Interview mit Thariot zu »Exodus 9414 – Der dunkelste Tag«

BUCH

»Die echte Welt ist auch nicht fair«: Interview mit Thariot zu »Exodus 9414 – Der dunkelste Tag«


Mit »Exodus 9414 – Der dunkelste Tag« setzt Science-Fiction-Autor Thariot seine Space-Thriller-Serie fort. Im Interview spricht der Autor über die Probleme einer Bord-KI, existenzielle Entscheidungen und seine Publikationsstrategie.

TOR ONLINE: Über Exodus 2727 – Die letzte Arche haben wir uns ja vor kurzem erst unterhalten. Nun erscheint schon die Fortsetzung. Wusstest du von Anfang an, wie die Geschichte von Jazmin Harper weitergehen wird?

THARIOT: Ja. Die Geschichte war von Anfang an auf zwei Bücher ausgelegt. Ich denke, Jazmins Finale lässt sich nur schwerlich episodenhaft planen. Auch das Schicksal ihrer Brüder folgt dem roten Faden: Wo gehobelt wird, fallen Späne.

Du hast drei Sätze, um Exodus 9414 – Der dunkelste Tag zu pitchen. Los!

Es läuft übel, richtig übel. Menschen können diesen Scheiß nicht überleben, auch meine Helden nicht. Die Zeit heilt keine Wunden, sie verändert Perspektiven.

Wir folgen zwei Handlungssträngen: Commander Jazmin Harpers Mission ist gescheitert, sie muss mit der USS London wieder zur Erde nach 6475 Jahren zurückkehren; ihr Bruder Maximilian landet hingegen mit der USS Boston auf dem Planeten Cygnus. Was war der besondere Reiz, diese beiden Optionen auszuspielen?

Das, was Jazmin und Maximilian verbindet, ist größer als sie selbst. Es ist auch größer, als was ihr Vater für sie geplant hatte. Auch mit ihren übermenschlichen Fähigkeiten sind sie ihrem Schicksal nicht gewachsen. Letztendlich sind es nur wenige Entscheidungen, die wirklich zählen.

An Bord eines Siedlungsschiffes spielt die Bord-KI natürlich eine wichtige Rolle. Was macht diese beiden KIs, die Jazmin und Maximilian begleiten, aus deiner Sicht besonders?

Die Bord-KIs folgen der Annahme, dass eine dem Menschen nachempfundene und emotional sensitive Super-KI nicht nur die Stärken, sondern auch die Schwächen des Menschen beinhaltet.

Solange es technisch nicht abbildbar ist, eine KI mit Humor, Ironie, Trauer oder Leidenschaft zu versehen, werden wir solchen Computersystemen keine wirkliche Intelligenz zubilligen.

Im Laufe der Geschichte erfährt Maximilian sehr unsanft, dass viele Aspekte seines Lebens anders sind, als sie bisher schienen. Wie war es, diese Suche nach der eigenen, neuen Identität und deren Konsequenzen zu denken und zu schreiben?

Maximilian denkt und fühlt wie jeder von uns. Er agiert menschlich und wird für seine Existenz bestraft, ohne diese zu verantworten.

Ich denke, die Suche nach Identität und Akzeptanz geht weit über meinen Roman hinaus. Es gibt in unserer Zeit viele, die um ihre Identität ringen und wegen ihrer schieren Existenz abgelehnt werden.

Maximilians Schicksal ist nicht fair. Die echte Welt ist es auch nicht.

Eine typische Blade Runner-Frage: Ab wann wäre der Androide ein Mensch – in deiner Fiktion und in unserer Realität?

An dieser Stelle kann ich nur die erste Staffel von Westworld empfehlen, die sich unterhaltsam, mit guten Darstellern gesegnet und inspirierend mit dieser Frage beschäftigt. Mir gefällt der Ansatz, ein Mensch zu sein und sich menschlich zu verhalten, zu trennen. Menschlichkeit ist kein Geburtsrecht, sondern eine Entscheidung. Jeden Tag wieder.

Nun erscheinen deine Bücher bei FISCHER Tor. Parallel dazu veröffentlichst du aber auch Romane selbst. Warum bist du zweigleisig unterwegs? Was sind die Vor- und Nachteile von Selfpublishing vs. Verlag?

Zu dieser Frage gibt es bereits viele Antworten. Ab und zu treffen sie auch den Punkt.

Um mit Leidenschaft Geschichten zu schreiben und diese erfolgreich verkaufen, ist das Veröffentlichungskonzept inzwischen schnurz. Sobald ein Autor, oder Autor und Verlag, den interessierten Leser abholt, geht die Sache auf. Für mich sind Amazon mit eigenverlegten Titeln und FISCHER Tor mit dem stationären Buchhandel zwei Segmente, um eine breitere Leserschaft zu reichen.

Zudem schreibe ich mit vier bis fünf Titeln im Jahr genug, um beide Welten zu beglücken.

Und was sind deine nächsten Projekte? Worauf können sich deine Leser*innen als nächstes freuen?

Einiges. Aktuell arbeite an dem zweiten Teil meiner selbstverlegten Arcurus Gate-Reihe, in der anfänglich nur mein Protagonist und später die ganze Welt die Chance bekommt, unzählige bewohnte Welten zu bereisen. An dieser Stelle möchte ich allerdings den interessierten Leser davor warnen, sich mit einem K’tan anzulegen. Das geht selten gut aus …

Zudem habe ich mit Insomnia – Schlafe nicht ein neues SF-Drama-Konzept über eine neue Pandemie in Planung (Band 1: 2037; Band 2: 2049) …

Vielen Dank!

Über den Autor

Autor Thariot


Thariot 
hat eine Schwäche für spannende Geschichten. Bereits als Fünfzehnjähriger begann er mit dem Schreiben, vor allem Kurzgeschichten, bis er dann in 2009 die Arbeit an seinem ersten Buch in Angriff nahm. Mittlerweile hat er über dreißig Science-Fiction-Romane veröffentlicht. Er lebt mit seiner Familie und seinem Dackel auf Malta.

Tolle Überraschungen ...

... erwarten dich in unserem Newsletter. Preisaktionen, exklusive Gewinnspiele, die besten Neuerscheinungen. Bestelle jetzt unsere Raketenpost!

Bestelle jetzt unseren Newsletter
Share:   Facebook