Die Hugo Awards - Das waren die Gewinner

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KOLUMNE

Die Hugo Awards 2015: Das waren die Gewinner


Die Buchreihe „Die Hugo Awards 2001-2017” gibt einen Überblick über die wichtigsten Gewinner der berühmten Hugo Awards. Welche Preisträger gab es 2015?  

Die Verleihung der HUGO Awards fand 2015 auf der Sasquan in Spokane statt.

Toastmaster: David Gerrold & Tananarive Due

Novel

Cixin Liu: The Three Body Problem

(Original 2006 in China; engl. Übersetzung 2014 bei Tor; dt. Die drei Sonnen, H 31716)

Die Hugo Awards - Das waren die Gewinner
Die Hugo Awards - Das waren die Gewinner
Die Hugo Awards - Das waren die Gewinner

Cixin Liu ist der erste nicht englischsprachige Autor, der den Hugo in der wichtigsten Kategorie, ›Best Novel‹, gewonnen hat. Er gehört neben Jinkang Wang und Song Han zu den »Großen drei« chinesischen Science-Fiction-Autoren. Das Buch ist bereits im Jahr 2006 in China erschienen, wurde international jedoch erst 2014 wahrgenommen, als bei Tor Books die englische Übersetzung von Ken Liu erschienen ist.

Der erste Erzählstrang beginnt Ende der 1960er-Jahre während der Kulturrevolution in China. Im Mittelpunkt steht zunächst die junge Astrophysikerin Ye Wenjie, die miterleben muss, wie ihr Vater, der ein berühmter Naturwissenschaftler ist, der Kulturrevolution zum Opfer fällt. Die junge Frau gerät zwar in Ungnade, darf aber schließlich in einer kleinen Gruppe von Astrophysikern und Ingenieuren unter der strengen Aufsicht der Politkommissare an einem geheimen Forschungsprojekt mitarbeiten, das zur Aufgabe hat, vor allen anderen Nationen den Kontakt mit möglicherweise existierenden Außerirdischen herzustellen. Jahre später empfängt das chinesische Radioteleskop tatsächlich eine Nachricht von Außerirdischen, die sinngemäß die Botschaft enthält: »Antwortet nicht!«, da offenbar jemand die Menschen vor einer möglichen Invasion warnen will. Doch Ye Wenjie ist aufgrund ihrer Erfahrungen zu dem Schluss gelangt, dass die Menschheit sich nicht mehr selbst retten kann und unter der Fremdherrschaft von Außerirdischen besser dran wäre. Trotz der Warnung sendet sie eine Nachricht, die besagt, dass unsere Zivilisation nicht mehr in der Lage ist, ihre Probleme selbst zu lösen.

Der zweite Erzählstrang spielt Ende der 2000er-Jahre. Hier kommt es gehäuft zu tödlichen Angriffen auf Wissenschaftler in aller Welt, die vermutlich das Ziel haben, das Bekanntwerden größerer wissenschaftlicher Entdeckungen zu verhindern und damit dem Fortschritt Einhalt zu gebieten. Der Physiker Wang Miao soll gemeinsam mit einem Polizisten bei der Aufklärung der Verbrechen helfen, trifft dabei jedoch selbst auf seltsame Ereignisse. So tauchen ohne physikalische Erklärung Zahlen eines Countdowns auf belichteten Filmnegativen auf, und die Hintergrundstrahlung des Universums scheint nicht erklärbaren Veränderungen unterworfen zu sein.

Bei weiteren Ermittlungen stößt Wang Miao auf ein Computerspiel, das sich mit dem »Drei-Körper-Problem« beschäftigt und in dem die Zivilisation auf einem Planeten simuliert wird, die aufgrund der unberechenbaren Bahnen der drei Sonnen bei Annäherung an einen Stern in unregelmäßigen Abständen von gewaltigen Feuerstürmen vernichtet wird. Durch das Computerspiel gelangt Wang Miao auf die Spur einer großen Verschwörung, die mit den von Ye Wenjie entdeckten Außerirdischen im Zusammenhang steht.

Offenbar verfolgen die außerirdischen Trisolarier das Ziel, eine Invasionsflotte zur Erde zu senden, die allerdings rund vier Jahrhunderte unterwegs sein wird. Welche Absichten verfolgen sie? Wird die Menschheit bis dahin auf die Ankunft der Fremden vorbereitet sein?

Nicolas Freund kommentiert in der Süddeutschen Zeitung: »Der Roman gilt als Hard Science Fiction, das heißt, dass auch physikalische Probleme erläutert werden oder über mehrere Seiten erklärt wird, wie genau eine Antenne funktioniert. Lius große Leistung ist es aber, diese Teile zusammenzuführen mit der Kulturrevolution und der virtuellen Realität, mit der Verbitterung der jungen Physikerin Ye Wenjie, die in den kalten Weltraum hinaushorcht, dem Staunen des Nanoexperten Wang Miao und dem Blick von elfdimensionalen Nanopartikeln bis zu den fernen Sternen.«

Ein großes Manko des Buches bringt Rolf Röchel auf literaturkritik.de auf den Punkt: »Cixin Lius Roman interessiert sich mehr für Physik als für seine Figuren.« Und weiter: »Den Charakteren wiederum fehlt jeder psychologische Tiefgang. Innere Konflikte bleiben oberflächlich, eventuelle Gewissensängste flach.«

Der Übersetzer und Autor Ken Liu schrieb in seinem Essay »China träumt« (in Das Science Fiction Jahr 2015): »Liu hat mehrfach die renommiertesten chinesischen Genrepreise gewonnen, und sein Meisterwerk, die DREI KÖRPER-Trilogie (die aus den Bänden The Three-Body Problem, The Dark Forest und Death’s End besteht), hat, so heißt es, im Alleingang dafür gesorgt, dass die chinesische Science Fiction vom literarischen Establishment mittlerweile ernst genommen wird.«

Zu einem weltweiten Bestseller wurde der Roman vor allem, als der damalige US-Präsident Obama die Liste seiner Lieblingslektüre veröffentlichte und den Roman über die Maßen lobte.

Cixin Liu (*1963) heißt eigentlich Liu Cixin, weil der Nachname im Chinesischen zuerst genannt wird. Er erhielt für Die drei Sonnen nicht nur den Hugo, sondern auch zahlreiche weitere Auszeichnungen wie den chinesischen Galaxy-Preis (den er insgesamt neunmal gewonnen hat) und den deutschen Kurd Laßwitz Preis für den besten ausländischen Roman.

Weitere Nominierungen:

Katherine Addison: The Goblin Emperor

(2014 bei Tor; dt. Der Winterkaiser, FISCHER Tor)

Ann Leckie: Ancillary Sword

(2014 bei Orbit US und Orbit UK; dt. Die Mission, H 31693)

No Award
Jim Butcher: Skin Game*

(2014 bei Orbit UK und Roc Books; dt. Blendwerk, Feder & Schwert)

Kevin J. Anderson: The Dark Between the Stars*

(2014 bei Tor; nicht auf Deutsch)

Novella

Kein Preis

Die Wahlberechtigten des Hugo Award haben entschieden, dass keiner der in dieser Kategorie nominierten Texte preiswürdig ist.

Nominierungen:

Arlan Andrews sr.: »Flow«*

(November 2014 in ANALOG; nicht auf Deutsch)

Tom Kratman: Big Boys Don’t Cry*

(2014 bei Castalia House; nicht auf Deutsch)

John C. Wright: One Bright Star to Guide Them*

(2014 bei Castalia House; nicht auf Deutsch)

John C. Wright: »The Plural of Helen of Troy«*

(2014 in Wright: City Beyond Time: Tales of the Fall of Metachronopolis, Castalia House; nicht auf Deutsch)

John C. Wright: »Pale Realms of Shade«*

(2014 in Wright: The Book of Feasts & Seasons, Castalia House; nicht auf Deutsch)

Novelette

Thomas Olde Heuvelt: »The Day the World Turned Upside Down«

(April 2014 in LIGHTSPEED, ins Englische übersetzt von Lia Belt; nicht auf Deutsch)

Für Toby, den Erzähler der Geschichte, geht die Welt gleich zweimal kurz nacheinander unter. Zuerst macht seine Freundin Sophie mit ihm Schluss, und kurz darauf kehrt sich die Gravitation der Erde um. Flugzeuge, Satelliten, Raumstationen und sogar der Mond verschwinden im All, und alles, was nicht am Boden befestigt ist, fällt in den Himmel – natürlich auch die Menschen. Toby hat Glück, weil er sich in seiner Wohnung befindet. Zwar ist der Großteil seines Mobiliars zu Bruch gegangen, aber zumindest Bubbles, Sophies Goldfisch, kann er noch retten. Er entdeckt, dass andere Überlebende weiße Laken aus den Fenstern gehängt haben, um auf sich aufmerksam zu machen. In der Nähe von Tobys Haus sitzt ein kleines Mädchen namens Dawnie auf einer Schaukel fest, und Toby hangelt sich am Zaun entlang, um sie zu retten. Einige Zeit später findet er sogar Sophie wieder, die trotz der Katastrophe nicht wieder mit Toby zusammen sein will.

Obwohl das Thema der Erzählung darauf schließen ließe, handelt es sich nicht um eine SF-Geschichte, sondern um reine Fantasy mit einigen märchenhaften Zügen. So ist dem Autor die Glaubwürdigkeit der Handlung offenbar gleichgültig, denn die Erdatmosphäre wird offenbar nicht von der Erde abgestoßen. Wasser in Form von Seen und Flüssen fällt auch nicht himmelwärts, wohl aber können die handelnden Figuren Tee auf anscheinend normale Weise zubereiten. Viel wichtiger ist dem Autor das Verhalten seiner Figuren. Für Toby stellt sich durch die Trennung von seiner Freundin ohnehin die Welt auf den Kopf.

Der niederländische Autor Thomas Olde Heuvelt (*1983) studierte Englisch und amerikanische Literatur in den Niederlanden und Kanada. Er schrieb seinen ersten Roman De Onvoorziene (veröffentlicht 2002), im Alter von sechzehn Jahren. 2004 folgte der umfangreiche satirische Horrorroman PhantasAmnesia. Bis 2013 folgten drei weitere Romane. Mehrere seiner Erzählungen wurden ins Englische übersetzt und erschienen bei TOR.COM, LIGHTSPEED und PS Publishing. Er hat neben dem Hugo Award, für den er insgesamt dreimal nominiert war, auch bereits zweimal den niederländischen Paul Harland Preis gewonnen.

Weitere Nominierungen:

No Award
Rajnar Vajra: »The Triple Sun: A Golden Age Tale«*

(Juli/August 2014 in ANALOG; nicht auf Deutsch)

Gray Rinehart: »Ashes to Ashes, Dust to Dust, Earth to Alluvium«*

(Mai 2014 in ORSON SCOTT CARD’S INTERGALACTIC MEDICINE SHOW; nicht auf Deutsch)

Michael F. Flynn: »The Journeyman: In the Stone House«*

(Juni 2014 in ANALOG; nicht auf Deutsch)

Edward M. Lerner: »Championship B’tok«*

(September 2014 in ANALOG; nicht auf Deutsch)

Short Story

Kein Preis

Die Wahlberechtigten des Hugo Award haben entschieden, dass keiner der in dieser Kategorie nominierten Texte preiswürdig ist.

Nominierungen:

Kary English: »Totaled«*

(Juli 2014 in GALAXY’S EDGE MAGAZINE; nicht auf Deutsch)

Steven Diamond: »A Single Samurai«*

(2014 in Hank Davis [Hrsg.]: The Baen Big Book of Monsters, Baen; nicht auf Deutsch)

Steve Rzasa: »Turncoat«*

(2014 in Tom Kratman & Vox Day [Hrsg.]: Riding the Red Horse, Castalia House; nicht auf Deutsch)

Lou Antonelli: »On A Spiritual Plain«*

(November 2014 in SCI PHI JOURNAL #2; nicht auf Deutsch)

John C. Wright: »The Parliament of Beasts and Birds«*

(2014 in Wright: The Book of Feasts & Seasons, Castalia House; nicht auf Deutsch)

Related Work

Kein Preis

Die Wahlberechtigten des Hugo Award haben entschieden, dass keines der in dieser Kategorie nominierten Werke preiswürdig ist.

Nominierungen:

Ken Burnside: »The Hot Equations: Thermodynamics and Military SF«*

(2014 in Tom Kratman & Vox Day [Hrsg.]: Riding the Red Horse, Castalia House; nicht auf Deutsch)

Tedd Roberts: »Why Science is Never Settled«*

(2014 auf Baen.com; nicht auf Deutsch)

John C. Wright: Transhuman and Subhuman: Essays on Science Fiction and Awful Truth*

(2014 bei Castalia House; nicht auf Deutsch)

Lou Antonelli: Letters from Gardner*

(2014 bei The Merry Blacksmith Press; nicht auf Deutsch)

Michael Z. Williamson: Wisdom from My Internet*

(2014 bei Patriarchy Press; nicht auf Deutsch)

Graphic Work

MS. MARVEL VOLUME 1: No Normal

(Text G. Willow Wilson, Zeichnungen Adrian Alphona und Jake Wyatt, Airship Entertainment, Marvel Comics; dt. Meta-Morphose, Panini)

Kamala Khan ist die sechzehnjährige Tochter pakistanischer Einwanderer und geht in New Jersey zur Schule. Ihre Schulkameraden wissen oftmals nicht, wie sie sich in ihrer Gegenwart verhalten sollen, ist sie doch das einzige muslimische Mädchen in der Klasse. Kamalas Vater achtet streng darauf, dass seine Tochter nicht gegen die ihr auferlegten Regeln verstößt, doch als die Klassenkameraden eine Party am Strand feiern, schleicht sich Kamala heimlich von zu Hause fort. Schließlich gerät sie in einen geheimnisvollen Nebel, bei dem sie das Bewusstsein verliert. Als sie wieder zu sich kommt, erscheinen ihr Captain Marvel, Iron Man und Captain America. Kamala wünscht sich Superkräfte und das »klassische« Outfit von Captain Marvel. Wie sich herausstellt, hat sie durch den Nebel die Fähigkeit zum Gestaltwandeln erlangt, wodurch sie nicht nur ihr Aussehen verändern, sondern sich auch vergrößern und verkleinern sowie ihre Gliedmaßen dehnen kann. Anfangs erscheint sie noch als Blondine in hohen Stiefeln, aber bald schon hat sie ihr eigenes Outfit als die neue Miss Marvel gefunden. Und der erste richtige Feind lässt auch nicht lange auf sich warten.

Eine jugendliche Superheldin mit Migrationshintergrund und muslimischer Religionszugehörigkeit ist tatsächlich ein Novum im Marvel-Universum. Christian Endres weist im Vorwort zur deutschen Ausgabe darauf hin, dass Migration schon immer ein Thema in Superheldencomics gewesen ist, nicht zuletzt weil fast alle wichtigen Schöpfer der Helden aus Einwandererfamilien stammen. Auch die Autorin G. Willow Wilson (*1982) kennt sich mit dem Thema aus. Sie ist noch auf der Universität zum Islam konvertiert und war viele Jahre als Journalistin und Korrespondentin für US-amerikanische Zeitungen in Ägypten tätig. Als Comic-Autorin schrieb sie für Vertigo und SUPERMAN und für ihren Roman Alif the Unseen (2012 bei Grove Press; dt. Alif der Unsichtbare) erhielt sie 2013 den World Fantasy Award.

Weitere Nominierungen:

SAGA, Volume 3

(Text Brian K. Vaughan, Zeichnungen Fiona Staples; Image Comics; dt. Saga Drei, Cross Cult)

RAT QUEENS VOLUME 1: Sass and Sorcery

(Text Kurtis J. Weibe, Zeichnungen Roc Upchurch, Image Comics; nicht auf Deutsch)

SEX CRIMINALS VOLUME 1: One Weird Trick

(Text Matt Fraction, Zeichnungen Chip Zdarsky, Image Comics; dt. SEX CRIMINALS – GUTER SEX ZAHLT SICH AUS: Bd. 1: Komm, Welt, Panini)

No Award
THE ZOMBIE NATION BOOK #2: Reduce Reuse Reanimate*

(von Carter Reid, The Zombie Nation; nicht auf Deutsch)

Dramatic Presentation, Long Form

Guardians of the Galaxy*

(Marvel Studios, Moving Picture Company; Drehbuch James Gunn & Nicole Perlman, Regie James Gunn; dt. Guardians of the Galaxy)

Aufwendige Verfilmungen aus dem Marvel Cinematic Universe sind seit 2008 in den Kinos zu bestaunen, wie zum Beispiel über Figuren wie Iron Man, den unglaublichen Hulk, Thor, Captain America oder gleich alle gemeinsam bei den Avengers. Mit den Guardians of the Galaxy hatte jedoch niemand gerechnet, denn diese Comic-Helden, die es immerhin schon seit 1969 gibt, gehörten bislang nicht zu den beliebtesten Marvel-Figuren.

Erzählt wird die Geschichte von Peter Quill, der sich großspurig »Star-Lord« nennt und der den Auftrag erhalten hat, eine Metallkugel, die Orb genannt wird, aus einer Ruinenstadt zu bergen. Er gerät mit den Leuten eines gewissen Ronan aneinander, denen er jedoch entkommen kann. Als er den Orb bei einem Hehler abliefern will, kommt es zu Komplikationen, denn noch andere Parteien haben es auf den Orb bzw. auf Peter abgesehen, zum Beispiel die Kopfgeldjäger Rocket und Groot (ein hyperintelligenter egozentrischer Waschbär und ein baumähnliches Wesen) sowie die blauhäutige Gamora, die ganz eigene Ziele mit dem Orb verfolgt. Alle vier landen im Gefängnis, wo sie den Muskelprotz Drax kennenlernen, dessen Familie von Ronan getötet wurde. Die inzwischen auf fünf Personen angewachsene Gruppe muss zusammenhalten und bricht gemeinsam aus dem Gefängnis aus. Es stellt sich heraus, dass der Orb einen sogenannen Infinity-Stein enthält, einen von sechs Juwelen, die die geballte Energie des Kosmos vor dem Urknall in sich aufgenommen haben und daher eine Quelle unermesslicher Energie darstellen. Den Rest des Films gilt es, den bösen Ronan daran zu hindern, mittels des Infinity-Steins den Planeten Xandar zu zerstören.

Trotz der eher unterkomplexen Handlung, in der auch wirklich jeder Konflikt mit den Fäusten oder mit Waffengewalt gelöst wird, waren Kritiker und Publikum begeistert. Das mag an der mehr als opulenten Ausstattung des Films liegen, an den perfekten Special Effects und vor allem an den lustigen, niedlichen bzw. attraktiven Protagonisten und ihren flotten Sprüchen. Ob man den Soundtrack aus abgenudelten 70er-Jahre-Disconummern cool, originell oder lächerlich findet, ist ganz sicher Geschmackssache.

Weitere Nominierungen:

Captain America: The Winter Soldier

(Marvel Entertainment & Sony Pictures Imageworks; Drehbuch Christopher Markus & Stephen McFeely, Idee und Story Ed Brubaker, Regie Anthony Russo & Joe Russo; dt. The Return of the First Avenger)

Edge of Tomorrow

(Village Roadshow, RatPac-Dune Entertainment, 3 Arts Entertainment, Viz Productions; Drehbuch Christopher McQuarrie, Jez Butterworth & John-Henry Butterworth, Regie Doug Liman; dt. Edge of Tomorrow)

Interstellar*

(Paramount Pictures, Warner Bros. Pictures, Legendary Pictures, Lynda Obst Productions, Syncopy, Drehbuch Jonathan Nolan & Christopher Nolan, Regie Christopher Nolan; dt. Interstellar)

The Lego Movie*

(Warner Bros. Pictures, Village Roadshow Pictures, RatPac-Dune Entertainment, LEGO System A/S, Vertigo Entertainment, Lin Pictures, Warner Bros. Animation, Drehbuch Phil Lord & Christopher Miller, Story Dan Hageman, Kevin Hageman, Phil Lord & Christopher Miller, Regie Phil Lord & Christopher Miller; dt. The Lego Movie)

Dramatic Presentation, Short Form

ORPHAN BLACK: »By Means Which Have Never Yet Been Tried«

(Temple Street Productions, Space/BBC America; Drehbuch Graham Manson, Regie John Fawcett; dt. »Schwanengesang«)

ORPHAN BLACK ist eine kanadisch-US-amerikanische Fernsehserie zum Thema Cloning. Die Hauptfigur ist Sarah Manning, die nach und nach herausfindet, dass sie ein Klon ist und dass noch viele weitere Klone über die ganze Welt verstreut leben, von denen sie einige auffinden kann. Gemeinsam finden die Frauen heraus, dass sie überwacht werden und dass sie das Ergebnis des Geheimprojektes Leda sind. Doch welches Ziel wurde mit diesem Projekt verfolgt, und warum überwacht man die mehr als zwei Dutzend Klone noch immer?

Alle Klone werden in der Serie von Tatiana Maslany gespielt, die dabei eine erstaunliche Wandlungsfähigkeit zeigt und für ihre Rolle mit einem Emmy Award ausgezeichnet wurde. Die Serie startete in den USA im März 2013 und kam auf fünf Staffeln mit insgesamt 50 Folgen. Die FRANKFURTER RUNDSCHAU bezeichnete ORPHAN BLACK als »Thrillerserie in höchster Vollendung«. Die hier preisgekrönte Folge, die zweifellos stellvertretend für die ganze Serie gewählt wurde, ist der Abschluss und dramatische Höhepunkt der zweiten Staffel. Darin schließen sich mehrere Klone zusammen, um eine neue, erschütternde Dimension des Klon-Experiments aufzudecken.

Im Jahr zuvor war übrigens bereits eine Folge aus der ersten Staffel für den Hugo nominiert, erreichte jedoch nur Platz 3.

Weitere Nominierungen:

DOCTOR WHO: »Listen«

(BBC Television; Drehbuch Steven Moffat, Regie Douglas Mackinnon; dt. »Hör zu«)

GAME OF THRONES: »The Mountain and the Viper«*

(HBO; Drehbuch David Benioff & D. B. Weiss, Regie Alex Graves; dt. »Der Berg und die Viper«)

THE FLASH: »Pilot«*

(The CW, Berlanti Productions, DC Entertainment, Warner Bros. Television; Drehbuch Andrew Kreisberg & Geoff Johns, Story Greg Berlanti, Andrew Kreisberg & Geoff Johns, Regie David Nutter; dt. »Blitzschlag«)

GRIMM: »Once We Were Gods«*

(NBC, GK Productions, Hazy Mills Productions, Universal TV; Drehbuch Alan DiFiore, Regie Steven DePaul; dt. »Der Fluch der Mumie«)

Editor, Short Form

Kein Preis

Die Wahlberechtigten des Hugo Award haben entschieden, dass keiner der in dieser Kategorie Nominierten preiswürdig ist.

Nominierungen:

Mike Resnick* | Jennifer Brozek* | Bryan Thomas Schmidt* | Vox Day* | Edmund R. Schubert* (zurückgezogen)

Editor, Long Form

Kein Preis

Die Wahlberechtigten des Hugo Award haben entschieden, dass keiner der in dieser Kategorie Nominierten preiswürdig ist.

Nominierungen:

Toni Weisskopf* | Sheila Gilbert* | Anne Sowards* | Jim Minz* | Vox Day*

Professional Artist

Julie Dillon

Julie Dillon gewann bereits ihren zweiten Hugo in Folge (siehe 2014). Im Jahr 2014 schuf sie unter anderem ein Dutzend Titelbilder, z. B. für CLARKESWORLD (Februar und August), APEX (März), ANALOG (April), aber auch für Ace und Tor.

Weitere Nominierungen:

No Award | Kirk DouPonce* | Alan Pollack* | Nick Greenwood* | Carter Reid*

Semiprozine

LIGHTSPEED MAGAZINE (John Joseph Adams, Stefan Rudnicki, Rich Horton, Wendy N. Wagner & Christie Yant)

LIGHTSPEED erhielt zum zweiten Mal in Folge den Hugo (siehe 2014). Im betreffenden Jahr erschienen neben dem LIGHTSPEED PODCAST zwölf Ausgaben als E-Book sowie eine fast 500 Seiten starke gedruckte Ausgabe mit dem Titel Lightspeed: Women Destroy Science Fiction! Special Issue. Zu den prominentesten Autoren gehören dabei Terry Bisson, Ursula K. Le Guin, M. Rickert, Carrie Vaughn, Rachel Swirsky, Ken Liu, Jeff VanderMeer, Sofia Samatar, Jo Walton, Michael Swanwick, Kim Stanley Robinson, Linda Nagata, Ted Chiang, Thomas Olde Heuvelt, C. J. Cherryh, Laird Barron, Daryl Gregory, Elizabeth Bear, Samuel R. Delany, N. K. Jemisin, Charlie Jane Anders, Maureen F. McHugh, Gene Wolfe, Gardner Dozois, Gwyneth Jones, Ian R. MacLeod, Nalo Hopkinson, John Crowley und Catherine Asaro. Interviewt wurden unter anderem Scott Lynch, Ramez Naam, Robert Charles Wilson, Joe Haldeman, Jo Walton, Kim Stanley Robinson, Ted Chiang, C. J. Cherryh, N. K. Jemisin, Charlie Jane Anders, Gwyneth Jones, Aliette de Bodard, John Crowley und viele andere.

Weitere Nominierungen:

STRANGE HORIZONS (Niall Harrison)
BENEATH CEASELESS SKIES (Scott H. Andrews)
No Award
ABYSS & APEX* (Wendy Delmater)
ANDROMEDA SPACEWAYS IN-FLIGHT MAGAZINE* (David Kernot & Sue Bursztynski)

Fanzine

JOURNEY PLANET (James Bacon, Christopher J Garcia, Colin Harris, Alissa McKersie & Helen J. Montgomery)

JOURNEY PLANET ist ein 2008 gegründetes britisches E-Fanzine, das als PDF und E-Book vertrieben wird. Jede Ausgabe beschäftigt sich mit einem zentralen Thema der Science Fiction oder des Fandoms. Dabei haben die Herausgeber keineswegs einen professionellen Anspruch, sondern wollen vor allem Spaß an der Sache haben.

2014 erschienen die beiden Ausgaben 19 und 20. Nummer 19 ist mit 100 Seiten besonders umfangreich geraten und enthält jede Menge Artikel und Beiträge über die Geschichte und unterschiedliche Aspekte der Serie DOCTOR WHO, während Nummer 20, die immerhin 60 Seiten umfasst, als zentrales Thema Sport hat.

Zu finden ist das Fanzine im Internet unter journeyplanet.weebly.com.

Weitere Nominierungen:

No Award
BLACK GATE* (John O’Neill, Nominierung nach Wahl zurückgezogen)
TANGENT SF ONLINE* (Dave Truesdale)
ELITIST BOOK REVIEWS* (Steven Diamond)
THE REVENGE OF HUMP DAY* (Tim Bolgeo)

Fancast

GALACTIC SUBURBIA PODCAST (Alisa Krasnostein, Alexandra Pierce, Tansy Rayner Roberts & Andrew Finch)

Der australische GALACTIC SUBURBIA PODCAST existiert seit März 2010. Im Jahr 2014 erschienen 20 Folgen (Nummer 93 bis 112). Themen des Podcasts sind nach eigener Aussage auf der Homepage vor allem Science Fiction, Fantasy, Bücher, Tratsch, (feministische) Geschichte, Bloggen, Joanna Russ, Cyberpunk, Steampunk, Anthologien, die Zukunft, das Internet, australische spekulative Literatur, Conventions und alles Mögliche andere. Die einzelnen Folgen sind in der Regel zwischen einer und zwei Stunden lang und haben zum Teil eine eher bescheidene Tonqualität.

Weitere Nominierungen:

TEA AND JEOPARDY (Emma Newman & Peter Newman)
No Award
THE SCI PHI SHOW* (Jason Rennie)
ADVENTURES IN SCIFI PUBLISHING* (Brent Bower, Kristi Charish, Timothy C. Ward & Moses Siregar III)
DUNGEON CRAWLERS RADIO* (Daniel Swenson, Travis Alexander, Scott Tomlin, Dale Newton, Damien Swenson)

Fan Writer

Laura J. Mixon

Die US-Amerikanerin Laura J. Mixon ist eine SF-Autorin, die seit 1987 bereits sechs Romane und einige Kurzgeschichten – darunter auch zwei in George R. R. Martins WILD CARDS-Serie – veröffentlicht hat. Sie ist mit dem Autor Steven Gould verheiratet und veröffentlicht in den letzten Jahren hauptsächlich unter dem Pseudonym M. J. Locke. Über einen längeren Zeitraum hinweg hat sie die Internetaktivitäten von Benjanun Sriduangkaew – die unter diversen Nicknames und Pseudonymen auftritt – ausgewertet. Sriduangkaew hatte vermeintlich im Sinne einer guten Sache gebloggt und mehreren Autorenkollegen vorgeworfen, rassistisch, homophob und sexistisch zu sein, wobei sie nicht nur den anderen Autoren geschadet hat, sondern sich selbst Vorteile zu verschaffen versuchte. Laura J. Mixon hat diese Aktivitäten analysiert, geradezu wissenschaftlich ausgewertet und unter dem Titel »A Report on Damage Done by One Individual Under Several Names« am 6. November 2014 auf ihrer Homepage http://laurajmixon.com veröffentlicht. Der Text sorgte für viel Aufsehen und schließlich auch dafür, dass Mixon mit dem Hugo ausgezeichnet wurde.

Weitere Nominierungen:

No Award | Jeffro Johnson* | Dave Freer* | Amanda S. Green* | Cedar Sanderson*

Fan Artist

Elizabeth Leggett

Die erste Nominierung brachte der US-Amerikanerin Elizabeth Leggett auch gleich ihren ersten Hugo ein. Obwohl sie als ›Best Fan Artist‹ ausgezeichnet wurde, sind ihre grafischen Arbeiten auf einem hohen, professionellen Niveau, erscheinen jedoch hauptsächlich in semiprofessionellen Publikationen. So schuf sie allein für LIGHTSPEED im Jahr 2014 sieben außergewöhnliche, oft surreale Illustrationen, die als Computerkunst entstanden sind, jedoch wie handgemachte Arbeiten wirken.

Weitere Nominierungen:

Spring Schoenhuth | Ninni Aalto | Steve Stiles | Brad W. Foster

Campbell Award

Wesley Chu

Wesley Chu (*1976) wurde in Taiwan geboren und wuchs bei seinen Großeltern auf, bis ihn seine Eltern, die in den USA studierten, 1982 nach Chicago holten. Er hat an der University of Illinois studiert und arbeitete als Schauspieler und Stuntman. Als Autor debütierte er mit dem Roman The Lives of Tao (2013 bei Angry Robot; dt. Die Leben des Tao), der bereits zu Chus erster Nominierung für den Campbell Award im Jahr 2014 führte. Die weiteren Bände der TAO-Trilogie heißen The Deaths of Tao (2013; dt. Die Tode des Tao) und The Rebirths of Tao (2015; dt. Die Wiedergeburten des Tao). Ein vierter Roman ist von der Tao-Reihe unabhängig: Time Salvager (2015 bei Tor; dt. Zeitkurier), der 2016 mit Time Siege fortgesetzt wurde. Seit 2014 ist Wesley Chu hauptberuflich als Autor tätig.

Weitere Nominierungen:

No Award | Kary English* | Eric S. Raymond* | Jason Cordova* | Rolf Nelson*

 

 

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Hardy Kettlitz hat in seinem Buch „Hugo Awards 2001-2017” (erschienen 2018 bei Golkonda) die Gewinner des berühmten Hugo Awards – einem der wichtigsten Science-Fiction-Preise der Welt – zusammengetragen und erklärt, warum die Preisträger zu Gewinnern wurden. Genau diesen Überblick über die Geschichte der Science Fiction möchten wir mit euch teilen. 

 

© 2018 by Hardy Kettlitz

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