa so. Sonder ist ein cleverer Panoramablick auf Tech, KI, Leben, Persönlichkeit, Philosophie und alles in allem ein fetter Lesespaß, der sich nur ungern in Genre-Kategorien pressen lässt, aber SF-Leser definitiv mit SF versorgt.

Übrigens verdanken wir den Tipp zu Sonder Christian Koch vom Hammett nebenan und er hat auch auf Radioeins darüber gesprochen. (geschrieben von Wolf / Christian Koch)

Agency
Gestohlene Erinnerung
Sonder

Dan Simmons | Ilium #2: Olympos

So, endlich ist nach Ilium auch Olympos wieder lieferbar und sogar als "Taschenbuch".

Grundsätzlich kann man sagen, dass die Ilium-Diologie nicht mehr und nicht weniger als ein flacher Abklatsch von Hyperion ist. Griechische Götter auf dem Mars sind neu, aber der Rest, hm, hat mich schon als Ilium neu raus kam nicht gepackt. Ohne Hyperion gelesen zu haben ist’s ne geniale Idee und fesselt, mit Hyperion in Hinterkopf muss es nicht gelesen werden. (geschrieben von Wolf)

Kapsel #3 | Fantastische Geschichten aus China | Jiang Bo: Die perfekte Diagnose

Bäm, bäm, bäm - the return of the gedruckte Zeitschrift: die Kapsel-Macher legen mit der 3. Ausgabe ihres Magazins einen atemberaubenden Zweifarbdruck mit hypnotisierend schönen Layouts und Drucken vor, in denen sich die exklusive Story des chinesischen Autors Jiang Bo Die perfekte Diagnose nahtlos einfügt. Plus Beiträge von Ken Liu, Chen Qiufan, Josefine Rieks und Martha Burger.

Wahnsinn und einzigartig. Dank und Riesenlob für all die Arbeit und Liebe, die ihr zum Thema in die Seiten gepackt habt! (geschrieben von Wolf)

Charlotte McConaghy | Zugvögel

Das Original heißt Migrations. Ist einer der Titel, über die auch wir "Fachleute" meist nur zufällig stolpern, weil sie nicht explizit als SF geführt werden. Ist aber reinrassige Climate Science Fiction.
Die ersten zwei Sätze:

"Die Tiere sterben. Bald sind wir hier ganz allein."

In naher Zukunft stirbt die Tierwelt der Erde aufgrund der von Menschen verursachten Klimaveränderungen zunehmend aus. Forscherin Franny ist auf die Suche nach den letzten Sturmschwalben und folgt ihnen von Grönland aus auf einem Fischerboot.

Die sehr persönlich geschriebene Geschichte ist atmosphärisch dicht und eindrucksvoll - eine Biographie inmitten eines Theaterstücks auf einem Boot in Richtung selbstverschuldeten Untergang der Menschheit. (geschrieben von Wolf)

Olympus
Kapsel 3
Zugvögel

Hao Jingfang, Qiufan Chen, Wang Jinkang und andere | Quantenträume - Erzählungen aus China über künstliche Intelligenz

Chinesische Science Fiction ist seit Cixin Liu’s Die drei Sonnen heiß begehrt - die SF-Szene in China ist riesig, aber wir haben kaum Einblick. Da kommt ein Sammelband mit Kurzgeschichten von 15 chinesischen Autoren zum Thema genau richtig. Die Bandbreite ist riesig und immer schimmert ein anderer kultureller Hintergrund durch. Großartige Sammlung aus dem Heyne-Verlag, ebenso wie die Kurzgeschichtensammlung Zerbrochene Sterne.

Wer sich übrigens weiter über China und die dortige SF informieren will: gerade frisch erschienen ist die 3. Ausgabe des Magazins Die Kapsel mit Themen und Geschichten über SF aus China. (geschrieben von Wolf)

Christoph Dittert | Fallender Stern

Falls ihr die Drei ??? kennt und Perry Rhodan gelesen habt/lest, ist Fallender Stern euer Buch, denn Christoph Dittert hat für beide Serien geschrieben! Yep :) Und Die Splitterwelten-Serie mit Michael Peinkofer.

Die Idee hinter Fallender Stern ist schnell erzählt: Ein Asteroid nähert sich dem Sonnensystem und sendet Funksignale. Das ist der Beweis dafür, dass es außerirdisches Leben gibt. Die Menschheit bereitet sich auf den Erstkontakt vor, wenn der Asteroid sich in 30 Jahren der Erde nähern wird. Dittert erzählt die Ereignisse entlang einer Familiengeschichte, am Leben und Erleben zweier Zwillinge.

Bestes Seitenkino zum Weglesen. (geschrieben von Wolf)

Quantenträume
Fallender Stern

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