Die Hugo Awards 2017 – Das waren die Gewinner

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KOLUMNE

Die Hugo Awards 2017: Das waren die Gewinner


Die Buchreihe „Die Hugo Awards 2001–2017” gibt einen Überblick über die wichtigsten Gewinner der berühmten Hugo Awards. Welche Preisträger gab es 2017?  

Die Verleihung der Hugo-Awards fand 2017 auf der Worldcon 75 in Helsinki statt.

Toastmaster: Karen Lord

Novel

N. K. Jemisin: The Obelisk Gate

(2016 bei Orbit; dt. Brennender Fels, Knaur)

Die Hugo Awards 2017 – Das waren die Gewinner
Die Hugo Awards 2017 – Das waren die Gewinner

The Obelisk Gate ist der zweite Band der BROKEN EARTH-Trilogie und schließt an den Roman The Fifth Season (siehe Hugo 2016) an. Während im ersten Band die apokalyptische Welt eingeführt wird und der Leser die Protagonisten kennengelernt hat, dreht die Autorin nun die Schraube weiter. Essun ist noch immer auf der Suche nach ihrer vermissten Tochter. Sie hat sich jedoch entschieden, in der Siedlung Castrima zu bleiben, um bei den Vorbereitungen zum »Weltuntergang« zu helfen und, da sie auch eine Orogene ist, gemeinsam mit ihrem früheren Mentor Alabaster Tenring ihre Kräfte zu trainieren. Wenn Alabasters Plan funktioniert, könnte es das Schicksal ihrer Welt entscheiden.

Zur gleichen Zeit ist Essuns vermisste, inzwischen zehnjährige Tochter Nassun zusammen mit ihrem Vater, der sie entführt hat, unterwegs zu einer Gemeinschaft, die die magisch begabten Orogenes von ihren Kräften »reinigen« will. Doch Nassun hat die magischen Kräfte von ihrer Mutter geerbt und lernt damit auf ungewöhnliche Weise umzugehen. Die Handlung spitzt sich schließlich auf einen Konflikt zwischen Mutter und Tochter zu. Der Leser erfährt in diesem Roman auch weitere Einzelheiten über die Geheimnisse der Obelisken und der »Steinfresser«.

Der dramatische Höhepunkt folgt dann im dritten Band der Trilogie, der unter dem Titel The Stone Key 2017 bei Orbit erschienen ist.

Im August 2017 verkündete der Informationsdienst deadline.com, dass die Rechte an der BROKEN EARTH-Trilogie vom Sender TNT erworben wurden, der daraus eine Fernsehserie entwickeln will. Es bleibt abzuwarten, was aus diesem Projekt wird, aber immerhin sind einige sehr fähige Produzenten an dem Projekt beteiligt.

Weitere Nominierungen:

Charlie Jane Anders: All the Birds in the Sky

(2016 bei Tor/Titan; dt. Alle Vögel unter dem Himmel, FISCHER Tor)

Yoon Ha Lee: Ninefox Gambit

(2016 bei Solaris; nicht auf Deutsch)

Becky Chambers: A Closed and Common Orbit

(2016 bei Hodder & Stoughton/Harper Voyager US; dt. Zwischen zwei Sternen, FISCHER Tor)

Ada Palmer: Too Like the Lightning

(2016 bei Tor; nicht auf Deutsch)

Cixin Liu: Death’s End

(2016 bei Tor/Head of Zeus; dt. Jenseits der Zeit, Heyne )

Novella

Seanan McGuire: Every Heart a Doorway

(2016 bei TOR.COM; dt. enthalten in Der Atem einer anderen Welt, FISCHER Tor)

Auch bei Seanan McGuires Hugo-Gewinner handelt es sich um eine Fantasy-Geschichte, in diesem Fall eine Portal-Fantasy, in der die Hauptfigur von unserer Welt in eine andere, magische gelangt.

Diese Hauptfigur ist Nancy Whitman, ein schlankes und etwas unheimliches Mädchen mit schwarzen und weißen Strähnen im Haar. Sie ist ein Neuzugang im Heim für missratene Kinder, einem Internat, das von Eleanor West geleitet wird. Nancy wurde von ihren Eltern auf das Internat geschickt, damit sie vom Trauma einer jüngst überstandenen Entführung abgelenkt wird. Tatsächlich ist Nancy jedoch nicht entführt worden, sondern hat Unterwelt besucht und ist vor Kurzem zurückgekehrt. Allerdings wünscht sie sich dorthin zurück und will den Herr der Toten wiedersehen. Es stellt sich heraus, dass auch die anderen Internatsbewohner Rückkehrer von diversen mythischen Orten sind, ebenso wie die Schulleiterin Eleanor West (diese allerdings, als sie noch ein junges Mädchen war). Alle haben unterschiedliche Erfahrungen gemacht, aber eines eint sie: der Wunsch, in die anderen Realitäten zurückzukehren. Die Geschichte ist nicht sonderlich spannend und auch sehr geradlinig erzählt, lebt jedoch von den interessanten Figuren und ihren Schicksalen.

Seanan McGuire wurde bereits 2010 mit dem Campbell Award ausgezeichnet (siehe dort) und hat zuvor zweimal als Mitglied des Teams des SF SQUEECAST in der Kategorie ›Best Fancast‹ einen Hugo gewonnen.

Weitere Nominierungen:

Kij Johnson: The Dream-Quest of Vellitt Boe

(2016 bei TOR.COM; nicht auf Deutsch)

Lois McMaster Bujold: Penric and the Shaman

(2016 bei Spectrum Literary Agency; nicht auf Deutsch)

Victor LaValle: The Ballad of Black Tom

(2016 bei TOR.COM; nicht auf Deutsch)

Kai Ashante Wilson: A Taste of Honey

(2016 bei TOR.COM; nicht auf Deutsch)

China Miéville: This Census-Taker*

(2016 bei Del Rey/Picador; dt. Dieser Volkszähler, Liebeskind)

Novelette

Ursula Vernon: »The Tomato Thief«

(Januar 2016 in APEX MAGAZINE; nicht auf Deutsch)

Ursula Vernon ist vor allem durch ihre Comics und einige Erzählungen mit anthropomorphen Tieren bekannt geworden, nicht zuletzt zwei Jahre zuvor, als sie für »The Jackalope Wives« den Nebula Award gewonnen hat.

In »The Tomato Thief« geht es um eine Figur, die der Leser bereits aus »The Jackalope Wives« kennt, nämlich Großmutter Harken, von der einige Leute in der Stadt behaupten, dass sie im Geheimen schwarze Magie betreibt. Ihre Tochter Eva macht sich Sorgen, dass die alte Frau, die etwas außerhalb der Stadt in einem kleinen Haus lebt, allein nicht mehr zurechtkommt, und versucht sie zu überreden, dass sie zu ihr in die Stadt zieht. Doch Großmutter Harken will das auf keinen Fall, und der anscheinend wichtigste Grund dafür sind ihre wunderbaren Tomaten, die sonst nirgendwo so gut gedeihen wie in ihrem kleinen Garten.

Doch eines Tages geschieht das für die alte Frau Unfassbare: Ihre Tomaten werden gestohlen. Sie lauert dem Dieb auf und findet schließlich heraus, dass es sich dabei um eine Spottdrossel handelt. Als die Großmutter die Spottdrossel auf frischer Tat ertappt, verwandelt sich der Vogel in eine Frau. Und schon steckt die liebenswerte Hauptfigur mitten in einer komplexen magischen Geschichte voller Raumkrümmungen, Gestaltwandler und Götter.

Liz Bourke vergleicht in einem Artikel auf TOR.COM Großmutter Harken mit Terry Pratchetts Oma Wetterwachs, und dieser Vergleich erscheint durchaus treffend, auch wenn Ursula Vernon trotz aller Unterhaltsamkeit nicht die literarischen und komischen Qualitäten von Pratchett erreicht.

Weitere Nominierungen:

Alyssa Wong: »You’ll Surely Drown Here If You Stay«

(Mai 2016 in UNCANNY MAGAZINE; nicht auf Deutsch)

Carolyn Ives Gilman: »Touring with the Alien«

(April 2016 in CLARKESWORLD MAGAZINE; nicht auf Deutsch)

Fran Wilde: »The Jewel and Her Lapidary«

(Mai 2016 auf TOR.COM; nicht auf Deutsch)

Nina Allan: »The Art of Space Travel«

(Juli 2016 auf TOR.COM; nicht auf Deutsch)

No Award
Stix Hiscock: Alien Stripper Boned From Behind By The T-Rex*

(2016 self-published; nicht auf Deutsch)

Short Story

Amal El-Mohtar: »Seasons of Glass and Iron«

(2016 in The Starlit Wood: New Fairy Tales, Saga Press; nicht auf Deutsch)

Bei dieser Fantasy-Kurzgeschichte handelt es sich im eigentlichen Sinne um ein Märchen über zwei Frauen, die durch Magie miteinander verbunden sind. Tabitha muss durch die Welt wandern und sieben Paare eiserner Schuhe abtragen, um ihren verlorenen Ehemann von einem Zauber zu befreien. Amira hingegen sitzt auf einem Glasberg und wartet auf einen Mann, der den Berg erklimmt, um ihr einen Heiratsantrag zu machen. Auf ihrer Wanderung durch die Welt klettert Tabitha mit ihren magischen eisernen Schuhen auf den Glasberg und findet die wartende Amira, die ihr einen goldenen Apfel schenkt. Die beiden Frauen werden Freundinnen und erzählen sich gegenseitig von ihrem Schicksal. Es fragt sich nur, ob sie auch gemeinsam der Magie entfliehen können.

Die kanadische Autorin Amal El-Mohtar hat neben Kurzgeschichten auch Gedichte, Essays und Rezensionen veröffentlicht und gibt seit 2006 ein vierteljährlich erscheinendes Magazin für phantastische Poesie heraus. Für »Seasons of Glass and Iron« wurde sie neben dem Hugo auch mit dem Nebula und dem Locus Award ausgezeichnet und war für den World Fantasy Award nominiert.

Weitere Nominierungen:

N. K. Jemisin: »The City Born Great«

(September 2016 auf TOR.COM; nicht auf Deutsch)

Carrie Vaughn: »That Game We Played During the War«

(März 2016 auf TOR.COM; nicht auf Deutsch)

Alyssa Wong: »A Fist of Permutations in Lightning and Wildflowers«

(März 2016 auf TOR.COM; nicht auf Deutsch)

Brooke Bolander: »Our Talons Can Crush Galaxies«

(November 2016 in UNCANNY Magazine; nicht auf Deutsch)

No Award
John C. Wright: »An Unimaginable Light«*

(2016 in God, Robot, Castalia House; nicht auf Deutsch)

Related Work

Ursula K. Le Guin: Words Are My Matter: Writings About Life and Books, 2000–2016

(2016 bei Small Beer; nicht auf Deutsch)

Words Are My Matter ist eines der letzten Bücher von Ursula K. Le Guin, in dem Gespräche, Essays, Bucheinleitungen und Rezensionen gesammelt wurden, die sie seit dem Jahr 2000 verfasst hat. Dabei gehen die klugen Gedanken und Überlegungen der Autorin weit über das phantastische Genre hinaus. Bei den Einleitungen und Buchbesprechungen geht es nicht nur um Genre-Autoren wie Wells, Lem, Strugatzki, Dick, Miéville, Jo Walton, Vance oder Ballard, sondern auch um Margaret Atwood, T. C. Boyle, Italo Calvino, Salman Rushdie, José Saramago und Stefan Zweig. Ursula K. Le Guin war leider nicht mehr in der körperlichen Verfassung, ihren sechsten und letzten Hugo persönlich in Empfang zu nehmen. Die große Schriftstellerin starb im Januar 2018.

Weitere Nominierungen:

Carrie Fisher: The Princess Diarist

(2016 bei Blue Rider Press; dt. Das Tagebuch der Prinzessin Leia, Hannibal)

Kameron Hurley: The Geek Feminist Revolution

(2016 bei Tor Books; nicht auf Deutsch)

Neil Gaiman: The View From the Cheap Seats*

(2016 bei William Morrow/Harper Collins; dt. Beobachtungen aus der letzten Reihe: Über die Kunst, das Erzählen und wieso wir Geschichten brauchen, Eichborn)

Sarah Gailey: The Women of Harry Potter posts

(2016 bei TOR.COM; nicht auf Deutsch)

Robert Silverberg & Alvaro Zinos-Amaro: Traveler of Worlds: Conversations with Robert Silverberg

(2016 bei Fairwood; nicht auf Deutsch)

Graphic Story

MONSTRESS, Volume 1: Awakening

(Text Marjorie Liu, Zeichnungen Sana Takeda; Image Comics; dt. Monstress – Band 1: Das Erwachen, Cross Cult)

Die groß angelegte Fantasy-Serie spielt in einem alternativen Asien, das durch einen großen Krieg verwüstet wurde, in dem bereits rund 150.000 Geschöpfe gestorben sind. Neben Menschen gibt es in dieser Welt vier weitere Arten von intelligenten Lebewesen, nämlich die Altertümlichen, die Arkanen, die Katzen und die alten Götter. Hauptfigur ist die undurchschaubare Maika Halbwolf, eine Arkane und Tochter der berühmten Moriko Halbwolf, die sich auf der Suche nach dem Grab der Schamanenkaiserin befindet. Sie wird von der Hexe Yvette Lo Lim gefangen genommen und muss sich mittels ihrer besonderen Fähigkeiten zur Wehr setzen.

Der Erfolg dieses Serienauftaktes ist sicherlich durch die wunderschönen und detailverliebten Zeichnungen von Sana Takeda begründet. Ornamentale Motive und Elemente des in Comics derzeit sehr beliebten Steampunk zeichnen die grafische Gestaltung aus. Die Story von Marjorie Liu hingegen ist, zumindest in diesem ersten Band, wenig originell und etwas dünn. Ein interessanter Fakt, den man aus dem der Geschichte nachgestellten Interview erfährt, ist, dass die Autorin in den USA und die Zeichnerin in Japan lebt, wobei die eine kein Japanisch und die andere kein Englisch spricht, ihre Kommunikation also immer übersetzt werden musste.

Monstress gewann nicht nur den Hugo Award, sondern wurde auch für den Eisner Award als beste neue Serie nominiert.

Weitere Nominierungen:

MS. MARVEL, Volume 5: Super Famous

(Text G. Willow Wilson, Zeichnungen Takeshi Miyazawa; Marvel; nicht auf Deutsch)

SAGA, Volume 6

(Text Brian K. Vaughan, Zeichnungen Fiona Staples; Image; dt. Saga Sechs, Cross Cult)

PAPER GIRLS, Volume 1

(Text Brian K. Vaughan, Zeichnungen Cliff Chiang; Image; dt. Paper Girls 1, Cross Cult)

BLACK PANTHER, Volume 1: A Nation Under Our Feet

(Text Ta-Nehisi Coates, Zeichnungen Brian Stelfreeze; Marvel; dt. Black Panther 1 – Ein Volk unter dem Joch, Panini)

THE VISION, Volume 1: Little Worse Than A Man

(Text Tom King, Zeichnungen Gabriel Hernandez Walta; Marvel; dt. Vision 1 – Eine (fast) normale Familie, Panini)

Dramatic Presentation, Long Form

Arrival

(21 Laps Entertainment/FilmNation Entertainment/Lava Bear Films; Drehbuch Eric Heisserer, Regie Denis Villeneuve; dt. Arrival)

Der Spielfilm Arrival basiert auf der Kurzgeschichte »Story of Your Life« (Hugo-Nominierung 1999; dt. »Geschichte deines Lebens«) des US-amerikanischen Autors Ted Chiang, wobei die Drehbuchautoren einige Aspekte der komplizierten Handlung verändern mussten. Thema des Films sind die Ankunft eines Dutzends außerirdischer Raumschiffe auf der Erde und die Versuche zur Kontaktaufnahme mit den fremdartigen, aber friedlichen Aliens. Hauptfiguren sind die Linguistin Dr. Louise Banks (gespielt von Amy Adams) sowie der Physiker Ian Donnelly (gespielt von Jeremy Renner), die sich mit den vielen Problemen der Kommunikation auseinandersetzen müssen, denn offenbar funktioniert die Wahrnehmung der außerirdischen Heptapoden (Siebenfüßler) auf eine andere Weise als die der Menschen. Und obwohl die Wissenschaftler Fortschritte machen, empfinden die politischen Mächte der Erde die Außerirdischen als Bedrohung. Die Arbeit der Wissenschaftler wird zu einem Wettlauf mit der Zeit.

Obwohl von einigen Zuschauern Details des Films kritisiert wurden, zeichnet er sich durch eine angenehme Ernsthaftigkeit aus, die weit entfernt von hysterischem Marvel- und STAR WARS-Geballer Hoffnung auf seriösere Themen der Science Fiction macht. Und vielleicht sind von Regisseur Denis Villeneuve noch weitere interessante Filme zu erwarten, immerhin inszenierte er auch Blade Runner 2049. Arrival wurde für acht Oscars nominiert, erhielt jedoch nur den Oscar für den besten Tonschnitt.

Weitere Nominierungen:

Hidden Figures

(Fox 2000 Pictures; Drehbuch Allison Schroeder & Theodore Melfi, Regie Theodore Melfi; dt. Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen)

Rogue One: A Star Wars Story

(Lucasfilm; Drehbuch Chris Weitz & Tony Gilroy, Regie Gareth Edwards; dt. Rogue One: A Star Wars Story)

STRANGER THINGS, Season One

(21 Laps Entertainment/Monkey Massacre; Duffer Brothers; dt. Stranger Things)

Deadpool*

(20th Century Fox/Marvel Entertainment; Drehbuch Rhett Reese & Paul Wernick, Regie Tim Miller; dt. Deadpool)

Ghostbusters: Answer the Call

(Columbia Pictures; Drehbuch Katie Dippold & Paul Feig, Regie Paul Feig; dt. Ghostbusters)

Dramatic Presentation, Short Form

THE EXPANSE: »Leviathan Wakes«

(SyFy; Drehbuch Mark Fergus & Hawk Ostby, Regie Terry McDonough; dt. »Das Monster ist erwacht«)

Bei THE EXPANSE handelt es sich ursprünglich um eine Romanserie von James S. A. Corey. Hinter diesem Autorenpseudonym verbergen sich die beiden US-amerikanischen Autoren Daniel James Abraham und Ty Corey Franck. Beginnend mit Leviathan Wakes (2011 bei Orbit; dt. Leviathan erwacht) sind bisher sieben Bände erschienen. Die Handlung spielt im 23. Jahrhundert zu einer Zeit, als die Menschen bereits Teile des Sonnensystems besiedelt haben, darunter den Mond und den Mars. Es gibt große Raumstationen, auf denen viele Menschen leben. Die Erde leidet unter Überbevölkerung und den Folgen der Umweltzerstörung. Der Mars hat sich politisch von der Erde losgesagt und verfügt über militärische Ressourcen, um seine Unabhängigkeit zu verteidigen. Doch sowohl Erde als auch Mars sind auf Rohstoffe angewiesen, die im Asteroidengürtel abgebaut werden. Der Konflikt zwischen Erde und Mars droht zu eskalieren.

Der Fernsehsender SyFy hat die Serie THE EXPANSE produziert, wobei die Handlung der zehn Folgen der ersten Staffel dem ersten Roman folgt. Der Stream-Anbieter Netflix hat die Serie übernommen, sodass sie auch international zu sehen ist. Der Hugo-Gewinner »Das Monster ist erwacht« ist die zehnte und letzte Folge und damit auch der dramatische Höhepunkt der ersten Staffel.

Weitere Nominierungen:

BLACK MIRROR: »San Junipero«

(House of Tomorrow; Drehbuch Charlie Brooker, Regie Owen Harris; dt. »San Junipero«)

GAME OF THRONES: »The Door«

(HBO; Drehbuch David Benioff & D. B. Weiss, Regie Jack Bender; dt. »Das Tor«)

GAME OF THRONES: »Battle of the Bastards«

(HBO; Drehbuch David Benioff & D. B. Weiss, Regie Miguel Sapochnik; dt. »Die Schlacht der Bastarde«)

DOCTOR WHO: »The Return of Doctor Mysterio«

(BBC; Drehbuch Steven Moffat, Regie Ed Bazalgette; dt. »Die Rückkehr von Dr. Mysterio«)

Splendor & Misery

(Musikalbum von Clipping [Daveed Diggs, William Hutson, Jonathan Snipes])

Best Editor, Long Form

Liz Gorinsky

Die in New York geborene Liz Gorinsky studierte Englisch, Psychologie und Informatik, bevor sie zunächst für kurze Zeit bei DC Comics arbeitete. Seit 2009 ist sie als Lektorin bei Tor Books tätig, wo sie unter anderem die Werke von Dave Duncan, Mary Robinette Kowal, Cixin Liu, Cherie Priest, Pamela Sargent, Catherynne M. Valente und Jeff VanderMeer betreut. Darüber hinaus gibt sie auch Erzählungen auf TOR.COM heraus. Seit 2010 war sie siebenmal für den Hugo nominiert, den sie 2017 zum ersten Mal gewann.

Weitere Nominierungen:

Sheila E. Gilbert | Devi Pillai | Miriam Weinberg | Navah Wolfe | No Award | Vox Day*

Best Editor, Short Form

Ellen Datlow

Die Hugo Awards - Das waren die Gewinner
Die Hugo Awards - Das waren die Gewinner
Die Hugo Awards - Das waren die Gewinner

Datlow erhielt ihren achten Hugo Award als Herausgeberin vor allem für ihre Tätigkeit für TOR.COM, wo sie im relevanten Zeitraum unter anderem Erzählungen von Brian Hodge, Angela Slatter, Lavie Tidhar, Dennis Danvers, Paul J. McAuley, Jonathan Carroll sowie vielen neuen Autoren herausbrachte. Außerdem stellte sie die Anthologien The Best Horror of the Year: Volume Eight (für Night Shade Books) sowie Children of Lovecraft (für Dark Horse) und Nightmares: A New Decade of Modern Horror (für Tachyon) zusammen.

Weitere Nominierungen:

Lynne M. Thomas & Michael Damian Thomas | Neil Clarke | John Joseph Adams | Jonathan Strahan | Sheila Williams

Professional Artist

Julie Dillon

Dillon hatte bereits 2014 und 2015 jeweils einen Hugo als ›Best Professional Artist‹ gewonnen (siehe dort). 2016 schuf sie erneut zahlreiche eindrucksvolle Titelbilder, unter anderem für drei Ausgaben von CLARKESWORLD und eines für UNCANNY. Ihre Titelbilder zierten auch die Romane The Brinstone Deception von Lisa Shearin (Ace) und The Engine Woman’s Light von Lauren Anne Hill (Sand Hill Review Press) sowie die Anthologien Beyond the Stars: A Planet Too Far und Beyond the Stars: At Galaxy’s Edge, herausgegeben von Ellen Campbell (Astral Books), Hidden Youth: Speculative Fiction from the Margins of History, herausgegeben von Mikki Kendall und Chesya Burke (Crossed Genres Publications), und vor allem The Year’s Best Science Fiction & Fantasy Novellas: 2016 Edition, herausgegeben von Paula Guran (Prime Books). In CLARKESWORLD 112 (Januar 2016) erschien ein längeres Interview mit Julie Dillon.

Weitere Nominierungen:

Sana Takeda | Galen Dara | Victo Ngai | Chris McGrath | John Picacio

Semiprozine

UNCANNY MAGAZINE (Lynne M. Thomas, Michael Damian Thomas, Michi Trota, Julia Rios, Erika Ensign & Steven Schapansky)

Zum zweiten Mal in Folge gewann UNCANNY in dieser Kategorie (siehe 2016). Die sechs Ausgaben (Nummer 8 bis 13) sind wiederum online erschienen, als E-Book erhältlich und auszugsweise im UNCANNY-Podcast zu hören. Inhaltlich bietet UNCANNY weiterhin eine Mischung aus Erzählungen, Gedichten, Essays und Interviews. Unter anderem sind folgende Autoren vertreten: Rachel Swirsky, Max Gladstone, Daryl Gregory, Seanan McGuire, Alyssa Wong, Kameron Hurley, Sarah Monette, Aliette de Bodard, Catherynne M. Valente, Kelly Link, Sarah Pinsker, Sofia Samatar, Nalo Hopkinson, Amal El–Mohtar, Hao Jingfang und Neil Gaiman.

Weitere Nominierungen:

STRANGE HORIZONS (Niall Harrison, Catherine Krahe, Vajra Chandrasekera, Vanessa Rose Phin, Li Chua, Aishwarya Subramanian, Tim Moore, Anaea Lay)
BENEATH CEASELESS SKIES (Scott H. Andrews)
THE BOOK SMUGGLERS (Ana Grilo & Thea James)
GIGANOTOSAURUS (Rashida J. Smith)
No Award
CIRSOVA HEROIC FANTASY AND SCIENCE FICTION MAGAZINE* (P. Alexander)

Fanzine

LADY BUSINESS (Clare, Ira, Jodie, KJ, Renay & Susan)

LADY BUSINESS ist ein Internetblog, das von sechs Frauen betrieben wird, die sich selbst als »Queer Lady Geek«, Illustratorin und Computerspielerin, Buchhändlerin, unterbeschäftigte Bibliothekarin, freiberufliche Autorin und Bibliotheksassistentin beschreiben. Die einzelnen Posts beschäftigen sich auf einem typischen Fan-Niveau überwiegend mit feministischen und queeren Inhalten. Zu finden ist das Blog unter ladybusiness.dreamwidth.org.

Weitere Nominierungen:

JOURNEY PLANET (James Bacon, Chris Garcia, Esther MacCallum-Stewart, Helena Nash, Errick Nunnally, Pádraig Ó Méalóid, Chuck Serface & Erin Underwood)
NERDS OF A FEATHER, FLOCK TOGETHER (The G, Vance Kotrla & Joe Sherry)
SF BLUESTOCKING (Bridget McKinney)
ROCKET STACK RANK (Greg Hullender & Eric Wong)
No Award
CASTALIA HOUSE BLOG* (Jeffro Johnson)

Fancast

TEA AND JEOPARDY (Emma Newman & Peter Newman)

TEA AND JEOPARDY ist ein britischer Fancast, der seit Mai 2013 existiert und von dem im Jahr 2016 insgesamt 15 Ausgaben erschienen sind (Nummer 47 bis 61). Die beiden Moderatoren haben in den 30- bis 60-minütigen Episoden jeweils einen Gast, mit dem sie sich über dessen Arbeit, unterschiedliche Aspekte des Phantastischen und mediale Ereignisse unterhalten. Gäste waren zum Beispiel Autoren wie James Goss, Cavan Scott oder Kate Elliott, die Harper-Voyager-Lektorin Natasha Bardon oder die io9-Chefredakteurin Charlie Jane Anders. Während des Worldcon 2017 in Helsinki gab es eine Live-Bonusfolge mit George R. R. Martin, die auch als Videomitschnitt auf der Homepage teaandjeopardy.geekplanetonline.com anzusehen ist.

Weitere Nominierungen:

THE COODE STREET PODCAST (Gary K. Wolfe & Jonathan Strahan)
FANGIRL HAPPY HOUR (Ana Grilo & Renay Williams)
GALACTIC SUBURBIA (Alisa Krasnostein, Alexandra Pierce, Tansy Rayner Roberts, Andrew Finch)
DITCH DIGGERS (Mur Lafferty & Matt Wallace)
No Award
THE RAGEAHOLIC* (RazörFist)

Fan Writer

Abigail Nussbaum

Die 1981 geborene Israelin hat am Technion in Haifa Informatik studiert und arbeitet als Programmiererin in Tel Aviv. In ihrer Freizeit schrieb sie Rezensionen und Artikel für die Online-Medien STRANGE HORIZONS, INFINITY PLUS, THE INTERNET REVIEW OF SCIENCE FICTION und THE LOS ANGELES REVIEW OF BOOKS. Texte von ihr erschienen auch in den britischen Magazinen VECTOR und FOUNDATION sowie in zahlreichen israelischen Publikationen. Außerdem ist sie ständige Mitarbeiterin der von John Clute, David Langford und Graham Sleight herausgegebenen Science Fiction Encyclopedia. Seit 2005 schreibt sie ihr englischsprachiges Blog ASKING THE WRONG QUESTIONS (http://wrongquestions.blogspot.de), in dem sie zum Teil sehr umfangreiche Reviews zu Büchern und Filmen sowie allgemeine Artikel zur Science Fiction veröffentlicht.

Zuvor war Nussbaum bereits insgesamt dreimal für den Hugo nominiert, 2013 und 2014 gemeinsam mit anderen für die Herausgabe von STRANGE HORIZONS und 2014 allein als ›Best Fan Writer‹.

Weitere Nominierungen:

Foz Meadows | Mike Glyer | Chuck Tingle | Natalie Luhrs | No Award | Jeffro Johnson*

Fan Artist

Elizabeth Leggett

Elizabeth Leggett konnte bereits zum zweiten Mal einen Hugo gewinnen, und diesmal war es sogar eine Art Doppelsieg, denn sie hat 2017 ebenfalls den bei Grafikern hoch angesehenen Chesley Award für ihr Titelbild zur Februar-Ausgabe 2016 des LIGHTSPEED MAGAZINE erhalten. Darüber hinaus gestaltete sie 2016 ein weiteres Titelbild für LIGHTSPEED sowie drei der vier Cover für das 2015 gegründete Magazin MOTHERSHIP ZETA, das von Mur Lafferty herausgegeben wird.

Weitere Nominierungen:

Vesa Lehtimäki | Likhain (M. Sereno) | Ninni Aalto | Spring Schoenhuth | Steve Stiles | No Award | Mansik Yang* (disqualifiziert) | Alex Garner* (disqualifiziert)

Series

THE VORKOSIGAN SAGA, Lois McMaster Bujold (Baen)

Diese Kategorie wurde 2017 erstmals eingeführt. Zur Nominierung zugelassen waren mehrteilige SF- und Fantasy-Werke, die Gemeinsamkeiten in Handlung, Hintergrund und Figuren haben, mindestens drei Teile mit mindestens 240.000 Wörtern umfassen und von denen wenigstens ein Teil im vorangegangenen Kalenderjahr erschienen ist.

Die VORKOSIGAN SAGA von Lois McMaster Bujold war von Anfang an ein Favorit für diese Kategorie, nicht zuletzt, weil Bujold sehr viele Fans hat und bereits seit 1989 vier Hugos bei zehn Hugo-Nominierungen für einzelne Teile der Serie gewinnen konnte. Der gesamte Zyklus umfasst bisher 17 Romane und einige längere Erzählungen, wovon 13 Romane direkt von der zentralen Hauptfigur Miles Vorkosigan handeln. Miles ist der kleinwüchsige Sohn des Regenten des militaristischen Planeten Barrayar und dessen Frau Cordelia, einer ehemaligen Raumschiffkapitänin von der liberalen Beta-Kolonie. Die Romane schildern Miles’ Erlebnisse als Kadett, interstellarer Spion, Söldner-Admiral und Botschafter. Zitat Wikipedia: »Die Romane zeigen, wie er mit Intelligenz, Mut und Menschlichkeit gegen Vorurteile, sinnlose Gewalt, Dummheit und die eigenen Schwächen ankämpft und (natürlich) am Ende siegt.«

Weitere Nominierungen:

THE EXPANSE, James S. A. Corey (Orbit US/Orbit UK)
THE TEMERAIRE SERIES, Naomi Novik (Del Rey/Harper Voyager UK)
THE CRAFT SEQUENCE, Max Gladstone (Tor Books)
THE PETER GRANT/RIVERS OF LONDON SERIES, Ben Aaronovitch (Gollancz/Del Rey/DAW/Subterranean)
THE OCTOBER DAYE BOOKS, Seanan McGuire (DAW/Corsair)

Campbell Award

Ada Palmer

Die US-Amerikanerin Ada Palmer (*1981) wuchs in Annapolis, Maryland, auf und studierte an der Harvard Universität, wo sie einen Doktorgrad erwarb. Heute lehrt sie als Historikerin an der Universität von Chicago, ist Spezialistin für die italienische Renaissance und hat bereits mehrere Bücher zu diesem Thema veröffentlicht. Außerdem komponiert sie und tritt mit dem Gesangstrio Sassafrass auf. Science-Fiction-Fans konnten das Trio während des Worldcons 2017 in Helsinki live erleben.

Ihr Romandebüt Too Like the Lightning (2016 bei Tor) erregte große Aufmerksamkeit und wurde für Hugo und Tiptree Award nominiert. Es handelt sich um den ersten Band der vorerst auf vier Bände angelegten Serie TERRA IGNOTA. 2017 erschienen der zweite und dritte Band: Seven Surrenders und The Will to Battle (ebenfalls bei Tor).

Weitere Nominierungen:

Malka Older | Sarah Gailey | Laurie Penny | Kelly Robson | No Award | J. Mulrooney*

 

 

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Hardy Kettlitz hat in seinem Buch „Hugo Awards 2001-2017” (erschienen 2018 bei Golkonda) die Gewinner des berühmten Hugo Awards – einem der wichtigsten Science-Fiction-Preise der Welt – zusammengetragen und erklärt, warum die Preisträger zu Gewinnern wurden. Genau diesen Überblick über die Geschichte der Science Fiction möchten wir mit euch teilen. 

 

© 2018 by Hardy Kettlitz

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