Fantastische Schwerter

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Fantastische Schwerter


Magische Schwerter: Was wäre die Fantasy ohne sie? In den sagenumwobenen Klingen liegt oft unvorstellbare Macht. Aber ihre Entstehungsgeschichten und der Preis für ihre Nutzung sind nicht selten grausam und schrecklich ...

Excalibur

Um die Herkunft des Schwerts von König Artus ranken sich zahlreiche Sagen. Manche erzählen, Artus habe das Schwert selbst aus dem Stein gezogen: eine Tat, durch die er sich der Welt als König offenbarte. Niemandem zuvor war dies gelungen. Andere berichten, Excalibur sei ein Geschenk der mystischen Herrin vom See. Zu dem Schwert überließ sie Artus auch eine magische Scheide, die den König unverwundbar machte. Wiederum andere vermuten, bei Excalibur handele es sich um eine Arbeit des Wunderschmieds Wieland aus der germanischen Mythologie. Den Gerüchten zufolge konnte die Waffe mühelos Holz und Stein durchschneiden. Nach Artus‘ Tod versenkte ein treuer Ritter Excalibur im See vor Avalon.

Gram

Im Sagenkreis um den Drachentöter Sigurd ist Gram das Pendant zum keltischen Excalibur. Göttervater Odin selbst soll ein Schwert tief in den Stamm eines Baumes getrieben haben mit dem Hinweis darauf, dass nur jener es zu ziehen vermöge, für den es gedacht sei. Sigurds Vater Siegmund gelang dies, und er führte es erfolgreich in die Schlacht – bis die Waffe von Odin selbst zerschmettert wurde. Aus den Bruchstücken schmiedete der Zwerg Regin für Sigurd ein neues Schwert: Gram. Dieses führte der Held nicht nur gegen die Feinde seines Vaters ins Feld, sondern auch gegen den Drachen Fafnir, dessen Blut Sigurd schließlich die Fähigkeit verlieh, die Sprache der Tiere zu verstehen. Gram soll so scharf gewesen sein, dass es Wollflocken zu schneiden vermochte, die vom Wasser zur Klinge getragen wurden.

Lichtbringer

In George R. R. Martins Das Lied von Eis und Feuer taucht wiederholt die Sage vom magischen Schwert Lichtbringer auf. Der mythische Held Azor Ahai soll es einst geschwungen haben, um die Dunkelheit zu vertreiben. Prophezeiungen sagen seine Wiederkehr voraus. Azor Ahai schmiedete das Schwert dreimal: Beim ersten Mal brauchte er dafür dreißig Tage und Nächte, aber der Stahl barst, als er ihn in Wasser härten wollte. Beim zweiten Mal schmiedete er fünfzig Tage und Nächte an der Waffe und wollte sie im Leib eines Löwen härten; doch auch dies misslang. Beim dritten und letzten Mal ließ er sich hundert Tage und Nächte Zeit, um das Schwert zu schmieden. Er härtete das Schwert im schlagenden Herzen seiner geliebten Gemahlin, weshalb man Lichtbringer auch das Rote Schwert des Helden nennt.

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Dyrnwyn

In einer Gruft entdecken der Hilfsschweinehirt Taran und die vorlaute Prinzessin Eilonwy in Lloyd Alexanders erstem Taran-Roman das verzauberte Schwert Dyrnwyn. Es gilt als die mächtigste Waffe des Landes Prydain. Die Gefährten nennen es auch das „Schwarze Schwert“, weil es vom Alter dunkel geworden ist. Auf der Scheide prangt ein Zauberzeichen, das von einem „Verbot“ spricht, sowie eine Inschrift in alter Schreibweise, die davor warnt, die Waffe in böser Absicht zu ziehen. Taran nutzt das Schwert im Kampf gegen die Untoten aus dem Zauberkessel und gegen Arawn, dem Herrn des Todes, selbst. Für seinen Taran-Zyklus ließ sich der US-Autor sehr stark von walisischen Sagen inspirieren. Dyrnwyn, das „Schwert mit dem weißen Griff“, gilt dort als eines der dreizehn legendären Schätze Britanniens.

Das Schwert des Chaos

„Zieh mich nie, außer wenn ich Blut trinken darf.“ Auf dem Planeten Darkover können telepathisch begabte Wesen ihre Macht in Kristallen speichern. Durch diese und mit ihnen wurden im Lauf der Jahrhunderte Waffen geschaffen, die über verheerende Kräfte gebieten. Das Schwert des Chaos ist ein solcher Gegenstand. Es ist eine entsetzliche, todbringende Waffe. Wer sie schwingt, ist unbesiegbar. Doch der Preis, den man dafür bezahlt, ist hoch: Der Durst des Schwertes lässt sich nur mit dem Blut des eigenen Herzen wieder stillen.

Sturmbringer

Noch destruktiver ist Sturmbringer, das Schwert von Michael Moorcocks Anti-Helden Elric von Melniboné. Es besitzt einen eigenen Willen und labt sich an den Seelen derer, die durch seine Klinge fallen. Die Waffe ist riesig, in seine schwarze Klinge graben sich uralte Runen. Obwohl Elric Sturmbringer hasst, ist er von seiner Macht abhängig wie von einer Droge. Das Schwert besitzt solchen Einfluss auf seinen Besitzer, dass es Elric in blutige Raserei verfallen lässt, während der er Freunde und Geliebte abschlachtet. Sturmbringer dient der zerstörerischen Macht des Chaos. Die Waffe ist eigentlich ein Dämon, der die Form eines Schwertes angenommen hat.

Taran
Elric

Das Schwert des Schutzes

In der Science-Fantasy-Zeichentrickserie She-Ra und die Rebellen-Prinzessinnen ist das Schwert des Schutzes eine jahrhundertealte Waffe. Diese wurde sowohl mit Magie und einer lang vergessenen Technologie erschaffen und erlaubt es der jungen Adora, sich in eine Inkarnation der Kriegerin She-Ra zu verwandeln. Wie ihre Vorgängerinnen ist Adora dann die Beschützerin des Planeten Etheria. Mit dem Schwert lassen sich Energieblitze abfeuern und Heilkräfte freisetzen. Der Runenstein in seinem Heft wird dafür benötigt, ein Portal in eine andere Dimension zu öffnen. Zudem lässt sich die Waffe selbst verändern: mal in ein Schild, dann wieder in eine Peitsche. In dem Reboot bei Netflix kommt dem Schwert auch noch eine dunklere Bedeutung zu.

Season 1 Trailer | SHE-RA AND THE PRINCESSES OF POWER

Dorn, Minneyar und Leid

Drei sagenumwobene Schwerter sind es, die den Prophezeiungen eines wahnsinnigen Priesters zufolge die drohende Herrschaft des andersweltlichen Strumkönigs Ineluki aufhalten können: Minneyar ist ein Schwert aus Eisen, Dorn das Sternenschwert des größten Ritters von Osten Ard, und Leid wurde von Ineluki selbst aus Hexenholz geschmiedet. Gemeinsam mit einem Troll macht sich der Küchenjunge Simon in Tad Williams’ Der Drachenbeinthron auf die Suche nach einer dieser Waffen, die Gerüchten zufolge hoch im ewigen Eis verborgen sein soll. Im Verlauf der vierteiligen Saga kommt es zum Wettrennen und Kampf um die mächtigen Klingen, von denen eine bereits in Feindeshand liegt.

Das Schwert der Wahrheit

Diese Klinge ist die traditionelle Waffe des Suchers der Wahrheit, dem Helden in Terry Goodkinds vielbändiger Serie, die mit Das erste Gesetz der Magie beginnt. Das Schwert wurde von Magiern geschaffen. Ist es nicht im Besitz des jeweiligen Suchers, wird das Schwert der Wahrheit von einem Zauberer gehütet. Das Wort Wahrheit ist in seinen Griff eingraviert. Es prüft die Absichten und den Charakter seines jeweiligen Trägers. Richard Kahlan, im Roman Träger der Waffe, nimmt sich vor, nie zu vergessen, dass die Waffe auch eine gefährliche Seite besitzt. Die Magie des Schwertes verführt seinen Träger dazu, boshafte Wesen ermorden und unschuldige Wesen beschützen zu wollen. Es gilt als unzerstörbar und besitzt die Macht, auch magische Kreaturen und Untote zu vernichten.

Springflut

Während Harry Potter das legendäre Gryffindor-Schwert nur gelegentlich nutzen darf, führt Rick Riordans Jugendbuch-Held Percy Jackson seine Waffe immer bei sich.  Anaklysmos – so Springfluts griechischer Name – kann nämlich gar nicht verloren gehen. Es sieht, wenn man es nicht benutzt, praktischerweise wie ein Kugelschreiber aus. Selbst wenn man es verliert, taucht es kurze Zeit später in den Taschen seines Besitzers wieder auf. Percy hat es von seinem Lehrmeister, dem Zentauren Chiron erhalten. Die Waffe ist uralt: Geschmiedet aus himmlischer Bronze, besitzt sie die Fähigkeit, selbst Monster und Götter zu vernichten. Gegen Menschen ist sie allerdings machtlos. Zyklopen sollen das Schwert einst geschmiedet und im Wasser des Totenflusses Lethe abgekühlt haben.

Fantastische Schwerter

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Dieser Streifzug durch die Welt der magischen Klingen ist natürlich nicht mal ansatzweise vollständig. Von welchen phantastischen Schwertern seid ihr selbst sehr begeistert?

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