Interview mit A. K. Larkwood

INTERVIEW

Vom Reiz des anderen Blickwinkels: Interview mit A. K. Larkwood


Im Auftakt zum neuen Fantasy-Epos "Die dunklen Pfade der Magie" von A. K. Larkwood lernen wir die Ork-Priesterin Csorwe kennen, die ihrem Schicksal nur knapp entrinnt. Wir sprechen mit der Autorin über Kuchen, Kreativhöhlen und den Reiz des Perspektivwechsels.


TOR ONLINE: Zunächst einmal: Würdest du uns kurz verraten, wer A. K. Larkwood ist und was wir unbedingt über dich wissen sollten?

A. K. Larkwood: Ich koche total gern. Es bildet den perfekten Kontrast zum Schreiben. Ein tolles Menü lässt sich innerhalb von wenigen Stunden zaubern, und alle essen und man muss nie wieder drüber nachdenken – anders als bei einem Roman, an dem man eine gefühlte Ewigkeit arbeitet und der einen nie so ganz loslässt. Umso mehr genieße ich es, Freunde einzuladen und sie zu bekochen. Das vermisse ich sehr im Moment, denn hier in UK sind wir, während ich das schreibe, alle noch im Corona-Lockdown.

Was ich außerdem sehr genieße, ist, im Meer zu schwimmen. Was ich so gar nicht mag, sind Softdrinks, die mit Stevia gesüßt wurden.

Wenn du Die dunklen Pfade der Magie in einem Satz pitchen müsstet, wie würde er lauten?

„Was schuldest du der Person, die dir das Leben gerettet hat?“

In Die dunklen Pfade der Magie greifst du viele typische Tropen aus dem Fantasy-Genre auf wie Magier, Assassinen, Götter, Welten innerhalb von Welten. Wie bist du in Kontakt mit Fantasy-Literatur gekommen und welche Fantasywelt hat dich besonders inspiriert?

Ich bin ja tatsächlich überzeugt davon, dass wir alle gewissermaßen zuerst mit Fantasystoffen in Berührung kommen – als Kind sind Hexen und Ungeheuer natürlich Teil unserer blühenden Phantasie. Damals brach ich in totale Panik aus, wenn ich in einen Swimmingpool steigen sollte, weil ich so fest davon überzeugt war, dass sich am Boden Wale und Haie verstecken könnten – man hat als Kind einfach nicht dasselbe Gefühl von: „Solche Dinge passieren einfach nicht.“ Ich glaube, ich bin da nie richtig rausgewachsen. Als ich neun oder zehn Jahre alt war, habe ich versucht, Der Herr der Ringe zu lesen, und natürlich habe ich kein Wort verstanden. Aber ich dachte mir danach: „Wow! Ich habe keine Ahnung, was ich gerade gelesen habe, aber ich muss auch so was machen!“ Was mich in Bezug auf Die dunklen Pfade der Magie inspiriert hat, waren Ursula K. Le Guins Erdsee-Romane, insbesondere wohl Die Gräber von Atuan.

Die Protagonistin in deinem Roman ist Csorwe, eine Ork-Priesterin, die ihrem Schicksal entkommt. Warum gerade aus Ork-Perspektive?  

Na ja, wie schon erwähnt, liebte ich schon als Kind Der Herr der Ringe und tue das auch heute noch. Allerdings fand ich es schon immer viel reizvoller, etwas aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten: Wie würde sich diese Geschichte verändern, wenn jemand anders der Held wäre?  Was wäre, wenn man die Geschichte aus Sicht des Bösewichts zu hören bekäme? Oder eines Gefährten?

Und welche Szene, welche Figur oder welchen Ort hast du am meisten genossen zu schreiben?

Es gibt diese Szene, in der sich unsere Heldin in die Festung eines gefährlichen Söldnerkriegsherrn einschleicht, wo sie sich als Küchenmagd ausgibt, um ein Fest auszuspionieren, das er für seine Offiziere gibt. Es geht alles schrecklich schief. Sehr dramatisch. Es hat mir sehr viel Freude bereitet, das zu schreiben, nicht zuletzt, weil ein Dinner, das im Chaos endet, eines meiner liebsten Tropen ist. Außerdem habe ich etwa bei der Hälfte der Szene eine Mittagspause eingelegt, in der ich mir eine besonders große Schüssel Tonkotsu-Ramen gegönnt habe. Jedes Mal, wenn ich diese Stelle wieder lese, erinnere ich mich also auch an ein leckeres Mittagessen.

Jede*r Autor*in hat einen ganz eigenen Schreibprozess. Verrätst du uns, was deinen ausmacht? Und ob es irgendwelche besonderen Bedingungen gibt, unter denen du super kreativ bist?

Normalerweise bin ich immer gern in Cafés gegangen, um zu schreiben – mein liebstes hatte so eine seltsam riechende Ecke im Untergeschoss, die ich liebevoll „meine Kreativhöhle” genannt habe. Seit die Pandemie ausgebrochen ist, kann ich mich natürlich nicht dorthin zurückziehen, sondern muss mit der kleinen Ecke in unserem Gästezimmer vorliebnehmen. Alles, was ich wirklich zum Schreiben brauche, ist Musik und Kaffee, die Umstellung war also nicht allzu groß.

Wenn Die dunklen Pfade der Magie ein Rollenspiel wäre, in welchen Charakter würdest du schlüpfen?

Wahrscheinlich wäre ich ein Magier wie Shuthmili, weil ich eine kraftlose Nerdfrau bin, die nicht weiß, wie man ein Schwert richtig hält. Wenn man aber die realweltlichen Dispositionen außen vor lässt, wäre ich wohl Atharaisse, die große sprechende Schlange. Ich glaube, ihr Leben könnte sehr interessant sein.

Eine letzte Frage noch: Kannst oder darfst du schon etwas über die Projekte verraten, an denen du gerade arbeitest?

Ich habe gerade die letzte Lektoratsrunde für den Nachfolger von Die dunklen Pfade der Magie hinter mich gebracht. Meine aktuelle Herausforderung ist daher, jeden Tag einen komplizierteren Kuchen zu backen.

Vielen Dank für das interessante Interview und dass du dir die Zeit genommen hast, unsere Fragen zu beantworten!

Interview und Übersetzung: Melanie Wylutzki

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