Die Vögte über Patreon

BUCH

"Eine coole Gemeinschaft": Judith und Christian Vogt über Patreon


Auf der Crowdfunding-Plattform Patreon tummeln sich inzwischen auch hierzulande immer mehr Kunstschaffende. Wir haben einige Autor*innen nach ihren Erfahrungen gefragt. Heute dabei: Judith und Christian Vogt.

 

Hallo Judith, hallo Christian! Ihr seid seit März 2019 bei Patreon. Wie seid ihr auf den Gedanken gekommen, euch auf der Plattform anzumelden?

Hallo! Die Idee hatten wir eigentlich schon länger, es lag sicherlich schon ein halbes Jahr ein Konzept für Patreon in der virtuellen Schublade, aber wir haben noch gezögert. Selbst waren wir schon Patrons für einige Schreibende aus der SFF- und Rollenspiel-Szene. Den Ausschlag haben Verkaufszahlen gegeben, die uns im März genannt wurden. Wir hatten den Eindruck, dass der persönliche Zuspruch und die Rückmeldungen oft sehr gut sind – es gibt tolle Leute, die uns unterstützen –, aber die Verkaufszahlen spiegeln wider, dass wir kein großes Publikum erreichen. Und das ist eigentlich eine gute Kombination für Patreon.

Warum sollte man euch unterstützen? Was bietet ihr euren Patrons?

Also, man kann bei uns mehrere Dinge unterstützen: Zum einen die Vogt Companion StoryApp, die ein Freund von uns programmiert. Es gibt sie kostenlos im AppStore, aber wenn man ihn für seine Mühen unterstützt, freut er sich. Dann kann man Judiths und Lenas Genderswapped Podcast unterstützen. Auch der ist kostenlos zugänglich, aber auch da ist es schön, dass wir die Unkosten durch den Patreon wieder „rausbekommen“.

Außerdem schreiben wir jeden Monat eine Kurzgeschichte oder ein kleines Rollenspiel. Ersteres gibt es zusätzlich zum PDF auch vorgelesen als mp3, ohne dass man dafür extra bezahlen muss. Das ist inklusive!

Und wenn man die höchste Stufe (9$) nimmt, bekommt man jede Roman-Neuerscheinung signiert nach Hause geschickt, meist mit noch ein paar Goodies dazu.

Wir sind damit der erste deutschsprachige Patreon mit selbstgeschriebenen, regelmäßigen Rollenspielen!

Aber das Allerbeste ist unser Slack: Alle Patrons sind in einen Slack eingeladen und machen sich diesen Ort gegenseitig zu einer sehr coolen kleinen Gemeinschaft, in der über Erzähltes, Popkulturelles und Politisches geplaudert wird. Das hat richtige Eigendynamik entwickelt, aus der wiederum neue Projekte und Freundschaften entstanden sind, und wir sind sehr, sehr glücklich über unsere Slack-Homies.

Wie viel Zeit kostet Patreon euch im Monat? Ist es die Mühe wert?

Wir erfassen grundsätzlich beim Schreiben nicht die Zeit. Bei Patreon müsste die Bilanz aber eigentlich ganz gut ausfallen. Wir brauchen natürlich ein bisschen, um zu schreiben, aber wir sind ja auch zu zweit. Dann brauchen wir noch ca. zwei Stunden fürs Layouten und Einsprechen. Rollenspiele spielen wir noch test – aber das macht ja auch Spaß. Und manchmal gibt’s auch Content von anderen Leuten bei uns, deshalb heißt der Patreon „Vogt&Vriends“. Zum Beispiel im März gabs einen Comic von Sarah Burrini  und im Juli ein Minispiel zum Thema Überwachung, das wir uns mit James Sullivan und Heike Tannborn überlegt haben.

Was hat sich für euch verändert, seit ihr auf Patreon seid – im Arbeitsalltag oder künstlerischen Schaffen?

Während Christian noch einen Brotjob hat, ist Judith Freiberuflerin, und dabei schwankt das monatliche Einkommen einfach sehr stark je nach Auftragslage. Patreon ist daher echt gut, um einen gewissen Betrag zu haben, mit dem man auf jeden Fall rechnen kann.

Und im Alltag hat sich durch den Slack, den wir schon erwähnt haben, einiges geändert. Wir tauschen uns da oft aus oder spielen abends Spielrunden, die sich dort verabredet haben. Und auch die Rückmeldungen durch die Patrons sind einfach immer sehr schön.

Woran arbeitet ihr gerade?

Gerade schreiben wir für Patreon an einer zweiteiligen Kurzgeschichte namens "Teespionage", die erscheint dann im Oktober und November. Und ansonsten haben wir gerade unseren Urban-Fantasy-Roman abgegeben, der in den 1920ern in Berlin spielt und 2021 hier bei TOR erscheint – Arbeitstitel: Anarchie déco!

Letzte Frage: Würdet ihr Patreon anderen Kulturschaffenden empfehlen?

Ja, auf jeden Fall. Für Patreon gelten natürlich ähnliche Regeln wie überall sonst auch. Es ist Kommerzialisierung und es geht um Geld und Reichweite. Ohne Reichweite keine Patrons, da muss man sich nichts vormachen. Das heißt, Patreon ist keine Zauberformel, mit der Schaffende endlich kriegen, was sie verdienen. Aber es ist schön, dass Leute Lust haben, Schreibende direkt zu unterstützen, und der Kontakt fühlt sich persönlicher und unmittelbarer an – ich hoffe, das gilt in beide Richtungen!

Vielen Dank!

Über die Autor*innen

Judith Vogt (geb. 1981) und Christian Vogt (geb. 1979) teilen die Leidenschaft für Fantastik, Fechten, Feminismus und Luftschiffpiraten. Während Judith sich auf das Schreiben spezialisiert hat, versucht Christian als Physiker, ungelösten Mysterien auf den Grund zu gehen. Letztes Jahr erschien "Wasteland", ihr erster gemeinsamer SF-Roman, der dieses Jahr auf der Seraph-Shortlist stand. Mit dem 3. Band von "Die 13 Gezeichneten" haben sie wie so richtige Fantasyautor*innen ihre erste gemeinsame Trilogie abgeschlossen. Kürzlich erschien der Roman "Ace in Space" parallel mit dem Rollenspiel "Aces in Space", das Ende 2019 als Crowdfunding realisiert wurde.

Twitter: @judithcvogt / @eisunddampf

Instagram: Atalante_Underwood

Website: www.jcvogt.de

Podcast von Judith und Lena: www.genderswapped-podcast.de

Patreon: www.patreon.com/dievoegte

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